08.12.2008 – Zürich: Hormon Oxytocin erzeugt gleichgültigere Menschen


Der Presseartikel auf welt.de „Streitende brauchen ein Hormon gegen Stress“ erinnerte mich an ein Schreckenszenario, welches sich im Science Fiction Movie „Serenity“ als Roter Faden durchzog. Aber zuerst zu den Fakten aus einer Studie von – natürlich – Wissenschaftlern der Universität Zürich:

Mit einer Verabreichung des Hormons Oxytocin kann offenbar das Sozialverhalten von Menschen verbessert werden. Die Substanz hilft nämlich dabei, Stresshormone im Gehirn zu reduzieren. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Universität Zürich. Dabei wurde das Streitverhalten von 47 Versuchspaaren zwischen 20 und 50 Jahren analysiert, wie die Fachzeitung „Biological Psychiatry“ berichtet.

Und weiter:

Dabei kamen sie zum Schluss, dass die Paare, die Oxytocin erhalten hatten, wesentlich besser abschnitten, als die mit einem Placebo abgespeisten Vergleichspaare. Laut der Studie verlängerte das Oxytocin zudem die Dauer von positivem im Verhältnis zu negativem Verhalten. Daraus zogen die Forscher den Schluss, dass Oxytocin generell für positives Verhalten oder Stressreaktionen bei Partnerschaften verantwortlich ist.

Also reicht nur eine Priese „Oxytocin“ in der Luft und der Mensch regt sich weniger auf und wird gleichgültiger, die Schwelle zum Streiten und zur Gewalt wird deutlich höher und alles riecht nach „Friede, Freude, Eierkuchen“. Welche Auswirkungen das auf den Strassenverkehr hätte! Keine Streitereien, keine Raser, keine Macho-Überholmanöver, weniger Unfälle. Und erst in der Politik! CVP und SVP verbrüdern sich im Bundesrat, bieten sich gegenseitig die Ämter an, die Armee wird abgeschafft und Blocher geht mit Maurer in den Ruhestand, züchten wie einst Cesar Rosen oder begrüssen am 12.12.2009 Grenzgänger mit warmem Händedruck und tonnenweise Fondue und Röschti.

Moment mal! Eine Substanz in der Luft stellt die Bewohner ruhig und macht sie friedlich? Sofort fühlte ich mich an DEN Science Fiction Film des Jahrhunderts erinnert, den ich vorher aber nicht kannte, aber nach dem ersten Anschauen auf DVD (für das Kino zu spät) sofort in meine Sammlung wanderte: „Serenity“! Was Ihr kennt den auch (noch) nicht? Dann wird es aber Zeit ihn sich mal näher zu Gemüte zu führen; denn nicht nur ich bin Fan von diesem Film (und der Serie auf DVD). Dieser Film wurde zum Top-Science-Fiction Film des Jahrhunderts gewählt. Und das vor „Star Wars“, „Matrix“, „Alien“, „Terminator“ und „Zurück in die Zukunft“.

Kurzabriss des Film’s „Serenity“:

500 Jahre in der Zukunft. Die Rohstoffe der Erde sind ausgebeutet und die Menschheit ist dermassen gewachsen, dass die Erde sie nicht mehr ernähren kann. Man hat die Technik um ferne Planetensysteme zu erreichen und findet dort erdähnliche Planeten, welche mit Terraforming lebenswert umgestaltet werden. Die Entwicklung geht von den Zentralplaneten aus. Dort sitzt auch die Regierung der „Allianz“. Allerdings wollen sich so manche Bewohner der äusseren Planeten von der Bevormundung der „Allianz“ nicht unterdrücken lassen. Es kommt zu einem erbitterten Krieg, den die „Allianz“ zu gewinnen scheint.

Das Raumschiff „Serenity“ unter der Führung eines ehemaligen Rebellen Mal Reynold nimmt eines Tages Dr. Simon Tam und seine etwas seltsame Schwester River auf. Sie bestehen einige Abenteuer, bis man sich im Laufe der Zeit dazu entschliesst unter grossen Gefahren den Planeten „Miranda“ aufzusuchen. Dort findet man einen bewohnbaren Planeten vor. Allerdings weisen die vielen Leichen auf eine Katastrophe hin. Schliesslich entdeckt man ein abgestürztes Raumschiff und darin eine Nachricht als Hologramm. Darin wird geschildert, dass die „Allianz“ einen Versuch auf dem Planeten „Miranda“ gestartet hatte, der gründlich fehlschlug.

Die Wissenschaftler entliessen eine Substanz mit dem Namen „Pax“ in die Athmosphäre des Planeten „Miranda“ mit dem Ziel die Bewohner friedlich und genügsamer zu machen. Das gelang auch zu Beginn. Allerdings wollte der Grossteil der Bevölkerung dann irgendwann gar nichts mehr machen und verstarb. Auf den restlichen Teil der Bevölkerung zeigte das „Pax“ aber schreckliche Nebenwirkungen – nämlich das Gegenteil. Diese „Reaver“ wurden viel aggressiver und fielen über die friedlichen Menschen her und töteten den Rest der ruhig gestellten Personen.

Na hoffentlich kommt auf unserem Planeten niemand auf so eine bombastische Idee! Obwohl … die SVP könnte doch am Mittwoch im Bundesrat auf den Posten ganz gemütlich und ruhig …

Mehrwert gefällig?

5 Responses to 08.12.2008 – Zürich: Hormon Oxytocin erzeugt gleichgültigere Menschen

  1. Alexander sagt:

    Hallo Nachbar,

    Oxytocin wird seit vielen Jahren dazu verwendet um bei schwangeren die Wehen auszulösen…Es ist ausserdem seit langem bekannt, dass es das Sozialverhalten beinflusst, insbsondere auch zwischen Mutter und Kind. Ich hoffe nicht, dass dieNatur das entwickelt hat um Mutter und Kind gegenseitig gleichgültig zu machen. Das wäre wohl eine Fehlentwicklung über ein paar Millionen Jahre….

    Gute Nacht
    der Nachbarn von nebenan!

  2. PeterPan sagt:

    Hoi Alex…

    Auf „Wehen-auslösend“ und „Mutter-Kind-Beeinflussung“ geht weder der Welt-Artikel noch der Presseartikel der Uni Zürich ein. In der Untersuchung ging es ganz klar um die Beeinflussung in partnerschaftlichen Beziehungen. Die Gabe von Oxytocin soll dabei das Streitverhalten dahingehend beeinflussen, dass es länger dauert, bis sich die beiden „in die Haare kriegen“. Das bezeichne ich als „gleichgültig“. „Glücklicher“ würde ich in diesem Fall nicht verwenden – aber bei Streitereien von „Glück“ zu reden – das ist Ansichtssache.

    Aber Du hast natürlich recht. In Wikipedia las ich während der Erstellung des Artikels, dass Oxytocin hilft die Wehen einzuleiten. Schliesslich heisst “ Oxytocin“ ja auch „Schnell-Geburt“. Über Nebenwirkungen können wir ja gelegentlich diskutieren 🙂

    Gruss Peter

  3. felicat sagt:

    Bin per Zufall hier vorbeigekommen…

    Das was hier als „Gleichgültigkeit“ beschrieben wird wäre im Idealfall das Verhalten in einer intakten Beziehung. Wobei das auch ein intaktes Sexualverhalten untereinander beinhaltet. Wikipedia ist hier, wie leider oft, keine 100%-ige Quelle. Gerade die Ausschüttung von Oxytocin nach dem Akt wurde schon vor Jahren sehr ausführlich untersucht. Dabei wurde hervorgehoben, dass gerade die „sozialisierende“ Wirkung sehr stark ist. Oxytocin wurde früher auch gerne das Bindungs-Hormon genannt, da durch die regelmässige Ausschüttung auch ein starkes Bindungsgefühl zwischen den Partner erzeugt wird. Genau wie auch bei stillenden Müttern.
    Sicher ist das ausnutzen dieser positiven Eigenschaften nicht unbedingt Wünschenswert. Wie hier im Artikel beschrieben gibt es hinreichend Horrorszenarien dafür.
    Wie wäre es mit einem andren Schluss? Paare die sich häufig streiten, sollten lieber ein wenig öfter den horizontalen Mambo tanzen um diese Effekte zu erlangen… Gleichgültigkeit sollte es dann allerdings nicht sein 🙂

  4. Thom sagt:

    Was wollte ich gerade sagen?? – Ach, ist auch egal…

  5. PeterPan sagt:

    @felicat: Du darfst ruhig öfter per Zufall hierher vorbei kommen 🙂 Das Motto „Love and Peace“ gefällt mir auch recht gut.

    @Thom: *lach* hast wohl zuviel Oxytocin geschnüffelt!??

    Gruss Peter

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