16.09.2009 – Warum heisst die Schweiz eigentlich „Schweiz“?

16. September 2009

Gerade über Umwege gefunden auf der Website Basel-Landschaft:

Interessant ist, dass innerhalb der Eidgenossenschaft dieser Begriff (Schweiz) bis um 1500 nicht verwendet wurde. Die Eidgenossen konnten es sogar als direkte Beleidigung empfinden, als Schweizer bezeichnet zu werden. Bereits nach der Schlacht von Sempach begann eine regelrechte antieidgenössische Polemik von seiten der Habsburger und ihrer Verbündeten im Adel und in den süddeutschen Städten. In der Schlacht von Sempach war den Eidgenossen die Peinlichkeit geschehen, dass sie den gegnerischen Herzog Leopold, der aber immer noch ihr eigentlicher Landesfürst war, umgebracht hatten. Eine habsburgische Darstellung brachte dieses Ereignis in der pointierten Formulierung, Herzog Leopold sei „auf dem eigenen (Land) von den eigenen (Untertanen) um das eigene (Anliegen)“ umgebracht worden. In Streit- und Schmähschriften wie dieser wurden die Eidgenossen als Schweizer bezeichnet. In den darauf folgenden Auseinandersetzungen im 14. und 15. Jahrhundert wurden die Eidgenossen wiederholt als Schweizer verunglimpft. Im alten Zürichkrieg erklärte beispielsweise ein zürcherischer (d.h. in dieser Auseinandersetzung antieidgenössischer) Schulmeister, woher denn der Name „Schweizer“ komme: Sie wären von Karl dem Grossen in ihre unwirtlichen Landstriche verbannt worden, um für den Kaiser die Alpenpässe zu schützen, also für den Kaiser zu schwitzen und zu schuften, und vom „schwitzen“ leite sich ihr Name ab.

Es gibt noch viel mehr Interessantes zu lesen:

Der schwerwiegendste Vorwurf bezog sich auf das Phänomen, dass in der Waldstätte und im Berner Oberland das Besorgen des Viehs Männerarbeit war, ganz im Gegensatz zu den übrigen Regionen Mitteleuropas, wo Vieharbeit Frauenarbeit war. Die eidgenössischen Männer betrieben also eine seltsam weibliche Tätigkeit: Melken. Und in den antieidgenössischen Anfeindungen wurde sogleich die Erklärung dafür geliefert, weshalb die eidgenössichen Männer so gerne melken: Sie würden es nämlich mit ihren Kühen treiben! Das entsprechende Schimpfwort war „kuegyer“, neudeutsch „Kuhficker“, oder eben das heute noch bekannte „Kuhschweizer“.

Und schliesslich:

Die Wiederentdeckung der Helvetier als vermeintliche antike Ahnherren der Eidgenossen um 1500 erleichterte die Bezeichnung der Eidgenossenschaft. „Helvetien“ wurde vor allem in gelehrten, lateinischen Darstellungen der Eidgenossenschaft verwendet. Der erste einheitliche Staat der Eidgenossenschaft nannte sich dementsprechend 1798 auch „Helvetische Republik“. Erst das „Folgemodell“, d.h. der von Napoleon sanktionierte Staat von 1803, nannte sich „Schweizerische Eidgenossenschaft“. Das bedeutet, dass die Schweiz ihren Namen offiziell noch nicht einmal 200 Jahre trägt.

Sehr interessant, odrrr?


15.09.2009 – Kassensturz enthüllt: Rindsbraten vom Fisch aus Luzern

16. September 2009

Die Werbung eines Luzerner „Perry Marktes“ versetzte nicht nur die Kassensturz-Redaktion in Staunen. Zuerst vermutete man natürlich einen Druckfehler. Doch eine Mail nach der Sendung klärte auf. Man fuhr zur Metzgerei und liess es sich erklären: Der Fisch ist ein Stück Fleisch vom „Hinterteil“ eines Rindes („as Föddle“ = Füdli = Gesäss), welches der Form nach als „Fisch“ bezeichnet wird. Wieder was gelernt. Übrigens: Aus dem Rindsstück vom Fisch kann man einen Vogel machen – einen Fleischvogel!

Ein Fleischvogel ist übrigens die Schweizer Version einer Rindsroulade. Und nach näherer Betrachtung der Videobilder scheint es eher ein Stück des Oberschenkelgewebes zu sein. Also nicht „Füdli“, sondern „Pfödli“.