Klimaschutz mit dem Einkaufszettel – Am besten hinsetzen und die Luft anhalten


Via Sonnenseiten.com  wurde ich auf einen Artikel der Hamburger Verbraucherzentrale aufmerksam. Kurz und bündig zusammengefasst könnte dieser auch lauten „Setz Dich in die Ecke und halte die Luft an“; denn nur so erzeugst Du kein zusätzliches CO2.

Weniger Fleisch – regional – bio – frisch, Lebensmitteleinkauf kann den Treibhauseffekt verstärken. Denn Landwirtschaft und Ernährung sind in Deutschland zu etwa einem Fünftel am Ausstoß klimaschädlicher Gase beteiligt.

Weniger Fleisch„; denn darüber freut sich der „regionale“ Bauer, dessen Einkommen in den letzten 40 Jahren eh schon massiv zusammengebrochen ist. Die wenigsten Bauern in Deutschland (und der Schweiz) wären ohne Länder- und EU-Subventionen lebensfähig und schon heute betreibt die überwiegende Mehrzahl der Bauern die Landwirtschaft als Nebenerwerb. In der Schweiz hilft den Bauern auch nur noch die Abschottung durch Zollvorschriften zusätzlich.

Ich liebe „kann-Sätze„, daher liebe ich diesen Satzteil „Lebensmitteleinkauf kann den Treibhauseffekt verstärken“ – muss aber nicht. „Denn Landwirtschaft und Ernährung sind in Deutschland zu etwa einem Fünftel am Ausstoss klimaschädlicher Gase beteiligt.“ Ja, wo kommen denn diese Zahlen her? CO2 scheinen „Landwirtschaft und Ernährung“ auf jeden Fall mal nicht auszustossen. Mir ist bekannt, dass Rindviecher Methan rektal ausstossen und diese Menge in CO2 umgerechnet wird. Aber wie fliesst die „Ernährung“ in die Kalkulation ein? Ich bitte um Fundamentalisierung der getroffenen Aussage.

Und nun folgenden die Tipps der Hamburger Verbraucherzentrale für „klimaschonendes Essen„:

  1. Mehr pflanzliche Lebensmittel essen: Weniger Fleisch ist besser – für die Gesundheit und das Klima.
    Die Produktion von Fleisch ist besonders energieintensiv und klimabelastend, da im Mittel sieben pflanzliche Kalorien notwendig sind, um eine tierische Kalorie zu erzeugen. Bei der Produktion von einem Kilo Rindfleisch werden 6,5 kg CO2 freigesetzt. Ein Kilo Obst verursacht dagegen nur ½ kg CO2, Gemüse sogar nur 150 g CO2.
  2. Regionales und saisonales Obst und Gemüse aus dem Freiland bevorzugen. Das vermeidet Transporte und erhält Arbeitsplätze, Wirtschaftskraft und Landschaft vor der Haustür.
    Vieles wird über Tausende von Kilometern geflogen, beispielsweise Äpfel aus Argentinien (11.000 km), Erdbeeren aus Südafrika (9.000 km) oder Kiwis aus Neuseeland (18.000 km). Der Transport per Flugzeug verursacht etwa 1.000 g CO2 je t und km, per Lkw etwa 200 g CO2 je t und km und per Bahn etwa 80 g CO2 je t und km. Flugtransporte schaden dem Klima 80mal mehr als Schifftransporte und 300mal mehr als heimische Erzeugnisse.
  3. Öko-Landbau kommt mit weniger Energie aus und bindet mehr Kohlenstoff in Böden und Biomasse – Bio-Lebensmittel schonen die Umwelt und das Klima und sind zugleich weniger mit Rückständen belastet.
    Die Bio-Landwirtschaft braucht im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft nur ein Drittel der fossilen Energie, vor allem weil auf energieintensive chemisch-synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel verzichtet wird.
  4. Frisches und wenig verarbeitetes Obst und Gemüse enthält am meisten gesunde Pflanzenstoffe. Tiefkühl-Lebensmittel sind ernährungspyhsiologisch zwar vergleichbar, belasten aber das Klima. Von der Verarbeitung über Transport, Handel und im Haushalt muss die Kühlkette gewährleistet werden – das kostet viel Energie und 6 kg CO2 pro kg Essen. Überdies laufen zuhause die Kühlgeräte 24 Stunden täglich.
  5. Importiertes Mineralwasser stellt eine unnötige Umweltbelastung dar.
    Wasser gleicher Qualität gibt es auch aus der Region. Der Abfüller steht auf dem Etikett.

Also, somit ist es ab sofort vorbei mit dem Fleischkonsum. Ich darf nun nur noch regionales Obst und Gemüse essen – möglichst aus dem Freiland. Unter Punkt 3.) steht wieder ein netter Satz: „Öko-Landbau kommt mit weniger Energie aus und bindet mehr Kohlenstoff in Böden und Biomasse„. Ja, wie funktioniert das denn bitte?

Bio-Lebensmittel schonen die Umwelt und das Klima und sind zugleich weniger mit Rückständen belastet“ – ausserdem schlagen diese voll auf den Geldbeutel durch. „Rückstände„? Die meinen sicher Pestizide, Herbizide und Fungizide und dergleichen – fein!

Nach Punkt 4.) ist es auch ab sofort vorbei mit Tiefkühlkost. Dazu gehört auch Speiseeis. Langnese wird sich freuen – und ich erst! Ich liebe Vanilleeis mit heissen Himbeeren!

Mineralwasser“ gibt es bei mir eh selten. Eher Tee und Kaffee. Aber ohje! Tee kommt aus China, Indien und Sri Lanka und Kaffee aus Brasilien, Vietnam und Indonesien! Da schlägt ja der Transport wieder voll CO2-mässig zu und wieviel Energie erst beim Rösten verbraten wird! Somit ist es auch mit dem gesunden Tee vorbei. Und auf meine 3 bis 5 Tassen Kaffee pro Tag auch. Auch Schokolade wird sofort verboten! Denn die Kakaobohnen werden in Indonesien, Ghana und Nigeria produziert – anschliessend ebenfalls energieintensiv geröstet und weiterverarbeitet. Jetzt hatte ich schon mit dem Wein und dem Bier abgeschlossen – Sie erinnern sich: Bei der Gärung wird CO2 freigesetzt.

Ich setze mich jetzt in die Ecke, entfache eine Kerze und halte die Luft an.  😦

4 Responses to Klimaschutz mit dem Einkaufszettel – Am besten hinsetzen und die Luft anhalten

  1. […] wer ein schlechtes Gewissen hat, betreibt Ablasshandel! Egal, ob Milch, Bier, Wein, Mineralwasser, Rindfleisch, Schweinebraten, Sauerkraut oder Semmelknödel! Alles ist mit der Abgabe von CO2 verbunden. Mit […]

  2. DerderseinenNamennichtnennt sagt:

    Schon die Zahlen und Fakten machen einem Bauchschmerzen… völliges Unverständnis habe ich für Deinen ironischen Unterton…

  3. PeterPan sagt:

    Hallo WerAuchImmer..

    Du meinst ich hätte einen ironischen Unterton? Der Unterton ist noch viel zu wenig ironisch. Die Realität sieht noch viel ironischer aus, als ich das schreiben kann!

    Hier hast Du die „Superwurst“, die die Welt rettet! Das ist kein Scherz!

    Klicke, um auf Superwurst_Kampagnenmotiv_quer.pdf zuzugreifen

    Das ist wirklich Ironie!

    Gruss
    Peter, der vier Vornamen hat!

  4. PeterPan sagt:

    Hallo SeniorUnbekannt

    Und wenn Dir das noch nicht reicht, dann gibt Dir sicher diese Humorseite über die Klimaerwärmung den Rest:

    http://www.solarresearch.org/1579860.htm

    Gruss
    Peter, der dieses Jahr bisher vor sich hinfriert!

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