20.05.2010 – Elektroautos, Wärmepumpen, Stromlücke und Stromengpass


Laut einer Medienmitteilung der Axpo droht der Schweiz ab 2015 ein sog. „Stromengpass“. Zum einen laufen Lieferverträge mit Frankreich 2015 aus und zum anderen sollen drei der fünf Schweizer Atomkraftwerke 2020 – Mühleberg und Beznau I und II – altershalber vom Netz gehen. Zum anderen hätten sich die Prognosen für die Versorgung verschlechtert. Hingegen sind Umweltschutzverbände der Meinung, dass die Schweiz bis 2050 ihren Strombedarf komplett aus erneuerbaren Energien beziehen könnte. (Quelle drs.ch)

Das Bundesamt für Energie ist übrigens der selben Meinung, wie die Axpo, dass der Schweiz bis 2015 eine „Stromlücke“ drohe; denn bis 2025 erreichen sämtliche fünf Kernkraftwerke der Schweiz ihr altersbedingtes Ende. Die Schweiz produziert (und verkauft) 40% ihres Stroms aus diesen fünf Kernkraftwerken. Nun laufen 2015 die Versorgungsverträge mit Frankreich aus und durch die grösser werdende Energieknappheit in Europa (durch den stetig wachsenden Bedarf) würde sich die Versorgungslücke erhöhen.

Der Stromverbrauch steigt durch Energieeffizienz-Massnahmen: Das klingt widersprüchlich? Nein, keineswegs; denn die aus „Umweltgründen“ von Ölheizung auf Wärmepumpen umgerüsteten oder neu ausgestatteten Häuser beziehen nun kräftig Strom zum Heizen und für das Warmwasser. Zwar benötigen Wärmepumpen nur ein Drittel zum Heizen als vergleichbare Ölheizungen, aber das verfügbare Stromkontingent wird durch die erhöhte Anzahl von Wärmepumpen deutlich geschmälert.

Hinzu kommen die (Werbe-)Massnahmen zur Verringerung des CO2-Ausstosses im Verkehr, der durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen (Öl, Kohle, Gas) verursacht wird. Vollkommen im Trend, weil „sauber und leise“ ist das „Elektroauto“. Zwar benötigt es an der „Verbraucherstelle“ (Auto) keine fossilen Brennstoffe, aber irgendwoher muss der Strom für den Antrieb ja kommen. Je mehr Elektroautos in den nächsten Jahren zum Einsatz kommen, umso höher wird der Gesamtstrombedarf, die Stromlücke und mit Sicherheit der Strompreis.
(Kommentar: Das selbe Theater hatten wir bei der flächendeckenden Einführung der Dieselfahrzeuge im Privatbereich nach der ersten und zweiten Ölkrise in den 80er-Jahren).

Atomkraftwerkkritiker und Umweltverbände plädieren auf die konsequente Nutzung von Energie-Effizienzmässnahmen, Energiesparen und die Förderung von erneuerbaren Energien, wie Wind, Wasser, Erdwärme, Biogas und Sonnenenergie. Nur fehlt in der Schweiz neben dem politischen und privatem Willen, die Fläche, der Wind, die Sonne und die Förderungsbereitschaft durch Politik und Wirtschaft. Ausserdem werden die Pump-Wasserkraftwerke ausschliesslich dazu genutzt in Spitzenzeiten teueren Strom an die Nachbarländer zu verkaufen und so die Rendite der Stromkonzerne zu erhöhen. (Quelle drs.ch) Eigene Nutzung? Fehlanzeige.

Ein Rechenbeispiel, wie sich die Elektroautos auf den Strombedarf auswirken würden, finden sie in einem Artikel aus dem Jahre 2007:

17.03.2007 – Was wäre wenn alle Autos in der Schweiz ab 2010 mit Strom laufen würden?

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