Urlaub Koh Samui 04.03.2008 – Am Tag als der grosse Monsunregen kam

4. März 2008

Tag 10 – die erste Hälfte unseres Urlaubs auf Koh Samui ist fast rum. Wir standen spät auf und verzichteten auf das Frühstück. Mike ortete die Wetterlage. Es war zwar bedeckt, aber die Sonne kam immer wieder durch die Wolken hindurch. Gefühlte Temperatur: 26 Grad im Schatten. Ich setzte heisses Wasser auf. Auf unserem Zimmer steht im Eck neben der Stehlampe ein Tischchen. Darauf ein Wasserkocher und zwei Tassen. Den löslichen Kaffee und Süssstoff brachte Mike aus Zürich mit. Zucker wäre unpraktisch gewesen; denn wir kannten die Vorliebe von Ameisen und Kakerlaken für das Süsszeug noch aus Teneriffa.

Mike sass auf dem Balkon und genoss die Aussicht auf das Hotel „Patio“ gegenüber. Sogar „Meersicht“ ist von unserem Balkon aus im Sitzen möglich. Das Meer war sehr ruhig. Ich brachte zwei Tassen Kaffee mit nach draussen und setzte mich auf den Plastikstuhl. Dann legte ich die Füsse hoch und steckte mir eine Zigarette an. „Wir sollten zum Strand gehen“, meinte ich. Mike nickte nur lächelnd. Er wollte offensichtlich momentan einfach nur „chillen“ – da sitzen und das Ambiente wirken lassen.

Nach der Tasse Kaffee packten wir unsere Sachen. Ich ging zuerst zur Rezeption, da mein Internet-Access nicht funktionieren wollte. Trotz neuen Zugangsdaten liess mich das WLAN heute morgen nicht einwählen. Die Dame an der Rezeption nahm den Zettel mit den Zugangsdaten und telefonierte kurz mit dem Mobile Phone nach Bangkok. Hört sich blöd an, ist aber so und hier eine eine Kleinigkeit. Die Dame schien das öfter zu machen. Sie diskutiert kurz mit der Hotline, gab die Kennung durch und meine ich solle es noch einmal probieren. Es klappte auf Anhieb. Mit dem Laptop unter dem Arm und der Tasche übe der Schulter wanderte ich zwischen den Bungalows zum Strand.

Die Liegen waren nur locker belegt. Mike war schon vorgegangen. Chris sahen wir nirgends und so suchten wir uns zwei nebeneinander stehende Liegen aus. Etwas Sonne tat gut. Wenn sie durchkam, dann wurde es schön warm auf der Haut. Nach einer beidseitigen Besonnung kühlte ich mich im Meer kurz ab. Dann legte ich mich zum Abtrocknen wieder auf die liege. Es wehte nur ein leichter Wind vom Meer – von Osten – her. Ich sah einen Surfer, der sich im schwachen Wind mit der Dünung abquälte. So gut könnte ich es auch. Vielleicht probiere ich es wieder in den nächsten Tagen bei Gelegenheit. Das letzte Mal stand ich auf Kreta auf dem Brett. Das ist schon ewig her.

Dann gegen 16 Uhr kamen von Meer her dunkle Wolken und der Wind frischte auf. Wir entschlossen uns im Strandrestaurant Stellung zu nehmen und einen Mango-Saft zu geniessen. Die Laptops bauten wir vor uns auf und ich checkte die Mails. Mike schimpfte über die schlechte Verbindung. Er bekam fast keine Website angezeigt. Ob es am WLAN oder an seinem Laptop lag, wissen wir noch nicht. Das checken wir Morgen. Bei ihm ging fast gar nichts mit Internet.

Der Wind blies immer böiger und wir warteten gespannt, ob die „Handtuchwerfer“ in den ersten beiden Reihen wieder schlagartig die Flucht ergriffen. Und bei den ersten Regentropfen war es dann soweit. Hurtig packten die Herrschaften ihre Habseligkeiten und flüchteten in ihre Bungalows. Kurz darauf begann es zu regnen. Es war fast so, als würde Petrus an einem riesigen Wasserhahn drehen und diesen immer mehr aufdrehen. Nach einer halben Stunde regnete es so stark, dass man unter einem Wasserfall trockener geblieben wäre.

Wir entschlossen uns den Tisch zu wechseln. Etwas weiter hinten blieben wir von der Gischt des Regens besser verschont. Mike bestellte sich einen Chefsalat, während Chris von seinem Ausflug nach Chaweng Noi – dem Hausstrand in Chaweng. Er schaffte es noch einigermassen trocken zu uns zu gelangen.

Plötzlich tropfte es von der Decke des Strandrestaurants direkt auf die Tastatur und den Bildschirm von Mike’s Laptop. Er hob das Teil an, drehte es um und liess das Wasser wieder ablaufen. Das Dach schien den Wassermassen nicht ganz gewachsen zu sein. Wir wechselten erneut den Sitzplatz. Chris sprintete hinüber zu seinem Bungalow und setzte sich auf seine Terrasse.

Immer wenn man meinte es geht kann eigentlich jetzt nicht mehr stärker regnen, drehte Petrus den grossen Wasserhahn etwas mehr auf. So als ob er beweisen wollte, dass es noch viel heftiger geht.

Trotzdem kam ein Pärchen mit Schirmen geschützt den Weg zwischen den Bungalows entlang und setzte sich an die Strandbar. „Buck“ sass schon eine ganze Weile etwas gelangweilt hinter seiner Theke und freute sich, dass er doch noch etwas zu tun bekam.

Wir sassen hinter den Laptops und genossen auch diesen Regen ohne Ende. Nach der Erfahrung von Chris vom letzten Urlaub regnete es vor zwei Jahren auch immer so gegen 16 Uhr. Also sollten wir unseren Tag umstellen und ich die Schreiberei von der Nacht auf die späten Nachmittagsstunden verlegen.

Trotz des Regens gingen ab und zu Pärchen im strömenden Monsunregen am Strand entlang. Der Regen war ja nicht kalt, aber ich könnte mir etwas romantischeres vorstellen. Vielleicht handelte es sich um „All-inkl.“-Touristen, die ganz dringend zum Abendessen mussten. Ab und zu lief auch ein Jogger vorbei. Wir scherzten, dass er wenigstens nicht schwitzt und sicher seine Duschseife in der Tasche hat. So kann er bei dem Regen sofort im Anschluss etwas für Frische und Sauberkeit am Strand sorgen und verschwendet kein kostbares Trinkwasser 🙂

Gegen 18 Uhr regnete es immer noch unvermindert. Allerdings zeigte die Akkus unserer Laptops an, dass dies sich im kritischen Zustand befanden. Also bezahlten wir die Rechnung und gingen mit unseren Handtüchern über dem Kopf gehalten zurück ins Zimmer.

Dann duschte ich und knallte mich aufs Bett. Ich schlief etwas, bis Chris um 20 Uhr an der Tür klopfte. Er hatte einen kleinen Plastiksack dabei. Mit einem Erdbeerjogurt darin. Somit war klar, wohin wir heute zum Essen gingen: Sri Nuan – Thai Food & Sea Food. Wir schlenderten die noch nasse Strasse entlang. Beim Massagesalon empfing man uns mit einem Lächeln. Wir lehnten vorerst ab; denn zuerst ging es um das leibliche Wohl. Anschliessend planten wir noch eine Aloa Vera Massage zu nehmen. Chris erzählte unterwegs, er hätte erfahren, dass sich sein Bruder Mario einen Bänderriss zugezogen hätte. Gute Besserung von unserer Seite an dieser Stelle!

Die nette Bedienung im „Sri Nuan“ empfing uns Freudestrahlend und liess uns einen Tisch wählen. Wir setzten uns in die erste Reihe mit Blick auf die wenig belebte Strasse. Neben uns befanden sich nur noch zwei weitere Pärchen im Restaurant. Die beiden von uns bevorzugten Tische draussen besetzten ein weiteres Pärchen und eine Dreiergruppe hörbar aus Deutschland – dialektmässig Schwaben zuzuordnen. Chris plante die Fischtheke zu besuchen und stand auf. Ich folgte ihm. Er wählte einen White Snapper aus. Die nette Bedienung fragte „Frittiert und mit Knoblauch?“ Chris überlegte kurz und nickte dann. Ich kannte eigentlich lediglich die rote Variante des Fisches und bestellte ebenso diesen Fisch mit dem wohl formulierten englischen Satz „Same Same!“.

Mike legte wieder einen Gemüsetag ein und bestellte frittiertes Gemüse und Reis. Wir setzten uns und tranken den zuvor gebrachten Mango-Saft. Chris hatte den Beutel mit dem Erdbeerjogurt vorerst noch versteckt. Wenig später verliess das Pärchen den einen Tisch auf dem Gehsteig vor dem Restaurant. Wir setzten uns blitzartig um und nahmen unsere Getränke mit. Sofort zückten Mike und Chris die Zigarettenschachtel und steckten sich eine an. Wie bereits vermeldet, ist das Rauchen im Restaurant selbst untersagt. Daher spekulieren wir immer auf einen der beiden Tische im Aussenbereich.

Zuerst brachte eine der Bedienungen den Reis und das frittierte Gemüse von Mike. Wenig später brachte die Lieblingsbedienung von Chris unsere beiden Fische mit Knoblauch darauf. „Na dann hat sich das mit dem Küssen für heute“ scherzte ich. Chris entgegnete: „Keine Sorge! Ich hab Kaugummi dabei!“ und lachte. Der „weisse Schnapper“ lag sehr schön angerichtet auf Salat. Nur der gekochte Reis erschien uns etwas zu trocken. So bestellten wir noch eine weitere Portion Gemüse, welches nach wenigen Minuten ebenso serviert wurde.

Wir liessen es uns schmecken. Der Fisch schmeckte schön knusprig und das weisse Fleisch liess sich leicht von den grossen Gräten trennen. Kleinere Gräten besitzt dieser Fisch offensichtlich nicht. Sehr schmackhaft. Und doch „leicht im Rauch“, wie der Feinschmecker es ausdrückt. *lach* Sicher nicht. Für die gesamte Mahlzeit für drei Personen inkl. Getränke bezahlten wir 760 Baht (entspricht 15 Euro). Nachdem wir die Rechnung beglichen, legte Chris noch etwas Trinkgeld auf die Rechnung – und den Erdbeerjogurt. Dann standen wir auf und verabschiedeten uns. Schliesslich wollten wir ja noch zur Massage gehen.

Doch leider schlossen die Mädels den Laden gerade. Sie hatten heute bei dem schlechten Wetter fast kein Geschäft gemacht und nun würde auch keiner mehr kommen. Sie planten ins benachbarte Restaurant zu gehen und ein Thai BBQ zu essen. Schön scharf, erzählten sie uns. Deshalb überlegten sich Chris und Mike eine Ausweichalternative: Sie nehmen einen anderen Massagesalon stadteinwärts. Ich war eh schon den ganzen Tag durch die ausführliche Schreiberei in der letzten Nacht zu wenig Schlaf gekommen. Deshalb zog ich es vor lieber gleich ins Bett zu gehen.

Übrigens: Während ich den letzten Absatz schreibe, zieht ein Gewitter über Lamai hinweg. Es regnet wieder heftig mit Blitz und Donner. Bin mal gespannt, ob die beiden trockenen Fusses den Massagesalon erreicht haben. Davon erfahrt ihr morgen mehr.

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

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