Urlaub Koh Samui 09.03.2008 – Easy Riders driving to Mae Nam – Go to the Beach?

10. März 2008

Während ich so auf meiner „eroberten“ Strandliege lag und den Beitrag vom „Sonnenaufgang auf Lamai“ tippte, kamen gegen 9:30 Uhr Mike und Chris mit bereits gepackten Strandrücksäcken bei mir vorbei. Kurz vorher hatte ich den „Chefe“ gebeten mir einen Capuccino zu bringen. Als sie den Beitrag nebst Bildern sahen, lachten beide über beide Ohren (also vier). Sie setzten sich und Chris meinte, dass es zu windig sei an diesem Strand. Ich fragte nach der Tagesplanung.

Chris wollte auf keinen Fall mehr Scooter fahren. Er hätte an der Rezeption die anderen Motorräder auf einem Schild am Tresen gesehen. Er würde gerne einen Chopper ausprobieren. Kein Problem. So eine Kiste schwebte mir von Anfang an vor. Nur der manchmal holprigen Strassen wegen und weil wir in den ersten Tagen im „Dschungel“ unterwegs waren, dachte ich eher an eine Geländemaschine.

Aber vorher stand für die beiden das Frühstück an. Erst punkt 10 Uhr räumten die Restaurantmitarbeiter das Buffet ab. Also packte ich meinen Laptop ein und Chris und Mike schnappten sich noch etwas zu Frühstücken – keinen Red Snapper, sondern Spiegelei samt Schwarzbrot, Butter und Marmelade und natürlich Kaffee. Ich zählte meine Tassen eigentlich schon gar nicht mehr. Irgendwo bei vier Tassen Kaffee musste ich den aufmerksamen Nachschenkern Einhalt gebieten. Ich sattelte auf Fruchtsaft um – der Vitamine wegen.

Im Anschluss an das schnelle Frühstück gingen Mike und Chris an die Rezeption, während ich den Laptop auf das Zimmer brachte und meine Badeklamotten einpackte. Als ich gerade die Tasche verschloss, kam Mike ins Zimmer und meinte, dass einer der Hotelmitarbeiter uns zu einem Motorradverleih des Vertrauens fahren würde. Ich zog meine Turnschuhe an und schnappte mir die Tasche, verschloss das Zimmer und wir beeilten uns zur Hotellobby zu laufen.

Der Hotelmanager hatte mit dem Verleihpartner für Roller und Motorräder telefoniert und nachgefragt, ob die gewünschten Chopper vorrätig wären. Auch ein „guter Preis“ wäre bereits vereinbart worden. („special price for Hotelguests!!!“). So bestiegen wir den Hotelkleinbus und einer der Mitarbeiter fuhr uns die Lamai Beach Road an unserem, Stamm-Wäschereiniger, Stamm-Thai-Restaurant, Stamm-Massagesalon vorbei und bog dann an der Hauptstrasse rechts ab. Nach etwa 500 Metern hielt er auf der linken Seite vor einem Verleiher und dort standen bereits unsere neuen Untersätze fahrbereit und warteten auf uns. Der Laden hiess „Easy Rider Motorbikes Sales&Rental, Spare Parts & Repair Service“ und machte seinem Namen alle Ehre. Auf der Parkfläche zwischen Strasse und Geschäft stand neben vielen weiteren Motorädern eine Chopper, deren Tank mit der Amerikanischen Flagge lackiert war, wie aus dem gleichnamigen Film mit Henry Fonda.

Wir bedankten uns für den Transfer – welchen wir auch zu Fuss geschafft hätten, aber eben nicht klimatisiert – und stiegen aus. Draussen empfing uns eine kleine, schlanke Thai-Lady mit langem schwarzem Haar und stellte sich als „Lee“ vor. Ich meinte „Lee, so wie Bruce?“ und die Lady lachte breit. Dann führte sie uns in den offenen Laden, welcher mit gepflegt aussehenden Motorrädern verschiedenster Art und Grösse gut gefüllt war. Welche Motorräder wir gerne hätten und für wie lange.

Chris sagte sofort „für 4 Tage“ und hatte sich bereits ein Gefährt ausgesucht: Eine 200er Honda Shadow. Er setzte sich darauf und gab diese nicht mehr her. Mike entschied sich zuerst für eine violette 600er Honda Shadow mit kurzer Sitzbank und schlankem Vorderrad. Bis er die gleiche Kiste in schwarz/weiss, Sissybar und breiterem Vorderrad erspähte. Gut, dann schnappe ich mir halt die violette Shadow. Eigentlich dürfte die Farbe nur schwarz sein, denn wie der Name, so die Farbe „Shadow“ eben.

Die Dame telefonierte kurz mit ihrem „Chef“, während wir mit ihr den Preis verhandelten. Drei Motorräder a vier Tage. Schliesslich bezahlte Chris 500 Baht pro Tag und Mike und ich 700 Baht. Passt! Einschlagen! Unterschreiben! Wir hinterlegten die Passe als Deposit und Lee zeigte uns die Funktionen des Motorrads. Wie geht der Tankdeckel auf (anders rum als bei uns) und was (91er Sprit) und wo steckt der Schlüssel (links natürlich und zwar unter dem Sitz). Wir lächelten und liessen uns von Lee alles ganz genau erklären. Sie machte das auch so nett. Schliesslich durften wir uns Halbschalenhelme aussuchen. Diese zeugten auch von einem sehr guten Verständnis für die Materie und für Kunden. Teils nagelneue Helme lagen in den Regalen, fein säuberlich nach Grössen sortiert.

Dann liess zuerst Chris die Mühle an und wir staunten, was aus 200 Kubikzentimeter für Dezibel heraus kommen können. Dann teste Mike den Anlassen und wir starrten auf die Auspuffrohre! Wo bitte ist der Schalldämpfer? Die Kiste ist ja nur noch laut! Geil! Natürlich hört sich das noch heftiger an, wenn drei Mühlen leise vor sich hin „blubbern“. Aber wehe, wenn man den Gasgriff dreht, erkennt man, dass Benzin plus Sauerstoff plus Zündfunke zu dauerhaften Gehörschäden führen kann. Speziell, für die hinterher fahrenden.

Wir setzten brav die Helme auf und „tuckerten“ über die Hauptstrasse. Zuerst stand eine „Gewöhnungsrunde“ an. Chris grinste über beide Ohren. Wenn da nicht die Ohren wären, hätte es seine obere Kopfhälfte samt Helm nach hinten geklappt. Er fuhr voraus, Mike hinterher und ich legte als erster die Füsse auf die nach vorne verlegten Fussraster, schaltete sauber mit Zwischengas und sortierte mich mit hohem Gang aber niedriger Drehzahl langsam in den Strassenverkehr ein. Erstes Etappenziel: Der Strand bei Chaweng Noi. Wir fuhren über den Pass beim „Cliff“. Wenn man den Gashahn nur wenig aufdrehte, dann schepperte es aus den beiden Auspuffrohren, dass es nur so krachte. Bergab entfachte das erst im Auspuff verbrennende Gemisch ein wahres Knallgewitter.

Besser gesagt: Eigentlich ging die erste Etappe nur bis zum Seitenstreifen der Strasse beim Strand Chaweng Noi. Chris stieg ab und kramte sofort nach den Zigaretten. „Warum ned gleich so?“ Mike und ich lachten nur. Ob wir hier bleiben wollten, fragte Chris. Wir schüttelten den Kopf „Fahr mal schön weiter!“ Chris kichernd: „Wollt ich eh! Was haltet ihr von Mae Nam?“. „Von mir aus bis nach Nathon!“ war meine Antwort und Mike lachte. Somit starteten wir die brüllenden Motoren erneut und tuckerten auf der Hauptstrasse durch Chaweng und Bo Puth.

An einer Ampel bog Chris rechts ab und wir fuhren in eine Sackgasse hinein, die von kleinen Läden, Bars und Restaurants gesäumt war. Wir hielten vor einem hölzernen Tempel am Ende der Strasse und stellten unsere „Eay Rider“ ab. Bei Tempeln ist es immer üblich, dass man die Schuhe auszieht, wenn man diese betreten möchte. Auch bei den Tempeln, die eigentlich mehr nach einer „Bushaltestelle“ oder einem „Unterstand“ bei Regen am Strand aussehen.

Wir wählten von den beiden Restaurants, welches eines auf der linken und eines auf der rechten Seite des hölzernen Tempel platziert war, spontan einfach das linke aus und setzten uns auf die Terrasse. Vor dem Restaurant befand sich ein kleines „Reisebüro“, in welchem man Tauchfahrten oder Überfahrten zur Insel Koh Phangan für kleines Geld buchen konnte. Auf der Terrasse des offenen Restaurants standen Stühle und Tische aus Bambus. Sofort reichte uns eine Bedienung die Speisekarte. Aber zuerst benötigten wir etwas für den Durst. Ich war ganz froh, dass ich einen Helm mit herab klappbarem Visier genommen hatte. Einmal bekam ich so den Wind und zweitens den „Feinstaub“ nicht direkt in die Augen. Chris und Mike zwinkerten im ersten Moment etwas mehr. Wir bestellten uns je ein Coke; denn Kaffee hatte ich genug intus. Koffein gibt es ja noch in anderer Form.

Dann bezahlten wir die Rechnung von 90 Baht und sahen uns den Strand näher an. Siehe Bilder: Keine Menschenseele weit und breit. Ein feiner Sandstrand zog sich so weit das Auge reicht in einem schmalen Band dahin. Auf der einen Seite begrenzt durch das sehr ruhige und glatte Meer – nur wenige flache Wellen trafen auf den Strand. Auf der anderen Seite zahllose Palmen, Farne und Bananenpflanzen. Herrlich! Mike und Chris zogen sich schneller als ich fotografieren konnte aus und testeten das Meerwasser.

Im ersten Moment noch erfrischend, aber angenehm warm. Sorry, wenn ich das schreibe: Gefühlte 25 Grad Wassertemperatur, und wir haben uns schon lange akklimatisiert. Den Strand schützte die Halbinsel von Bo Phut vor dem Wetter. Einmal kam der Wind nicht durch und ebenso regneten die Wolken davor ab. Auf der gegenüberliegenden Seite zog einmal mehr eine Regenwolke zwischen uns und Koh Phangan durch und liess durch einen dunklen Schleier nur die Umrisse der Insel vermuten. Hier regnete es nicht.

Dann testete ich das erfrischende Nass und blieb relativ lange darin. Wie in einem überdimensionalen Pool fühlte ich mich. Anschliessend legten wir uns in den Schatten der Palmen und „natzten“ (kurzer Schlaf auf bayerisch) eine ganze Weile.

Als gegen 16 Uhr dann doch dunkle Wolken von süd-ost auf uns zu kamen, packten wir unsere Handtücher ein und flüchteten bei einsetzendem Regen in das Restaurant vom Beginn unseres Besuchs am Strand von Mae Nam.

Wir bestellten, Säfte und Wasser und sahen uns die Speisenkarte an. Den kurzen Regen nutzten wir, um uns etwas Leckeres zum Essen zu genehmigen. Chris bestellte sich einen Thunfischsalat – Mike und ich einen „Cesar-Salat“. Und was wir für riesen Portionen serviert bekamen!

Nach dem üppigen Mahl freundete sich Mike mit der Tierwelt an. Der Mae Nam Strandhund liess sich bereitwillig den Kopf kraulen und legte sich anschliessend auf den kühlen Fliesenboden, um ein Nickerchen zu machen. Ich schoss das kuriose Foto einer (Meer-)Katze im Netz über uns, welche sich sofort nachdem die Wolken sich verzogen dort zum Sonnen hinauf legte.

Dann verliessen wir Mae Nam und fuhren zurück zum Schoppen in den bereits vorher erwähnten Grossdiscounter „TESCO“. Chris deckte sich mit Hemden und T-Shirts ein. Natürlich konnten Mike und ich dem Angebot nicht standhalten und griffen ebenso erneut zu. Dann zeigten mir Mike und Chris noch die anderen Läden in der Shopping-Mall.

Und ich schoss noch das ein oder andere kuriose Foto. Der „Kindergarten“ oder „Aufbewahrungsort für die lieben Kleinen, während Mama ungestört sein möchte – beim Frisör z.B.“ besteht nicht etwa aus Schaukel und Rutschbahn, sondern aus einem ohrenbetäubendem Gemisch aus dem Sound diversester Spielkonsolen und sogar die Minielektroroller spielen Musik während der Fahrt. Und: Als Beweis, dass es wirklich ALLES gibt, ein Bild des „Swatch-Watch“-Ladens im „TESCO“. Sogar auf die Uhr kann man beim Packen verzichten und sich hier eine neue besorgen.

Nur das iPhone von Mike war noch nicht eingetroffen. Der Mitarbeiter im Mobile Phone Shop vertröstete Mike erneut. „Dann wart ich halt bis er anruft“ meinte Mike kurzzeitig etwas missmutig. Anschliessend sattelten wir die „Easy Rider“ und tuckerten zurück nach Lamai.

Während ich mich mit Nanee in ihrem Restaurant „Sharaira“auf meinen x-ten Kaffee heute traf, nahmen Mike und Chris die Massagekünste von den Mädels aus ihrem Stammsalon „Sabei Sabei“ in Anspruch. Schliesslich verlangte die nun sonnenverwöhnte Haut der beiden nach einer Aloe Vera Massage. Beide entspannten sich dabei ohne Ende, schleppten sich nach einer Stunde „Massass“ ins Hotel, duschten und ruhten für wenige Stunden. Ich vereinbarte Nanee gegen 22 Uhr zu beim Restaurant zu treffen und fuhr zurück zum Hotel. Dort duschte ich und fiel müde ins Bett, nicht ohne mir den Wecker zu stellen.

Mike und Chris bekamen bei den Massage-Mädels einen Ausgangstipp: Heute soll nämlich noch ein echter Geheimtipp in Lamai sein. Wie die Thai-Band heisst, weiss ich nicht. Und wenn dann könnte ich den Namen nicht richtig aussprechen. Auf jeden Fall erzählten die Massagemädels, dass sie heute eher den Laden schliessen, weil sie sich noch so richtig fein herrichten müssen. Die Band sei sehr beliebt und würde nur einen Auftritt auf der Insel eben in Lamai haben. Im „Club Seed“ würde eben die genannte Thai-Band auftreten. Chris und Mike wollten dann auch dorthin. Und vereinbarten die Massage-Mädels um 23 Uhr zu treffen – im „Club Seed“.

Vom Abend gibt es leider keine Bilder, da Mike seinen Fotoapparat vergass und so den Auftritt der Thai-Band im „Seed“ nicht ablichtete und ich sass mit Nanee bis gegen Mitternacht auf der Terrasse ihres Restaurants und ratschte mit ihr über Gott und die Welt und das Leben auf Koh Samui. Das Wetter Abends ist übrigens, wie eine laue Sommernacht bei uns. Jedoch viel angenehmer und: Es ist (fast) jeden Tag so schön warm und angenehm auf Koh Samui.

Es ist immer wieder interessant, was für Dinge so vor einem Restaurant auf der Lamai Beach Road ablaufen. Es ist schöner, wie Fernsehen. Reality-TV. Ab und zu rollte mal ein Roller vorbei. Nur mit einer Person besetzt. Nach einer Stunde kam der Roller von rechts nach links. Mit zwei Personen besetzt. Nanee und ich genehmigten uns, während wir auf der überdachten Terrasse und das Reality-Theater beobachteten und plauderten, den ein oder anderen Drink. Interessant ist, dass es tatsächlich eine Schwäche in der Aussprache des „R“ bei Thai gibt. Und zwar äussert sich das je mehr, je höher mehr sich die Alkohol-Blut-Konzentration Richtung „Alkohol“ verlagert. Und Nanee verträgt wirklich nicht viel. Zwei „Bacardi Breezer“ und ein „Bailey“ reichten über eine Zeitspanne von 3 Stunden aus, um das mir bisher noch nicht allzu bekannte „R/L“-Sprach Phänomen an Nanee immer deutlicher werden zu lassen.

Gegen 2 Uhr morgens schloss Nanee das Lokal endgültig ab. Das Licht auf der Terrasse brannte schon seit 23 Uhr nicht mehr. Nur die Mosquitos kamen, egal ob das Licht an oder aus war, hauptsächlich bei mir zum Durststillen vorbei. Ich hatte nämlich vergessen meine frei zugänglichen Extremitäten mit „Autan“ zu besprühen. Hauptsächlich meine Unterarme schienen den Blutsaugern zu gefallen. Wir verräumten die Auflagen unserer Sessel im Lokalinneren an der Bar und Nanee sperrte die Tür ab. Dann holte sie das Auto, welches auf dem Platz hinter dem Lokal abgestellt war und holte mich vor dem Ausgang ab.

Sie wollte offenbar nicht, dass ich die paar Meter zum Hotel zu Fuss gehe. Oder, und das war sicherlich der eigentliche Grund, das ich anschliessend noch „wo anders“ hingehe – auf den „Roten Platz“ – zum Beispiel. Deshalb fuhr sie mich persönlich um Lamai herum (einmal im Kreis), wegen der Einbahnstrassen und setzte mich vor unserem Hotel ab. Natürlich nicht ohne sich vorher von mir zu verabschieden *seufz*. Ich stieg aus dem Auto aus und Nanee drehte den Wagen um. Dann winkte ich ihr noch nach und schlenderte die Treppen zur Hotellobby hinauf. Müde fiel ich ins Bett und freute mich auf den nächsten Tag.   

PeterPan’s Massagetipp für Lamai:

Sabei Sabei Massage
136/16 M.4 Lamai Beach Maret
Koh Samui, Suratthani Thailand 84130

PeterPan’s Tipp für Motorradverleih für Lamai:

Easy Rider
Motorbike Sales&Rental, Spare Parts&Repair Service
Jonathan&Lee
127/16 Moo 4, T. Marat, Lamai Beach
Koh Samui, Suratthani 84310
Tel: +66 (0) 77 418098
easyrider@samuinet.com

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