18.01.2006 – IMEI die Handy Seriennummer – Mal was sinnvolles bei Natel-Diebstahl?


Ich habe heute folgende Mail erhalten:

“Habe etwas sehr Wichtiges mitzuteilen, und  man kann sich wirklich fragen, warum die Handy-Hersteller und Händler dies geheim halten!!!! Wenn die folgende Maßnahme an möglichst viele  Leute weitergegeben wird, würden die Handy-Diebstähle ganz sicher  sofort drastisch zurückgehen. Jedes Handy hat eine eigene, einmalige  Seriennummer. Diese kann wie folgt aufgerufen werden: Gib folgende Tastenkombination ein: *#06# .Daraufhin wird die Seriennummer des Handys angezeigt. Diese Nummer notieren und  aufbewahren. Wenn nun dein Handy gestohlen werden sollte, so melde die Seriennummer dem Telefonhändler oder Hersteller, und dieser kann dann das Handy total blockieren, auch wenn der Dieb eine neue SIM-Karte einsetzt. Du bekommst zwar dein Telefon nicht zurück, aber du hast wenigstens die Genugtuung, dass der Dieb mit deinem Handy nichts mehr anfangen kann. Wenn alle  Handy-Besitzer diese Vorkehrung treffen würde, würde es sich bald nicht mehr lohnen, ein Handy zu klauen! Schicke deshalb diese Message an möglichst viele Leute!”

Dann rief ich  natürlich sofort mal bei der Swisscom an (Geschäftskunden kostenlos: 0800 88 99 11), um mich zu erkundigen. Man aktueller Wissensstand:

  • Über die Tastenkombination *#06# wird tatsächlich die Seriennummer angezeigt.
  • Diese Seriennummer wird IMEI-Nummer genannt.
  • Mit dieser Nummer ist es allerdings nur möglich, das Natel für das entsprechende Netz zu sperren.
  • Also bei mir wäre das Swisscom. Wird eine andere SIM-Card eingesetzt (z.B. Orange), so kann der Dieb das Natel weiter nutzen.
  • Eine generelle Deaktivierung ist über diese IMEI-Nummer (zumindest über Swisscom) nicht möglich.
  • Aber noch etwas ist wichtig: Die Polizei benötigt die IMEI-Nummer für die Fahndungsmeldung!
  • IMEI heisst “International Mobile Station Equipment Identity”
  • Die IMEI des entsprechenden Gerätes ist einmalig – Seriennummer.
  • Bei Einwahl (Einbuchung) in ein Netz oder in einen Netzknoten wird die IMEI an den Mobilfunk-Betreiber übermittelt.
  • Anschliessend wird der Mobilfunk-Nutzer anhand dieser Nummer über ein Register (EIR = Equipment ID Register) identifiziert.
  • Und jetzt wird es spannend: Es gibt drei Kriterien – white List, grey List und black List
  • White List: Der Nutzer wird hier zwischen “Nur anrufberechtigt” oder “darf auch anrufen” einsortiert.
  • Grey List: Nachverfolgung von Netz, Ort und Zeit des Geräteeinsatzes. Durch Verknüpfung mit den Daten der SIM kann der Besitzer ermittelt werden. Und dessen Aufenhaltsort. Und dessen Gesprächspartner.
  • Black List: Netzübergreifende *1) Sperrung der IMEI (z.B. bei gestohlenen Natels, Missbrauch des Notrufes)

Woher bekomme ich die IMEI?

  • Mit der Tastenkombination *#06#
  • Akku herausnehmen und auf die Geräte-Rückseite schauen
  • Steht im Kaufvertrag
  • Steht im Gerätepass, welcher der Orginalverpackung beiliegt.

zu *1): Da die Providerübergreifende Kooperation bei Sperrungen des Natels nicht vertraglich bzw. gesetzlich geregelt ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass nach dem Diebstahl das Endgerät und trotz Sperrung der IMEI durch den Wechsel zu einer SIM eines anderen Providers das Telefon weiter genutzt werden kann.

Die IMEI wird auch für den gesamten Produktions- und Logistik-Ablauf aus Sicherheitsgründen verwendet. So wird vermieden, dass Natels auf dem Weg zwischen Produktionsstandort, Zentrallager, Verteillager, OEM-Kunde, Endkunde “verloren” geht. Fälschungen sind so auch nahezu ausgeschlossen, da doppelte IMEI sofort identifiziert und rückverfolgt werden können.

Literatur im WEB: http://www.pruefziffernberechnung.de/I/IMEI.shtml

Es lohnt sich also immer die IMEI griffbereit zu haben (Falls man den Kaufvertrag und die Orginalverpackung nicht mehr besitzt). Nebenbei: Big Brother is watching your steps!

Zu “IMEI an Natel-Hersteller oder -Händler melden” fand ich im WWW

Wenig sinnvoll ist hingegen der Rat in neueren Versionen der Kettenbriefartig verbreiteten Meldung, man solle die Seriennummer eines gestohlenen Mobiltelefons an dessen Hersteller oder an den Händler melden, wo man es gekauft hat. Der Hersteller wie auch der Händler können da nicht viel machen – sie könnten allenfalls bei der Meldung an die Netzbetreiber behilflich sein bzw. bedauernd die Auskunft erteilen, dass die meisten Netzbetreiber diesen Service (noch) nicht anbieten.

Also kann einem der Hersteller oder Händler überhaupt nicht helfen bei Verlust oder Diebstahl des Natels. 

Servicenummern Natel-Serviceprovider. Bitte immer Kundennummer, PIN und möglichst auch PUK bereit halten:

  • Swisscom Geschäftskunden: 0800 88 99 11
  • Swisscom Privatkunden: 0800 55 64 64
  • Swisscom aus dem Ausland: +41 62 286 12 12 (für beide)
  • Orange Geschäftskunden: 0800 700 600
  • Orange Privatkunden: (Nummer nicht gefunden)
  • Orange aus dem Ausland: (Nummer nicht gefunden)
  • Sunrise Geschäftskunden: 0800 505 505
  • Sunrise Privatkunden: 0800 505 505
  • Sunrise aus dem Ausland: +41 58 777 01 01

In Deutschland steht übrigens seit Mitte 2005 eine zentrale Notrufnummer zur SIM-Karten-Sperrung zur Verfügung, sofern sich der Anbieter dem Sperr-Notruf angeschlossen hat. Für die Sperrung benötigen Sie die Telefonnummer bzw. SIM-Card-Nummer sowie die Kundennummer:

  • Innerhalb Deutschland: 116 116
  • Aus dem Ausland: +49 116 116

Die Webseite der Sperr-Notruf Zentrale ist: http://www.sperr-notruf.de/ww/de/pub/sperr_notruf/sperr_notruf.php

Natürlich kann die SIM-Karte auch direkt beim Mobilfunkanbieter gesperrt werden:

  • D1: 01803 – 302202
  • D2 Vodafon: 0800 – 1212
  • E-plus: 0177 – 1000
  • O2: (nicht gefunden)

Zusammenfassung: Nur bei der Swisscom kann in der Schweiz neben der SIM-Karte auch das Natel deaktiviert werden. Hierfür ist die Seriennummer (IMEI) erforderlich. Den gleichen Service bieten übrigens nur noch Vodafon in Deutschland und ONE in Österreich. Ein Providerübergreifendes Deaktivieren des Natels (Handys, Mobiles, Cells) ist noch nicht möglich.

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