Bars in Regensburg – Die ganze Wahrheit im Posthof beim Dom


Gestern, Donnerstag, wollte ich Bienchen besuchen. Sie arbeitet zwei Mal in der Woche in der Spielhalle in der Fröhlichen-Türken-Strasse. Gegen 20 Uhr setzte ich mich ins Auto und fuhr das kurze Stück in die Innenstadt. Ich parkte beim Bahnhof. Es war empfindlich kalt und es wehte ein eisiger Wind. In der Spielhalle hielt sich Bobesch auf, der sich mit einem Video-Kartenspiel beschäftigte. Sonst war recht wenig los. Drei oder Vier Leute sassen an den Spielautomaten. Sabine und ich ratschten ein wenig über dies und das. Nina lernt momentan das Skifahren und am Freitag (heute) ist Abschlussrennen. Das wird von der ganzen Familie zum Bayerwald-Ausflug genutzt. Das war sicher toll, denn das Wetter heute war weltklasse.

So gegen 22 Uhr verabschiedete ich mich von Bienchen und ging zurück in die Kälte. Donnerstags legt üblicherweise „Chuffi“ im „Hemingway`s“ auf. Also schlenderte ich zur Oberen Bachgasse. Aber im Lokal war keine Spur von Chuffi. Das Lokal war zwar gut gefüllt, aber Chuffi fehlte. Ich blieb noch auf ein Bier und ging meiner Lieblingsbeschäftigung nach: „Beobachten und Kommentieren“. Letzteres eher leise 😉 Ich bezahlte und schlenderte die Untere Bachgasse Richtung Rathaus hinab. Das „Moritz“ war gesteckt voll. Ich überlegt kurz im neu renovierten „Orphee“ (übrigens auch das schönste Hotel in Regensburg) einen Milchkaffee zu trinken, um mich wieder aufzuwärmen. Ging dann aber doch weiter, bog rechts ab zum Kohlenmarkt und hörte das Stimmengewirr aus der „Galerie„. Schon von Aussen war zu sehen, dass die Lokalität brechend voll war, aber ich wollte heute nicht in das Gedrängel hinein. Ich schlenderte weiter durch die schmalen Gässchen Richtung Domplatz. Der Dom hat endlich kein Gerüst mehr an den Türmen. Die Sanierung ist also abgeschlossen. Am Posthof angekommen, sah ich die bunten Lichter, die mir schon letzten Freitag aufgefallen waren. Dort hat ein neues Lokal frisch eröffnet – es nennt sich „Die ganze Wahrheit„. Das wollte ich mir doch mal ansehen.

Ich überquerte die Strasse und stieg die Treppe zum Posthof hinauf. Ein Türsteher öffnete die schwere Eichentür und ich betrat das Treppenhaus. Links vom Eingang fröstelte eine junge Dame, die die Garderobe managet. Ich gab meine Jacke ab und beeilte mich zur Stahltür gegenüber zu kommen, ein weiterer Türsteher öffnete diese und ich betrat das „Die ganze Wahrheit“. Ich schwenkte nach rechts und erreichte die „Kaffeebar“. Die Bar selbst sieht etwas improvisiert aus. Der kleine Raum wird von Deckenstrahlern mit Vorsatzfiltern in ein rötliches Licht getaucht. 4 Stehtische und bequeme, kunstlederbezogene, weisse Barhocker prägen das Ambiente. Die beiden Lautsprecherboxen tun sich schwer das Raumvolumen quantitativ und qualitativ zu beschallen.

Es ist laut, durch die kahlen Wände schallt das Stimmengewirr zusammen mit der Musik. In der Kaffeebar und in der angrenzenden Lounge tönt Chillhouse-Musik Café-del-Mar-mässig aus den Boxen, anfänglich noch in angenehmer Lautstärke. Ich setzte mich an die Bar und beobachtete die Leute rund um mich herum, während ich auf meinen Drink wartete. Die blonde (hübsche!) Serviertochter hatte alle Hände voll zu tun, um die Bestellungen abzuarbeiten. Die Preise der Drinks halten sich in Grenzen – z.B. Kaffee 1,90 Euro, Gin-Tonic 5,50 Euro. Aber scheinbar war aktuell die Prosecco-Gesellschaft anwesend. Flaschenweise ging der Perlwein über die Theke. Auch musste ich feststellen, dass die Traditionsbrauerei Kneitinger nun auf die neue Mode mit den 033er-Flaschen umgestiegen zu sein. Es gibt eine Spezialedition mit extra Etikett.

Ich schnappte mir meinen Gin-Tonic und ging in den Lounge-Bereich. An den Wänden hängen Zitatplakate mit Sätzen aus der Bibel zum Thema Wahrheit. Sieben flache, weisse Liegebetten und weisse Tischwürfel laden zum Verweilen ein. Bambuspflanzen in Zinkkübeln ergänzen die Dekoration. Nur die abgehängten Bürodeckenleuchten mit blauen Neonröhren bestückt stören das Ambiente.

Ich setzte mich auf eines der bequemen Möbel und rückte die Kissen zurecht. Maik, ein Kollege aus der „wilden 80er-Zeit“, betrat die Location. Er setzte sich zu mir und wir plauderten. Wir hatten uns lange nicht mehr getroffen und so hatten wir viel zu erzählen.

Zum Schluss schaute ich mir noch die grosse Halle an. Diese war gut gefüllt, aber nicht voll. Von der Decke hängen Glühlampen. An zwei zentralen Säulen ist eine Traverse mit Gurten angebunden. An der Traverse hängen ein paar Lautsprecherboxen und ein paar Strahler. An den Stehtischen lehnt das Partyvolk und diskutiert. An der linken Seite steht eine lange Bar und zwei Ober mühen sich redlich die Drinks abzuarbeiten. Sogar ein VIP-Bereich (ein kleiner Tisch gleich neben der Bar) ist eingerichtet. Nur besteht das Problem (der Nicht-VIPs) darin, dass sie den Thekenbereich nicht verlassen, nachdem sie den Drink erhalten haben. Ergo: Gedränge an der Bar. Der DJ steht an der Stirnseite und spielt Songs aus allen Zeiten (70er bis heute), allerdings ist wegen der miesen nicht ausreichenden Anlage und des hohen Geräuschpegels der Diskutierenden nicht immer zu verstehen, was nun eigentlich gespielt wird oder der Equalizer war über den Limiter abgeregelt an diesem Tag 😉 Unwichtig: „Sehen und gesehen werden ist die Devise!“. Ich trank meinen Gin-Tonic aus und verliess die Location gegen 3 Uhr. Ganz nett der „Schuppen“, nur besser beheizt sollte er sein 🙂

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