ET meets Vorderlanersbach – Hüttenzauber am Skiweekend


Vom 25.11. bis 27.11.2005 hatte Caro das ET-Skiweekend organisiert. Es ging nach Vorderlanersbach im Zillertal. Es waren 43 ET-ler dabei. Das Wetter versprach nichts Gutes: Drei Tiefdruckgebiete sollten während des Wochenendes von Nordwesten her Richtung Alpen ziehen. Enorme Schneemengen und niedrige Temperaturen bis 16 Grad minus wurden von den Wetterpropheten versprochen. Somit war ich eher auf Relaxen, als auf Boarding eingestellt. Den Montag hatte ich mir noch frei genommen, denn ich wollte meine Mam an diesem Tag besuchen. Sie verbringt momentan einen Kuraufenthalt am Ammersee. Ich hatte versprochen ihr einen Laptop mit zu bringen, damit sie Schwänke aus ihrem Leben niederschreiben kann. Rainer hatte in meinen alten Laptop in Rekordzeit eine neue Festplatte eingebaut und den Laptop neu aufgesetzt. Besten Dank an dieser Stelle. Somit wollte ich von Freitag-Abend bis Montag-Morgen im Zillertal bleiben, um dann am Montag-Vormittag gemütlich ohne Rückreisestressverkehr über München weiter zum Ammersee und dann anschliessend Nachmittags zurück nach Züri fahren.

Die Anreise:
Gegen 16 Uhr startete ich bei einsetzendem Schneefall Richtung Österreich. Gegen allen Erwartungen kam es weder auf der Autobahn Regensburg-Holledau, noch auf der Münchner-, auch nicht auf der Salzburger-Autobahn zu stauähnlichen Erscheinungen. Es schneite auch nur mal kurz bei Regensburg. Man kam somit recht gut voran. Der beiderseits vierspurige Streckenführung zwischen Erding und der Verzweigung München-Nord wird gehirntechnisch von den Autofahrern immer noch nicht logisch verarbeitet (ganz links ganz viele Autos – ganz rechts gar keine). Somit konnte ich genüsslich rechts vorbei ziehen, da ich ja auf die Salzburger-Autobahn zusteuerte. Bis zum Inntal-Dreieck kam ich ebenfalls locker durch. Aber es scheint nicht nur eine geographische Grenze zwischen Bayern und Österreich zu geben, sondern auch eine meteorologische; denn genau bei Kufstein schneite es heftig. Die LKWs auf der rechten Spur fuhren nur noch 60 km/h – die linke Spur war durchgehend schneebedeckt. Ich hatte schon eine böse Vorahnung, denn nach Mayrhofen geht es relativ steil hinauf nach Finkenberg. Und da muss man rauf, wenn man weiter nach Vorderlanersbach möchte – da ist nämlich unser Hotel. Es schneite durchgängig und die mit Schneeketten versehenen Fahrzeuge häuften sich, je näher ich Mayrhofen kam. Gegen meinen Erwartungen kam ich recht flott das erste Stück nach Finkenberg hinauf. In einer Kurve stand ein Kleinbus und 2 Leute montierten die Schneeketten. Na toll. Ortsschild „Finkenberg“ und vor mir sah ich eine Serie Bremslichter.
Der Unfall Teil 1:
Ohoh! Kommt da schon einer nicht mehr weiter? Nur nicht stehenbleiben! Ich bremste, stand dann und dachte „Hier komm ich nie mehr weg“. Ich stieg aus und ging den Strasse an den stehenden Autos hinauf. Nein es war kein Auto, welches bergaufwärts nicht mehr weiter kam, sondern ein Ski-Taxi, welches bergab zu schnell war und mit dem rechten Vorderreifen auf einer kurzen Leitplanke hing (Presseartikel HIER – ganz unten). Ein LKW mit Kranaufbau war grad dabei den Kleinbus von der Leitplanke zu heben. Ich schlitterte zu Fuss zurück zum Auto. Herbert stand 4 Fahrzeuge vor mir, Bogdan nur zwei. Der Stau löste sich wieder auf und ich war an der Reihe mit „Gasgeben“. Wider meinen Befürchtungen kam ich sogar weg. Zwar langsam, aber stetig. An der Finkenberger Post kam ich noch vorbei, aber vor der nächsten Kurve ging fast nix mehr. Die Räder hinten drehten mehr und mehr durch. Ich lenkte rechts ein und stellte mich auf den Parkplatz vor dem „Finkennest“ – einer Apre-Ski-Bar. Ich rief Herbert an – er war mittlerweile im Hotel angekommen, aber er kam dort wegen der Schneeverhältnisse nicht mehr weg. So besorgte ich mir über die Hotelrezeption ein Ski-Taxi. Es kam 20 Minuten nach meinem Anruf bei mir an. Ich lud die Skiklamotten um und das Taxi kletterte die Strasse nach Vorderlanersbach hinauf – mit Ketten.
Das Hotel:
Das Garni-Hotel „Testerhof“ ist  nagelneu – wurde in 2004 fertig gestellt. Das sogar mit intelligenter Gebäudeautomation basierend auf KNX/EIB (allerdings GIRA) ausgestattete Haus ist mit allem versehen, was man sich so wünscht: Wellnessbereich mit Aussen- und Innenbad (Whirlpool, Dampfbad, Sauna, Solarium), Frühstücksraum (inkl. Webcams – Gruss an den Datenschutz), Tennishalle und Kegelbahn, sowie „Spielhölle“ und Bar. An der Rezeption bekam ich meine Schlüsselkarte und schleppte meine Klamotten rauf ins Zimmer. Cristiano – mein Zimmerkollege – war noch nicht angekommen. Die Zimmer sind grosszügig und mit einem modernem Bad ausgestattet. Sogar ein GIRA-Radio sorgt für Musik früh morgens. Wertung für den Testerhof: Empfehlenswert.
Das Restaurant:
Caro hatte in der Mail geschrieben, dass man sich gegen 20 Uhr im Restaurant trifft, nur wo ist das denn überhaupt. Hotelrestaurant? Fehlanzeige – logisch bei einem Garni-Hotel. Ich fragte den Rezeptionisten, welcher scheinbar schon öfter gefragt worden war „Wo ist das Restaurant“. Er erklärte mir den Weg „einfach bergauf – am Tuxerhof links und dann sieht man das Lokal schon“ und ich stapfte durch den Schnee los. Die Beschreibung des Weges half mir aber nicht weiter. Den Tuxerhof fand ich (klar mitten im Ort), aber „Das Lokal“ nicht. Anruf bei Herbert. Er hatte 30 Minuten lang den ganzen Ort abgelaufen, bis er „Das Lokal“ schliesslich fand. Der Weg dorthin war nicht das Problem – eher, dass „Das Lokal“ tatsächlich dann „Das Lokal“ hiess. Endlich angekommen. Mein Hänger-am-Berg hatte sich schon herum gesprochen und ich wurde mit einem „Hellau“ empfangen. Es waren schon etwa 20 Kollegen dort, das Essen wurde aufgetragen. Die von mir vorgeschlagenen „Nicht über die Arbeit sprechen“-Regeln (Link1 /Link2) zeigten Wirkung: An meinem Tisch wurden etwa 5 Runden Marille ausgegeben. Martin machte sich einen Scherz daraus jeden der neu ankam und sich setzte zu fragen „Was hast heut den ganzen Tag gemacht?“. Der Angesprochene erzählte irgendwas vom Büro und schon „war er fällig“ für eine neue Runde. Markus rief dann bei mir an – er hing auch am Berg fest, und zwar 100m weiter oben wie ich. Beim zweiten Anruf erzählte er dann, dass er weiter fahren kann, aber die Beifahrer hätte er aussteigen lassen – Frontantriebler. So standen Francesca, Astrid und Jakob also in Finkenberg und warteten auf Abholung – bei Schneefall und Kälte – wurden dann aber bald von Florian abgeholt.

Das Lokal“ war scheinbar auf die Menge von 40 Personen gleichzeitig nicht eingestellt. Der Menüpreis für ein „3-Gänge-Menü“ war zwar günstig, aber die Organisation und „Prozesse“ sollten noch etwas optimiert werden. Da die Chefin die Getränke „zentral“ auf einem Schmierzettel mit Strichliste notierte, gestaltete sich die finale Abrechnung chaotisch – es blieben 12 Marille und 3 Weizen unbezahlt übrig. Soweit ich weiss, muss doch nun auch in Österreich jedes Gericht oder Getränk „boniert“ – also in die Kasse getippt – werden. Das geschah soweit ich beobachten konnte nie. Gruss an die Steuerfahndung. Ich gab den Tipp doch am nächsten Tag Zettel pro Person zu verteilen, worauf derjenige dann seine Getränke aufschreiben kann. Das half auch nichts; denn am nächsten Tag kam es wieder zu einer Unstimmigkeit bei der Abrechnung: 1 Wasser, 2 Viertel Wein und ein Eis fehlten angeblich. Marginal, wenn man bedenkt, dass über 40 Personen üppig Getränke zu sich nahmen und schliesslich auch bezahlten. Diesen Kolateralschaden kann man getrost als Überschank bezeichnen, noch dazu, wenn mutmasslich überhaupt nichts boniert wurde. Auch zeigte eine Recherche am nächsten Morgen auf, dass die fehlenden Getränke an den Tischen doch bezahlt wurden, was wiederum die Vermutung unterstreicht, dass doppelt „gestrichelt“ wurde. Trotzdem führte dies am Vorabend zum Rauswurf der zuletzt Verbliebenen, weil diese verständlicherweise nicht noch Mal für die chaotische Abrechnung der Betreiber aufkommen wollten. Hierbei kam es zu hitzigen Diskussionen zwischen „den Kunden“ und „dem Dienstleister“, wobei letzterer sicherlich ein paar Kurse in „Kundenpflege“ und „Verkaufstechnik“ besuchen sollte. Somit kann die Wertung für „Das Lokal“ nur „ungenügend“ lauten. Nach dem allerletzten Lokal traf sich der harte Kern noch in der Bar des Hotels bei der Kegelbahn. Dort wurde dann der samstägliche Ski-Tag bzw. Wellness-Tag geplant.
Der Samstag-Morgen:
Das erste Mal wurde ich wach, als Cristiano sich für den Ski-Tag bereit machte. Ein Blick durch das Fenster (Schneefall und grauer Himmel) überredete mich aber das warme Bett dem grauen Wetter vorzuziehen. Gegen 10 Uhr rappelte ich mich auf und ein Duschgang brachte mich wieder zurück ins Leben. Eine Etage tiefer war der Frühstücksraum. Carsten und Caro, sowie die Familie Anders sassen noch beim Frühstück, wobei Caro mit Laptop bewaffnet die Abrechnungen für die Teilnehmer erstellte. Erste Ereignisse wurden diskutiert. Ein Thema waren die Abrechnungsfehler aus „Das Lokal„, dann waren die ersten Meldungen vom Berg eingetroffen (Starker Wind sorgt für kostenloses Gesichtspeeling, Neuschnee wird verweht, Eisplatte führt zur Schulterknochensplitterung, Wolken-Nebel lässt Buckel und Täler auf der Piste nicht erkennen, -15°C am Berg verursachen Absenkung der Körpertemperatur im Gesichtsbereich beim Sesselliftfahren), und nebenbei war ein Bewegungsmelder im Flur des 2. Stocks am Freitag Abend auf mysteriöse Weise scheinbar für eine optische Untersuchung abhanden gekommen. Letzteres sorgte beim Hotel-Chef für Verstimmung. Die Berg-Wettersituation bei mir für ein ausführliches Frühstück.
Der Samstag-Nachmittag:
Obwohl es durchgehend schneite, hatte sich die Strassensituation verbessert. Nach dem Frühstück fuhr mich Carsten zu meinem Auto in Finkenberg. Da der Räumdienst ganze Arbeit geleistet hatte und offensichtlich tatsächlich „tonnenweise“ Salz verwendete, war der Weg für mich frei das Auto auch zum Hotel – zumindest in die Nähe zu bringen. Auf dem Weg dorthin tankte ich noch in der neuen Tankstelle zwischen Finkenberg und Vorderlanersbach. Hierbei traf ich auf eine echte Traumfrau hinter dem Tresen. Durch den Flirtversuch kam es zu einem längeren Tankstopp und Carsten musste etwas länger warten. Dabei erfuhr ich von der extrem netten Lady, wo man am Samstag Abend ausgehen konnte: Die Bar hiess „Pfiff“ und befindet sich direkt im Hotel „Tuxerhof“.
Gegen 14 Uhr stellten sich Carsten, Caro und ich an die Bushaltestelle, um noch auf den Berg zu kommen. Allerdings ohne Ski bzw. Board, da wir nur vor hatten auf die Schirmbar bei der Mittelstation zu fahren. Dort hatten sich schon einige der Teilnehmer versammelt, um sich mit Vodka-Feige, Glühwein, Weizen und Lumumba aufzuwärmen.
Die Meldungen vom Berg waren nicht untertrieben. Auf der Mittelstation schneite es und es war neblig. Noch viel mehr Nebel hatte es in der Schirmbar – bis ich die Brille abnahm. Die übliche Gute-Ski-Laune-Musik dröhnte aus den Lautsprechern und scheinbar hatten schon die Mehrzahl der Anwesenden Skifahrern mehr Zeit in der Ski-Bar verbracht als auf der Ski-Piste. Die drei Bedienungen hatten alle Hände voll zu tun, um den Bestellungen einigermassen nachzukommen. Die Stimmung unter den ET-lern war ausgelassen. Nach und nach kamen immer mehr in die Schirmbar und wärmten sich bei alpländischen Traditionsgetränken.

Gegen 16 Uhr wurde die letzte Runde bestellt und man bewegte sich Richtung Gondelbahn. Unten im Tal warteten wir auf den Skibus. Es hatte immer noch nicht zu schneien aufgehört.

Wir fuhren zurück ins Hotel und vereinbarten einen Treffpunkt in der Hotellobby um 20 Uhr, um zum schon oben bewerteten Restaurant „Das Lokal“ zum Abendessen zu gehen.
Der Samstag-Abend:
Zum Restaurant „Das Lokal“ kein weiterer Kommentar mehr. Nur soviel: Das Essen war für mich ausreichend, aber so mancher anderer hätte gern etwas mehr auf dem Teller gehabt. Viele der Weekend-Teilnehmer waren von den Strapazen am Berg gezeichnet und nach dem Essen schlug bei diesen die Müdigkeit zu. Markus z.B. sass mit verschränkten Armen leicht ausgestreckt an seinem Tisch und versuchte die Augen offen zu halten. Bald darauf verabschiedete er sich mit dem Ziel sich ins Bett zu legen. Gegen 23 Uhr ging ich mit Ralph in das wenige Meter entfernte „Pfiff“ – die Bar im Tuxerhof. Von Aussen ist der Lokalität nicht anzusehen, dass sich im Erdgeschoss so eine gemütliche American-Bar im Stile eines „Rock-Cafe`s“ befindet. Und – oh Überraschung – Markus befand sich mit einigen anderen Kollegen. Martina und Astrid waren auch anwesend. Die Musik im „Pfiff“ reichte von Fetenhits bis Rock-Classics – wenn nur der DJ nicht immer mitsingen würde, dann wäre es noch viel angenehmer. Auch hier hatten die Bedienungen an der grossen, fast das Lokal füllenden, Bar alle Hände voll zu tun die Bestellungen einigermassen abzuarbeiten. Nach und nach kamen auch die restlichen ET-ler bis auf wenige Ausnahmen herein. Herbert schaute nur mal kurz nach seinem Sohn, der sich mit Peter (Sohn von Renate) gut amüsierte. Peter stellte fest, dass die Krankenschwester, welche seine Schultersplitterung behandelt hatte, auch unter den Gästen war. Stefan, Cristiano und ich fotografierten die lustige Truppe und das Umfeld. Franziska, Astrid, Martina, Florian und Bogdan tanzten, soweit der verbleibende Platz im Gedränge rund um die Bar dies zuliessen.

Gegen 1 Uhr verliessen wir das Lokal. Nur Renate nebst Sohn verblieben noch. Renate hatte zwischenzeitlich ihre Jacke verloren. Darin befanden sich neben Handy und sämtlichen Schlüsseln auch die Rechnungen für die Behandlung von Peter. Die Jacke tauchte dann aber am nächsten Tag wieder auf.
Der Sonntag-Morgen:
Ich hatte an der Rezeption gefragt, ob ich noch eine Nacht verlängern könnte. Leider war dies nicht möglich – es wurde eine 80-köpfige Reisegruppe erwartet und das Hotel war vollkommen ausgebucht. Sicherlich hätte ich in einer anderen Pension im Dorf etwas anderes finden können, aber so plante ich schon im späten Vormittag das Zillertal zu verlassen, um dann Mam am Ammersee zu besuchen. So kann ich noch Abends in Züri sein und am Montag – an meinem freien Tag – Besorgungen erledigen. Ich ging gegen 8 Uhr zum Frühstücken und es schneite immer noch. Die Strassenverhältnisse hatten sich wieder verschlechtert. Da wir wegen der nachfolgenden Reisegruppe spätestens um 10 Uhr die Zimmer geräumt haben mussten, war es erforderlich mit dem Auto zur Talstation des Zillertaler Gletschers zu fahren. Daran war aber wegen der noch nicht geräumten Strasse zumindest von meiner Seite her nicht zu denken. Die meisten der Kollegen wollten aber zumindest am Sonntag noch Richtig Skifahren und hofften auf etwas besseres Wetter während des Tages. Ich frühstückte ausführlich und lud dann anschliessend meine Sachen ins Auto. Dieses hatte ich nicht im Hotelhof geparkt, sondern auf der Strasse, um nicht bei der Auffahrt über die Brücke hängen zu bleiben. Das Auto war 15cm mit Schnee bedeckt – soviel hatte es über einen halben Tag geschneit. Nach dem Abkehren des Autos und Verladen der Habseeligkeiten, ging ich noch auf einen Kaffee in den Frühstücksraum. Und das Wetter fing doch noch an sich aufzuklaren. Langsam entstanden kleine Lücken in der Wolkendecke.
Der Unfall Teil 2:
Gegen 12 Uhr verliess ich das Hotel und fuhr Richtung Finkenberg. Ganz langsam und vorsichtig. Vor mir staute es sich – Ursache: In der ersten Kurve in Finkenberg war ein VW-Beatle bergab auf die andere Strassenseite gerutscht und genau frontal gegen einen entgegenkommenden Reisebus geprallt. Der Schaden hielt sich wegen der geringen Geschwindigkeit in Grenzen. Die Skitouristen aus dem Reisebus waren bereits ausgestiegen und einige verkürzten sich die Wartezeit mit einer halben Bier (leider konnte ich kein kurioses Foto davon schiessen). Der Verkehr auf der Gegenseite hatte sich schon massiv gestaut, weil auch ein Regionalbus nicht mehr an der Unfallstelle bzw. der engen Kurve vorbei fahren konnte. Man(n) lernt daraus: Ohne Ketten nicht mehr in den Ski-Urlaub – auch Winterreifen haben ihre Grenzen.
Der Sonntag-Nachmittag:
Je weiter ich aus dem Zillertal heraus kam, um so schöner wurde das Wetter. Schon seit Mayrhofen war die Strasse schneefrei. Nur mein Scheibenwischer (Benz-Mono) hatte vom Salz etwas Schaden genommen. Beim Rasthof Inntal wurde dieser mit Molybdänspray behandelt, was ihn wieder in ruckelfreie Bewegung brachte. Ab München war der Himmel stahlblau, wolkenlos und einem tadellosen sonnigem Sonntag stand nichts mehr im Weg. Gegen 1 Uhr traf ich in der Kurklinik bei Mam ein. Ich zeigte Mam, wie man mit dem Laptop umgeht – bisher schrieb sie an einem Desktop. Anschliessend machten wir uns per Auto bei schönstem Wetter auf den Weg nach Landsberg am Lech zum dortigen Weihnachtsmarkt. Die Parkplatzsuche gestaltete sich schwierig, weil zu den Besuchern des Weihnachtsmarktes auch noch Einkaufswahnsinnige den verkaufsoffenen Sonntag nutzen wollten. Zufällig fanden wir aber doch noch einen Parkplatz und schlenderten durch den Weihnachtsmarkt. Wir besorgten uns zwischendurch einen Glühwein. Im Gegensatz zum Regensburger Weihnachtsmarkt (Webcam) gibt es deutlich weniger Rucksackträger, aber dafür mehr Kinderwagenschieber. Somit sollte man sich gepolsterte hohe Schuhe anziehen, um Achillesfersenverletzungen vorzubeugen. Gegen 6 Uhr verliessen wir Landsberg am Lech und den Christkindlmarkt und fuhren zurück zum Ammersee. Im Ort nahmen Mam und ich noch eine Schale Kaffee und anschliessend startete ich Richtung Züri durch.
Der Sonntag-Abend:
Der sonntägliche Rückreiseverkehr war üppig, aber nicht stockend. Somit kam ich gut voran. Allerdings freue ich mich schon auf die Fertigstellung der letzten beiden Teilstücke der Lindauer-Autobahn; denn dann kann man endlich durchgängig fahren ohne die perlschweinähnlichen Langsamfahrten in den noch nicht fertigen Streckenabschnitte. An der Grenzstation St. Margrethen wurde ich nun schon zum zweiten Mal hintereinander kontrolliert. Das letzte Mal wurde nur überprüft, „ob was vorliegt“. Diesmal verlangte der liebe Grenzer, dass ich die Heckklappe öffne, gruschte dann in meiner Sporttasche mit den Schuhen herum, fand kurzzeitig freudig erregt meine angebrochene Stange Gauloises (och.. nur 2 Schachteln drin), dann die ausgedruckte Mail von Caro mit der Beschreibung des Ski-Weekends (welche er erfolglos für eine Rechnung hielt) und liess dann von weiteren investigativen Forschungen ab. Ich zuckte mit den Schultern und entgegnete „Ich war nur im Ski-Urlaub“. Langsam hab ich da eine Vermutung begründet auf wachsende Unähnlichkeit zwischen Passfoto und Realität. Gegen 21 Uhr traf ich in Züri ein. Ich schleppte meine Ski-Utensilien wieder in die Wohnung und knallte mich auf das Sofa. Ich war müde – obwohl ich keinen Meter auf dem Brett stand – tja, man wird älter 😉 Und schliesslich hatte ich eine Drei-Länder-Tour hinter mir – inkl. Hüttenzauber.

One Response to ET meets Vorderlanersbach – Hüttenzauber am Skiweekend

  1. […] Beim erlebnisreichen Saisonauftakt im Zillertal war ich überhaupt nicht zum Boarden gekommen. Das Wetter (-15 Grad, Sturm und starker Schneefall) verhinderte dies. Somit sagte ich sofort zu, als mich Martin anrief und fragte, ob ich vom vom 14.-15.01. mit auf den Berg möchte. Das Ziel ist also Davos, oder besser gesagt, das Skigebiet Parsenn. Die Unterbringung organisierte Martin auf der Schiferhütte – direkt am Berg in einem 4er-Zimmer. Das Wetter war schon seit Tagen hervorragend. Die Hochwetterlage versprach ein sonniges Skiweekend. Ausreichend Schnee müsste auch noch vorhanden sein. Wenn nicht, dann gibt es ja überall moderne Beschneiungsanlagen. Das Wochenende hat mir riesig Spass gemacht. Das Skigebiet ist abwechslungsreich und für Jeden ist was geboten. Meine Kondition könnte nur besser sein: Nach 3 Abfahrten brauchte ich eine Pause und ich kehrte vor (!) einer der gemütlichen Skihütten ein. Aber so ein Skiweekend ist wirklich stress. Anscheinend bin ich für “Menschenaufläufe” im dauerhaften Format wirklich nicht mehr gemacht. Aber dazu gleich mehr. Ausserdem bin ich Snowboarder, der sich nicht nach der “Masse” richtet. Denn die Masse sieht anders aus. […]

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