Sonntag: Das beleuchtete Märchenschloss mit Eisbahn im Innenhof des Landesmuseums Zürich


Unter dem Motto "Live on Ice" präsentiert der Lichtkünstler Gerry Hofstetter ein Event der besonderen Art, welches mir vom Konzept bis zur Umsetzung extrem gut gefällt. Gestern war ich mit einer sehr netten Begleitung dort. Übrigens: Wenn Sie Zürich zur Weihnachtszeit kennen lernen wollen, dann nehmen Sie Tram oder Bus oder beides.

Wenn Sie Zürich kennen lernen möchte, dann fahren Sie Tram oder Bus! Gestern war einer der verkaufsoffenen Sonntage in der Vorweihnachtszeit. Verkehrstechnisch geht dann mit dem "Individualverkehr" in Zürich – also mit dem Auto – erfahrungsgemäss gar nichts mehr. Für Sonntag 17 Uhr hatte ich mich mit Karin verabredet. Da sie auch gern fotografiert –  was trifft sich da besser, als für den Treffpunkt den Eingang zum Landesmuseum zu wählen. Vom 26. November 2005 bis 2. Januar 2006 gibt es dort das Event "Live on Ice" im Innenhof des Landesmuseums. Ich besorgte mir ein Tagesticket, stieg in Schlieren in den 31er-Bus ein und fuhr ohne Stau, völlig entspannt, an all den Autos vorbei; für Busse und Trams existiert extra eine eigene Spur. Bei der Fahrt im Bus kann man viel über die Zürcher erfahren.

Was ist z.B. momentan IN?

  •  Klapphandies (Natels)
  • SMSen (Ein-Finger-Daumen-Technik-Highspeed)
  • Lautes Telefonieren im Bus (Hoi, bi grad im Bus, bisch scho am Bah`hof? Zwoi Minute, wartsch?"

Ich stieg beim Bahnhof Züri aus. In der Bahnhofstrasse war die Hölle los. Der erste verkaufsoffene Sonntag muss für die Einzelhändler ein absoluter Erfolg sein und nur so Geld in die Safes spülen. Menschen über Menschen tummelten sich in der Bahnhofstrasse. Die neue Weihnachtsbeleuchtung "die längste animierte Effektbeleuchtung in der Schweiz" kam noch nicht so zur Geltung, da es gegen 16 Uhr erst die Dämmerung einsetzte . Die neue computeranimierte LED-Konstruktion hatte 2,6 Millionen Schweizer Franken gekostet. Über Geschmack lässt sich streiten, aber für mich sieht das eher nach einer überdimensionierten hängenden Neonröhren-Kette aus – allerdings scheinen die Neonröhren am Ende ihrer Lebenszeit zu sein: Sie flackern nur noch leicht. Zwei Vorteile hat die neue Weihnachtsbeleuchtung allerdings: a) jeder (samt Stammtisch und Tagespresse) spricht darüber (sehr gute Werbung) b) die Riesen-LED-Stäbe benötigen nur einen winzigen Bruchteil der Energie (Stromkosten), als die vorher verwendete. Und nach über 25 Jahren sollte dann doch mal was "Neues" her.

Zürich Bahnhofstrasse

Da ich noch etwa eine halbe Stunde Zeit bis zu meinem Date mit Karin hatte, schlenderte ich Richtung Bahnhofshalle. Dort ist laut Auskunft der SBB "Der grösste und schönste Indoor-Weihnachtsmarkt Europas" – der 12. Zürcher Christkindlimarkt. Vom 25. November bis zum 24. Dezember findet man dort über 170 Ständli, wo man sich trockenen Fusses gemütlich die tollsten Weihnachtsgeschenke ansehen, probieren und natürlich kaufen kann. Von handgemachten Seidenkrawatten über Naschereien und Glühwein bis zu esoterischen Krimskrams und Swarowski-Baumschmuck für die importierte Blautanne im Wohnzimmer eines Hauses an der Goldküste. Eine riesige Weihnachtstanne mit eben den genannten edlen Kristallen überragt das Szenario. Der Baum wird von mindestens 4 grossen Halogenstrahlern beleuchtet – so erspart man sich bis Weihnachten das Beheizen der Bahnhofshalle. Auch die ganz Kleinen kommen nicht zu kurz: Ein Kinderkarussel und ein Märlizelt locken schon kleinste potentielle Endkunden an.

Unterirdisch durch die Einkaufspassagen im Bahnhof ("Railcity/Shop-Ville" genannt), schlenderte ich dann weiter zum Eingang des Landesmuseums. Dort geht es weiter durch den Torbogen. In tolles blaues Licht getaucht sieht man dann den Innenhof mit der mobilen Eisfläche. Das Konzept ist wirklich "weltklasse": Für die ganze Familie ist etwas geboten. Rechts nach dem Eingang ein "brennend heisse Glühweinstand", links vom Eingang ein Ständli, an dem man neben den heissen Getränken auch Snacks (Bratwurstsemmel etc.) bekommt. Die belebte Eisfläche wird umrahmt von mobilen, stabilen und ganz wichtig beheizten Partyzelten. Die "Antarktis-Bar" ist die Erste auf er linken Seite. Runde Tische, eine lange Bar mit Barhockern und für mich extrem wichtig: Sofas! Mit gemütlicher ruhiger Musik beschallt – grad richtig zum Aufwärmen, längeren Verweilen, Ratschen und Relaxen. Direkt im Anschluss befindet sich ein das "Lindt-Café". Ebenso gemütlich eingerichtet und gesponsert vom bekannten Schokki-Hersteller. Auf der dem Eingang direkt gegenüber liegenden Seite befindet sich ein nobel eingerichtetes Restaurant. Sogar ein Klavierflügel steht darin – also eher etwas für die Upper-Class. Für das normale Fussvolk ist dann auch noch eine Restauration vorhanden. Ich nehme mal an, dass es dort Schweizer-Nationalspeisen, wie z.B. Fundue und Raclette zur Stärkung bzw. zum Aufbau von Abwehrkräften für den Einkaufsmarathon in der Vorweihnachtsphase gibt. Besitzt Mann oder Frau keine eigenen Schlittschuhe, so kann man sich diese für 6 Franken ausleihen und einige Runden auf der Eisfläche drehen.

Live on Ice im Landesmuseum Zürich

Karin hatte trotz des einkaufsoffenen Sonntags einen Parkplatz gefunden und wir besorgten uns erst mal je einen Glühwein. Nachdem wir ein paar Fotos geschossen und noch einen zweiten Glühwein intus hatten, entschlossen wir uns zum Aufwärmen in die "Antarktis-Bar" zu gehen. Zuerst sassen wir "nur" an der Bar, aber kurze Zeit später wurde ein Sofa im Lounge-Bereich frei. Draussen fing es heftig zu Regnen an (oder war es eher eine Schnee-Regen-Mischung). Aber das störte nicht, wir waren im Warmen und hatten genug zu "pläuderlen".

 Landesmuseum Zürich im Winter

Karin wollte sich dann noch die tolle Bahnhofstrassenbeleuchtung ansehen und evtl. fotografieren. So entschlossen wir uns gegen 21 Uhr dorthin zu gehen. Aber es begann wieder zu regnen. Also nahmen wir eine Abkürzung zum nächst gelegenen Lounge-Lokal: Das "Jules Verne" im Turm (11. Stockwerk) der Sternwarte "Urania". Von dort oben hat man einen tollen Blick über die Innenstadt von Zürich. Das "Jules Verne" ist nur über einen Lift erreichbar, der sich im "Restaurant Urania" befindet. Dort nahmen wir noch einen "Apéro" und liessen den schönen Abend locker ausklingen.

Infos/Links:

Eisbahn täglich von 11.30 – 22.00 Uhr
Restaurationen täglich von 11.30 – 24.00 Uhr
Weihnachts Curling täglich von 22.15 – 23.45 Uhr
Eislaufen und Eintritt frei

4 Responses to Sonntag: Das beleuchtete Märchenschloss mit Eisbahn im Innenhof des Landesmuseums Zürich

  1. […] Wie wäre es mit einem neuen Weihnachtsbaum? Das Design ist bekannt aus der Bahnhofstrasse in Zürich.  […]

  2. […] Schon letztes Jahr ging ich regelmässig zu “Live on Ice”, um mich nach der Arbeit in der Lounge beim Kamin zu erholen. Gestern traf ich mich mit Eleni gegen 16 Uhr vor dem Eingang. Da die Eröffnungsfeier erst um 18 Uhr anstand, gingen wir zuerst zum Hauptbahnhof und suchten einen Glühweinstand. Fanden aber keinen. So nahmen wir einen Apéro vor dem Lokal “image” und beobachteten die vorbeihastenden Vorweihnachtskäufer. Zusammen mit 3 Freundinnen von Eleni schlenderten wir um halb sechs zurück zum Schweizer Landesmuseum. Dort bekamen wir auch unseren Glühwein. Die Show konnten wir leider wegen der hohe Zuschauerzahl nicht beobachten. […]

  3. […] on Ice – Neu im Park beim Lake Side Restaurant Zürichhorn Da der Innenhof des Landesmuseums dieses Jahr wegen Umbauarbeiten nicht genutzt werden kann, ist das Event “Live on Ice” […]

  4. […] Das beleuchtete Märchenschloss mit Eisbahn im Innenhof des Landesmuseums Zürich […]

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: