Bilder und Bericht – Denner Superdiscount Party vom 19.01.2008


 Nachdem schon einige via Suchmaschinen auf der Suche nach Party-Bildern über meine Event-Ankündigung von der „Denner Superdiscount Party“ gestolpert sind, hier eine kleine Auswahl meiner Pix.

So, und nun zum Bericht: Schon das letzte Mal war die „Denner Superdiscount Party“ etwas Aussergewöhnliches. Nur dieses Mal war es noch verrückter. Eines als Tipp für das nächste Event: Lasst das Auto stehen! Es kann nur bitter enden, wenn man nichts trinkt und miterleben muss, wie sämtliche Deca-Dance-Besucher nach dem Motto „von 0 auf 100 in 2.8 Promille“ abheben. Für die zuletzt genannten Partygänger mag es die günstigste Party Zürich sein – für andere gibt es noch eine weitere Motivation. Nur dann muss man ganz dringend schon um 22 Uhr an der Kasse anstehen: Es gibt Dennerware umsonst!

Dekadenz (v. frz.: décadence; < lat.: de- ab, cadere fallen) beschreibt einen kulturellen Niedergang. Der Begriff setzt voraus, dass es objektiv bessere oder wünschenswertere gesellschaftlich-kulturelle Zustände gebe.
….
Im modernen Sprachgebrauch wird der Begriff Dekadenz oder dekadentes Verhalten überwiegend gleichgesetzt mit Verschwendung oder Übermaß im Sinne eines sozial schädlichen Abweichens von einer natürlichen und allgemein üblichen Lebensform. Oft wird der Begriff kritisch angewandt auf das Verhalten von Personen mit Vorbildfunktion, also Personen des öffentlichen Lebens, Medienstars u.ä.“

Nach dem Motto „In der Regel wissen wir was billig ist“ bringt Denner zum Beispiel Damenbinden unter das weibliche Volk. In einer extra eingerichteten roten corporate design Regalecke findet der Früh-Party-Gänger von der Zahnpasta bis zum 10 Kilo Waschmittel und von der Papierrolle bis zur Packung Kartoffelchips alles was das Herz begehrt – kostenlos! Auch die erwähnten Damenbinden liegen zwischen der Familienpackung Babywindeln und der Grosspackung Salzstangerl. Dementsprechend packen die Leute zu und füllen die bereit liegenden Papiertragetaschen bis zum Grenzbereich der Tragekraft des Oberarmknochens – oder bis die Trageriemen feine Schnitte in die Handballen ziehen. Egal, geiz ist geil und für 8,95 CHF Eintritt muss ja schliesslich etwas „rausspringen“ – und wenn es das Ellbogengelenk ist.

Wir – Mike und ich – verabredeten uns mit Steve kurz nach Mitternacht, schlenderten zum Eingang und standen erst einmal an. Dort kamen uns die letzten schwer bepackten Schnäppchenjäger mit der oben erwähnten Fülle an Dennerware entgegen. Ähnlich beladen wie die Packesel Richtung Himalaja schlurften sie Richtung Hardbrücke. Die Schlange mit Wartenden wanderte zügig auf die beiden Kassen zu – stilechte Dennerkassen hinter welchen je eine Dame sass. Steve lud uns ein und die Dame kam fachmännisch ins Grübeln. „Was ergibt 3 Personen mal 8,95 CHF?“. Ein kurzer Blick auf den bereit gelegten Spickzettel ergab 26,85 CHF. Strichcodes oder ein Etikett am Handgelenk hätte man leichter über den Laserscanner ziehen können, aber man kann ja nicht alles im Kopf haben. Dafür wurden wir am Unterarm mit einem riesigen Denner-Stempel abgestempelt. Gut, dass ich nur schwarze Klamotten trug – Stempelfarbe ist der Tod für Weiss! Was mich wieder an das Waschmittel denken lässt. Hätte ich vielleicht doch … ? Egal.

Während Mike und ich die Jacken vorsorglich in dieser lauen End-Januar-Nacht im Auto beliessen, trug Steve seinen warmen Mantel zur Garderobe. Aber nicht nur dort staute sich bereits das Partyvolk. Mike dachte, er könnte währenddessen 3 Bier für sage und schreibe je 1,95 CHF organisieren. Kam aber nach wenigen Minuten unverrichteter Dinge mit den Worten „Die stehen dreireihig an der Bar an – Kai Schanze!“ wieder zurück. Auch Steve’s Versuch den Mantel abzugeben endete glücklos. Die Kapazitätsgrenze der Garderobe war erreicht. Kein Bier – aber dafür einen Mantel zuviel. OK, Spurwechsel! Wir wanderten durch die wabernde Masse auf die andere Seite der grossen Halle. Schätzungsweise 4000 Leute bewegten sich Züri-typisch mit Drink in der einen und oft mit Ziggi in der anderen Hand mehr oder weniger zum Sound aus der Anlage – und wir mittendrin. Zeitweise verloren wir uns aus den Augen, fanden uns aber vor den komplett leer geräumten Umsonst-Regalen ein.

Hier überblickten wir die Masse am besten. Mike startete einen zweiten Besuch bei der Bar. Die Bar ging über die gesamte Hallenlänge. Etwa ein Dutzend mehr oder weniger geübte Serviertöchter und -Söhne versuchten dem Andrang Herr zu werden. Ohne Erfolg. Mike erwischte, wie ich später feststellte, einen ganz speziellen Barman – den direkt an der Ecke. Für zwei Fronten zuständig (eben am Eck) arbeitete dieser stoisch von rechts nach links die in der ersten Reihe stehenden Personen ab. Und die Bestellungen sind teilweise abenteuerlich. Anstatt einfach 6 Bier zu bestellen (für 3 Leute), gab es da folgendes: 2 Whisky-Cola, aber ohne Eis, 1 Gin-Tonic, 1 Wodka-Energy, 4 Chübli (Prosecco) und ein Wasser. Klar, die Dame war blond. Und der Barman bei 89 Dezibel einfach überfordert.

So dauerte es geschlagene 20 Minuten, bis Mike mit 6 Bier vollkommen entnervt zurück kam – mit ein Paar Flaschen in der Hand. Es gab „Denner-Spezial-Bier“ – Ein „Kopfwehbier“, wie sich später herausstellte. Steve packte seine Jacke in eine Denner-Papiertüte und legte diese ins Regal. Kurz darauf trafen sich neben uns am gemütlichen Regal 4 Damen. Drei der Ladies trugen mit zwei Händen vier Wodka-Lemmon. Die Letzte der vier zitterte vier Chübli zum Regalfach. Dann vernichteten die Ladies je vier Drinks in insgesamt 30 Minuten – handgestoppt! Ob es an der ausgeprägte Saugfähigkeit der Denner-Damenbinden lag? Wir werden es wohl nie erfahren. Hossa die Waldfee!

Während ich als Fahrer an meinem Denner-Spezial-Bierchen zuzelte, verdrängten Steve und Mike mit rollenden Augen ob der weiblichen Saugkraft den Hopfensaft aus dem kleinen grünen niedlichen Glasfläschchen. Dann probierte ich mein Glück an der Bar – in der dritten Reihe. Ich versuchte es eher in der Mitte. Musste mich aber dafür durch die am Rand Tanzenden vorsichtig bewegen. Was gar nicht so einfach ist; denn man weiss nie, ob sich derjenige, welcher gerade versucht seiner Tanzpartnerin das Ohr abzukauen, plötzlich von John Travolta inspiriert umdreht, mit mir zusammenstösst und den Inhalt seines Plastikbechers entleert.

Ich stehe also an. Vor mir noch ein „Auf seinen ganz einfachen Drink“-Wartender. Und ich hab den besten aller Barman erwischt. Aus der „Wirtschaft“ schien dieser nicht zu kommen. Er nimmt einen „Longdrink“-Becher vom Stapel, schaufelt mit einer Kelle einen Eiswürfel nach dem anderen in den Becher, zählt dabei scheinbar mit aller Kraft bis 4 (kein Spickzettel in der Nähe), stellt den Becher vor sich auf ein dünnes aber vollkommen durchnässtes Tuch, sucht die Wodka-Flasche, findet diese bei der Kollegin neben ihm (es ist ihre), schenkt mit zusammengekniffenen nivellierenden Augen 4,2549 Zentiliter ein, stellt die Flasche ab, sucht die Lemmonflasche, findet keine, überlegt kurz, nimmt sein eigenes Proseccoglas, leert dieses, dreht sich um, holt eine neue Flasche aus dem grossen Kühlschrank hinter sich, öffnet diese, kneift die Augen wieder zusammen und schenkt den Becher voll. Dann nimmt er den Becher und stellt diesen auf die Theke vor den Typen direkt vor mir. Dieser schaut den Becher an, dann den Barman und meint „Ich han an Whiskchy-Chola wolle!“. Der Barman schaut in die Runde und schiebt den Becher dem Nächsten hin. Dem ist es mittlerweile egal, was er bekommt, Hauptsache etwas Flüssiges und er zahlt den mit viel Liebe zubereiteten Wodka-Lemmon.

Nach diesem mitreissenden Beispiel fachmännischer Handwerkskunst wechsle ich nach rechts direkt in die erste Reihe an die Theke. Dort befindet sich der Einzugsbereich der wirklich flinken Kollegin des Hardcore-Barman’s. Ratzfatz bekomme ich 5 Bier und schlängle mich zurück zu Mike und Steve, die schon mit trockener Kehle und am Gaumen klebender Zunge halb besinnungslos sehnsüchtig am Rande der Austrocknung auf meine Rückkehr von der Tränke warten.

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Waschmittel und die Familienpackung Damenbinden

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 Es kommen bestimmt mal harte zeiten  Dennerwerbung kann so schön sein

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Die Notreserve  Volle Halle

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Ewigi Liebi  Steve mit Jacke, Bier und Ziggi

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Maag-Hall Denner-Party  Let’s dance!

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Mike mit Becher  Deca-Dance

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 Mülltrennung: Bierflaschen im Einkaufswagen und Plastikbecher im Container. Sauba sag i!  Isch dasch es Cheidi?

Wir entschlossen uns frisch nachgetankt und mit ausreichend Reserven versehen erneut gestärkt (durch den ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt) die Stellung zu wechseln. Die Ladies neben uns befanden sich gleichwohl in erheiterter Stimmung bereits leicht angezählt in der zweiten Vierer-Drink-Runde. Aber gut, dass man (Frau) einen Becher (oder mehrere) Wodka-Lemmon zum Festhalten hat. Ob die Damen Runde 3 erreichten oder mit Dennertüten bepackt das Weite suchten und fanden, konnten wir nicht mehr in Erfahrung bringen. Wir suchten ein weiteres ruhigeres Plätzchen, um etwas das Tanzbein zu schwingen.

Was einfacher gesagt war, wie getan; denn der Bodenbelag der Tanzfläche hatte sich auf wundersame Weise in ein Gemisch aus Cornflakes-Waschpulver-Energydrink-Wodka-Whisky-Cola-Flaschen-Becher-Gemisch verwandelt. Wegwerfgesellschaft par excellence. Tja, die vom Veranstalter bereit gestellten „Mülltrennungsbehältnisse“ quollen über. Ob es im alten Rom bei Gelagen auch so ausgesehen hat? Nein, dort gab es sicher mehr Tonscherben auf dem Boden. Plötzlich setzte die Musik aus. Zuerst kurz, dann länger. Der Menge machte das aber nichts aus; denn man konnte noch leise im Hintergrund den Song hören. Und so sangen die Leute einfach selbst mit – und tanzten weiter.

Gegen 4 Uhr morgens verliessen wir die heiligen Tempel der „etwas anderen Party“ und schlenderten zurück zum Parkhaus. Nicht ohne dass Mike und Steve noch die „Heidi“ fanden – direkt neben dem Matterhorn – im Treppenhaus der Tiefgarage. Sachen gibt’s…

Weiter Bilder von der Denner Superdiscount Disco Party gibt’s auf der Website www.sddp.ch

3 Responses to Bilder und Bericht – Denner Superdiscount Party vom 19.01.2008

  1. Claudio sagt:

    Der John Travolta, das war vielleicht Philippe Gaydoul undercover.

  2. steve sagt:

    *sing* na… na na na na naaaaa naaaa…. *sing*
    (whie stripes, seven nation)

    :p 😀

  3. […] Bilder und Bericht – Denner Superdiscount Disco Party vom 19.01.2008 […]

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