Kanton Obwalden wird Steuerparadies – Firmenansiedlungen und private Superreiche als Zielgruppe


Moment mal. Auf der Rückfahrt vom Hochzeitswochenende (Petra und André) hörte ich im Schweizer Radio folgende Meldung: „Obwalden wird Steuerparadies. Neues Steuergesetz mit 86-Prozent-Mehrheit angenommen. Der Kanton Obwalden wird wie manche seiner Innerschweizer Nachbarkantone zu einem Steuerparadies. Die Stimmberechtigten haben am Sonntag das neue Steuergesetz mit einer Mehrheit von 86 Prozent angenommen. Der Kanton hofft nun auf den Zuzug von Superreichen und kapitalkräftigen Firmen.“

Mit dem neuen Steuergesetz wird Obwalden auf einen Schlag vom Hoch- zum Tiefsteuerkanton. Dank einem Gewinnsteuersatz von 6,6 Prozent zahlen Firmen nun nirgends in der Schweiz weniger Steuern. Auch die Privaten profitieren: Wer bis 70’000 Franken verdient, zahlt künftig acht bis zehn Prozent weniger Steuern. Einkommen bis 300’000 Franken werden um bis zu sechs Prozent entlastet. Noch besser sieht es für die Superreichen aus: Ab einem Einkommen von 300’000 Franken schrumpft der Steuersatz kontinuierlich von 2,35 Prozent auf bis zu 1,0 Prozent. Anstatt der sonst üblichen Progression setzt Obwalden auf Degression. Die Vermögenssteuer wird um mindestens 30 Prozent gesenkt. (Quelle bei NZZ)

Der Kanton Zug war bisher der bei Firmen und gut situierten Privaten einer der beliebtesten Kantone. Das liegt am niedrigen Steuersatz, welcher dort zu entrichten ist. Aber der Kanton Zug ist auch der finanzstärkste Kanton in der Schweiz. Das kann man aus einer weiteren Pressemeldung vom 9. November entnehmen:

Zug an der Spitze, Obwalden am Schluss – Auch nach der Neuberechnung gelten weiterhin fünf Kantone als finanzstark. Trotz eines Rückgangs um 3 Indexpunkte auf 224 liegt Zug weiterhin klar an der Spitze. Basel-Stadt folgt mit 173 (+7). Genf (152/-3) hat Zürich (147/-10) vom 3. auf den 4. Platz verdrängt. Rang 5 hält weiterhin Nidwalden (128/-1). Die Gruppe der Mittelstarken umfasst neu 15 statt 14 Kantone. Bern (68/+10) und Neuenburg (63/+7) sind neu dabei, Graubünden (58/- 5) ist in die Gruppe der Finanzschwachen abgestiegen. Zu dieser gehören noch 6 statt 7 Kantone. Die rote Laterne trägt wiederum Obwalden mit unverändert 30 Indexpunkten. (Quelle bei NZZ)

Nun wirft sich mir eine Frage auf: „Wenn der Kanton Obwalden die Steuern senkt, um die Ansiedlung von Firmen und reicheren Privatpersonen zu fördern und durch die dadurch resultierenden Steuereinnahmen die Finanzkraft des Kantons zu erhöhen, warum werden dann in Deutschland grossflächig, kontinuierlich alle möglichen Steuern (z.B.: 19% Mehrwertsteuer) erhöht und zusätzliche Abgaben (Diskussion über Autobahngebühr für private Kraftfahrzeuge etc.) geschaffen? Möchte die neue Rot/Schwarze Regierung die Firmen aus dem Land vertreiben und gut situierte Privatpersonen animieren ins Ausland zu gehen?“

Interessante Schlussfolgerung, odrrr?

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: