Sonntag: Das beleuchtete Märchenschloss mit Eisbahn im Innenhof des Landesmuseums Zürich

5. Dezember 2005

Unter dem Motto "Live on Ice" präsentiert der Lichtkünstler Gerry Hofstetter ein Event der besonderen Art, welches mir vom Konzept bis zur Umsetzung extrem gut gefällt. Gestern war ich mit einer sehr netten Begleitung dort. Übrigens: Wenn Sie Zürich zur Weihnachtszeit kennen lernen wollen, dann nehmen Sie Tram oder Bus oder beides.

Wenn Sie Zürich kennen lernen möchte, dann fahren Sie Tram oder Bus! Gestern war einer der verkaufsoffenen Sonntage in der Vorweihnachtszeit. Verkehrstechnisch geht dann mit dem "Individualverkehr" in Zürich – also mit dem Auto – erfahrungsgemäss gar nichts mehr. Für Sonntag 17 Uhr hatte ich mich mit Karin verabredet. Da sie auch gern fotografiert –  was trifft sich da besser, als für den Treffpunkt den Eingang zum Landesmuseum zu wählen. Vom 26. November 2005 bis 2. Januar 2006 gibt es dort das Event "Live on Ice" im Innenhof des Landesmuseums. Ich besorgte mir ein Tagesticket, stieg in Schlieren in den 31er-Bus ein und fuhr ohne Stau, völlig entspannt, an all den Autos vorbei; für Busse und Trams existiert extra eine eigene Spur. Bei der Fahrt im Bus kann man viel über die Zürcher erfahren.

Was ist z.B. momentan IN?

  •  Klapphandies (Natels)
  • SMSen (Ein-Finger-Daumen-Technik-Highspeed)
  • Lautes Telefonieren im Bus (Hoi, bi grad im Bus, bisch scho am Bah`hof? Zwoi Minute, wartsch?"

Ich stieg beim Bahnhof Züri aus. In der Bahnhofstrasse war die Hölle los. Der erste verkaufsoffene Sonntag muss für die Einzelhändler ein absoluter Erfolg sein und nur so Geld in die Safes spülen. Menschen über Menschen tummelten sich in der Bahnhofstrasse. Die neue Weihnachtsbeleuchtung "die längste animierte Effektbeleuchtung in der Schweiz" kam noch nicht so zur Geltung, da es gegen 16 Uhr erst die Dämmerung einsetzte . Die neue computeranimierte LED-Konstruktion hatte 2,6 Millionen Schweizer Franken gekostet. Über Geschmack lässt sich streiten, aber für mich sieht das eher nach einer überdimensionierten hängenden Neonröhren-Kette aus – allerdings scheinen die Neonröhren am Ende ihrer Lebenszeit zu sein: Sie flackern nur noch leicht. Zwei Vorteile hat die neue Weihnachtsbeleuchtung allerdings: a) jeder (samt Stammtisch und Tagespresse) spricht darüber (sehr gute Werbung) b) die Riesen-LED-Stäbe benötigen nur einen winzigen Bruchteil der Energie (Stromkosten), als die vorher verwendete. Und nach über 25 Jahren sollte dann doch mal was "Neues" her.

Zürich Bahnhofstrasse

Da ich noch etwa eine halbe Stunde Zeit bis zu meinem Date mit Karin hatte, schlenderte ich Richtung Bahnhofshalle. Dort ist laut Auskunft der SBB "Der grösste und schönste Indoor-Weihnachtsmarkt Europas" – der 12. Zürcher Christkindlimarkt. Vom 25. November bis zum 24. Dezember findet man dort über 170 Ständli, wo man sich trockenen Fusses gemütlich die tollsten Weihnachtsgeschenke ansehen, probieren und natürlich kaufen kann. Von handgemachten Seidenkrawatten über Naschereien und Glühwein bis zu esoterischen Krimskrams und Swarowski-Baumschmuck für die importierte Blautanne im Wohnzimmer eines Hauses an der Goldküste. Eine riesige Weihnachtstanne mit eben den genannten edlen Kristallen überragt das Szenario. Der Baum wird von mindestens 4 grossen Halogenstrahlern beleuchtet – so erspart man sich bis Weihnachten das Beheizen der Bahnhofshalle. Auch die ganz Kleinen kommen nicht zu kurz: Ein Kinderkarussel und ein Märlizelt locken schon kleinste potentielle Endkunden an.

Unterirdisch durch die Einkaufspassagen im Bahnhof ("Railcity/Shop-Ville" genannt), schlenderte ich dann weiter zum Eingang des Landesmuseums. Dort geht es weiter durch den Torbogen. In tolles blaues Licht getaucht sieht man dann den Innenhof mit der mobilen Eisfläche. Das Konzept ist wirklich "weltklasse": Für die ganze Familie ist etwas geboten. Rechts nach dem Eingang ein "brennend heisse Glühweinstand", links vom Eingang ein Ständli, an dem man neben den heissen Getränken auch Snacks (Bratwurstsemmel etc.) bekommt. Die belebte Eisfläche wird umrahmt von mobilen, stabilen und ganz wichtig beheizten Partyzelten. Die "Antarktis-Bar" ist die Erste auf er linken Seite. Runde Tische, eine lange Bar mit Barhockern und für mich extrem wichtig: Sofas! Mit gemütlicher ruhiger Musik beschallt – grad richtig zum Aufwärmen, längeren Verweilen, Ratschen und Relaxen. Direkt im Anschluss befindet sich ein das "Lindt-Café". Ebenso gemütlich eingerichtet und gesponsert vom bekannten Schokki-Hersteller. Auf der dem Eingang direkt gegenüber liegenden Seite befindet sich ein nobel eingerichtetes Restaurant. Sogar ein Klavierflügel steht darin – also eher etwas für die Upper-Class. Für das normale Fussvolk ist dann auch noch eine Restauration vorhanden. Ich nehme mal an, dass es dort Schweizer-Nationalspeisen, wie z.B. Fundue und Raclette zur Stärkung bzw. zum Aufbau von Abwehrkräften für den Einkaufsmarathon in der Vorweihnachtsphase gibt. Besitzt Mann oder Frau keine eigenen Schlittschuhe, so kann man sich diese für 6 Franken ausleihen und einige Runden auf der Eisfläche drehen.

Live on Ice im Landesmuseum Zürich

Karin hatte trotz des einkaufsoffenen Sonntags einen Parkplatz gefunden und wir besorgten uns erst mal je einen Glühwein. Nachdem wir ein paar Fotos geschossen und noch einen zweiten Glühwein intus hatten, entschlossen wir uns zum Aufwärmen in die "Antarktis-Bar" zu gehen. Zuerst sassen wir "nur" an der Bar, aber kurze Zeit später wurde ein Sofa im Lounge-Bereich frei. Draussen fing es heftig zu Regnen an (oder war es eher eine Schnee-Regen-Mischung). Aber das störte nicht, wir waren im Warmen und hatten genug zu "pläuderlen".

 Landesmuseum Zürich im Winter

Karin wollte sich dann noch die tolle Bahnhofstrassenbeleuchtung ansehen und evtl. fotografieren. So entschlossen wir uns gegen 21 Uhr dorthin zu gehen. Aber es begann wieder zu regnen. Also nahmen wir eine Abkürzung zum nächst gelegenen Lounge-Lokal: Das "Jules Verne" im Turm (11. Stockwerk) der Sternwarte "Urania". Von dort oben hat man einen tollen Blick über die Innenstadt von Zürich. Das "Jules Verne" ist nur über einen Lift erreichbar, der sich im "Restaurant Urania" befindet. Dort nahmen wir noch einen "Apéro" und liessen den schönen Abend locker ausklingen.

Infos/Links:

Eisbahn täglich von 11.30 – 22.00 Uhr
Restaurationen täglich von 11.30 – 24.00 Uhr
Weihnachts Curling täglich von 22.15 – 23.45 Uhr
Eislaufen und Eintritt frei


Samstag: Eine Nacht im Tresor in Winti

5. Dezember 2005

Alesse hatte beim Spagetti-Plausch erzählt, dass er am Samstag in „Winti“ unterwegs ist. Wenn ich Lust hätte, dann könnte ich mitkommen. Klar hatte ich Lust. Also rief ich am Samstag Abend an. Alesse wartete grad auf einen Freund, der ihn abholt. Sie würden dann in die QN-Bar in Effretikon gehen. Treffpunkt also dort. Ich war grad auf dem Weg zurück nach Hause. Ich duschte, zog mich um und machte mich „ausgefertig“, setzte mich ins Auto und fuhr nach Effretikon. Die QN-Bar ist gleich am Ortseingang von Effretikon. Und schon war ich an der Einfahrt vorbei gefahren. Wenden und wieder zurück. Parkplätze gab es noch genug. Steht man vor dem Haus, so befindet sich links die „QN-Lounge“ – eine Smokers-Lounge, wo man gute Zigarren gemütlich rauchen kann. Rechts ist ein feines Speiselokal – das „QN-Restaurant“. Und in der Mitte eben die „QN-Bar“. Eingerichtet im rustikalen, gemütlichen Stil, mit einer langen Bar und viel Holz. Alesse, Martin und Salve waren bereits eingetroffen und hatten sich im hinteren Bereich der Bar in Lehnsesseln nieder gelassen. Ich bestellte mir eine Stange und beobachtete das Treiben um mich herum.

Am Nebentisch sassen zwei Mädels. Scheinbar hörten die Mädels so einige Diskussionen bei uns mit – auf jeden Fall sprachen die beiden dann irgendwann Alesse an. Es ging um Gummibärli, die sonst vorne am Eingang vorhanden sind. Alesse organisierte via Bedienung (eine ganz hüsche Maus) die fehlenden Gummibärli, welche dann mit ausgiebigen Gesprächen geteilt wurden. Man sprach über so manche Mann-Frau-Probleme, zum Beispiel über gemeinsames Kochen und Wohnen, Bettwäsche, Winterreifen etc. 😉

Gegen 23 Uhr hatte Alesse den Treffpunkt bei einer ganz speziellen Lokalität mit zwei weiteren Freunden abgemacht. Somit starteten wir nach Winterthur und suchten uns dort in der Nähe des Bahnhofs einen Parkplatz, was bei 3 Autos anfänglich nicht einfach erschien, aber klappte.

Die „spezielle Lokalität“ war ein „Private Club“ und nennt sich „Tresor„. Nein, auch ich lag mit meiner Vermutung anfänglich falsch, da ich an „etwas verfängliches“ dachte beim Titel „Private Club Tresor“.

Andi und Lorenzo kamen kurze Zeit später und Alesse wies den Weg. Ups, wir waren schon da. Ein unscheinbares Haus gegenüber dem Bahnhof mit einem unscheinbaren Eingang. Eine Stahltür, ein verspiegeltes Schauglas, eine Gegensprechanlage. Alesse griff zum Natel und rief den Besitzer an. Er meinte „hier kommst nur rein, wenn Du Jemanden kennst, der Jemanden kennt.“ Ok, auch gut. Wenige Sekunden öffnete sich die Tür und wir wurden eingelassen. Ich war der einzige der noch nie dort war, also musste ich einen Erfassungsbogen ausfüllen und erhielt eine Guestcard mit aufgeklebtem Barcode. Aufklärung: „Da werden sämtlicher Verzehr drauf gebucht“. Ok 🙂 Wir gingen zum Lift. Dann ging es abwärts – 4 Etagen! Dann wurde mir klar, warum das Lokal „Tresor“ heisst. Alesse führte mich herum. Zwei ehemalige Personenlifte umfunktioniert als Garderobe, links eine sehr gut ausgestattete Bar, darauf folgt eine Kommode gefüllt mit Humidore für edle Zigarren, zwei Ledersitzkombinationen inkl. Glastisch. Das ist die Smokers-Lounge. Eine schwere orginal Tresortür weist den Weg zur Clubhall – der eigentliche Tresor. Die Soundanlage ist erstklassisch – kein Wunder bei der Dämmung im Tresoraum. Gleich bem Eingang links ein Tisch mit Leckereien (Lachs, Schinken, Toast etc.), weitere Lehnsessel, ein Billardtisch und eine Bühne, auf welcher der DJ seinen erhobenen Platz hat. Und der Sound war weltklasse. Wir liessen uns in der Smokers-Lounge auf einer der weissen Ledersitzecken bei Tanja nieder. Tanja war eine Bekannte des Türstehers (aber die Bezeichnung „Türsteher“ stimmt garantiert nicht). Allese und seine Freunde bestellten eine Flasche Rotwein (Rioja) und zogen irgendwann die Zigarren heraus. Ich bestellte ein Heineken und hörte den Diskussionen zu. Autos war das Hauptthema ;-). Der Club füllte sich nur mühsam. Leider hatten wir einen Tag erwischt, der etwas mager war. Aber das machte nichts, denn das Ambiente war weltklasse, der Sound ebenso. Also für mich hat`s gestimmt 🙂 Super Location – Hoffe Alesse nimmt mich wieder mal mit; denn ohne Jemanden zu kennen, der Jemanden kennt, kein Einlass!


Freitag: Luca lädt zum Spagetti-Plausch – und alle wurden satt.

5. Dezember 2005

Luca hatte zum Spagetti-Plausch geladen – und alle kamen. Luca`s Events sind legendär. Schon der letztjährige Fondue-Plausch am Berg war der Hammer. Er hatte sich zwar die kälteste Nach im Jahr ausgesucht, aber den Gästen wurde es nicht kalt. Kein Problem war auch die Kühlung des Weissweins (Wiiswii): Die Flaschen im Brunnen mussten irgendwann mit dem Eispickel befreit werden. Fondue und heisser Tee wärmte uns zusammen mit dem Lagerfeuer enorm auf.

Am Freitag den 2. Dezember hatte Luca wieder zu einer Party geladen. Die Spagetti und speziell die Sosse durfte ich vor Monaten schon mal kosten – und natürlich durfte ich mir dieses Mal das gute Mahl auch nicht entgehen lassen. Mit von der Partie waren Kollegen und Freunde von Luca. Seine nette Freundin Conny war auch dabei. Und der Cafe-Latte schmeckte grandios, auch wenn man den als „echter Italiener“ um die Uhrzeit und noch dazu als „Mann“ angeblich nicht mehr trinkt. Aber i bin a Bayer – host me? Mercy Luca! Es war ein gelungener Abend!

Spagetti-Plausch bei Luca

Spagetti al dente

Spagetti-Plausch bei Luca

Fernando Granados de Mafioso ist extrem vom Rotwein begeistert 😉

Spagetti-Plausch bei Luca

Alesse nimmt noch einen Schlag „Es hed solangs hed!“ Fercho ist immer noch vom Rotwein extrem begeistert 😉

PeterPan „mittermeyert“: „Den einen Ficus pflege ich ohne Ende, ach du lieber Ficus, na wie gehts Dir heute? Und den anderen, da bin ich so richtig fies. Morgens giesse ich den mit eiskaltem Wasser und danach gleich mit kochend heissem… “

Spagettiplausch bei Luca

Conny schaut und Peter kaut. Ja habe die Ehre! 🙂

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