Lenzerheide for Ski-Weekend – Nebel, Regen, Schnee, Schneewandern, Fundue, Sonne und mehr

6. März 2007

 Letztes Wochenende ging es, wie bereits erwähnt, das erste Mal in dieser Saison zum Skifahren Snowboarden. Ziel Lenzerheide. Etwas später als geplant – gegen 17 Uhr – startete ich mit zwei Kollegen (Andi und „Gebi“) Richtung Chur. Von dort aus schlängelte sich eine herrliche Bergstrecke dem Zielort entgegen. Muss ich mir merken für den nächsten Töffausflug, der da hoffentlich bald kommen wird.

Wir erreichten kurz vor 19 Uhr das „Kurhotel Alpina Lenzerheide“ und checkten schnell ein; denn das gemeinsame Abendessen mit weiteren 20 Freunden und Kollegen im Hotelrestaurant stand an. Es schmeckte vorzüglich! Danach trafen wir uns in der gemütlich eingerichteten „Lärchenlounge“, nahmen noch die ein oder andere „Stange“ zu uns und lauschten der Live-Musik. Anschliessend sahen wir uns noch den Club „Cinema“ an und blieben dort bis zum bitteren Ende hängen.

Samstag: Am nächsten Tag mussten wir feststellen, dass die Wettervorhersage leider richtig war: Der Berg in Wolken gehüllt und der Himmel bedeckt. Aber die überwiegende Anzahl der Kollegen war bereits am Berg, als Andi und ich zum Frühstück gingen. Anschliessend zogen auch wir uns um und fuhren mit dem Sportbus zur Talstation, bestiegen den Sessellift und fuhren mutig ganz hinauf. Dort sah man grad mal 10 Meter weit. Der Rest der Gang hatte sich zum Aufwärmen in die Hütte zurück gezogen und wartete auf die Chance, dass sich der Himmel gnädig zeigen würde.

Nach einem Lumumba der plötzliche Aufbruch: „Man kann das Tal sehen“! Alle sprangen auf und spurteten zu den Brettern. Aber es dauerte nicht lange und die nächste Wolke verhüllte den Berg in schweren Nebel. Das Grau der Piste war nicht vom Grau des Nebels zu unterscheiden. Ich hangelte mich von einer Pistenbegrenzungsstange zur nächsten und es dauerte nicht lange bis ich auf der Nase lag. Ausgerechnet in einem flacheren Stück hatte ich einen zusammen geschobenen Schneehaufen übersehen – Ergebnis sauber ausgehoben. Mit unter dem Arm genommenen Brett wanderte ich zur nächsten Anhöhe und versuchte die Piste auszumachen. Dann schnallte ich das Board wieder an und fuhr langsam und vorsichtig nach markanten Punkten suchend weiter. Als der Himmel kurz aufriss, sah ich einen Schlepplift. Sauber! Habe mich verfahren. Ich nutzte die kurze Wolkenpause und fuhr unter die Wolkengrenze. Dann fing es leicht zu regnen an. Als ich die Mittelstation erreichte, hatte ich nicht nur meine Kollegen verloren, sondern auch erst mal die Nase voll. Ich warf das Brett in den nassen Pappschnee und setzte mich in die Hütte. Nachdem es zu regnen aufgehört hatte, begann es heftig zu schneien. Somit bestellte ich mir einen Kaffee und genoss die Wärme in der Hütte.

Nach einer Stunde Warten auf besseres Wetter entschloss ich gegen 15 Uhr mit dem Sessellift wieder talwärts zu fahren. Mit dem Sportbus fuhr ich zurück zum Hotel, duschte und zog mich um. Dann setzte ich mich in die „Lärchenlounge“ und wartete auf den Rest der Gang, welche nach und nach aus den Hotelzimmern oder vom Berg eintrafen; denn der nächste Fixpunkt stand an: Treffpunkt 17 Uhr vor dem Hotel. Claudia organisiert nicht nur dankenswerter Weise das Skiweekend, sondern auch jedes Mal ein „Spezial-Event“. Claudia verriet aber nur, dass man warme, feuchteresistente Bekleidung benötigen würde. Nach einem Gruppenbild sammelten wir uns vor dem Hotel und gingen die wenigen Meter zum Busbahnhof. Wir bestiegen den Bus und fuhren zwei Ortschaften weiter. Dort empfing uns „Andeas“ mit seiner Eventassistentin. Das Geheimnis wurde gelüftet: „Andreas“ hatte für jeden Schneeschuhe dabei. Kurz nachdem jeder mit den Schneeschuhen ausgerüstet war, riss plötzlich der Himmel auf.

Der Nebel verflog schlagartig und ein sternklarer Abend begann. Wir wanderten im Gänsemarsch durch Wald und Lichtung – so etwa eine Stunde lang. Dann wurden wir in 3 Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe sollte aus Schnee vier Tische bauen. Die zweite Gruppe ein Feuer entfachen, um Glühwein zu kochen und die dritte Gruppe Fondue anrichten. Die Ausrüstung hatte Andreas vorher deponiert. Nach anfänglichen Delegationversuchen, Konzepterstellungen und Organisationsfehlschlägen gingen wir zum guten alten „Try and Error“-Prinzip zurück und alle Gruppen waren erfolgreich. Es lag aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit daran, dass der Glühwein zuerst fertig war. Dann wurde das Fondue aufgetischt und mit Weisswein und Glühwein vertilgt. Gerade als der Vollmond aufzugehen versucht, zogen erneut Wolken auf und es begann leicht zu schneien. Aber das trübte das Vergnügen auch nicht.

Gegen 22 Uhr endete das Gelage – das Material wurde verräumt und die Schneeschuhe wieder angezogen. Die Bewegung nach dem Mahl tat gut. Das angepeilte Ziel ein Hotel in der Nähe der Rothorn-Bahn. Dort gab es dann zum Aufwärmen einen Apéro. Gegen 24 Uhr wanderten wir zurück zum „Kurhotel Alpina Lenzerheide“. In der „Lärchenlounge“ fand eine Modenschau eines Golfbekleidungsherstellers statt und das gesamte Erdgeschoss des Hotels war extrem gut besucht. So liessen wir uns in der Lobby nieder und nahmen noch einen „Schlummi“.

Sonntag: Eigentlich dachte ich: „Wenn das Wetter so mies ist, wie am Samstag, dann schlafe ich aus, gehe gemütlich Frühstücken, packe dann und fahre gegen Mittag zurück.“ Als ich gegen 9 Uhr die Augen öffnete und aus dem Fenster sah, glaubte ich noch zu träumen: Stahlblauer Himmel und bester Sonnenschein. Also aufgerappelt, geduscht, angezogen und zum Essen-fassen getorkelt. Nur noch einige der Kollegen waren anwesend. Einige seien schon seit dem Morgen am Berg und andere schon zurück nach Hause gefahren. Zimmergenosse Andi und ich frühstückten gemütlich, zogen uns dann gemütlich um, packten die Koffer gemütlich ins Auto, verabredeten uns mit Tina, Miri und Michi an der Mittelstation und fuhren mit dem Sportbus zur Talstation. Dann ging’s „Aufi aufn Berch!“

Aussicht von ganz oben – Traumhaftes Boarderwetter

Andi beim Extrem-Downhilling mit Snowboard

PeterPan is flying over the Snow 🙂

Oben angekommen zeigte sich die wahre Pracht der Schweizer Bergwelt. Aussicht bis zum Mittelmeer und zur Nordsee, weisser Schnee und relativ wenig Skifahrer auf der Piste. Board angeschnallt und dann ging es bergab. Nach drei oder vier Abfahrten trafen wir uns mit einem Teil der Gang auf der Terasse der Mittelstation und genossen die Sonne und den Lumumba.

Anschliessend rafften Andi und ich uns noch einmal auf und nahmen noch die ein oder andere Abfahrt. Gegen 16 Uhr trafen wir uns mit Michi vor der Schneebar, nahmen den Bus zurück zum Hotel, wechselten die Schuhe und fuhren zurück nach einem kurzen Abstecher zum McDonald zurück nach Zürich. Ein wirklich doch noch tolles Wochenende! Besten Dank Claudia!