21.03.2008 – Ostern in Regensburg – Anfahrt mit Hürden: Regen, Schnee und viel Verkehr


Als ich das erste Mal heute gegen 9 Uhr morgens erwachte und den Schneefall durch das Fenster entdeckte, drehte ich mich wieder um und mummelte mich in meine Bettdecke. Dann träumte ich an Koh Samui, an Sonne, Sand, Meer und fühlte fast die Sonne auf meiner Haut. So schlummerte ich wieder ein, bis ich gegen 11 Uhr das Mahlen und Knacken der Espressomaschine hörte. Mike musste erwacht sein. Als ich widerwillig die Decke zur Seite schlug und ins Wohnzimmer torkelte, sass Mike auf dem Sofa und spielte bereits wieder mit seinem iPhone.

Ich liess ebenfalls eine Tasse Kaffee aus der Espressomaschine, ging damit zurück ins Wohnzimmer und schaltete den Laptop ein. Dem Schnee wich der Regen, der draussen vor dem Balkon durch Windböen getrieben auf die Erde fiel. Ich checkte meine E-Mails. Mike sah kurz vom iPhone auf und meinte, dass ich Messages auf dem Natel hätte. Ich las diese durch und beantwortete ein paar davon. Dann duschte ich und fing an ein paar Klamotten in den kleinen Reisekoffer zu packen. Wir wollten gegen 13 Uhr nach Regensburg über das lange Osterwochenende fahren.

Nachdem Mike sich ebenso reisefertig gemacht hatte, holte ich den „kleinen Blauen Benz“ aus der Garage und wir verluden unsere Habseeligkeiten in den Kofferraum. Mike sprang noch kurz in die Wohnung zurück, weil wir den Ausdruck der Mail von Mane vergessen hatten. Mane ersteigerte letzte Woche einen grossen Apple-Monitor bei Ebay, den wir in St. Gallen abholen wollten. Dann starteten wir unsere Fahrt durch den strömenden Regen in Zürich.

Der Verkehr lief recht locker vor sich hin und wir kamen trotz der widrigen Wetterverhältnisse auf den Schweizer Strassen sehr gut voran. Wir hatten uns extra entschlossen erst am Freitag zu fahren, da wir nicht in den Osterverkehr am Donnerstag Abend kommen wollten. Bei St. Gallen fuhren wir ab und holten den Monitor ab. Wir fuhren bei St. Margreten über die Grenze nach Österreich. Vor einer Ampel bei Hart ging dann aber gar nichts mehr. Der Verkehr staute sich auf der Hauptstrasse nach Bregenz.

Nachdem wir eine halbe Stunde an der gleichen Stelle mit abgestellten Motor standen, setzte ich kurz zurück und wendete, fuhr dann in eine Seitenstrasse. „Endlich mal eine andere Strecke, als die, welche man immer auf der Fahrt hin und zurück sieht“. Wir fuhren durch ein Wohngebiet mit schmalen Strassen, das Navigationsgerät drehte fast durch und erhielt von uns nach der Ansage „Bitte wenden!“ der freundlichen Stimme den Spruch „Halt die Klappe!“.

Wir kamen auf eine Durchgangsstrasse und – standen wieder im Stau. Komischerweise scheint in Österreich der Karfreitag kein Feiertag zu sein. Sämtliche Grosshändler wie Lidl oder Aldi und auch die kleineren Geschäfte am Wegesrand hatten geöffnet. So erklärte sich der heftige Verkehr; denn zu den Osterurlaubern kamen noch die regionalen Wochenendeinkäufer. Die Strassen Richtung Lindau/Bregenz waren komplett verstopft. Auch auf der Autobahn durch den Ambergtunnel ging nichts mehr. So wurde aus unserer kleinen Stau-Umfahrung ein mittlerer Ausflug.


Irgendwann fanden wir uns auf einer sich den Berg hinauf schlängelnden Strasse wieder. Wir gewannen recht zügig an Höhe. Der Regen wechselte zuerst in Schneeregen und dann in einen handfesten dicken Schneefall. Das Navigationssystem erkannte irgendwann, dass wir nicht auf dessen Wendebefehle reagierten und unbeirrt nach der eigenen Nase fuhren und berechnete den Weg endlich in Fahrtrichtung.

Den ganzen Winter sahen wir bisher nicht so viel Schnee. Eigentlich gar keinen; denn das Skiweekend fiel ja wegen des Koh Samui Urlaubs für uns aus. Mike fotografierte die Umgebung im Schneetreiben, ich fuhr den Benz und war richtig glücklich die Winterräder auf dem Auto zu haben. Ab und zu testete ich beim Anbremsen oder beim Herausbeschleunigen aus einer  Kurve, ob die Strasse bereits glatt wäre. Und je höher wir kamen, umso mehr Schnee lag auf der Strasse. Mike lichtete zwischenzeitlich lachend ein Segelboot am Bergstrassenrand ab. Da schien jemand auf die nächste grosse Flut vorbereitet zu sein. Wir rätselten, ob das Boot wohl „Arche“ heissen würde.

An einer Steigung steckte rechts in einem Feldweg ein voll beladener Volvo-Kombi. Der Fahrer kam uns auf der Fahrbahn entgegen. Wir konnten allerdings selbst nicht helfen; denn wenn ich stehen geblieben wäre, befurchtete ich selbst nicht mehr weiter zu kommen. Irgendwann erreichten wir besiedeltes Gebiet. Das Nest hiess „Scheidegg“. Ich erinnerte mich dunkel, dass ich in der Schulzeit eventuell einmal hier zum Skifahren gewesen sein könnte. Aber wir hielten uns nicht lange auf. Wir wollten noch bei Tageslicht die Autobahn, wo sie auch immer sei, erreichen.

Nach Scheidegg ging es mit uns bergab – und wie. Die reinste Bergrennstrecke mit haufenweise Kehren und engen Kurven tat sich vor uns auf. Und je weiter wir wieder Richtung „Normalität“ kamen, umso weniger schneite es und um so mehr regnete es.

Trotzdem sahen wir ungewöhnlich viele Schneefräsen und Räumfahrzeuge uns entgegen kommen. Auch versuchte so mancher Hausbesitzer seinen Gehweg vor dem Haus zu räumen – bis die nächste Schneefräse kam. Auf einem Schild entdeckten wir den Hinweis auf einen „Wasserfall“, was uns sofort über eine eventuelle „Tourist Attraction“ witzeln liess.

Auf „Normalniveau“ regnete es nur noch heftig. Kein Schneefall mehr. Auch die Autobahn Lindau-München fanden wir bei Weissensburg oder so ähnlich. Dann standen wir nur noch kurz vor der ersten Autobahnbaustelle, fuhren aber auch da ab und nahmen die Umfahrung.

Nach 6,5 Stunden erreichten wir Regensburg. Wir gaben noch den Monitor bei Mane ab, er bedankte sich mit ein paar Franziskaner Weissbier, wir plauderten, streichelten deren Katzen und Hunde und amüsierten uns über allfällige politische, wie auch soziale Dinge aus der Schweiz und Bayern.

Gegen 22 Uhr trudelten wir dann bei Mam ein. Es gab ein Käsebuffet als „Spätstück“, trinken noch etwas Tee und entspannen auf dem Sofa. Bis auf Mike: Der spielt mit seinem iPhone. Draussen ist es „saukalt“ und die Scheiben der Autos sind angefroren. Na denn „Frohe Ostern“.

11 Responses to 21.03.2008 – Ostern in Regensburg – Anfahrt mit Hürden: Regen, Schnee und viel Verkehr

  1. Steffi sagt:

    Puhhhhhhhhh so viel Schnee … der Winter kommt wohl im März ? …. tolle Fotos 🙂
    Dein Navi Bild sieht Abendteuerlich aus *lach*
    Ich wünsche Euch schöne Ostertage in Regensburg *smile*
    Liebe Grüße Steffi
    PS: habe dich mal verlinkt bei mir *smile*

  2. PeterPan sagt:

    Hi Steffi..

    den Schnee hat es nur oberhalb von etwa 800 Metern. Die Strassen und Autobahnen auf der „Normalstrecke“ waren und sind alle schneefrei. Das Bild auf dem Navi sttellt übrigens keine Rodelbahn dar. Das ist wirklich eine Bergstrasse 🙂

    Danke für’s Verlinken. Ich stecke Deinen Blog unter „Friends“ rein, wenn es Dir recht ist.

    Gruss Peter

  3. Johannes sagt:

    Willkommen in der Weltkulturerbestadt 🙂
    Hast dir ja das „beste“ Wetter ausgesucht….am besten kommst im Sommer gleich nochmal

    viele Grüße
    Johannes

    P.S.: hast dein Wörterbuch dabei? xD

  4. PeterPan sagt:

    Hi Johannes..

    tja, Regensburg heisst ja nicht umsonst „Regen“-sburg. Im Geschichtsunterricht und in sämtlichen Touri-Reiseführern steht zwar drin, dass der Name entweder von „Ratisbona“ oder von der Burg am Regen (Flüsschen) kommt, der hier in die Donau mündet. Aber in Wirklichkeit stammt der Name von der prekären Lage, welche starke Regenfälle bedingt. Eben: Die Stadt im Regen. Beweis: Eine Burg hatte Regensburg nämlich nie. Und das mit dem Flüsschen Regen ist Zufall. 🙂

    Aber Du hast recht: Ich sollte im Sommer wieder kommen. Sag bitte Bescheid, wenn es soweit ist.

    Gruss
    Peter

  5. Johannes sagt:

    Gut, mach ich. Aber das mit der Burg stimmt so icht. Regensburg WAR eine Burg (bzw ein Römerkastell, was im Prinzip dasselbe ist). Die weißen Linien auf dem Neupfarrplatz kennzeichnen die beiden Hauptstraßen, die Castra Regina durchzogen. An der Durchfahrt beim Kolpingshaus kann man noch alte Römermauern sehn. Ratisbona (bzw Radaspona) ist nur der keltische Name.
    Und wenn du Klimadiagramme vergleichst, wirst du sehen, dass Regensburg im Jahresdurchschnitt zwar etwa genauso „warm“ ist wie Zürich, aber dass es hier deutlich weniger regnet 😉

    viele Grüße
    Johannes

  6. PeterPan sagt:

    Hi Johannes… *lach*

    danke für die Aufklärung in Geschichte und Klimawissenschaft. Aber einerseits kenne ich die Stadt und die Geschichte der Stadt (da hier aufgewachsen) und zweitens halte ich das mit dem Klimavergleich für eine Fälschung 🙂 Trotzdem gibt es keine Burg *grins* Frohe Ostern!
    Sitzen grad bei Don Juan de Austria in der Nähe. Da war doch was mit Karl dem V. und einer Gürtlerstocher? Ohne Don Juan, wären wir wohl heute türkisch. Salam!

    Grüsse Peter

  7. Johannes sagt:

    na dann frohe Ostern 😉

  8. Steffi sagt:

    danke für das verlinken *freu* *hihi* da fällt mir ein da ich gerade lese Regensburg heißt ja nicht umsonst Regensburg …… Na da bin ich ja froh, dass ich nicht nach Regensdorf ziehe sondern nach Dielsdorf , denn wer weis, vielleicht regnet es Regensdorf auch mehr *lach*

  9. monokel sagt:

    Frohe Ostern aus der Ostschweiz! 🙂

  10. PeterPan sagt:

    Hi Steffi..

    Regensdorf in der Schweiz hat zumindest im Gegensatz zu Regensburg eine „Burg“(-Ruine!).

    Man wird sehen, ob es nicht auch in Dielsdorf regnet.

    Gruss
    Peter

  11. PeterPan sagt:

    Hi Monokel!

    Besten Dank. Wünsche Dir auch frohes Eiersuchen!

    Gruss Peter

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