Schneebar 2007 – Crazy Slide Contest im Mojito


Tja, man muss manchmal gar nicht weit gehen, wenn man im Kanton Züri eine hammermässige Party erleben möchte. Letzten Samstag stand in Schlieren beim Gaswerk-Areal die „Schneebar 2007“ an. Dort wird eine Rampe aufgebaut und 2 Tage lang gefeiert. Nein, nicht direkt auf der Rampe, sondern drum herum. Von der Rampe fahren tollkühne Gesellen in ihren fliegenden Kisten selbstgebauten fantasievollen Schlitten herunter. Rundherum sind zwischen zwei hohen Industriehallen verschieden grosse Zelte aufgebaut. Von allen Seiten schallt Partymusik. Sound, wie man diese von einer Schneebar am Berg kennt.

Und es passieren seltsame Dinge. Aber dazu später mehr. Zuerst das ablauftechnische aus unserer Sicht. Gegen 22 Uhr setzten wir uns in Bewegung und betraten nach kurzem Fussmarsch das Festgelände. Der Tageskipass kostet schlappe 25 Franken. Aber dafür bekommt man ein gelbes Bändchen um den Arm und Zutritt zum Gelände. Mike verdrehte die Augen und sagte während wir das Gelände zur Rampe zwischen den Partyzelten durchschritten minutenlang gar nix mehr. Sowas hatte er noch nicht erlebt. Die Rampe war mit Schnee bedeckt – klar: Da müssen die Schlitten ja runter kommen. Und eine kleine Schanze war auch gleich eingebaut. „zum Gumpe!“

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Wir besorgten uns zuerst etwas Warmes; denn der kalte Wind pfiff gehörig zwischen den beiden grossen Hallen hindurch. Je ein „Kaffee-Schnaps“ war genau das richtige zum Aufwärmen von innen und aussen. Dann drängelten wir uns in eines der Partyzelte. Innen ist das „Klima“ komplett anders. Eigentlich möchte man sofort die Klamotten ausziehen und irgendwohin hängen. Und das hatten bereits einige Partygäste zu ernst genommen. Glühwein plus Wärme und heisse Musik im Zelt ergibt leicht bekleidete – Männer? Moment mal! Alles klar, Standortwechsel. Wir versuchten durch die teils herumstehenden und diskutierenden, teils leicht vor sich hin hampelnden Partygästen hindurch zu schlüpfen. Ein Platz zur guten Aussicht wäre nicht schlecht.

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Dann kündete der DJ den Einzug der Gladiatoren an. Das heisst: Die Schlitten wurden samt Besatzung zwischen den Zelten hindurch gezogen – Über den Asphalt. Geschliffene Kanten und perfekter Belag samt Powerwachs ist also nicht ausschlaggebend bei der Wahl des besten Schlittlers. Die Menschenmassen verlagerten sich von den warmen winddichten Zelten in die genau entgegen gesetzte Klimazone: nach draussen.

Zwei Moderatoren standen auf der Rampe und anders wie letztes Jahr mussten sich jeweils die beiden Besatzungsmitglieder des jeweiligen Schlittens kurz vorstellen. Und schon wieder wurde ausgezogen. Bei eisiger Kälte standen zwei Piloten nur mit wenig Stoff oben (???) und unten (!!!) auf der Rampe und tanzten sich warm (???). Dann bestiegen diese den Rodel und schepperten in die Tiefe. So oder so ähnlich lief das bei 10 von 12 selbstgebauten Schlitten und deren Besatzungen ab. Zwei hatten sich krank gemeldet oder der Untersatz war dermassen beschädigt, dass dieser keine weitere Fahrt mehr aushalten würde.

Nach dem 6. Schlitten spürten wir unsere Zehen nur noch ansatzweise und so entschlossen wir uns in eines der Zelte zurückzukehren. Und wir waren nicht die einzigen die es draussen im Wind nicht mehr aushielten. Wir besorgten uns je ein Bier und gingen unserer Lieblingsbeschäftigung nach: Beobachten und Kommentieren.

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Während Mike beim Versuch seine eingefrorenen Zehen am Ende eines Heissluftschlauches zu erwärmen versuchte, merkten wir wie wir urplötzlich immer mehr Platz um uns herum bekamen. Ja, der Einsatz des letzten Mittels zur Selbstverteidigung – Eu de Socks homme – versagte seine Wirkung nicht.

Kuriose Dinge passierten dann um uns herum, je länger der Abend dahin glitt: Offensichtlich zuerst wildfremde humanoide Lebensformen unterschiedlichen Geschlechtes begegneten sich plötzlich in der Menge, sahen sich für 2 Minuten an, reichten sich nach 4 Minuten die Hände, bewegten sich nach 6 Minuten wie im Trance ausserhalb des Taktes der Musik und verliessen nur 10 Minuten nach der ersten Begegnung das Zelt und das Gelände. Ob die Ursache dafür im „Willisauer“ zu suchen ist? Oder am betörenden Aphrodisiakum, welcher noch lange nachdem Mike seine Füsse erwärmte in der Luft lag? Wir werden es wohl nie erfahren.

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Mike drängte mich ein Foto von der Flasche hinter der leicht verkleideten Bardame zu schiessen: „Willi Sauer?“ Das erinnerte ihn an seinen Exarbeitskollegen. Ich drängte bei dem netten Christkindl noch ein Bier zu bestellen. Das mir aber ein anderer Gast kurzerhand von der Theke fegte. Na gut, dafür zahlte er einen Whisky-Cola. Wobei wir schon wieder bei „Willi Sauer“ wären. So lernt man sich offensichtlich kenne; denn der eine Longdrink ergab das andere Bier und man plauderte über dies und jenes.

Aber irgendwann schliesst auch die letzte Schneebar seine Getränkebar und wir begaben uns zuerst in die Kälte des Morgens und dann auf den Heimweg, welcher uns sehr kurz erschien; denn wir hatten noch viel zu diskutieren und analysieren.

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