Ein Wochenende in Regensburg – Walhalla, Honigmet, Papst, Orphee, Heuport, Vino, Tapas, Zap, Christkindlmarkt

12. Dezember 2006

Letztes Wochenende begleitete mich Moni nach Regensburg. Wir fuhren gegen 18 Uhr in Zürich ab. Der Verkehr auf der Nordtangente behinderte uns aber erheblich – zähfliessend ging es bis hinter Winterthur und wir verloren fast eine Stunde. Dann lief es aber vollkommen reibungslos weiter über St. Gallen, St. Margreten und Bregenz. In Lindau stand der der obligatorische Stopp bei McDonalds an. Dort hatte man das Konzept ergänzt und einen McCafe mit gemütlichen Loungesesseln, Kaffee und Kuchen eingerichtet. Wir nahmen drei Tiramisu-Stücke mit und einige Burger zur Stärkung für unterwegs. Dann begann es zu regnen, aber das hielt uns nur kurz auf. Nach genau 5 Stunden erreichten wir Regensburg. Wir verliessen bei Prüfening die Autobahn und ich fuhr für Moni eine Sightseeing-Tour durch die Innenstadt – am Dom vorbei und am Emmeramsplatz. Anschliessend rief ich Mike an und bestellte den obligatorischen Begrüssungs-Kaffee.

Felix nahm sofort Moni in Beschlag und liess sich verwöhnen. Danach genehmigtenwir uns eine gute Flasche Wein und planten die Ziele für Samstag.

Am Samstag regnete es englisch. So fuhren wir gegen Mittag nach Donaustauf zur „Ruhmeshalle der Teutschen – Die Walhalla„. Erbaut über der Donau von König Ludwig den I. im Stil eines griechischen Tempels. Als Vorbild diente das Parthenon auf der Akropolis in Athen. Wir standen allerdings erst mal eine halbe Stunde vor verschlossener Tür – wir waren zu früh dran. Erst um Punkt 13 Uhr öffnete sich die schwere Kupfertür und man liess und ein in die Marmorhalle. In der Walhalla sind über 120 Köpfe und 64 Tafeln berühmter Persönlichkeiten der deutschen Geschichte verewigt. Die Reihe der Büsten beginnt mit dem deutschen König Heinrich I. (»der Finkler«) und endet vorerst mit Sophie Scholl (Mitglied der »Weißen Rose«; Aufnahme der Büste: 22.02.03). In den warmen Monaten trifft sich auf unter den Säulen auf den Stufen mit herrlichem Blick über die Donauauen die Jugend – aber auch für Frischverliebte ist dieser romantischer Fleck ein beliebtes Ziel. Auf der Rückfahrt nach Regensburg schilderten Mike und ich einige Begebenheiten aus früheren Zeiten. 😉

Dann nahmen wir das DEZ – das Donaueinkaufszentrum – in Augenschein. Während ich mir einen Haarschnitt verpassen liess, gingen Moni und Mike „schöppelen“. Wir trafen uns im im Stamm-Café „Café-Centro“. Gegen 14 Uhr fuhren wir in die Innenstadt und fanden in all dem vorweihnachtlichen Einkaufswahnsinn zufällig im Innenhof der Regierung der Oberpfalz einen Parkplatz. Wir schlenderten durch den Regen mit dem Ziel den Regensburger Christkindlmarkt am Neupfarrplatz zu besuchen.

Es regnete immer noch und so war der Christkindlmarkt bedeckt von unzähligen Regenschirmen. Wir wanderten kurz durch die Stände und zogen es dann vor zum Lucrezia-Markt beim Alten Rathaus zu gehen. Der Lucrezia-Markt ist der Kunsthandwerk-Christkindlmarkt in Regensburg. Dort genehmigten wir uns zum Aufwärmen einen heissen Honigwein (Met) und sahen uns die verschiedenen schönen Marktstände an.

Als es langsam dunkel wurde, gingen wir bei der „Bodega Vinos y Tapas“ vorbei. Wir wollten für den Abend einen Tisch reservieren, was sich als etwas schwierig heraus stellte. Es wurde uns dann vorgeschlagen, etwas später am Abend zu kommen – da wäre dann sicherlich etwas frei. OK, kein Problem. Wir schwenkten durch das „Hotel Orpheé“ und bewunderten die lustigen Wandplakate und das interessante Angebot Miesmuscheln und Champagner zu geniessen. Der Regen und die Kälte, sowie der Hunger trieben uns in trockenere Gefilde. Wir hatten die Entscheidung zwischen „Kneitinger“ und „Gravenreuther“. Wir entschieden uns zu letzterem, was sich später als Fehler herausstellte. Das Schild „geschlossene Veranstaltung – graue Panther“ hätte uns warnen sollen. In der gemütlichen Gaststube war alles reserviert – sogar die „Sonntagsmaler“ waren da. So mussten wir mit dem Wintergarten Vorlieb nehmen. Auch war die Bedienung scheinbar etwas gestresst. Hinzu kam, dass es keine „Pfannengerichte“ mehr gab. Aber Schweinebraten gab es noch – und den wollten wir haben – mit Kraut und Reiberknödl. Leider hatte es nur „Bischofshof-Bier“. Dafür am Tisch sassen im Eck scheinbar „die, die immer da sitzen“ und da war eine echte Stoiber-Karikatur dabei.

Vor dem Abend wollten wir uns zuerst etwas vom Ausflug erholen und ausruhen. Auf dem Nachhauseweg fuhren wir noch beim C&C-Meister vorbei. Ich besorgte noch eine Kiste Weltenburger Weissbier und Mike fand für die Betriebsweihnachtsfeier einen Weihnachtsmann „mit Gebläse“ für gerade 20 Euro.

Der sich selbst aufblasende Weihnachtsmann wurde während sich Moni in die Decke einmummelte sofort ausgepackt und im Wohnzimmer vor dem Fenster ausprobiert. Mit einem Kaffee wärmten wir uns auf und legten eine Pause ein. Erst um 21 Uhr rappelten wir uns auf und machten uns für den Abend fertig. Mit dem Taxi fuhren wir zum Domplatz.

Wir besuchten das „Haus Heuport“ und genossen das Ambiente bei einem Chüpli bzw. zwei Bier. Das „Heuport“ liegt genau gegenüber der Hauptportale des Doms und befindet sich in einem mittelalterlichen Patriziergebäude (erbaut im 12. Jahrhundert) mit grossem Innenhof. Glücklicherweise konnte um 1900 verhindert werden, dass das Gebäude einer Strassenbaumassnahme zum Opfer fiel und so erstrahlt das Gebäude nach mehreren Restaurierungen wieder im alten Glanz. Zum Lokal „Heuport“ zählt der grosse Ballsaal – der gotische Festsaal.

Gegen 23 Uhr wechselten wir die Location und gingen in die „Bodega Vinos y Tapas„, welche sich im ehemaligen Club „Sudhaus“ befindet. Moni bestellte an der Theke die Tapas in ausreichender Stückzahl und wir nahmen einen Rotwein dazu. Dann liessen wir uns es so richtig schmecken. Wir verratschten uns unendlich und so bemerkten wir beinahe nicht, dass wir auf einmal die letzten Gäste waren.

Wir verliessen die spanische Beiz und wechselten ins „Zap„. Das „Zap“ ist eine Institution im Nachtleben von Regensburg. Die Parties legendär. Edo legte gute Musik auf, Barkeeper Alf versorgte uns durchgehend mit Getränken und Türsteher Michl war etwas grantig, weil er keinen Tex trinken durfte, was auf einen aussergewöhnlichen Termin bei der Staatsmacht am Morgen zurückzuführen war. Auch hier blieben wir bis zum Badeschluss gegen 5 Uhr morgens und wanderten zum Kornmarkt mit dem Ziel „Würstl-Toni“. Allerdings belagerte eine Hundertschaft ausgehungerter Partygänger den Würstlstand, was uns bewog gleich das nächste Taxi zu besteigen und zu Mike’s Hütte zu fahren.

Moni fand ihren Lieblingsplatz gemütlich und schlummerte nach kurzem Aufbäumen bald ein. Mike hielt etwas länger durch, was man ihm am nächsten Morgen Mittag ansah.

Ich hatte mich mit Andrea verabredet und so holten wir sie gegen 15 Uhr ab. Von Regen keine Spur und nur wenige Wolken verdeckten die Sonne. Wir fuhren wieder in die Innenstadt, um diesmal wirklich den Christkindlmarkt zu geniessen. In der Arnulfsplatz-Tiefgarage fand ich glücklicherweise einen der begehrten Parkplätze. Die Strassen füllten Unmengen an Sonntagsausflüglern, aber es hatte eigentlich nie ein grösseres Gedränge. Zuerst stärkten wir uns mit je einer Knackersemmel „mit allem“ (sau’re Gurkerl, süsser Senf und Meerrettich). Anschliessend führten wir uns noch je ein Paar Bratwürstl mit Kraut in ein original Regensburger Schwarzer Kipferl gezwängt zu Gemüte. Glühwein liessen wir aus. Stattdessen zogen wir es vor dem Trubel zu entgehen und ins „Café Paletti“ etwas auszuspannen.

Gegen 18 Uhr brachen. Wir fuhren Andrea und Mike nach Hause. Dann packten wir unsere sieben Sachen und starteten auf die Heimreise nach Zürich. Leider war das Wochenende in Regensburg viel zu kurz. Aber nächstes Weekend begleiten mich Jacky und Chris und dann „schau mer amal“.