Möge der Saft mit Dir sein, sprach Yoda – Das Kaffee-Stöckchen

14. Mai 2007

„Möge der (Bohnen-)Saft mit Dir sein!“ sprach Yoda und reichte mir das Kaffee-Stöckchen weiter. „Kaffee-Stöckchen“? Wie schmeckt das denn? Auch egal. Es ist schon faszinierend, was den „Stöckchen-Designern“ so für Themen einfallen. Dann schreibe ich einfach auf, was mir zu den Fragen einfällt.

1. Deine erste Tasse Kaffee, wann trinkst Du sie?
Morgens steht mein Körper auf, wankt wie ferngesteuert in die Küche, die Hände füllen robotergleich den Wasserkocher auf und schalten diesen ein. Anschliessend stellt sich die Menschenhülle hoffentlich ausgezogen in die Dusche und die Hände drehen den Wasserhahn auf. Anschliessend dauert es mindestens 10 Minuten bis der Gehirn-Bootvorgang nach etlichen neuronalen Abstürzen einigermassen abgeschlossen ist und sich die Körperfunktionen eingepegelt sind. Nach dem die Netzhaut die von der Pupille angebotenen Bilder durchgängig verarbeiten kann, greifen die Hände nach dem Handtuch und die Beine finden den Weg unfallfrei zurück in die Küche. Die Grobmotorik der Finger ist dann wieder soweit funktionsbereit hergestellt, dass diese fast ohne Verluste das Kaffeepulver in die nächste greifbare möglichst noch saubere Tasse versenken können.

Optimierte Abläufe sparen Zeit beim Kaffeekochen

Nach jahrelanger Optimierung der Lagerplätze für Würfelzucker und Milch (im Kühlschrank daneben) in direkter sichtbarer Umgebung, sind die morgendlichen Arbeitsabläufe auch nach harten Nächten fehlerfrei zu bewältigen. Nachdem der nackte Körper anschliessen mit zum Einsatzzweck passender Bekleidung versehen ist, hat der Kaffee die ideale Konsistenz und geschmackliche Reife erlangt. Zeitoptimierung am Morgen – erspart Kummer und Sorgen.

Kaffeesatzlesen am Morgen erspart Kummer uns Sorgen

Nach dem letzten Schluck ist es oftmals möglich etwaige zukünftige Vorkommnisse aus dem Kaffeesatz zu lesen. Dieses Beispiel sieht nicht so gut aus. Ohoh… mit Sicherheit ein Montag!

2. Wie viele Tassen trinkst Du täglich?
Da das Zählen von so ans Herz gewachsenen Gewohnheiten im Alltag im Unterbewusstsein untergehen, ist an dieser Stelle nur eine Schätzung möglich. An guten Tagen zwischen zwei und vier – an schlechten Tagen kann die Anzahl auf bis zu 7 Tassen steigen.

3. Koffeinfrei oder Bohnenkaffee?
Weder noch. Auch keine negativ kostenoptimierte Kaffee-Tampons oder -Minibecherchen mit viel Müll und wenig Inhalt. Schon wegen der sperrigen Zubereitungsmaschine wird diese Art und Weise von mir abgelehnt. Die erlesene Komposition aus hocharomatischen Kaffeesorten, die dem Kaffee seinen ausgezeichneten, besonders ausdrucksstarken Geschmack und Aroma verleihen, kann nur von professionell gemahlenen und anschliessend sofort vakuumverpacktem feinen Kaffeepulver gezaubert werden.

4. Zucker, Milch oder Sahne?
„Süss, blond, mit Löffel drin!“ ist die Standardantwort in diesem Fall. Es sollte – muss aber nicht. Richtig guter Kaffee benötigt keine verfälschenden Beigaben und muss dann – wie guter Whiskey auch – pur genossen werden. Mit weissem Zucker und Milch ist es hingegen sogar möglich sog. „Bodensee-Kaffee“ den versteckten Geschmack zu entlocken

5. Deine bevorzugte Zubereitungsart?
Selbst zubereitet bevorzuge ich die traditionelle Art des „Aufbrühens“. Morgens aus Zeitoptimierungsgründen die direkte Art – sonst die gute alte „Kaffeemaschine“, welche durch die „Heim-Espressomaschinen-Tampon“-Methode fast gänzlich in Vergessenheit und aus der „Mode“ geraten ist. Das „Kaffee-Trinken“ möchte ich nämlich geniessen resp. zelebrieren. Das geht meiner Meinung aber nur, wenn für den Brühprozess ebenso viel Zeit aufgewendet wird, wie für den Konsum. Erst wenn das Kaffeearoma in der Wohnung gänzlich verbreitet ist, können sich Körper und Geist dem Trinkgenuss vollends hingeben.
Während der Arbeitszeit muss hingegen auf ein Gebräu zurückgegriffen werden, welches schon allein durch die maschinelle Vergewaltigung der edlen Bohnen samt lautstarker Zerkleinerung dieser und anschliessendem schockartigem Hindurchpressen von heissem Leitungswasser jegliches Trinkerlebnis samt Geschmack vermissen lässt.

6. Mit wem geniesst Du Deinen Kaffee am liebsten?
Eigentlich in Ruhe alleine – oder in angenehmer gemütlicher Begleitung.

7. Deine Lieblingsmarke?
Momentan „Eduscho Gala No. 1“ frisch importiert aus dem grossen Kanton.

8. Wo trinkst Du Deinen Kaffee vorzugsweise?
Morgens wie erwähnt in der Küche, vor dem Essen im Restaurant als Aperitif, nach dem Essen, um der Müdigkeit zu begegnen. Im Urlaub am Strand, während einer Ausflugspause oder um den Sonnenuntergang von der Terrasse aus zu geniessen. Vor dem Ausgang in die Stadt, im Club als Starter, nach dem Ausgang zum Katerfrühstück beim Würstltoni zu zwei langen Braunen mit Stangerl. Im Büro, während der Rechner bootet, nach dem Mittagessen, während langwieriger kontroverser Besprechungen und zum Abschluss des Arbeitstages während der Laptop wieder runterfährt.

9. Wie sieht Deine Lieblingstasse aus?
Jede saubere nächste greifbare Tasse.

Die nächste freie Kaffeetasse steht immer bereit - hoffentlich sauber

10. Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato?
„Espresso“ ist zu kurz, „Cappucchino“ ist eine Mogelpackung (Der Milchschaum verdeckt die Menge und bleibt am Ende in der Tasse oder auf der Oberlippe), „Latte Machiato“? Schon mal eine „Latte“ bestellt? Ausserdem zu milchig. Der Kaffeegeschmack wird von zuviel „Kuh“ verdeckt. Bitte „einen Kaffee“.

11. Bevorzugte Tätigkeit beim Kaffee trinken?
Sitzen! Oder im Liegen auf der „Malena“ während einer Kommunikations-Siesta.

Malena

Oh, grosser weiser Yoda! Ist es nun angesagt das „Kaffee-Stöckchen“ an zwei weitere Blogisten gleichmässig zu verteilen? Nun denn – auf das es gelinge! Dann schmeiss ich mal eine Hälfte an Helga und Tom, die für ihren noch jungen Blog sicherlich den ein oder anderen starken Kaffee – Anschubs – benötigen. Besonders wenn beide an ihren Urlaub in Amerikas Süden denken. Die zweite Hälfte an „Otto Normal“ auf dessen sprachliche Gelenkigkeit bei der Beantwortung ich nun mit Spannung warte.