Das NATEL – Des Schweizers liebstes Handy


Eines der ersten "Schweizer Worte", welches ich lernte, war das Wort NATEL. So heisst nämlich das "Handy" oder "Mobile" hier in der Schweiz. Sogar auf der Visitenkarte stand "Natelnummer" drauf. Woher kommt der Begriff eigentlich? Wikipedia weiss dazu:

Der Begriff Natel ist eine geschützte Bezeichnung der Schweizer Telekomgesellschaft Swisscom. Historisch stammt er vom Begriff "Nationales Autotelefon" ab und wurde früher mit einer Bezeichnung für die Netztechnologie verwendet. Natel A (1978), Natel B (1983), Natel C (1987) waren analoge Netze und Natel D (1992) ein digitales Netz nach dem GSM-Standard.
Unter diesem Begriff werden heute die Mobiltelefon-Angebote der Swisscom vermarktet.
Da die Swisscom für lange Zeit der einzige Mobilfunk-Anbieter war, wurde der Begriff Natel im Volksmund zu einem Synonym für Mobiltelefone. Heute hat das Wort Natel in der Schweiz in allen vier Sprachen weiterhin größere Verbreitung als der Begriff "Handy".

Aber woher kommt überhaupt der Begriff "Handy"? In England und den USA sagt man nämlich "mobile" oder "cellular", kurz "cell". Sagt man dort "I will give you my Handy-number", dann runzelt der Gegenpart lediglich die Stirn. Im Duden steht zu "Handy": Handliches, schnurloses Telefon". Offensichtlich ist "Handy" ein urdeutsches Wort, was sich englisch anhört (Das Wort "handy" und "Herkunft und Verwendung Handie, Handy und seinen Synonymen"). 

Mein erstes Mobiltelefon war übrigens ein Motorola 5200. Gekauft ca. 1996. Der Standard-Akku war lausig. Die Antenne musste man heraus ziehen. Vorne war eine Klappe zum Schutz der Tastatur. Ich kaufte mir einen sauteueren Zusatzakku. Damit passte das Gerät aber kaum in die hintere Hosentasche. Damals war ich noch der absolute Aussenseiter mit einem "Handy". "Zu was brauchst Du ein Handy?". Na zum Telefonieren halt. Arbeitskollegen versteckten das Gerät dann sehr kreativ auf dem Fensterbrett, im Regal hinter Büchern oder sogar in der Zwischendecke. Als es dann beim Kollegen Albert in der Schublade klingelte, es sich heraus stellte, dass er nun auch ein Handy hatte, war die Ausrede "Damit mich meine Frau, wegen dem Baby immer erreichen kann…". Jaja… 😉

Dann besorgte ich mir 1998 ein "Siemens S10 Active" in schwarz (Mitte).

Das Teil hatte ein vierfarbiges Display (!) und war unverwüstlich. Einer Freundin von mir fiel es in die Toilette :-). Sie fischte es heraus, demontierte den Akku und eine Nacht auf dem Heizkörper brachten das Gerät wieder zurück ins Leben. Meinem Bruder Mike fiel das S10 Active beim Besteigen eines Hafenkranes aus der hinteren Hosentasche. Es prallte beim Hinunterfallen gegen sämtliche Streben des Krans und landete schliesslich im Schotter am Boden. Mike dachte "Das Teil ist sicher hinüber…", reparierte die Kransteuerung im Führerhaus, kletterte anschliessend die Leiter wieder hinunter, nahm das Handy in die Hand, befreite es vom Staub und stellte fest, dass er einen Anruf bekommen hatte. Was man auf jeden Fall bekam, war eine ausgebeulte hintere Hosentasche. Auch konnte man damit noch "zu lange" oder "gerade unpassende" Telefonate einfach beenden. Man schob die Antenne ein oder schraubte diese einfach ab. "Sorry, ich hatte grad keinen Empfang". 😉 Auch denke ich, dass es der ideale Begleiter für junge Damen des nächtens in der Tiefgarage war. Wurde das Mädel überfallen, so nahm es das Siemens-Handy bei der Schlaufe, streckte mit einem gezielten Schwinger den Gegner nieder und rief dann die Polizei an. 🙂

Das nächste Handy war dann 2001 ein "Siemens S35i". Deutlich kleiner, leichter und keinen "Antennen-Schnirpfel" mehr dran. Passte hervorragend in die Hosentasche. Das Teil war auch so robust, wie das S10 active. Typisch war der "Sturz aus der Brusttasche" beim Einsteigen in`s Auto. Das Telefon hatte ich dann auch, wie ich in 2002 in die Schweiz "auswanderte". Ich musste mich erst von dem guten Stück verabschieden, als ich eine "Europe-Roaming-Card" von der Swisscom bekam. Die neue SIM-Card funktionierte einwandfrei in der Schweiz. Aber sobald ich über Bregenz nach Lindau fuhr, stürzte es unverhofft ab. Ich musste den Akku entfernen und mich wieder neu einloggen. Bei der nächsten Funkzelle war dann wieder Schluss "Kartenfehler". Also war nix mit "Europe-Roaming". Zurück in Zürich erzählte ich das der Servicestelle der Swisscom. Der Typ meinte dann, "Ihr Handy ist zu alt, da die Karte zu schnell ist. Besorgen Sie sich ein Neues!". Klasse, wegen der neuen Karte brauch ich ein neues Handy. 😦

Seit Herbst 2004 habe ich nun einen "QTEK 2020". Zwar wesentlich grösser, als mein gutes, altes S35i, aber dafür brauch ich keinen extra Organizer mehr.

One Response to Das NATEL – Des Schweizers liebstes Handy

  1. […] Um 19:30 Uhr rollte ich am Hafenbecken vorbei, parkte das Auto, schleppte meine Habseligkeiten (2 Laptops und eine grössere Sporttasche) in die Wohnung von Mike. Er war nicht da, also rief ich mit dem Natel (Handy) an. Mike ist auf noch auf der Weihnachtsfeier in der Hafenverwaltung. Ich solle rüber kommen. Alles klar. Also ging ich die paar Meter hinüber zur Hafenverwaltung. Markus, Hans, Bernd, Willi und noch ein paar Kollegen von Mike sassen im Kerzenschein um einen Tisch in der “Kantine”. Zusätzlich noch eine neue Teamassistentin Namens “Susi”. Ich setzte mich dazu, Mike brachte eine halbe Bier im Steinkrug. Die Crew war scho leicht “lustig”. An den verschiedenen ausgetrunkenen Gläsern und Flaschen am Tisch konnte man die Ursache erkennen (Prosecco, Williams, Whisky, etc.) – Gute Mischung Wir alberten bis etwa 23 Uhr herum, dann startete der “harte Kern” zu Mike in die Wohnung auf einen Kaffee. […]

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