Was guckst Du – Seh ich aus wie Kino?

15. September 2007

  • Mein Bruda weiss wo Dein Haus wohnt!
  • Mach mich nicht an – seh ich aus wie Freundin?
  • Ich mach Dich Krankenhaus! Dann siehst Du kranken aus!
  • Du kansch mich ned imprägniern!

14.09.2007 – Pure90ies in der Tonimolkerei – einige Bilder

15. September 2007

Freitag 23 Uhr. Während Mike mit dem Auto nach Regensburg unterwegs ist um weitere Erledigungen betreffend seiner Wohnung zu tätigen, fahre ich nach Zürich West. Ziel das Parkhaus in der Förrlibuckstrasse. „Parkhausarchitektur“ muss eine der Tätigkeiten im ersten Semester des Studiums sein – speziell für Zürich.

Das Parkhaus in der Förrlibuckstrasse ist ein Paradebeispiel hierfür: Die Auffahrt zur Einfahrt ist extrem steil. Defekte Handbremsen oder fehlende Übung bei der „Anfahrt am Berg“ führen zu extremen Problemen beim Bezug des Tickets. Die Kehren innerhalb des Parkhauses sind sehr eng – die Schrammen an den Betonwänden und -trägern zeigen, dass hier schon viele Autos Lack und Plastik lassen mussten. Die Parkfelder haben die Breite von Fahrradabstellplätzen. Zwei Fahrzeuge nebeneinander und man sollte über die Heckklappe aussteigen.

Die Säulen sind wahre Spiegelkiller beim Ausparken. Auch hier findet man entsprechende „Marken“ an den Säulen. Dementsprechend wird „geparkt“. Entweder mitten in einem „Zweierparkfeld“ oder schräg. So vermeidet man offensichtlich, dass ein weiteres Fahrzeug versucht das zweite Parkfeld zu benutzen und dabei das schon abgestellte entweder beim Einparken zu verschrammen oder (einen sehr häufig anzutreffenden Missstand) beim Türöffnen Dellen oder Kratzer zu kassieren.

Beim Club „Tonimolkerei“ angekommen stellte ich mich in die noch kurze Reihe. Ganz vorne bauten sich gleich drei Securities – former known as „Türsteher“ – auf. In heutigen Zeiten werden selbst diese „geleast“. Früher gehörte die Sortier- und Aufräummannschaft zum festen Inventar einer „Disco“. Im winzigen Foyer angekommen, ging es darum den Eintritt zu bezahlen. Durch ein winziges Fenster reicht man den 20-Franken-Schein und erhält als Gegenleistung einen Stempel auf das Handgelenk. Dann geht es über eine Gitterrosttreppe in den Keller – den eigentlichen Club.

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Noch ist der grosse ehemalige Produktionsraum der Tonimolkerei fast Menschenleer. Auf der linken Seite eine lange Getränkeausgabe, hinter der sich drei weibliche und zwei männliche Einschenker verlieren. Zum Publikumsbereich ist der Ausschankbereich mit einer aus rotem Sicherheitsglas gestalteten Theke abgegrenzt. Im hinteren Bereich befindet sich ein Loungebereich mit niedrigen hellen Sitzgelegenheiten und Tischen aus dem selben Glas. Davor eine grosse Tanzfläche über der an Traversen die wenigen Strahler und Scanner angebracht sind. Auf einem Projektor läuft „Baywatch“ – der Kultserie aus den 90ern mit David Hasselhoff und Pamela Anderson. Auf einem anderen Projektor eine DVD über „Take That„. Die Immer-Sonne-Happy-Serie und die gecasteten Schwiegermutters-Liebling-Sonnyboys gruselten mich schon immer an. Das kann ja ein interessanter Abend werden.

Ich besorgte mir ein kleines Bier serviert in einem Plastikbecher – für einen Bayern nur noch schlimm – und führte meine Erkundungstour in dem noch leeren Tanztempel fort. „Mike’s Orientierungpunkt“ – die Bedürfnisanstalt – sind klein, eher winzig, eine Edelstahlrinne, zwei Miniwaschbecken, also designmässig vernachlässigt und nur zum rein-und-raus gedacht. Witzig: Es befindet sich nebenan eine „Nintendo-Lounge“. Dort kann auf alten Spielkonsolen und Fernsehern „Supermario“ und noch zwei weiteren Kultspielen gefrönt werden, wenn es mal wieder etwas länger dauert. Dann folgt noch eine Cocktail-Longdrink-Bar. Im hinteren Bereich gegenüber des Loungebereichs und der Tanzfläche ist das DJ-Pult erhöht aufgebaut.

Gegen Mitternacht füllte sich der Tanztempel zusehend. Witzig zu beobachten: Man traf sich zum Ratsch auf der Tanzfläche und stand dort herum. Ich suchte mir einen „Platz mit Aussicht in der Nähe der Quelle“. Was sich als sehr grosser Vorteil herausstellte. Das auftretende Publikum war nämlich wie zu erwarten um die 10 Jahre jünger. Klar! Es ist ja eine 90ies-Party und keine 80ies. Auch schien „Herumlaufen“ resp. „Umkreisen der Lokation“ ein Nationalsport zu sein. Ich nahm zwischenzeitlich die Rundenzeiten von paarweise auftretenden Ladies mit Cocktail in der rechten Hand und Handtasche über der linken Schulter.

Gegen 1 Uhr morgens war der Laden rammelvoll. Das Partyvolk tanzte auf allen Gängen, aber nur durchwachsen auf der Tanzfläche. Dort stand man mit Longdrink in Gruppen und diskutierte. Von der Lautstärke her ein Novum. Oder es wurde mitten hindurch gelaufen. Das Tanzen gestaltete sich schwierig, weil man entweder einem Longdrinkglas oder einem kreuzenden Handtaschen-Duo auf ihrer x-ten Runde ausweichen musste. Also zog ich nach dem kurzen Tanzflächenbesuch wieder auf meinen „Platz zur guten Aussicht zurück“. Mittlerweile standen die Durstigen in 2er-Reihen vor der langen Rotglas-Bar an. Die Bedienungen hatten die Ruhe weg – und einen Kilometerzähler eingebaut. Professionell wurde einer nach dem anderen abgearbeitet.

pure90ies_03 Bilder Tonimolkerei

Zur Musik: Ja, es war durchwegs Musik aus den 90ern. Sogar recht gute und bekannte. Allerdings wurden die Titel nur kurz angespielt. Maximal liefen die Stücke nur schätzungsweise 30 bis 50 Sekunden. Und der Break zwischen den Titeln ziemlich hart. Ein Übergang fehlte häufig. Das änderte sich erst, als SheDJ „TapTap“ an den Plattenteller trat. Leider wechselten sich die DJs häufig ab. Und es ging dann wieder im vorher beschriebenen Trott weiter.

Gegen 3 Uhr sattelte ich die Hufe. Die Tanzfläche war immer noch brechend voll – gestanden. Drumherum wurde getanzt. Die Boden war pappig und nass. Man klebte mit den Schuhen förmlich in Gummibärlesaft mit Wodka fest. Die Baywatch-Staffel lief das zweite Mal auf dem Projektor. Take-That wurde von Britney Spears auf dem anderen Projektor abgelöst. Die Rundenzeiten der Handtaschen-Longdrink-Mädels wurden deutlich schlechter. Alles in allem ein interessanter Abend.


Breaking News – Yelina ist tot

15. September 2007

Ylenia ist tot – Polizei bestätigt, dass es sich bei der gefundenen Kinderleiche um die der vermissten Ylenia handelt:

Ylenia ist tot. Soviel steht seit heute Nachmittag fest. Eine Privatperson aus dem Raum Zürich hat heute Mittag im Hartmannswald, rund 250 bis 300 Meter vom Fundort der Kleider und des Kickbords der vermissten Ylenia, eine teils von Tieren freigescharrte Kinderleiche entdeckt. Der Mann hatte die Stelle nicht zum ersten Mal abgesucht.

http://polizeinews.ch/page/25506/6