Nichtraucherschutzgesetz oder „Wo der Spass aufhört“ – ein Leserbrief


In Deutschland gilt ab 01.01.2008 ein totales Rauchverbot in gastronomisch genutzten Räumlichkeiten. Das betrifft sämtliche Bars, Restaurants, Discos, Clubs, Cafes etc. pepe. Seit dem riecht es z.B. in einer unserer Stammdisco in Regensburg nicht mehr nach kaltem Rauch – nein, es riecht nach Methan. Geraucht werden darf nur noch vor der Tür. Aber nicht direkt vor der Tür auf dem Platz, weil sich die Anwohner schon beschwert haben, sondern ein paar Meter weiter in einer Querstrasse. Die Strassen Regensburg sind Nachts am Wochenende gefüllt von Rauchern, die vor den Lokalen stehen, um die „Zigarette danach“ sich einzuverleiben. In Bayern gilt es sogar für Festzelte. Welche Auswirkungen dies auf das Oktoberfest in München haben wird, ist noch offen.

Heute erreichte mich folgende Mail von Fred: 

„Als überzeugter Raucher bin ich der Meinung, dass der Spass (der Politiker) dort aufhört, wo meine persönliche Freiheit angegriffen wird (und das wird sie nicht nur durch das Nichtraucherschutzgesetz). Natürlich bin auch ich dafür, dass überzeugte Nichtraucher ebenso das Recht haben, Lokalitäten aufzusuchen, in denen nicht geraucht wird. Aber sind wir mittlerweile ein derart ignorantes Volk geworden, dass wir die Unternehmer (Wirte) nicht mehr selbst entscheiden lassen, für welches Klientel, also Gäste, sie die Pforten ihres Lokals öffnen? In der soviel gepriesenen freien Marktwirtschaft bestimmt normalerweise immer noch Kunde den Bedarf und nicht der Gesetzgeber.Das Rauchverbot in Bayern hat mit Nichtraucherschutz nicht das geringste am Hut. Wirksamen NR-Schutz kann man durch kurzzeitiges Einschalten des Verstandes wesentlich intelligenter, effizienter und vor allem liberaler gestalten. Doch dieses Rauchverbot ist aus Ideologie, Fanatismus, Machtgier und Selbstherrlichkeit entstanden. Es gibt kein einziges schlüssiges Argument für diese Diskriminierung.
Wegen Wegfalls bisheriger Feindbilder braucht man in der Politik offensichtlich neue Minderheiten an denen man demagogische Gelüste ausleben kann. Ausgehend von Amerika entstand das Feindbild „Raucher“ und viele europäische Staaten laufen dem hinterher.

Wann kommt der Stern für Raucher?!?

Es gibt keine medizinisch- wissenschaftliche Studie, die diese Rauchverbote rechtfertigen würde. Die angeblichen Passivrauchtoten sind aus einer Statistik hochgerechnet worden und mit enormen Fehlerpotential behaftet (1/3 älter als 85 Jahre, 2/3 älter als 75 Jahre). Wie man sich Statistiken für die jeweilige Sache zurechtbiegt dürfte jedem bekannt sein.

Das Feindbild „Raucher“ entspricht einfach dem Zeitgeist! Übersehen wurde dabei, dass man das Rad auch überdrehen kann. Es ist eine Tatsache, dass man einen Staat oder Staaten (EU) auch von innen her zersetzen kann. Dazu braucht es keine äußeren Feinde.

Ein Bericht in Deutschlands Bildungszeitung Nr.1 zeigt eigentlich erst bei näherer Betrachtung die ganze Ironie dieses unsinnigen Gesetzes!

Ich zitiere: „Kinder leiden am meisten unter dem sog. Passivrauchen. 8,4 Mio. Kinder müssen in der elterlichen Wohnung das Rauchen ihrer Eltern ertragen.“

Jetzt einfach mal Verstand eingeschaltet und kurz nachgedacht!

Wie viel Kinder besuchen im Normalfall eine Kneipe, Bar etc.? Wahrscheinlich eine Quote unter 0,01 %, aber dem erwachsenen mündigen Bürger und Gast erklärt unsere ach so glorreiche Regierung das er eigentlich zu blöd ist, um für sich selbst zu entscheiden was er tut. Rauchen zu Hause oder im Auto, was nachweislich wesentlich schädlicher ist als jede Zigarette im Wirtshaus ist ein Tabuthema. Sollte man doch besser das Rauchen nur noch in Gaststätten erlauben und sofort würden Millionen von Menschen in Deutschland wesentlich gesünder leben….

Wobei ich allen Rauchern und ganz dringend auch den Nichtrauchern folgendes zu bedenken geben möchte, wo der eigentliche Sinn diese „Nichtraucherschutzgesetz “ steckt:

Ein Staat hat üblicherweise für das Wohl seiner Bürger zu sorgen; soll heißen, Arbeitsplätze schaffen, Kranken- und Altersversorgung sicherstellen, bestmögliche Ausbildung gewährleisten usw. usw.. Aber was passiert tatsächlich in Deutschland? Trotz steigender Unternehmensgewinne, welche nicht zuletzt aufgrund der gewaltigen Subventionen (finanziert durch unsere Steuergelder) seitens der Regierung an die Großkonzerne, erzielt werden, wandern immer mehr Unternehmen ins Ausland ab oder zerpflücken alteingesessene Firmen und hinterlassen ein weiteres Heer von Arbeitslosen. Bestes und jüngstes Beispiel: Nokia. Der nächste Hammer wird wohl BMW sein, welche mit der Produktion ins Ausland gehen wollen oder müssen, wie sie selbst sagen.

Gute Nacht München, Regensburg und Niederbayern…

In der Nachkriegszeit haben die Unternehmer weit weniger Gewinne erzielt als heute, trotzdem war die soziale Grundsicherung für alle gewährleistet und zwar mit weitaus besseren Leistungen als heute.

All das lässt einen natürlich an der Zuverlässigkeit und Kompetenz unserer politischen Führungskraft zweifeln und das mit steigender Tendenz. Nicht zuletzt die unübersehbare „Amerika-Hörigkeit“ (oder vielleicht besser: Amerikanismus) mit welcher alles was von drüber rüber kommt, unverzüglich bei uns Fuß fasst und mit einer Begeisterung umgesetzt wird, dass einem schon fast schlecht wird. MacDonalds und Burger King lassen grüßen (übrigens sind das auch Gewinner des Nichtraucher- Schutzgesetzes, wie man sich vorstellen kann) Statt gemütlich in einem Restaurant der guten alten Zeit zu sitzen, stopft man sich eben mal schnell unterm Gehen einen Hamburger oder rein. (Fragt doch einfach mal bei Eurer Krankenversicherung nach, wie viele Milliarden Euro, verursacht durch falsche Ernährung, jährlich für die dadurch entstehenden Krankheiten ausgegeben werden müssen.)

Langsam wächst natürlich hier mit Recht die Gefahr, dass des Volkes Unwille Überhand nimmt und es irgendwann zu einer gewaltigen Demonstration, Generalstreik oder sonst einer Explosion kommt. Um dies jedoch zu verhindern, bedient man sich eines seit Urzeiten erfolgreichen Mittels. „Spalte das Volk, auf dass es sich nicht einig ist“. Im Klartext: Autofahrer gegen Fußgänger – Junge gegen Alte (noch nie hat man von so viel von sog. Jugendkriminalität gelesen wie momentan) und siehe da: Raucher gegen Nichtraucher! Schon wieder hat man einen Weg gefunden, einen Keil in die Bevölkerung zu treiben. Ein uneinig Volk ist schließlich leichter zu führen, zu bevormunden und selbstverständlich zu überwachen (siehe Vorratsdatenspeicherung, Onlineüberwachung etc.), als 80 Millionen Menschen, die, natürlich nicht immer, aber im Wesentlichen einer Meinung sind.

Was kommt als nächstes?

Ganz klar, das Alkoholverbot! (Es wird bereits über ein Verbot für Alkoholwerbung von unseren sogenannten „Volksvertretern“ nachgedacht). Genauso begann es auch mit dem Rauch! Erst die Werbung, und dann sind die Tankstellen dran die mit einem Verkaufsverbot belegt werden. O-Ton aus dem Gesundheitsministerium: „Frustsaufen beginnt abends um zehn an den Tankstellen!“

Wo das Ganze dann endet kann sich wohl mittlerweile jeder selbst ausmalen! Vermutlich in einer kaum besuchten Kneipe mit wunderbarer Luft und Holunderblütenschorle.

In diesem Sinne appelliere ich an alle Fraktionen unseres Volkes – ob Raucher oder Nichtraucher, Pizzabäcker oder Gourmetkoch, ob Autofahrer oder Fußgänger, Jugendliche oder Rentner usw.:

Steht endlich auf und wehrt Euch gegen diesen zynisch dilettantischen politischen Führungsstil – wir sind das Volk und wir sind nicht dumm!!! (in Abwandlung von Westerwelles Ansprache)

Bevor mich der Herr Beckstein nun in den Kerker sperren lässt:
Dies ist kein Aufruf und kein Putschversuch, sondern lediglich meine Meinung (Meinungsfreiheit), in der Hoffnung, dass sich weitere Mitmenschen ebenfalls Gedanken um unser „freies“ Land machen…

Fred

Übrigens, der schlimmste politische Führer den dieses Land je gesehen hat, war militanter Vegetarier, und hat trotzdem nie den Versuch unternommen das deutsche Volk zu vegetarisieren!!!

P.S: Ich fordere ein Gesetz, dass das Niesen und Husten in der Öffentlichkeit bei der Androhung öffentlichen Auspeitschens strengstens verbietet und dieses Gesetz muss rücksichtslos und unnachsichtig „exekutiert“ werden. Schliesslich werde ich durch diese Bazillenschleudern schwer in meiner Gesundheit gefährdet – wie (ausnahmsweise) wissenschaftlich erwiesen ist, sterben jährlich tausende, ach was hunderttausende, an den Folgen einer Tröpfcheninfektion. Extrem gefährlich! Und es ist eine unzumutbare Beeinträchtigung meiner Bewegungsfreiheit.. ich will immer und überall mich an jedem Ort aufhalten können, der mir beliebt, ohne mich der Gefahr passiver Ansteckung aussetzen zu müssen – nur weil diese renitenten Schwerstbazilliker überall herum schnäuzen und ihre ekligen Rotzfahnen liegen lassen müssen. Ich werde nach erfolgter Verabschiedung durch „Schüttelschorsch Schmid“ (Erfinder des dümmstem bayrischen Gesetztes aller Zeiten) umgehend eine mit Flammenwerfern und ABC-Schutzanzügen ausgerüstete Anti-Bazillen-Miliz gründen und für Ordnung in meinem Viertel sorgen.

WEr REchtschriebveler und Ironie findet, kann sie behalten oder bei Ebay versteigern!

Nachtrag für den Blog:

  1. Seit den ersten Studien über Passivrauch 1981 in Kalifornien ist es bis heute niemandem gelungen, die angebliche Schädlichkeit des Passivrauchens zu beweisen. Die Polit-Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) hält einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand, ebensowenig wie deren „Wissenschaftler“ keiner wissenschaftlichen Dikussion gewachsen sind.
  2. Alle von mir angeschriebenen Politiker sind bislang nicht in der Lage gewesen, Auskunft über die wissenschaftliche Basis ihrer politischen Entscheidung beim Rauchverbot zu geben (z.B. in Bayern: Georg Schmid/CSU, Barbara Rütting/Grüne). Kathrin Sonnenholzner/Bayern-SPD verweist auf die fehlerhafte DKFZ-Studie. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung ist überhaupt nicht auskunftsfähig.

Gruß und schönes WE aus dem totalitären Bayern in die liberale Schweiz
Fred Feslbeck“

7 Responses to Nichtraucherschutzgesetz oder „Wo der Spass aufhört“ – ein Leserbrief

  1. mina sagt:

    Huh, ein militanter Rauchfanatiker hat gesprochen.

    Jemand der der es im liberalen Freistaat Bayern den Menschen nicht selber überlassen will ob sie beraucht werden wollen oder nicht.

    Wird Zeit das die Schweiz auch liberale Gesetze einführt, die verhindern das kleinkarierte Raucher über Nichtraucher bestimmen.

  2. LobbyControl sagt:

    Von wegen Politstudie des DKFZ.
    Die Tabaklobbystudie der BGN ist entlarvt.

    Klicke, um auf Stellungnahme_des_DKFZ_zu_Positionen_der_BGN_30_01_2008.pdf zuzugreifen

    Stellungnahme des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zur Position der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten (BGN) zum Passivrauchen

    1. Zur Auffassung der BGN, die Entscheidungsgrundlagen für Rauchverbote in deutschen Gaststätten seien „zweifelhaft“. Die Entscheidung der Politik, auch in Deutschland Nichtraucherschutzgesetze im Bund und in den Ländern zu erlassen, basiert nicht allein auf Band 5 der Roten Reihe des DKFZ („Passivrauchen – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko“), wie die BGN unterstellt, sondern auf einer Vielzahl wissenschaftlicher Entscheidungsgrundlagen. Für die Beurteilung der Gefährlichkeit des Passivrauchens kommt der Bewertung durch die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine besondere Bedeutung zu. Diese Kommission hat sich im Jahre 1998 eingehend mit der Problematik befasst und detailliert die außerordentlichen Gefahren des Passivrauchens für die Gesundheit der Betroffenen dargelegt. Nach dem Urteil der Kommission kann kein Zweifel daran bestehen, dass Passivrauchen „Krebs erzeugend für den Menschen“ ist. Demzufolge sind Innenräume, in denen das Rauchen zugelassen wird, gesundheitsgefährdend. Auch der Ausschuss für Gefahrstoffe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat das Passivrauchen in das „Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder und fortpflanzungsgefährdender Stoffe“ aufgenommen. In diesem Bereich befinden sich Stoffe, „die auf den Menschen bekanntermaßen Krebs erzeugend wirken. Der Kausalzusammenhang zwischen der Exposition eines Menschen gegenüber dem Stoff und der Entstehung von Krebs ist ausreichend nachgewiesen“. Diese Bewertung wurde auch von der International Agency for Research on Cancer, der Krebsforschungseinrichtung der Weltgesundheitsorganisation, im Jahr 2004 in einer Monographie zur Gesundheitsgefährdung von Rauchen und Passivrauchen vorgenommen. Alle diese Einschätzungen und Publikationen lagen bereits vor, als das Deutsche Krebsforschungszentrum seinen Report „Passivrauchen – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko“ im Jahr 2005 herausgab. Das DKFZ befindet sich also in guter Gesellschaft und in Übereinstimmung mit nationalen und internationalen wissenschaftlichen Autoritäten. Der Report stellt eine Zusammenfassung des bestehenden Wissens zum Passivrauchen dar und enthält drei Schwerpunkte: eine Darstellung des toxikologischen Wissens zu den Gefahren des Tabakrauchs, eine Übersicht über das Ausmaß der Passivrauchbelastung in der deutschen Bevölkerung und schließlich eine Berechnung der Todesfälle durch Passivrauchen, in welcher eine international anerkannte epidemiologische Methodik auf Deutschland angewandt wurde. Wenn die BGN die Entscheidungsgrundlagen der Politik für einen Schutz der Bevölkerung vor Passivrauchen bezweifelt, so negiert sie nicht nur die wissenschaftlichen Ergebnisse der führenden nationalen und internationalen toxikologischen Experten. Sie negierte im Dezember 2007 auch die Tatsache, dass bereits ein halbes Jahr zuvor – im Juli 2007 – internationale Leitlinien zum Schutz der Bevölkerung vor Passivrauchen von über 150 Mitgliedsstaaten und der WHO einstimmig verabschiedet wurden. Diese Leitlinien, die vom DKFZ ins Deutsche übersetzt wurden und unter dem Menüpunkt Publikationen auf der Webseite http://www.tabakkontrolle.de einzusehen sind, stellen die Zusammenfassung des internationalen Wissens unabhängiger Experten dar, die in jahrelanger Arbeit die Daten und Fakten zum Passivrauchen zusammengetragen haben.

    2. Zu den Mutmaßungen der BGN hinsichtlich der Berechnung von Passivrauchtodesfällen in Deutschland. Die BGN hat Zweifel an der Berechnung der Passivrauchtodesfälle in Deutschland geäußert, die von dem international renommierten Epidemiologen Prof. Dr. Ulrich Keil (Lehrstuhl für Epidemiologie und Sozialmedizin am Universitätsklinikum Münster) und seinen Mitarbeitern erstellt wurde. Die Einzelheiten der Berechnung sind in einem acht Seiten langen Anhang im DKFZ-Report „Passivrauchen – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko“ nachzulesen. Darüber hinaus wurde die Methodik in zwei international führenden Fachzeitschriften transparent gemacht, und zwar im European Heart Journal (2007, 28, S. 2498-2502) und im European Journal of Cardiovascular Prevention & Rehabilitation (2007, 14, S. 793-795). Die BGN hat diese Publikationen jedoch offenkundig nicht zur Kenntnis genommen. Statt ihre gegenteilige Position in einem internationalen Journal wie dem European Heart Journal darzulegen, wie es gute wissenschaftliche Praxis wäre, hat die BGN ihre Mutmaßungen und Unterstellungen auf der eigenen Internetseite in Umlauf gebracht.

    3. Zur Position der BGN, Risikominimierung statt Risikoeliminierung zu verfolgen. Alle führenden, von der Tabakindustrie unabhängigen Expertengremien gehen davon aus, dass es beim Schutz vor Passivrauchen nicht um eine Risikominimierung gehen kann, wie dies von der BGN gesehen wird, sondern eine Risikoeliminierung erforderlich ist. Denn Tabakrauch ist kein Gefahrstoff im Sinne der Gefahrstoffverordnung. Jedwede Gleichsetzung von Tabakrauch mit einem Gefahrstoff ist verfehlt, denn die Gefahrstoffverordnung ist nicht für Tabakrauch konzipiert worden, sondern für gefährliche (meist krebserzeugende oder erbgutverändernde) Stoffe, die bei wirtschaftlich unverzichtbaren Prozessen entstehen. So ist es technisch unvermeidbar, dass z. B. Benzol (erzeugt Leukämie) bei der Verkokung von Kohle entsteht oder Butadien (Autoreifen-Grundstoff, verursacht u. a. Lungenkrebs) bei sog. Crack- Prozessen. Entsprechend ihrer Gefährlichkeit unterliegen solche Stoffe strengen Auflagen, z. B. der, dass sie, wo immer möglich, durch weniger gefährliche Alternativen zu ersetzen sind, oder ihre Arbeitsplatzkonzentration konsequent zu minimieren ist. All diese Regularien treffen für Tabakrauch nicht zu: Seine Entstehung ist wirtschaftlich keineswegs unverzichtbar und er kann auf höchst einfache Weise, durch ein Rauchverbot, vom Arbeitsplatz verbannt werden. Mit der Expositionsvermeidung werden alle Notlösungen technischer „Nichtraucherschutzsysteme“ überflüssig, zumal diese in Anschaffung und Unterhalt teuer sind und die anzustrebende Nullexposition verfehlen. Insbesondere die deutlich höhere Gesundheitsbelastung von Gastronomiemitarbeitern – das DKFZ hat hierzu einen neuen Report im Dezember 2007 vorgelegt – ist nur durch eine rauchfreie Gastronomie vermeidbar. Diese Position wird nicht nur von der WHO, sondern von über 150 Mitgliedstaaten weltweit vertreten und viele Staaten haben bereits entsprechende Gesetzgebungen geschaffen beziehungsweise werden dies in naher Zukunft tun. Die Mitgliedsstaaten haben auch festgehalten, dass es keinen weiteren Forschungsbedarf mehr gibt, denn es wurde in ausreichenden Studien der Beleg für die Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen erbracht. Selbst der amerikanische Gesundheitsminister stellte im Juni 2006 fest „[…] the debate is over. The science is clear: secondhand smoke is not a mere annoyance, but a serious health hazard that causes premature death and disease in children and non-smoking adults”. Wenn die BGN im Jahr 2007/2008 noch einen weiteren Forschungsbedarf zum Passivrauchen sieht, hat sie ganz offensichtlich nicht die Fachliteratur gelesen oder will die Ergebnisse der unabhängigen Wissenschaft beharrlich nicht zur Kenntnis nehmen.

    4. Zur Position der BGN zur Anerkennung von passivrauchbedingten Erkrankungen wie Lungenkrebs, Herzerkrankungen und chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen als Berufskrankheiten bei Gastronomiemitarbeitern. Die von der BGN im Dezember 2007 vorgelegte „Bewertung arbeitsbedingter Erkrankungen mittels Kennziffern und Expertisen“ ist hinsichtlich der Datengrundlage, der Auswahlkriterien und der methodischen Vorgehensweise nicht nachvollziehbar. Hier erfüllt die BGN selbst nicht die Ansprüche an die Wissenschaftlichkeit und die Transparenz der Methodik, die sie vom DKFZ erwartet. Weiterhin ist festzuhalten, dass die Behauptung der BGN, 60-80 % der in der Gastronomie Tätigen seien Aktivraucher, den neuesten Daten des Mikrozensus des Statistischen Bundesamts widerspricht. Der Mikrozensus ist die einzige deutsche Repräsentativbefragung, die auf Grund der hohen Fallzahl eine Differenzierung nach Berufsgruppen zulässt. Diesen Daten zufolge sind 48 % der Beschäftigten in Gaststätten und 52 % der Beschäftigten in Kneipen selbst Raucher. Das heißt, die Hälfte der Beschäftigten im Gastronomiebereich sind Nichtraucher.

    5. Zum Vergleich der Partikelkonzentrationen in einer Garage, verursacht durch Zigarettenrauch und Dieselruß (dem sogenannten „Garagenversuch“). Das DKFZ hatte in der 1. Auflage des Reports „Passivrauchen – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko“ als ein Beispiel für die Partikelkonzentration in Innenräumen durch Tabakrauch im Vergleich zu Dieselruß eine Studie zitiert, die von italienischen Wissenschaftlern in der Fachzeitschrift „Tobacco Control“ (Invernizzi et al. 2004, 13, 219-221) veröffentlicht wurde, nachdem sie durch ein Gutachterverfahren zur Veröffentlichung frei gegeben worden war. Die Studie wurde weder vom DKFZ durchgeführt, noch vom DKFZ publiziert, wie die BGN suggeriert, sondern lediglich zitiert. Ein Abgleich mit Literaturdaten zeigte indes später, dass der gemessene Unterschied in der Partikelhäufigkeit nur für das angegebene Größenfenster (1-10µm), nicht jedoch für die Gesamtheit aller Partikel galt (in der Partikelhäufigkeit Diesel gegen Tabakrauchpartikel). Deshalb hatte das DKFZ bereits in der 2. Auflage seines Reports im Jahr 2006 bewusst auf eine erneute Zitierung verzichtet.

    6. Zu den Mutmaßungen der BGN, dass die bestehenden Verbote das Rauchen aus dem beruflichen Umfeld in das Private verlagern und dadurch Kinder stärker belastet würden. Die von der BGN zitierte Untersuchung des Umweltbundesamtes und des Robert-Koch-Instituts konstatiert einen Anstieg der Passivrauchbelastung von Kindern in Deutschland zwischen 1990/1992 und 2003/2006. Dieser Anstieg hat vielfältige Ursachen und ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass in den 1990er Jahren der Zigarettenkonsum insbesondere bei den jüngeren Altersgruppen zugenommen hat. Die Behauptung der BGN, in Deutschland seien „durch die Ächtung des Rauchens in der Öffentlichkeit und am Arbeitsplatz Verlagerungen vom Arbeitsplatz in die Wohnungen nachweisbar“, ist unbegründet. Es gibt keine Untersuchung, die diese Spekulation der BGN rechtfertigt. Tatsächlich deuten Erfahrungen im Ausland darauf hin, dass durch Rauchverbote in der Öffentlichkeit und am Arbeitsplatz auch das Rauchen zu Hause stärker thematisiert und reglementiert wird. Der letzte Artikel zu dieser Thematik ist im angesehenen Wissenschaftsjournal British Medical Journal erschienen und zeigt am Beispiel von Schottland, dass die Einführung eines Rauchverbots in der Gastronomie keineswegs zu einem Anstieg der Passivrauchbelastung von Kindern führt. Vielmehr gab es sogar in einigen Untergruppen deutliche Rückgänge der Passivrauchbelastung.

    7. Zu den Mutmaßungen der BGN über den Status und die Finanzierung des WHOKollaborationszentrums für Tabakkontrolle im DKFZ. Das WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle ist integraler Bestandteil des Deutschen Krebsforschungszentrums. Im Jahr 2002 wurde die Stabsstelle Krebsprävention, die unmittelbar dem Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Krebsforschungszentrums unterstellt ist, von der Weltgesundheitsorganisation als „WHO Collaborating Centre for Tobacco Control“ anerkannt. Die Stabsstelle Krebsprävention bzw. das WHO-Kollaborationszentrum finanzieren sich aus Haushaltsmitteln des DKFZ, welche eine Stiftung öffentlichen Rechts ist. Es erfolgt keine finanzielle Förderung durch die WHO. Auch wird die Arbeit nicht „über die Pharmazie finanziert“, wie von der BGN suggeriert wird. Das WHO-Kollaborationszentrum lehnt darüber hinaus ebenso wie alle anderen Abteilungen des DKFZ Mittel der Tabakindustrie ab. Hierzu besteht ein ethischer Kodex. Die rund 30 Publikationen zum Rauchen und Passivrauchen der letzten Jahre wurden erst nach internen als auch externen Begutachtungen freigegeben. Auch sind viele Publikationen in der Zusammenarbeit mit renommierten nationalen und internationalen Wissenschaftlern entstanden oder von diesen verfasst worden.

    Fazit: Die BGN kennt entweder die wesentlichen Fakten nicht oder bewertet diese falsch. Diese Ignoranz schadet vor allem den Beschäftigten ihrer Mitgliedsbetriebe. Die BGN verstößt damit gegen den eigenen Auftrag, eine wissenschaftlich fundierte Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsstörungen zu leisten.

  3. Felix sagt:

    Lieber LobbyControl.

    Wenn Du schon seitenweise zittierst, dann tu dies auch vollständig:

    http://www.bgn.de/webcom/show_article.php/_c-440/_nr-113/_p-1/i.html und folgende Seiten – Da ist alles veröffentlicht (unter „Weiterführende Links“, „Wissenschaft und Forschung“, „Bewertung arbeitsbedingter Erkrankungen mittels Kennziffern und Expertisen“ findet man die ganz konkreten Fragen an die Tabakkontrolle, welche bis heute nicht inhaltlich beantwortet wurden).

    So liefert die Tabakkontrolle keine schlüssigen Erklärungen für die enormen regionalen und geschlechtsspezifischen Unterschiede. Keine Erklärung, weshalb Köche/Köchinnen gefährdeter sind, als Kellner/Innen (welche im „Tabak kontaminierten“ Restaurant arbeiten) und auch keine Erklärung, weshalb sowohl KöchInnen, als auch KellnerInnen fast duchwegs ein Risiko unter 1 aufweisen (im Vergleich mit den Krankenakten der anderen Expositionsgruppen von insgesamt 6’500’000 Mitgliedern)

  4. mina sagt:

    Die Haltung der BGN ist doch klar – sie haben keinen Bock die real durch Tabakrauch verursachten Krankheitsfälle in der Gastronomie zu zahlen. Und wenn man sich beim BGN über 10 Seiten über „Kochdämpfe“ oder „Kerzendüfte“ ereifert, spricht man der größten Gefahr, dem Tabakrauch, fast nichts zu.

    Es braucht keine Erklärungen für geschlechtsspezifische oder regionale Unterschiede. Die Auswirkungen sowie die Schädlichkeit ist ja gegeben.

  5. Felix sagt:

    Die Auswirkungen sowie die Schädlichkeit ist nicht mehr, als ein Dogma!

    Wenn man die original englischen Texte liest, welche als „Beweismittel“ hinzugezogen werden, dann sprechen diese von „could“, „may be“, etc. In der deutschen Übersetzung liest sich das dann als „Beweis“…

    …Du glaubst also subjektiv ausgefüllten Fragebogen mehr, als den Akten real erkrankter Menschen?

  6. DukeNukem sagt:

    Dogma, har har…….

    Lies mal hier, Felix:

    http://ije.oxfordjournals.org/cgi/content/abstract/dym158v1

    In einer Metastudie haben Wissenschaftler die Daten von einer großen Anzahl existierender einzelner Studien zur Korrelation von Passivrauchexpostion und dem Auftreten von Lungenkrebs bei Exponierten herausgearbeitet. Das Ergbenis ist eindeutig:

    “ Conclusions: The abundance of evidence, consistency of finding across continent and study type, dose-response relationship and biological plausibility, overwhelmingly support the existence of a causal relationship between passive smoking and lung cancer. “

    Übersetzung: “ Schlussfolgerungen: Die Fülle von Beweisen und die Übereinstimmung der gefundenen Ergebnisse über alle untersuchten Kontinente und Studienarten hinweg, über Dosis-Wirkungsbeziehungen und biologische Plausibilität stützt in überwältigender Weise einen Kausalzusammenhang zwischen Passivrauchen und Lungenkrebs. “

    Dem ist nichts hinzuzufügen. Passivrauch erzeugt Lungenkrebs. Punkt.

  7. Sonja sagt:

    Hey!
    Ich bin der Meinung. dass das Rauchverbot sinnvoll ist und dass man es schon viel früher einführen hätte müssen. All die Argumentre von Fred find ich schwachsinnig. Er hat ja auch keine bessere Idee, also soll er sich nicht aufregen. Und was bitte is so schlimm daran, wenn man sich ein paar Meter vor die Tür bewegen muss um die heiß geliebte Zigarette zu rauchen?!? Bewegung is ja auch noch gesund. Also, nicht aufregen Leute. Ich find man sollte sich da nich reinsteigern!!! Passivraucher verursacht Lungenkrebs! Es is einfach so! Und der Staat schützt alle Nichtraucher, Wirte, Gäste und sogar Raucher, man möge es nicht für möglich halten, vor dem gefährlichem Rauch! Und das is doch auch die Aufgabe des Staates.
    Warum muss sich in Deutschland jeder über jeden kleinen Mist aufregen. in Italien zum Beispiel hat man das Rauchverbot einfach eingeführt, keiner hat sich darüber aufgeregt und alle sind glücklich. Hier muss sich jeder wieder über alles aufregen!! Was füher an Demokratie zu wenig war, is jetzt viel zu viel.
    Und Fred, noch ein kleiner Tip! Nicht zu viel aufregen, is nich gut für die Gesundheit. Wenn du sowieso schon starker Raucher bist, solltest du wenigstens alle anderen gesundheitsgefähredeten Dinge lassen.

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