16.05.07 Club X-Tra – More than Mode – Oder: Mit der Zeitmaschine 20 Jahre zurück

17. Mai 2007

Mittwoch vor „Auffahrt“ – einem Feiertag – erzählte sie am Abend mit „Patch“ auf eine Party gehen würde. Die Party heisst „More than Mode“ und diese würde im „X-Tra“ in Zürich an der Limmatstrasse steigen. Die Musikrichtung sei irgendwas in Richtung „Depeche Mode“, daher der Name der Party. Na gut, dann schau mer uns die Sache halt mal an. Digicam geladen und gegen 23 Uhr ausgangsfertig gemacht.

X-Tra club Zürich Bilder More Than Mode X-Tra club Zürich Bilder More Than Mode

Es schüttete wie aus Eimern. Ich war patschnass, als ich beim Auto war. Ich fuhr zur Limmatstrasse und parkte in der Nähe. Ich folgte einigen Leuten, welche Richtung „X-Tra“. Spinnenwebendekoration und rotes Licht im Eingangsbereich. Schwarze Bekleidung im Gothic-Style war klar in der Überzahl. Auch in den Treppenaufgängen hingen masseweise Spinnenweben herum. Wo bitte geht’s zu Dracula?

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Ich betrat den riesigen Mainfloor. Waren das 10 Meter Deckenhöhe? An den Deckentraversen hingen riesige Beschallungsanlagen und die Beleuchtungsanlage warf fantastische Lichteffekte in den dunklen nebligen Raum. Irgendwie war ich unpassend angezogen. Alle anderen waren in tiefschwarz unterwegs. Sogar schwarze Umhänge sah ich hier und da. Die kurzen Minis samt Inhalt gefielen mir recht gut 🙂

X-Tra club Zürich Bilder More Than Mode

Aber erst einmal eine Quelle besorgen. Die Musik erinnerte mich schwerstens an gute alte „M“-Zeiten. Das war eine Disco in Regensburg in der Ostengasse. Wie lange war das her? Ach nur 22 Jahre. Äh, da lief doch gerade „Ann Clark – Our Darkness„. Stimmt, ich hatte eine Zeitmaschine bestiegen und war über 20 Jahre in der Vergangenheit gelandet.

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Ich fragte mich nur, wie ich bei dem Andrang Anne und Patch finden sollte. Egal, erst einmal einen guten Platz mit Aussicht und Quelle suchen. Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder von der „oberen Bar“ auf der Vorderseite oder auf der gegenüber liegenden Seite auf der linken Seite der Bühne. Ich entschied mich für letzteres. Dort lockten auch gemütliche Sitzgelegenheiten. Diese waren allerdings voll besetzt. Aber das kann sich ja noch ändern, vielleicht.

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Ich stellte mein Bier auf die Theke bei der Bar und rauchte erst einmal eine. In der Mitte der Bühe stand ein überdimensionales Kreuz. Also eine christliche Veranstaltung. Ja ham mir glacht. Die gesamte Bühne überspannte eine riesige Spinnenwebe. Und das schien der ein oder andere nicht ganz überrissen zu haben; denn es verfingen sich doch tatsächlich ein Paar Gäste im klebrigen Gewebe. Ich wartete auf die überdimensionale Urzeitspinne. Die kam aber leider nicht.

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Als ich mein Bier wieder nehmen wollte, hielt ein „Langzoderter“ mein Glas in der Hand. Ich fragte freundlich, ob es denn schmecken würde. Er verstand mich nicht. Ich wiederholte „Na? Schmeckt mein Bier?“. Er schien etwas abwesend zu sein, so nahm ich ihm mein Bier freundlichst wieder ab. Er schien es nicht zu merken; denn seine Hand umschloss hinterher immer noch das virtuelle Glas, als ich mich abwandte. Ja, ist schon lustig hier.

Ich schaute den Leuten auf der Tanzfläche zu. Wie vor zwei Jahrzehnten war der „Schreit-Stil“ die vorherrschende Methode der Körperbewegung. Was das ist? Na ganz einfach. Man geht zwei/drei Schritte nach vorne und anschliessend wieder zurück. Das macht es auch Gästen ohne Taktgefühl einfach sich auf der Tanzfläche zu bewegen. Das Publikum war altersmässig und typmässig kunterbunt gemischt. Von der kleinen Lady ganz in Schwarz mit Mini, schwarzen Plateau-Stiefeln und Dracula-Umhang bis zum Pfeiffe-rauchenden Kollegen mit Cowboystiefeln und „St. Pauli“-T-Shirt war das modemässige Outfit vielfältig. „St. Pauli“-T-Shirt? Ich grübelte kurz. Egal, auch recht.

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Kurz darauf winkte mir Anne. Sie stand nur wenige Meter von der Bar entfernt bei den Sitzgruppen mit Patch und der gesamten Clique. Deniz und Roswita trafen kurz nach Mitternacht ebenfalls ein – ganz ohne Bissspuren 🙂 Gegen 2 Uhr lichtete sich die Tanzfläche etwas, so dass ich mir auch etwas die Beine vertrat. Die Musik wechselte freudig zwischen Wave, Metall und Gothic hin und her. Viele der Songs kannte ich von meiner Zeit im „M“. Gegen 4 Uhr morgens löste sich die Clique dann langsam auf. Auch ich verschwand dann irgendwann. Es regnete immer noch wie aus Eimern. Alles im Allem eine nette und sehr interessante Party „More than Mode“ im „X-Tra„.