Vom langsamen Ende der Tram in Zürich – Die Cobra kommt

23. Dezember 2005

Die NZZ meldet heute, dass, nach der langen Pannenserie, die erste von 68 Cobras fertig gestellt worden ist. Die Cobras werden in Villeneuve beim Bombardier/Alstom-Konsortium gebaut. Ab März 2006 sollen jeden Monat zwei bis drei neue Cobras an Zürich ausgeliefert werden. Der Verkehrsrat hatte sich vor gut 9 Jahren für die neuen Fahrzeuge entschieden. Vor fast 5 Jahren wurde der erste Prototyp ausgeliefert. 6 Fahrzeuge fahren derzeit auf den Schienen in Zürich für die Linien 4 und 9. Bis 2009 soll die Flotte komplett sein. Auch so genannte "Sänften" werden beschafft. Diese sind im Mittelteil weiter abgesenkt und ermöglichen den Einstieg ohne Treppensteigen.

Der Bahnhofsplatz

Die gute alte Tram der Linie 2.

Cobra-Tram am Hauptbahnhof Zürich

Wer sich für die Geschichte der Tram in Zürich interessiert, sollte dringend das "Tram-Museum-Zürich" in der Limmattalstrasse besuchen.

Weiter Infos:

Übrigens: Auch in Regensburg gab es mal eine "Tram". Das Bild unten zeigt die Linie 1, welche damals vom Pürkelgut nach Prüfening und zurück fuhr. In Prüfening bin ich übrigens aufgewachsen.

Es gibt sogar einen Eintrag bei Wikipedia über die "Strassenbahn in Regensburg". Die erste Strassenbahn in Regensburg wurde 1903 in Betrieb genommen. Dieselbusse ersetzten diese nach und nach. 1964 wurde die letzte Teilstrecke des Strassenbahnnetzes in Regensburg still gelegt. Heute fahren Diesel- und Erdgasbusse durch die Stadt. Einige Fahrzeuge entgingen der Stahlpresse.

Von der stillgelegten Straßenbahn in Regensburg wurden vier Triebwagen, in Darmstadt als ST 6' mit den Nummern 86 – 89 erworben. 1990 wurde Tw 88 nach Regensburg zurückgegeben, der Rest wurde dann zwischen 1989 und 1992 verschrottet.


Das NATEL – Des Schweizers liebstes Handy

23. Dezember 2005

Eines der ersten "Schweizer Worte", welches ich lernte, war das Wort NATEL. So heisst nämlich das "Handy" oder "Mobile" hier in der Schweiz. Sogar auf der Visitenkarte stand "Natelnummer" drauf. Woher kommt der Begriff eigentlich? Wikipedia weiss dazu:

Der Begriff Natel ist eine geschützte Bezeichnung der Schweizer Telekomgesellschaft Swisscom. Historisch stammt er vom Begriff "Nationales Autotelefon" ab und wurde früher mit einer Bezeichnung für die Netztechnologie verwendet. Natel A (1978), Natel B (1983), Natel C (1987) waren analoge Netze und Natel D (1992) ein digitales Netz nach dem GSM-Standard.
Unter diesem Begriff werden heute die Mobiltelefon-Angebote der Swisscom vermarktet.
Da die Swisscom für lange Zeit der einzige Mobilfunk-Anbieter war, wurde der Begriff Natel im Volksmund zu einem Synonym für Mobiltelefone. Heute hat das Wort Natel in der Schweiz in allen vier Sprachen weiterhin größere Verbreitung als der Begriff "Handy".

Aber woher kommt überhaupt der Begriff "Handy"? In England und den USA sagt man nämlich "mobile" oder "cellular", kurz "cell". Sagt man dort "I will give you my Handy-number", dann runzelt der Gegenpart lediglich die Stirn. Im Duden steht zu "Handy": Handliches, schnurloses Telefon". Offensichtlich ist "Handy" ein urdeutsches Wort, was sich englisch anhört (Das Wort "handy" und "Herkunft und Verwendung Handie, Handy und seinen Synonymen"). 

Mein erstes Mobiltelefon war übrigens ein Motorola 5200. Gekauft ca. 1996. Der Standard-Akku war lausig. Die Antenne musste man heraus ziehen. Vorne war eine Klappe zum Schutz der Tastatur. Ich kaufte mir einen sauteueren Zusatzakku. Damit passte das Gerät aber kaum in die hintere Hosentasche. Damals war ich noch der absolute Aussenseiter mit einem "Handy". "Zu was brauchst Du ein Handy?". Na zum Telefonieren halt. Arbeitskollegen versteckten das Gerät dann sehr kreativ auf dem Fensterbrett, im Regal hinter Büchern oder sogar in der Zwischendecke. Als es dann beim Kollegen Albert in der Schublade klingelte, es sich heraus stellte, dass er nun auch ein Handy hatte, war die Ausrede "Damit mich meine Frau, wegen dem Baby immer erreichen kann…". Jaja… 😉

Dann besorgte ich mir 1998 ein "Siemens S10 Active" in schwarz (Mitte).

Das Teil hatte ein vierfarbiges Display (!) und war unverwüstlich. Einer Freundin von mir fiel es in die Toilette :-). Sie fischte es heraus, demontierte den Akku und eine Nacht auf dem Heizkörper brachten das Gerät wieder zurück ins Leben. Meinem Bruder Mike fiel das S10 Active beim Besteigen eines Hafenkranes aus der hinteren Hosentasche. Es prallte beim Hinunterfallen gegen sämtliche Streben des Krans und landete schliesslich im Schotter am Boden. Mike dachte "Das Teil ist sicher hinüber…", reparierte die Kransteuerung im Führerhaus, kletterte anschliessend die Leiter wieder hinunter, nahm das Handy in die Hand, befreite es vom Staub und stellte fest, dass er einen Anruf bekommen hatte. Was man auf jeden Fall bekam, war eine ausgebeulte hintere Hosentasche. Auch konnte man damit noch "zu lange" oder "gerade unpassende" Telefonate einfach beenden. Man schob die Antenne ein oder schraubte diese einfach ab. "Sorry, ich hatte grad keinen Empfang". 😉 Auch denke ich, dass es der ideale Begleiter für junge Damen des nächtens in der Tiefgarage war. Wurde das Mädel überfallen, so nahm es das Siemens-Handy bei der Schlaufe, streckte mit einem gezielten Schwinger den Gegner nieder und rief dann die Polizei an. 🙂

Das nächste Handy war dann 2001 ein "Siemens S35i". Deutlich kleiner, leichter und keinen "Antennen-Schnirpfel" mehr dran. Passte hervorragend in die Hosentasche. Das Teil war auch so robust, wie das S10 active. Typisch war der "Sturz aus der Brusttasche" beim Einsteigen in`s Auto. Das Telefon hatte ich dann auch, wie ich in 2002 in die Schweiz "auswanderte". Ich musste mich erst von dem guten Stück verabschieden, als ich eine "Europe-Roaming-Card" von der Swisscom bekam. Die neue SIM-Card funktionierte einwandfrei in der Schweiz. Aber sobald ich über Bregenz nach Lindau fuhr, stürzte es unverhofft ab. Ich musste den Akku entfernen und mich wieder neu einloggen. Bei der nächsten Funkzelle war dann wieder Schluss "Kartenfehler". Also war nix mit "Europe-Roaming". Zurück in Zürich erzählte ich das der Servicestelle der Swisscom. Der Typ meinte dann, "Ihr Handy ist zu alt, da die Karte zu schnell ist. Besorgen Sie sich ein Neues!". Klasse, wegen der neuen Karte brauch ich ein neues Handy. 😦

Seit Herbst 2004 habe ich nun einen "QTEK 2020". Zwar wesentlich grösser, als mein gutes, altes S35i, aber dafür brauch ich keinen extra Organizer mehr.