Urlaub Koh Samui 26.02.2008 – Besser Dinieren in Chaweng – oder „Wer suchet der geniesst“


Heute schliefen wir wirklich lang. Wenn ich dann einmal erwachte, sah ich aus der gläsernen Terrassentür, erblickte blauen Himmel und den Sonnenschein auf dem Dach des Hotels „Patio“ gegenüber, merkte, dass Mike auch noch schlief, sah auf die Uhr, egal, und nickte erneut ein. Mike muss zwischendurch auch immer wieder erwacht sein; denn er erzählte hinterher, dass er das „Do not disturb“-Schild an die Tür gehängt hatte. So blieben wir verschont von der „Putze“. Chris meldete sich gegen Mittag. Er sei am Strand – die Sonne scheint. Seit gestern vermutet er kleine Haustiere im Bungalow zu haben und die Glühbirne im Bad hätte sich laut krachend beim Einschalten verabschiedet.

Mike und ich schliefen weiter. Erst gegen halb zwei rappelten wir uns die Augen reibend hoch. Zuerst ging ich duschen, Mike machte Kaffee und dann wechselten wir uns ab. Vor der Abreise packte Mike geistesgegenwärtig den löslichen Kaffee ein. Die Milch dazu kauften wir in einem Laden in Lamai schon gestern. Ohne Kaffee geht gar nix am Morgen – äh – nach Mittag.

Wir packten unsere Badesachen zusammen und verliessen das Hotelzimmer, schlenderten den Weg zum Strand durch die Bungalows entlang. Unten angekommen, blickten wir zuerst über das Meer hinaus. Mike meinte nur „Is des scheee!“. Wir wandten uns dem Strandrestaurant zu „Erst mal einen Kaffee“ und setzten uns in die erste Reihe an den schweren Holztisch und ich legte die Füsse auf den Stuhl neben mir. Die hölzernen Sonnenliegen im Schatten vor dem Strandrestaurant waren vollständig bis auf wenige gefüllt mit sich sonnenden mehr oder weniger ansehnlichen Personen. Einige davon schienen schon länger hier zu sein – eher braun – und einige erst vor Kurzem angereist – blass oder mittlerweile leicht rötlich. Auf jeden Fall durchgängig europäisch.

Mike winkte dem Ober und bestellte zwei Kaffee. Ich klappte meinen Laptop auf und versuchte mich ins WLAN einzuwählen, was auch sofort funktionierte. Das gesamte Areal des Hotelkomplexes schien komplett WLAN-vernetzt zu sein. Während ich begann die Bilder von gestern von der Speicherkarte auf den Laptop zu speichern, servierte der Ober den Kaffee. Langsam gewöhnt man sich an dessen Stärke. Mit viel Milch und Zucker steht man davor ihn zu lieben. Besonders am Morgen. Sorry, es war etwa halb drei Uhr nachmittags.

Von Chris fanden wir keine Spur. Er war sicher auf die andere Seite der Lagune gewandert. Dort ist die bessere Musik und eventuell nicht so viel los. Ich tippte den Reisebericht von gestern schnell in den Laptop und kopierte das Ganze ins Web. Mike genoss derweil das Ambiente bei der ein oder anderen Zigarette. Zwischendurch genehmigten wir uns für den Flüssigkeitshaushalt und die Vitamine einen Mangojuice – frisch gekühlt. Über der Meerseite der Insel scheinte die Sonne mit blauem Himmel. Doch auf der Landseite hingen Wolken. Die Sonne verschwand dann irgendwann gegen 16 Uhr dahinter. Es kühlte aber trotzdem nicht ab. Jedoch lichteten sich die Reihen der Sonnenanbeter auf den Holzliegen.

Chris kam tatsächlich von der anderen Strandseite herüber. Er wollte sich auf’s Ohr hauen, denn er hatte sich das „komplette Programm“ gegeben. Zuerst Wasser testen, dann Ganzkörper-Ölmassage, und dann Sonne tanken. Wir verabredeten uns für später und der verschwand in seinem Bungalow neben dem Restaurant. Als ich den gestrigen Bericht im Web abspeicherte, entschlossen wir uns selbst das Meer anzutesten. Wir packten unsere Taschen auf je eine der frei gewordenen Liegen und sprangen in die leichten Wellen. Das Wasser ist gut gesalzen und „woacherl-warm“ (bayerisch). Die Uferzone verläuft flach ins Wasser. In gut 50 Metern steht man immer noch auf dem Sandgrund. Wir liessen uns treiben und genossen. Im weiten Umkreis waren wir fast die einzigen im Meer.

Nach etwa 30 Minuten Treibenlassen „flaggten“ (bayerisch für „liegen“) wir uns auf die Liegen und liessen uns vom warmen leichten Wind trocknen. Anschliessend packten wir wieder unsere Sachen und zogen uns auf das Zimmer zurück. Duschen und Herrichten war die Devise; denn gegen 19 Uhr kam Chris bei uns vorbei. Seine Planung: Auf nach Chaweng mit dem Sammeltaxi. Somit schlossen wir das Zimmer ab und kletterten die Treppe zur Eingangshalle hinab. Ein angenehmer warmer Wind kam vom Meer her. Es roch nach Salzwasser. Der Pool leuchtete blau. Vor dem Hotel winkten wir einem Sammeltaxi. Chris machte den Preis klar für die Fahrt nach Chaweng (300 Baht).

„Sammeltaxis“ sind halboffene bunt beleuchtete Kleintransporter. Die Dinger halten nach einem Winken an jeder Ecke und fahren die Gäste nach Wunsch. Hinten auf der Ladefläche befinden sich zwei Sitzbänke quer zur Fahrtrichtung. Das Heck ist offen und dient als Ein- oder Ausstieg. Seitenfenster gibt es nicht. Aber ein Dach in dessen Mitte zwei Relings zum Festhalten eingebaut sind. Der Federungskomfort ist erträglich, man sollte sich aber gut festhalten.

Zuerst führte uns die Fahrt weiter nach Lamai hinein. Nach dem „Club Bauhaus“ bog das Taxi rechts ab und fuhr durch eine Strasse, welche uns Tags zuvor wärmstens empfohlen wurde. Die Strasse säumen unzählige offene Animierschuppen. Na toll. Gute Empfehlung. Mit schneller Fahrt ging es weiter hinaus aus dem Ort auf die Umgehungsstrasse, welche sich dann irgendwann am Meer entlang den Hang hinaufschlängelt. Chris erzählte, dass die ganzen neuen Häuser am „Cliff“ vor zwei Jahren da noch nicht standen. Es wären aber schöne Plätze, um auf das Meer hinaus zu schauen und gemütlich etwas zu essen.

Wir schaukelten weiter und erreichten irgendwann Chaweng – den grössten Ort auf Koh Samui. Das Taxi fuhr langsamer durch die Beach Road. Einen Strand sieht man aber von der Strasse aus nicht. Chris meinte, der wäre gleich hinter der Häuserzeile. Wir stiegen irgendwo in der Mitte der Beach Road aus und schlenderten auf ihr entlang. Chaweng kann man sich vorstellen, wie jeden anderen durch Tourismus entstandenen und gewachsenen Ort. Alles künstlich. Man könnte hier alles kaufen, von Bekleidung bis zu DVDs, Handtaschen für die Dame und natürlich Schuhe. Unzählige Läden und Basare säumen die Strasse auf beiden Seiten. Leuchtreklame, Strassenbeleuchtung, und lärmende Bars. Zusammen mit den Rollern, den hupenden Taxis und den Touristen eine faszinierende Mischung.

Nach etwa 30 Minuten Herumwandern entdeckte Chris ein interessantes Lokal. In den offenen Fenstern rieselte Wasser auf halber Höhe aus langen Blumengefässen heraus, welche mit einer Art Gras bewachsen waren. Aus dem inneren erklang gemütliche Jazzmusik von einer Livekombo. Wir entschlossen uns das Restaurant näher anzusehen. Und es gefiel. Gediegene Einrichtung. Ein gläserner „Weinkeller“ in der Mitte des Lokals. Eine Dame führte uns zu einem Tisch mit Ausblick auf die Strasse. Die Karte versprach ein feines Essen. Es handelt sich um das „Red Snapper Bar & Restaurant„.

Es schien wie eine Ruheoase inmitten des Troubles zu sein. Wir lehnten uns zurück und lasen die Speisekarte durch. Die Entscheidung gestaltete sich schwierig. Lauter leckere Sachen. Mike bestellte sich einen Cesar-Salad, Chris Chickensticks in the Box und ich eine Mushroom-Suppe mit Garlic. Anschliessend nahm Mike ein Stroganow auf Kartoffel, Chris hatte Red Snapper und ich bestellte mir „White Prawn on Whitewine and Rice“. Alles nach Erinnerung. Die genauen Beschreibungen sind seitenlang.

Und: Das Essen schmeckte vorzüglich, delikat, grandios, extrem lecker! Die Bedienungen waren perfekt, freundlich, zuvorkommen. Und das Lokal verdient 5 PeterPan-Sterne in Gold. Nur den Sänger würde ich auswechseln. Die Sängerin war erstklassig. Eigentlich wäre eine Zigarre das Richtige für „Danach“ gewesen. Aber Chris drängte uns zum Aufbruch. Vor zwei Jahren fand er sich immer nach der Disco in einem Lokal direkt an der Beach Road – es nennt sich „Solo Bar“.

Die „Solo Bar“ ist eigentlich nicht zu übersehen – besser „zu überhören“. Der Techno-/House-Sound ist von guter Distanz zu hören. Die JBL-Boxen geben dem hohen offenen Raum eine extrem gleichmässige Beschallung. An einer Abzweigung gelegen, öffnet sich die im hinteren Teil 2-etagige Bar eben nach zwei Seiten – ohne Fenster oder ähnlichem. Unten stehen flache Sitzmöbel und im hinteren Teil der prophylaktische Billardtisch. Dazwischen nimmt der DJ seine Fläche in Beschlag. An der Decke hängen ein paar Gobo-Scanner. Vor der Bar nehmen wir Platz (zur guten Aussicht). Das Publikum ist durchwachsen – jedes Alter und unterschiedlichste Alkohol-/Blutkonzentrationen. Vor uns nehmen zwei stark durchtrainierte und schwerstens tätowierte den Drink gleich in Eimern mit. Neben Chris an der Ecke der Bar lassen sich drei Ladyboys wild kichernd, hampelnd und kreischend nieder. Wir bleiben beim Bier aus Flaschen.

Die Musik ist extrem gut. Vor dem Eingang jongliert eine Bedienung mit allem was man so zum Servieren eines Drinks braucht – Flaschen, Gläser, Mixer, sogar Flambieren kann er im Flug. Von unserer Position lässt sich das Lokal gut überblicken. Aber die Aussicht ist durchwachsen.

Nach je zwei Bier verlassen wir die „Solo Bar“ wieder und schnappen uns gegen 1 Uhr ein Sammeltaxi, das uns zurück zum Hotel bringt. Ich schlage vor noch an den Strand hinunter zu gehen. Die beiden Jungs nicken und gehen leise diskutierend den Weg zwischen den Bungalows hinunter. Wir lassen uns auf der Liegefläche der Massagedamen nieder, welche nun ganz verlassen ist. Wir schauen auf’s leicht wellenschlagende Meer. Vom Mond scheint die untere Hälfte abgeschnitten worden zu sein. Die Strandbar hat leider geschlossen, sonst hätten wir uns einen Absacker besorgt – nur der Nachtwächter sitzt noch dort. Wir sollten uns einen kleinen Vorrat für den Notfall anschaffen. Man weiss ja nie.

PeterPan’s Restaurant-Tipp:

Red Snapper at Chaweng Regent
Chaweng Beach Road, Chaweng Center
155/4, Moo 2, Tambon Bo Phut
84320 Koh Samui, Suratthani, Thailand
Tel: 0 7742 2008-10, 0 7742 2389-90, 0 7723 0391-400 Ext.557
Fax: 0 7742 2222, 0 7723 1013
E-mail: admn@chawengregent.com 
Website: http://www.chawengregent.com

PeterPan’s Link-Tipp:

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

<— Zurück zu „Urlaub Koh Samui 25.02.2008 – Am Abend thailändisch Essen und Tanzen im Patio und der grosse Regen in der Trockenzeit

Vor nach „Urlaub Koh Samui 27.02.2008 – Arche Noah, Strand, schönes Haar, Massage und Krabben in Bambus“ —>

2 Responses to Urlaub Koh Samui 26.02.2008 – Besser Dinieren in Chaweng – oder „Wer suchet der geniesst“

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