11.12.2008 – Auswandern ist anders als im Fernsehen!!

11. Dezember 2008

Gerade fand ich einen treffenden Artikel zum Thema „Auswandern“ und „Fernsehen“. (welt.de)

„Die Mehrzahl aller deutschen Emigranten ist gut ausgebildet“, sagt Steffen Wiegmann vom Auswandererhaus in Bremerhaven. Wer dagegen Fernsehsendungen wie „Mein neues Leben (XXL)“, „Goodbye Deutschland“ oder „Umzug in ein neues Leben“ schaut, gewinnt den Eindruck, als zögen eher die einfachen, gar die einfältigen Menschen fort. Ständig fließen Tränen, der Absturz aus hochfliegenden Träumen ist abzusehen. „Fernsehleute gestanden mir, dass sie Menschen auswählen, die viele Probleme verursachen“, sagt Wiegmann. Auswanderung ist in den Köpfen der Zuschauer als dramatischer, abenteuerlicher und vor allem endgültiger Schritt gespeichert. Doch das One-Way-Ticket nach Übersee ist heute nur noch ein Klischee. Auswanderung ist längst ein kalkulierter Prozess geworden aus Abschied, Wiedersehen und erneutem Abschied.

Da hat Steffen Wiegmann durchgehend recht.


28.11.2008 – Schweiz vs. Deutschland: 75 000 Schweizer leben in Deutschland – alles relativ, odrrr?

28. November 2008

Gerade lese ich über Mittag den Artikel in der baz.online „Auswanderungsland Deutschland: Wenn Tellensöhne die Ausländer sind„. Beim Überfliegen der Schlagzeile las ich zuerst „Tellersöhne“. Was sind denn „Tellensöhne“? „Tell“ steht für „1 Person Schweizer“. Der Sohn von Tell heisst dann wohl „Tellsohn“. Dann sind viele Personen Schweizer also „Tellen“ und viele Söhne der Schweizer also „Tellensöhne“. Wirklich kreativ! Erinnert mich an das Karl Valentinische Wortspiel mit den „Semmelnknödeln“. Schliesslich werden die Knödeln auch aus Semmeln gemacht.

Aber Schubladisieren wir das mal kurz und wenden uns der Zahl der Auslandstellen (kein Schreibfehler, sondern „Ausland“ und „Tellen“) im „grossen nördlichen Kanton“.

Es sind „nur“ 75 000 Schweizer, die in Deutschland leben. Dafür leben nach neuesten Erhebungen 224 000 Deutsche in der Schweiz! Letztes Jahr sind doch glatt 36 000 Deutsche neu in die Schweiz gezügelt (schwiiizerdütsch für „umgezogen“).

Nun könnte der Bildzeitung- bzw. Blick- gebildete natürlich sofort annehmen: „Boah! Da ziehen in einem Jahr soviele Deutsche in die Schweiz! Und nur doppelt so viele leben überhaupt Schweizer in Deutschland!“

Absolut gesehen stimmt das natürlich. Tja, nach Einstein fehlt hier allerdings die Relation. Ich erkläre es kurz: Die Schweiz verfügt derzeit über 7,6 Millionen Einwohner (Stand 2007). In Deutschland hingegen leben derzeit 82,17 Millionen Einwohner. (Stand Februar 2008). Es leben 224 000 Deutsche in der Schweiz und 75 000 Schweizer in Deutschland.

Um die Angelegenheit „Schweizer in Deutschland“ korrekt „relativ“ zu vergleichen, müssten wir nun die Einwohnerzahl der Schweiz so verändern, dass das derzeitige Verhältnis „Deutsche in der Schweiz“ umgekehrt angewandt werden kann; denn aus einem Land mit wenigen Einwohnern stehen auch nur wenige potentielle „Auswanderer“ zur Verfügung. Logisch oder? Aus Andorra können nicht so viele Leute auswandern, wie aus China!

Vorgehensweise:

  1. Das Verhältnis „Einwohner Deutschland zu Einwohner Schweiz“ beträgt 82,17 Mio. zu 7,6 Mio. ergo: Faktor 10.8.
  2. Somit müsste das Auswandererverhältnis (D–>CH zu CH–>D) ebenfalls 10.8 betragen: 224 000 zu 75 000 ergibt aber: 2.98 (gerundet 3).

Somit erkennt, der kluge halbwegs mit mathematisch begabte Erdenbürger, dass im Verhältnis wesentlich mehr Schweizer in Deutschland leben, als umgekehrt.

Beweis: Wir führen nun dem Sachverhalt die relativen Verhältnisse zu. Das heisst: Die Schweiz muss nun bezogen auf die Einwohner 10.8 Mal grösser werden. Nur so kann die Zahl „75 000 Schweizer in Deutschland“ korrekt zu den „224 000 Deutschen in der Schweiz“ eindeutig und realitätsnah verglichen werden.

  1. Die Schweiz wird 10.6 Mal relativ grösser als Deutschland – ergibt 888,4 Mio. Einwohner
  2. Daraus errechnen wir den Multiplikator aus dem Verhältnis „relative CH-Einwohner zu absoluten CH-Einwohner“ (888,4 geteilt durch 7,6 Mio.) – ergibt 116.9
  3. Und nun berechnen wir die relativen Auswanderzahlen aus der relativen Schweiz in das tatsächliche Deutschland (116.9 multipliziert mit 75 000) – ergibt 8,77 Millionen relative Anzahl Schweizer Auswanderer bzw. Auslandsschweizer in Deutschland auch „Tellensöhne“ genannt.

Das heisst, wäre die Schweiz 10,6 Mal grösser als Deutschland, so würde die Auswandererzahl Schweizer Bürger in Deutschland 8,77 Millionen betragen. Somit würde der relative Prozentsatz Auslandsschweizer in Deutschland von 10,7 % ergeben. Ergo: Jeder 10. Bürger in Deutschland wäre ein Schweizer!


28.05.2008 – Serie „Wir wandern aus“: Steffi, Christoph und Adrian

29. Mai 2008

Aus dem Hohen Norden in die Schweiz. Seit Monaten habe ich Kontakt zu Steffi per Mail und Kommentare. Anfang Jahr entschlossen sich Steffi und Christoph in die Schweiz auszuwandern. Christoph bekam eine Stelle bei der VBZ als Busfahrer angeboten. Und erhielt den Zuschlag. Nächste Woche ist es soweit. Am Montag wird der Umzugswagen beladen und die drei starten in Geesthacht mit dem Ziel Zürich.

 Familie Behling wandert aus

Letzte Woche klopfte die BILD-Zeitung bei Familie Behling an und bat um ein Interview. Die Zeitung plant eine Artikel-Serie über „Deutschlands Auswanderer“. Neben dem Interview kamen auch Fotografen zum Zuge – besser „zum Bus“. Der Artikel in der BILD-Zeitung erschien heute.

Nebenbei erwähnt: Der Sender VOX begleitet die Behlings während der Umzugsaktivitäten im Rahmen ihrer Auswanderer-Serie.

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