Neulich im Postkorb – Nägelkauen an der Universität Würzburg


Heute fand ich neben dem Spam, Forenbenachrichtigungen, was mein Filter noch durchlässt und belangloser weiterer Werbung eine interessante Mail von Manuela B. aus F.:

"Peter Pan`s Blick in die Welt » Bayern https://peterpanch.wordpress.com/tag/bayern/  Vielleicht wird er ja nie gefunden….. nägelkauen … Wissenschaftler der Universität Würzburg haben herausgefunden, dass es sich nur um eine dialektische …

Hallo Herr Pan,
ich bin eigentlich nur auf der Suche nach o.g. Informationen – bei Google erscheint Ihre Seite als 1. wenn ich nach Nägelkauen und Universität Würzburg suchen – könnten Sie mir sagen wo genau und was ich da finde, ich finde leider nichts.
Vielen Dank & Viele Grüße aus F.
Manuela B."

"Nägelkauen" und "Universität Würzburg" führt die Dame also auf meine Blog-Seite Rubrik "Bayern". Jetzt muss ich mal scharf überlegen, was "Nägelkauen" mit der "Universität Würzburg" gemeinsam hat – ich kaue jetzt aber nicht an den Nägeln während ich überlege 😉 Mal auf die Website von Google gesprungen und überprüft. Tatsächlich!? Meine Website ist No. 1! Aber wo hab ich was von Nägelkauen getippt. Erst mal schmiert mein IE ab. Nochmal versucht. Dann durchforste ich die Suchergebnisse, welche Erstaunliches zu Tage bringen, aber mich verwirrt zurück lassen.

Sehr geehrte Frau Manuela B. aus F. Ich könnte Ihnen etwas über
"Gene, Kaffee, Nägelkauen, Uni Würzburg und Bamberg" liefern:
http://www.medizin-aspekte.de/index.htm?/0304/ernaehrung/kaffee.htm

Zitat: "..Zumeist wirkt Kaffee stimulierend. Bei manchen Menschen löst Kaffee aber Unruhe und Angstzustände aus. Laut einem deutsch-amerikanischen Forscherteam hat diese Reaktion eine genetische Ursache. Demnach enden Personen mit zwei Genvarianten viel wahrscheinlicher beim Nägelkauen als jene ohne diese genetische Veränderung… Forscher der deutschen Universitäten Münster und Würzburg untersuchten in Zusammenarbeit mit der University of Chicago die Wirkung von Kaffee auf 94 gesunde und seltene Kaffeetrinker…."

Was mich an einen Satz von Miesmacher.de (gibt es leider nicht mehr) erinnert: "Nach wissenschaflichen Experimenten kann nach ärztlichen Untersuchungen nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden, dass Kaffee in Dosen tödliche Auswirkungen auf den menschlichen Organismus hat…"
Aber wer nimmt schon Kaffee in Dosen zu sich?

Der nächste Treffer:
http://www.agr-ev.de/html/uploads/a42/AGR_Newsletter_34_.pdf

Auf Seite 31 findet man:
"….Mit emotionsorientiertem, verhaltensbestimmten Coping mildert der Patient seine negativen Emotionen. Spannung ableitende Strategien können Zähneknirschen, Nägelkauen, Rauchen, viel Essen oder Sport sein. Diese Strategie wird manchmal auch als „Den Kopf in den Sand stecken“ bezeichnet und kann bei akutem Stress kurzfristig beruhigen….."

Da bin ich aber froh, dass ich nun weiss, dass ich eigentlich beim Rauchen oder Sporteln psychologisch betrachtet den "Kopf in den Sand stecke", um mich vom Alltagsstress zu beruhigen. Und was ist, wenn ich während der Arbeit beim Sporteln rauche? Fragen über Fragen.

Noch eine Seite:
http://www.thieme.de/viamedici/studienort_marburg/aktuelles/adhs.html

"…ADHS ist ein weltweit bekanntes Phänomen, das intensiv erforscht wird. Zum einen hat man herausbekommen, dass Mädchen von ADHS seltener betroffen sind oder dass sich die Störung auswachsen würde. Man spricht heute von einer Dysregulation der zentralen Selbstregulierungsprozesse statt vom Leitsymptom der Hyperaktivität und Konzentrationsschwäche. Im allgemeinen Sprachgebrauch spricht man heute noch von "Hyperaktivität" wenn man ADHS meint. In Medizinkreisen spricht man von hyperkinetischer Störung (ICD-10 der WHO). Dabei darf man das Aufmerksamkeitsdefizit nicht aus den Augen verlieren.

Man kann in drei Subtypen unterscheiden: einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

  • des vorwiegend impulsiv hyperaktiven Typus
  • des unaufmerksam impulsiv hyperaktiven Typus
  • des vorwiegend unaufmerksamen Typus

Das Syndrom kommt im amerikanischen statistischen Manual psychischer Störungen DSM- IV auch als Störungsbild im Jugendlichen- und Erwachsenenalter in einer "Residualform" vor, d.h. es bestehen bestimmte Symptome weiter. Dieser Aspekt ist im ICD-10 nicht mehr zu finden. Den vorwiegend unaufmerksamen Typus findet man unter einer weiteren Diagnosenummer F.98.8 nach Nägelkauen und Nasebohren…"

Nach zweimaligem Lesen dieses Absatzes und Überwinden der Enttäuschung, dass ich scheinbar zu den wenigen Erdlingen gehöre, die ADSH nicht kennen, wurde ich vorwiegend unimpulsiv inaktiv, danach hyperaktiv aufmerksamkeitslos, dann fiel mein Blick auf meine gefeilten, sauberen Fingernägel und überlegte, ob ich in der DC-10 nicht in jungen Jahren mal in die Türkei geflogen bin.

Was 15 Minuten unorthodox im Web herumsurfen doch so alles anrichten kann. Nun bin ich gespannt, ob sich Frau Manuela B. aus F. bei mir meldet, um mir netterweise mehr Suchbegriffe oder einige Hinweise über den Hintergrund ihrer Suche im Web verrät.

Es grüsst Sie Peter P. aus Z.

3 Responses to Neulich im Postkorb – Nägelkauen an der Universität Würzburg

  1. PeterPan sagt:

    Übrigens: Manuela B. aus F. hat mir per Mail geantwortet. Sie findet den Text ganz witzig. Sie war auf der Suche nach einem „Botenstoff“ im Körper, welcher nach eine Studie der Uni Würzburg für das „Nägelkauen“ verantwortlich sein könnte.
    Leider kann ich da nicht weiter helfen.

  2. Stef sagt:

    Moin,

    ist schon witzig, wie google teilweise vorgeht. Ich denke, die Suchphrase „Nägelkauen an der Universität Würzburg“ ist so einmalig, dass deswegen der blog an oberster Stelle steht. Und zwar nun, weil der Blog eben diese Überschrift besitzt. Macht Sinn.

    • PeterPan sagt:

      Ha.. sehr schlau… die Suchmaschine. Nur damals gabs diesen Blogeintrag ja nicht. Man beachte den zeitlichen Ablauf. Also schaute die Suchmaschine Deiner Meinung in die Zukunft.
      Gruss Peter

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