Stromfresser Internet – 3 Atomkraftwerke bis 2010


Heute erhielt ich einen Newsletter von www.sonnenseiten.com . Darin wird auf einen Artikel verwiesen mit dem Titel: Die Top 10 der vernachlässigten Themen 2006.

Die Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) stellte soeben in Bonn die Top 10 der vernachlässigten Themen des Jahres 2006 vor und forderte Journalisten auf, die vergessenen und verdrängten Themen bekannt zu machen.

Auf Platz 3 steht das Thema „Stromfresser Internet„:

In Deutschland könnten im Jahr 2010 drei Atomkraftwerke allein für den Betrieb des Internets laufen, errechnete das Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie im Jahr 2003. Das entspräche einem Anteil von sechs Prozent am deutschen Gesamtstromverbrauch, in absoluten Zahlen rund 31 Terawattstunden im Jahr (TWh/J; ein Terawatt sind eine Billion Watt). Doch auch die Zahlen, die das Institut für das Jahr 2001 retrospektiv errechnet hatte, waren beeindruckend: Innerhalb eines Jahres sei der Stromverbrauch für das Internet um 36 Prozent angestiegen, schrieben die Autoren, nämlich auf 6,8 TWh/J. Die Server hatten einen Anteil von 1,9 TWh/J daran. Wenige Jahre zuvor hatten die Forscher des Wuppertal-Institutes den Stromverbrauch des Internets noch mit 4,2 TWh/Jahr angegeben – die Server hatten daran einen Anteil von 0,3 TWh/Jahr. Ihr absoluter Verbrauch hat sich also diesen Zahlen zufolge mehr als versechsfacht.

Am Ende des Artikels schreibt die Autorin Sönke Klug:

Offenbar berichteten Massenmedien aber kaum über den größeren Kontext des Themas: die ökologischen Implikationen, den politischen Rahmen oder den Stromverbrauch des Internets allgemein. Aus den Fachbeiträgen über Energieeffizienz bei Servern wird einem Fachpublikum deutlich, wo derzeit das zentrale Problem bei diesen Geräten liegt. Eine breite Öffentlichkeit bleibt jedoch uninformiert über die – ungeregelten, unbeachteten – Ausmaße des Stromfraßes der Rechenzentren.

Ich erlaube mir an dieser Stelle zu ergänzen, dass es beim Stromverbrauch der Serverfarmen nicht nur um den Energiebedarf der Server selbst geht. Hinzu kommt noch, dass die Serverräume auf eine bestimmte Temperatur gehalten werden müssen, um einen einwandfreien Betrieb zu gewährleisten. Um die Temperatur gleichmässig tief zu halten, werden entsprechende Klimaanlagen errichtet, deren Kapazität auch dann ausreichen muss, wenn es zu einem dermassen heissen Sommer, wie im Jahre 2003, kommt. Ergo: Die Energie, welche die Serverfarmen „verbraten“, muss auch wieder aus den Serverräumen raus. Ich habe irgendwie die Faustformel im Hinterkopf: „Für 1 Watt abgeführte Leistung benötigt die Klimaanlage 2 Watt“. Kann mich aber auch irren, odrrr?

PS: Wie hoch ist der Anteil am Gesamtenergieverbrauch der Glühbirnen in privaten Haushalten nochmal?

2 Responses to Stromfresser Internet – 3 Atomkraftwerke bis 2010

  1. Sandro sagt:

    Könnte man damit denn nicht das Haus heizen? Tönt vielleicht etwas naiv, aber es gibt ja auch schon Lüftungssysteme, welche die Wärme aus der Abluft wiederverwenden.

  2. PeterPan sagt:

    Hi Sandro..

    „könnte“ man schon, wenn Du über einer Serverfarm wohnst. So auf die Art „Kurzestrecken-Fernwärme“ 🙂

    Gruss
    PeterPan

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: