Wikileaks.org von US-Gericht abgeschaltet – Ursache Enthüllungen über verstecktes Geld?


Ob dieser Schuss nicht doch nach hinten losgeht?

Heise.de meldet heute 19.02.2008 (Auszug):

„Wer heute die Seite Wikileaks aufruft, erhält nur eine Fehlermeldung: Der Domainname wurde nicht gefunden. Grund ist eine Verfügung gegen den US-Registrar Dynadot, die den Provider nicht nur zur Löschung des Domainnamens der Whistleblower-Webseite verpflichtete, sondern auch die Offenlegung sämtlicher Account-Daten anordnete. Der Registrar wurde ebenso angewiesen, den Umzug der Domain zu einem anderen Provider zu verhindern. Dennoch sind die Inhalte von Wikileaks weiter verfügbar, zum Beispiel über die Ausweich-Domain wikileaks.cx.
Vorausgegangen war ein Rechtsstreit mit der Niederlassung des Schweizer Bankhauses Julius Baer auf den Cayman Islands. Wikileaks hatte im Januar mehrere hundert Dokumente veröffentlicht, die Steuerhinterziehung und Geldwäsche in dem Bankhaus belegen sollen. Darunter sind interne Schreiben, Korrespondenz und Kalkulationen.
Kurz nach der Veröffentlichung der Dokumente aus der Niederlassung des Bankhauses hatte eine Anwaltskanzlei die Löschung verlangt, wie Wikileaks auf einer eigenen Seite dokumentiert. Darin führt der Anwalt aus, dass es sich bei den Dokumenten um illegal veröffentlichtes Material handele, und fordert die Löschung der Dokumente.“

Telepolis.de berichtet über das gleiche Thema unter dem Titel „Schweizer Bank geht gegen Whistleblower-Seite vor“ (Autor Florian Rötzer ebenso im Auszug)

„Bei den auf der Webseite veröffentlichten Dokumenten geht es um Geschäfte, die mit Steuerhinterziehung verbunden sind – auch Deutsche sollen hier beteiligt sein
Während in Deutschland mit dem Kauf der DVD durch den BND, und die Razzien gegen Steuersünder Liechtenstein wieder einmal als Paradies für Steuerhinterziehung ins Visier geriet, geht es bei der gerichtlich durch eine einstweilige Verfügung gegen die 2006 gegründete Website wikileaks.org um einen ähnlichen Fall (
Bestrafe einen und warne hundert). 
Erwirkt hat die Verfügung gegen die Whistleblower-Seite, auf der allerdings für die Informationen kein Geld angeboten wird (Anm. d. Red. Der BND zahlte angeblich 5 Millionen Euro für die DVD), die Schweizer Bank Julius Baer, die auch eine Niederlassung auf den Cayman Islands besitzt. Wikileaks hat Dokumente über die Geschäfte der Bank auf den Cayman Islands veröffentlicht, wobei es auch um Steuerhinterziehung und Geldwäsche gehen soll.
Ein kalifornischer Richter verfügte nicht nur, dass die Webseite durch den Provider vom Netz genommen werden muss, sondern auch, dass der Domainname nicht an einen anderen Besitzer übertragen werden darf. Über die URL ist die Seite zwar nun nicht mehr zu finden, wohl aber über die IP-Adresse 88.80.13.160/wiki/Wikileaks, da sie in Schweden gehostet ist. Dort sind dann auch alle Dokumente zu finden. Zudem sind andere Websites des Whistleblower-Netzwerkes wie wikileaks.de oder wikileaks.be noch zugänglich und berichten über den Vorfall.“

Mittlerweile berichtet auch „Der Spiegel“ (Schweizer Bank bekämpft Enthüllungs-Wiki), sowie erste Schweizer online-Medien. Es werden stündlich mehr News.
Aber nicht nur deutschsprachige Medien berichten aktuell. Auch die internationalen Nachrichtenmagazine reagieren

Zum Beispiel NBC11.com unter der Schlagzeile „Judge Shuts Down SF Based Whistleblower Web Site„. Die „New York Times“ schreibt über diesen einmaligen Fall der Internet Zensur (Auszug):

„Web Site That Posts Leaked Material Ordered Shut
In a move that legal experts said could present a major test of First Amendment rights in the Internet era, a federal judge in San Francisco on Friday ordered the disabling of a Web site devoted to disclosing confidential information.

The case in San Francisco was brought by a Cayman Islands bank, Julius Baer Bank and Trust. In court papers, the bank claimed that “a disgruntled ex-employee who has engaged in a harassment and terror campaign” provided stolen documents to Wikileaks in violation of a confidentiality agreement and banking laws. According to Wikileaks, “the documents allegedly reveal secret Julius Baer trust structures used for asset hiding, money laundering and tax evasion.” „
 

Ihr kennt Wikileaks nicht? Wikileaks wurde 2006 gegründet, um jedem die Chance zu geben, anonym brisante Dokumente zu veröffentlichen. Das Motto der Seite ist: „Wir schützen Ihre Identität und maximieren die politische Wirkung.“ Auf der Seite wurden schon mehrere brisante Dokumente veröffentlicht. Die Gruppe gibt an, Geldwäsche in Höhe von 4,5 Milliarden Dollar aufgedeckt zu haben. Im Dezember sorgte die Gruppe für Schlagzeilen, als sie aufdeckte, wie vom US-Stützpunkt Guantanamo Informationen in der Wikipedia manipuliert wurden.
Auch veröffentlichte Wikileaks im Januar vertrauliche Dokumente, in welchen ersichtlich sein soll, was es sich der Freistaat Bayern kosten lässt, um Skype-Telefonaten und Skype-Buddy-Listen online auszuspionieren. Auch bekannt unter dem Namen „Bayern-Trojaner“.

Schliesslich bringt es „blogs.mediapost.com“ auf den Punkt:

„But despite Julius Baer’s preliminary court victory, the bank may well have already lost the public relations war. As of Tuesday morning, Wikileaks is still accessible online here, while its description of the court case is available here. Even if Julius Baer should succeed in taking down those links, the documents are also available via BitTorrent.“

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