Urlaub Koh Samui 11.03.2008 – Mit Nanee in Nathon und „Darf es noch ein Glaserl Wein sein?“

12. März 2008

Was meint das Buch der Bücher und Standardnachschlagewerk für sämtliches Wissen im Universum – The Hitchhikers’s Guide to the Galaxy – zum Thema Liebe? „Wenn möglich, vermeiden!“ Im Original sagt dazu das Buch: „The Encyclopedia Galactica, in its chapter on Love states that it is far too complicated to define. The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy has this to say on the subject of love: Avoid, if at all possible. Unfortunately, Arthur Dent has never read the Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“. Tja, und nun ersetzen wir mal kurz „Artur Dent“ durch „Mike“.

Zur Story: Gegen 10 Uhr erwachte ich. Chris sass auf dem Bett neben mir – bereits angezogen. Ich schlug die Decke zur Seite und ging ins Bad. Chris meinte, dass er schon Mal zum Strandrestaurant ginge. Ich duschte, zog mich um und folgte ihm nur 10 Minuten später. Chris sass an unserem Stammplatz und deutete hinüber zu seinem Bungalow. Dann erzählte er, dass die Bedienungen ihn schon bei der Begrüssung im Restaurant breit grinsend gegrüsst hätten. Ich war noch nicht ganz wach und fragte mich warum. Dann sah ich die Schuhe von Mike und Moe vor dem Bungalow von Chris.

Wir bestellten uns je einen Kaffee und rauchten erst einmal eine. Chris erzählte mir die Story, wie sie gestern von der „Solo Bar“ weggefahren wären. Mike sei schon den ganzen Abend mürrisch gewesen. Und den ganzen Tag hätte er sich über seine Dummheit geärgert, dass er weder die Telefonnummer, noch ein Date mit ihr ausgemacht hätte. Er hätte nicht mal mehr gewusst, wo sie wohnt bzw. wo er sie abgesetzt hätte beim Nachhausefahren. Tja, wie war das mit dem Hitchhiker’s Guide zum Thema „Liebe“?

Nach 2 Stunden und weiteren zwei Tassen Kaffee, also gegen 12 Uhr, rührte sich vor dem Bungalow immer noch nichts. Chris musste sich ja irgendwann Mal waschen und umziehen. Ich schlug ihm vor, dass er die von mir gekaufte Zahnbürste verwenden könnte. Die wäre noch originalverpackt. Auch Klamotten von mir würden ihm sicher passen. Er lehnte kopfschüttelnd ab. „Ich muss doch irgendwann Mal da rein!“ grinste er. Wir entschlossen uns bei Mike zu klopfen. Nach einer Weile öffnete sich die Tür und Mike erschien. Er kam zu uns herüber und erzählte, dass sich Moe nicht aus dem Pavillon trauen würde, weil man sie dann sehen würde. Tja, was tun? Chris und ich entschieden uns für ein spätes Frühstück. Wir verabschiedeten uns und gingen zurück an den Pavillons vorbei, durch die Hotellobby und entschlossen uns im Restaurant gegenüber ein „Continental Breackfast“ zu bestellen.


Wir plauderten über den vorhergehenden Abend und über die komplett andere Kultur auf Thailand. Wir wussten bereits, dass es unüblich war Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit auszutauschen. Auch ist es für anständige Mädels komplett unüblich sich mit einem „Farang“ auch nur sehen zu lassen. Da lag bei Moe und Mike der Hund begraben. Deshalb wollte die Bangkok-Lady nicht aus dem Bungalow.

Wir bezahlten das Frühstück und gingen zurück zum Strandrestaurant. Gerade noch rechtzeitig; denn dann öffneten sich die Schleusen am Himmel und ein extremer Monsunregen ergoss sich über den Landstrich. Die Sonnenhungrigen verliessen fluchtartig ihre Dauerliegen und rannten in das Strandrestaurant. Wir suchten uns einen von Wind geschützten Platz im Restaurant. Chris orderte ein Cola und ich besorgte mir einen Mango-Shake. Mike war nicht mehr da. Wahrscheinlich brachte er gerade Moe nach Hause.

Langsam sollte ich aufbrechen; denn ich verabredete mit Nanee am Abend davor, dass ich sie gegen 14 Uhr treffe und nach Nathon begleite. Sie erzählte gestern, dass sie etwas geschäftliches dort zu erledigen hätte. Anschliessend könnten wir etwas unternehmen. Aber es regnete immer noch wie aus Eimern. Nur Chris hatte zwei Regenschirme in seinem Bungalow. Er holte einen und wir gingen zusammen zur Hotellobby. Im Bungalow fand Chris das Mobile Phone und den Haarstecker von Moe. Als wir in der Lobby ankamen, kehrte gerade Mike zurück. Chris teilte ihm mit, was Moe im Bungalow vergessen hatte. Dann setzte Mike seinen am Mittag geäusserten Plan in die Tat um. Er ging zur Rezeption und fragte nach einen eventuell freien Bungalow – und bekam den Bungalow 101. Das ist der genau vor dem von Chris, neben dem Strandrestaurant und direkt bei der Strandbar. Geniale Lage mit Meerblick.

Wir diskutierten kurz den weiteren Tagesablauf. Chris plante bei dem miesen Wetter zum „TESCO“ zu fahren. Mike wollte mit; denn eventuell ist mittlerweile sein iPhone eingetroffen. Ausserdem wollte er anschliessend noch von unserem Zimmer in den Bungalow umziehen. Vorher holte er noch das Mobile Phone und den Haarstecker vom Bungalow bei Chris und machte sich auf den Weg zurück zu Moe. Ich spannte den Regenschirm auf und wanderte durch den Monsunregen zum Restaurant von Nanee.

Im Restaurant angekommen, setzte ich mich an den Ecktisch und bestellte einen Kaffee. Gerade, als ich diesen bekam, fuhr Nanee vor. Sie winkte mir aus dem Auto zu und parkte. Dann kam sie kurz herüber. Ich trank den Kaffee aus und wir starteten zur Fahrt nach Nathon. Zuerst ging es die durch den strömenden Regen menschenleere Lamai Beach Road, am „roten Platz“ vorbei und bogen nach dem „Bauhaus“ rechts ab. In der „Animierstrasse“ hatten sich grosse die gesamte Strasse überspannende braune Pfützen gebildet, die wir langsam durchfuhren. Am Ende der Strasse lenkte sie ihren Honda nach links Richtung Nathon.

Je weiter wir uns von Lamai entfernten, um so um so mehr änderte sich die Szenerie am Wegesrand weg von flachen Häusern, die verschiedenste Gewerbe ausüben hin zu Felder und Palmenwäldern. Es hatte auch mittlerweile zu regnen aufgehört. Es kam die Sonne aus den Wolken heraus. Auf der gegenüberliegenden Strassenseite kam ein Reitelefant entgegen getrabt. Auf ihm sass sein Pfleger mit einer langen Rute und lenkte ihn mit sanften Schlägen entweder auf der linken oder auf der rechten Rückenpartie. Palmen, Ochsen, Elefanten – alles etwas anders.

Nach etwa 30 Minuten Fahrt erreichten wir von Süden her Nathon. Nanee schlug vor mich eine Querstrasse von der Uferstrasse bei einem Supermarkt abzusetzen und mich in etwa einer halben Stunde wieder abzuholen. Sie hielt auf dem Parkplatz und ich stieg aus. Dann wendete sie und ich wanderte eine Strasse in Nathon entlang mit vielen Geschäften und Boutiquen, sowie kleinen Cafés. Nur die Uferstrasse in Nathon scheint vollkommen auf Touristen ausgerichtet zu sein. Oder auf die von der Fähre her Ankommenden; denn dort reihte sich ein Rollerverleiher an den anderen. Die Hauptstadt besitzt aber einen besonderen Reiz auf den ersten Blick: Die Stadt ist natürlich gewachsen und nicht so künstlich, wie das touristische Zentrum Chaweng oder der Zögling Lamai.

In den kleinen Geschäften und Boutiquen findet man eher Ware für das tägliche Leben und sind eher nicht auf Touristen ausgerichtet. Sicher, Andenken-Shops, welche die immer gleichen Schnitzereien, wie Elefanten anbieten gibt es hier auch. Aber sonst hat man den Eindruck, dass es sich um eine „normale“ Stadt handelt. Ich sah mich in einem Laden um, in welchem unzählige Gitarren von der Decke hingen. Schon lange war es ein Traum von mir dieses Instrument spielen zu können. Aber es fehlt bisher die Zeit – Luftgitarre beherrsche ich ein wenig.

Den Eingang eines Optikers bewachte eine kleine Miezekatze. Diese kuriose Szenerie mit dem Aufdruck „Open Daily“ an der Tür musste sofort abgelichtet werden. Mein Koffein Defizit machte sich bemerkbar und ich fand auch sofort ein kleines Cafe. „Corner“ nannte es sich. Es befand sich direkt am Eck an der Strasse von der Fährlände her geradeaus zum Polizeihauptquartier. Ich setzte mich an einen kleinen Tisch mit Ausblick auf das Geschehen vor dem Café. Im Lokal befanden sich noch drei Polizisten in Uniformen an einem Tisch, diskutierend und Tee trinkend. Zu Polizisten ist man in Koh Samui extrem freundlich stelle ich fest. Jeder der herein kam grüsste extrem freundlich – vielleicht kennt man sich ja auch.

Ich bestellte einen Kaffee und ein Wasser. Der Kaffee kam aus der Espressomaschine und das Wasser mit Glas und kleiner Flasche. Ich beobachtete den regen mittäglichen Strassenverkehr. Gegenüber befindet sich das Polizeihauptquartier – offensichtlich. Und plötzlich ging bei einem der dort geparkten Fahrzeuge ohne ersichtlichen Grund die Alarmanlage lautstark pfeifend und hupend. Einer der Polizisten stand auf, überquerte die Strasse, ging in den Hof zum Auto, zog die Fernbedienung heraus und betätigte den Auslöser. Das Hupen und Pfeifen verstummte – für kurze Zeit. Dann lärmte die Alarmanlage erneut. Seine Kollegen im Café amüsierten sich über die Angelegenheit.

Das Strassenbild vor dem Café war geprägt durch Rollerfahrer und grosse Geländewägen made in Japan. Ich trank meinen nun etwas auf Körpertemperatur erkalteten Kaffee aus und nahm mir die Wasserflasche vor. Dann stand ich auf und ging zum Tresen, um die Rechnung zu verlangen. Dann legte ich einen 100 Baht schein hin und fragte nach der Toilette. Das junge Mädel deutete nach hinten. Und tatsächlich über einer Tür, die mit einem bunten Plastikstreifenvorhang verhängt war, hing ein Schild „Toilet“. Ich ging darauf zu und ein „Bruzeln“ und „Zischen“, als wenn jemand Fleisch in einer heissen Fettpfanne braten würde. Tatsächlich: Direkt neben der Toilette befand sich die Küche. Hinter einer gemauerten Küche stand eine Köchin und brutzelte in einem Wok über der offenen Gasflamme ein nettes Gericht.

Grinsend schob ich den Plastikstreifenvorhang mittig zur Seite und betrat den kleinen dunklen Toilettenraum. Auf Augenhöhe links neben dem Pissoir befand sich ein Metallbehälter in dem passend zur Riechrichtung WC-Steine griffbereit lagen. Gut, es hörte sich diesmal etwas anders an, als sonst zusammen mit der Brutzelei nebenan. What shells. Als ich an der Theke vorbeikam und mir das Mädel mein Wechselgeld geben wollte, bedankte ich mich freundlich lächelnd und verliess das schöne Café mit der interessanten Küchen-/WC-Kombination.

Ich wanderte weiter durch die Querstrassen und sah mir hie und da die Auslagen an. Bis sich dann mein Natel respektive Nanee sich meldete. Sie sei fertig mit der Besorgung und würde wieder auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt auf mich warten. Nach wenigen Minuten sass ich bei Nanee im Auto, auf der richtigen Seite nur ohne Lenkrad. Sie fuhr diesmal eine andere Strecke, als die welche wir vorher nach Nathon gefahren waren. Es ging durch Palmenhaine und Felder – etwas abgelegener. Dann bog sie in eine schmale Strasse ab – im Hintergrund konnte man das Meer durch die Palmen sehen. Sie hielt vor dem Resort „Centara Villas Samui“, welcher direkt gegenüber des „Butterfly Garden“ liegt, auf dem Parkplatz und wir stiegen aus

Wir gingen an der offenen Lobby des Resorts an der Rezeption vorbei, grüssten die dort in feinen, bunten Kleidern gehüllten Angestellten und stiegen eine hölzerne Treppe hinab. Hangabwärts liess sich der Strand vermuten, welcher von der Lobby aus, aber nicht zu sehen war; denn ein wahrer grüner Dschungelgarten, labyrinthartig durchzogen mit hölzernen Stegen öffnete sich vor uns. Dazwischen in unregelmässigen Abständen befanden sich gut versteckt Palmblatt-gedeckte Bungalows. Gut, dass es regelmässig Schilder und sogar einen Resortplan auf Tafeln gab, sonst hätten wir uns auf der Suche nach dem Strandrestaurant auf dem ZickZack-Weg glatt verlaufen.

Von einer Anhöhe überblickt man den schönen blauengemusterten Pool und den geschützten ruhigen sichelförmigen Sandstrand. wir stiegen die teils mit Steinplatten belegten, teils aus Holz gebaute Treppe hinunter und erreichten die Strandbar, an die direkt das Restaurant anschloss. Dort wählte Nanee einen Platz mit Blick auf den Strand aus und wir setzten uns auf aus Bambus gefertigte Barhocker. Ausser uns befand sich nur noch ein Urlaubspärchen auf der Barterrasse, welche an einem runden Tisch sassen und eine englische Zeitung lasen. Wir bestellten je einen Cocktail und genossen Aussicht und Ruhe.

Am Strand spielten Kinder mit einem „Meereshund“, wie ich die Rasse mit Vorliebe zum „Im Meer plantschen“ mittlerweile nannte. Die Kinder warfen einen Stock ein Stück ins Meer und der Hund schwamm bellend darauf zu, um es glücklich im Maul tragend wieder zu den Kindern zurück zu bringen. Am Strand standen neben zusammen geklappten Schirmen etwa 30 Strandliegen, von denen gerade mal 4 Stück belegt waren. Ein Pärchen spielte vor uns Strandtennis im flach ins Meer verlaufenden feinen Sandstrand.

Nanee und ich unterhielten uns gemütlich und lauschten dem Meeresrauschen, bis hinter uns zwei Musiker auf einem Barhocker zurecht rückten und ihre Gitarren auspackten. Sie setzten sich, spielten schöne ruhige Musik und einer der beiden sang dazu. Alles passte perfekt, wie in einem Traum oder Märchen. Die Ausicht auf das Meer, vorbei tuckernde Fischerboote in der Ferne, das Meeresrauschen, Nanee neben mir, die gemütliche Gitarrenmusik, der Cocktail, die leichte Briese vom Meer her. Einfach fantastisches Plätzchen zum Relaxen und Träumen – eine absolut romantische Perle auf Koh Samui weitab der touristischen Auswüchse – ein Geheimtipp. Bitte nicht weiter sagen.

Wir blieben etwa eine Stunde und genossen gemeinsam das malerische Ambiente mit entsprechender musikalischer Untermalung. Dann bezahlten wir die Cocktails an der Bar und verabschiedeten uns von den beiden Musikern. Sicher nicht ohne als Dank für die tolle Musik etwas Trinkgeld in das Loch der Gitarre des Sängers zu stecken. Wir schlenderten durch den grünen paradiesischen Garten am Pool entlang zurück zum Eingang der „Samui Centara Villas“ an der Rezeption vorbei. Auf dem Parkplatz fielen zwei weisse Blüten von einem Baum. Eine davon gab mir Nanee mit der Bitte diese gut aufzuheben – als Erinnerung.

Wir stiegen ins Auto und fuhren am „Butterfly Garden“ vorbei zurück auf die Hauptstrasse. Auf der sich dahin schlängelnden Strasse entdeckte ich am Rand einer Kurve hinter einer Leitplane eine grosse Anzahl kleiner bunter Holztempel. Ich fragte Nanee, was diese wohl bedeuten mögen. Nanee meinte, dass für hier in dieser Kurve viele Thai verunglückt wären und es Sitte wäre am Unfallort zum Gedenken einen Tempel aufgestellt. Nachdenklich neben Nanee sitzend, setzten wir unsere Reise zurück nach Lamai fort.

Im Restaurant angekommen, bestellte ich noch einen Kaffee und verabschiedete mich dann von Nanee. Dann ging ich zurück zum Hotel und duschte. Zwischenzeitlich meldeten sich Kirsten und Werner per SMS und wir verabredeten uns gegen 18 Uhr beim Bungalow von Mike. Chris hielt sich in seinem Bungalow auf und ruhte aus. Mike hatte am Nachmittag einen Anruf von seinem „Local iPhone Dealer“ beim TESCO bekommen. Sein iPhone sei endlich eingetroffen und er hätte es zusammen mit Chris geholt.

Ich traf mich mit Mike am Bungalow und wir setzten uns auf die Terrasse. Gegen 18 Uhr kamen Kirsten und Werner und wir bestellten uns von bei „Buck“, der in der Strandbar direkt vor Mike’s Bungalow arbeitete, je einen Caipirinha. Anschliessend orderte Werner eine Flasche Weisswein und wir plauderten über den vergangenen Tag. Mike verliess uns dann kurz und holte seine massgeschneiderten Klamotten vom „Local Schneider“ ab. Dort traf er auf Moe, die schon seit 19 Uhr auf ihn wartete. So nahm er nicht nur die Klamotten, sondern auch Moe mit. Vorher liess er sich noch seine Füsse abmessen, da er sich zwei Paar Lederschuhe zusätzlich in Auftrag gab.



Dann probierte Mike die neuen Sakkos an und führte diese dem Publikum vor. Dann genossen wir die Abendstimmung und den Weisswein. Wir plauderten über „Strandliegen“-Reservierer; denn im Resort „Samui Boutique Resort“ läuft es nach Auskunft von Kirsten und Werner ähnlich ab, wie bei uns. Gegen Mitternacht verabschiedeten wir uns. Chris war bereits gegen 22 Uhr alleine nach Chaweng gefahren. Mike nahm Moe mit dorthin und ich bekam eine SMS von Nanee. Wir trafen uns am Strand vor unserem Resort. Sie wollte partout nicht in den Resort. So nahm ich zwei Bier aus der „Bordküche“ und wir setzten uns an den Strand. Um halb zwei verabschiedeten wir uns und ich ging zurück zum Hotelzimmer. Da Mike nun seinen eigenen Bungalow besass, konnte ich mich so richtig gemütlich im Zimmer einrichten.

PeterPan’s Restaurant-Tipp Koh Samui:

Centara Villas Samui
Coral Bar & BBQ Eingang gegenüber „Butterfly Garden“
Address: 111 Moo 2, Maret, Natien Beach, Koh Samui, Suratthani 84310, Thailand
Phone: +66 (0) 7742 4020
Fax: +66 (0) 7742 4022
Email: csv@chr.co.th 
http://www.centarahotelsresorts.com/csv/csv_default.asp

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

<— Zurück zu „Urlaub Koh Samui 10.03.2008 – Strandtag am Chaweng Noi und „Wie das Leben so spielt“

Vor nach –> Urlaub Koh Samui 12.03.2008 – Am schönen Strand von Bo Phut beim Gecko in der Sonne liegen

Tags: Urlaub, Reisebericht, Koh Samui, Monsun, Regen, Bangkok, Zürich, Regensburg, Thailand, Lamai, Beach, Chaweng, Restaurant, Club, Hotel, Bo Phut, Koh Phangan, Mae Nam


Urlaub Koh Samui 10.03.2008 – Strandtag am Chaweng Noi und „Wie das Leben so spielt“

11. März 2008

Zum Thema „Frauen“ auf Koh Samui. Ich überlegte mir lange, ob ich überhaupt irgendwas über unsere Bekanntschaften des anderen Geschlechts schreibe. Aber dann diskutierte ich mit Chris und Mike und wir entschieden, dass die Freundschaften, die wir hier schlossen, nicht anders Zustande gekommen sind, als in jedem anderen Urlaubsland oder zu Hause, wie bisher auch. Ich muss die Leserschaft leider enttäuschen; denn um bezahlte Sexbekanntschaften geht es uns bei unseren Urlauben nicht. Nicht mal in Thailand. Somit kann derjenige, der über eine Suchmaschine mit den Begriffen „Thailand“ und „Sex“ hier gelandet ist es sich ersparen erwartungsfroh den langen Text nach prickelnden Bettgeschichten zu überfliegen und nach Nacktbildern aus irgendwelchen Animierschuppen zu suchen. Hamma nich!

Nein, wir unterschlugen bisher das Thema nicht, wie ein Kommentator vorher vermutete. Chris ist seit 4 Jahren ein absoluter Thailand-Fan. Er liebt das Land, Kultur, Umgangsformen, Essen und Leute in Thailand. Landsleuten aus dem alemannischen Sprachraum, die sich ihren Schulabschluss aus der Bildzeitung oder von TV-Reportagen einfältiger werbefinanzierter Fernsehsender angeeignet und deren Allgemeinwissen auf 6 DinA3 Seiten mit grossen Bildern bedruckt locker Platz findet – ganzseitige Werbung vom Elektromarkt nebenan mit eingerechnet – können mit Land, Kultur, Umgangsformen, Essen und Leuten in Thailand weniger anfangen. Ganz einfach: Die waren nie dort. Und wenn dann doch, dann trauen sie sich mit ihren weissen Tennis-Socken, Sandalen, überdimensionalen Fussballhose und ärmellosen Ripp-Shirt nur dann von der ganzwöchig mit Handtuch reservierten Strandliege weg aus der Hotelanlage, wenn sie sich ein „Singha-Beer“-Shirt anstatt des „Beck’s“-Shirts vom Laden nebenan als Trophäe besorgen. Das ist kein Gag, haben wir live erlebt, beobachtet und nun schriftlich niedergelegt.

Was die Herrschaften dann aber bei der im Hotel gebuchten zu „Tourist Attractions“ geführten Inselrundfahrt verpassen bzw. niemals kennen lernen, wir aber eben auf eigene Faust erkunden, ist der Blick hinter die touristischen Kulissen. Und dabei lernt man eben die Einheimischen so kennen, wie sie sind. Fernab der Dollarzeichen geprägten Augen der Verkäufer entlang der Haupteinkaufsstrassen mit der immer gleichen wiederkehrenden Produktauswahl. Wobei selbst das in Koh Samui schlicht nicht zu erkennen war – wahrscheinlich gibt es dafür auch ein spezielles Lächeln. Das gleiche gilt übrigens auch für Eltern, die ihre Kinder am Strand mit Gameboys und iPods ruhig stellen, anstatt sie im Sand spielen zu lassen. Aber ich kann da ja nicht mitreden, ich hab ja bisher keinen mir bekannten Nachwuchs.

Wer nun aber als in den letzten Zügen des Fortpflanzungsstadiums stehender Homo Sapiens mit bläulichen Tabletten in der Hosentasche auf die Idee kommt seinen Urlaub am Abend auf dem „roten Platz“ zu verbringen, in der Annahme, dass die Mädels jeden genetischen Schrott bereitwillig gegen Bezahlung beglücken, der kann sich die Buchung bei Neckermann und die für den Flug nebst Unterkunft in einem Minus-Dreisternigen Resort sparen. Die hier auftretenden Mädels sind nämlich nicht zu schade aus dem Genpool den Ausschuss auszusortieren und mit Missachtung zu strafen. Ob sie dazu gehören, erkennen sie dann daran, dass sich die Seite der Theke schlagartig just in dem Moment von Mädels leert, als sie versuchen sich ein Bier zu bestellen. Zufällig haben dann die Mädels nämlich Hunger oder müssen etwas zum Essen besorgen. Aber immer mit einem Lächeln auf den Lippen. Konnten wir auch beobachten. Nein, nicht bei uns. 🙂

Also, nochmals: Es gibt schlicht auf diesen Seiten keine Geschichten über bezahlte Liebe. Goto einschlägig bekannten Sexwebsites und halten sie die Kreditkarte bereit. Für alle anderen, und das dürfte die Minderheit der Leser sein, gilt: Bitte weiter lesen.

Heute Nacht schrieb ich bis gegen 4 Uhr morgens an den Tagesberichten. Gegen 3 Uhr klopfte es an der Tür. Mike stand davor, verschwand aber nach kurzer Diskussion und einer Zigarette gleich wieder. Er hätte im „Seed“ eine Lady aus Bangkok kennen gelernt, die ebenso wie wir auf Urlaub auf Koh Samui (Lamai) unterwegs wäre. Die Unterhaltung gestaltete sich aber extrem schwierig, da die Lady – sie heisst Moe – kein Wort englisch könne. Im „Seed“ sei eine thailändische Pop-Musik-Truppe aufgetreten. Die Werbung dazu hätte es nirgends in „Farang“-Sprache gegeben. Somit waren Mike und Chris neben drei weiteren westlich aussehenden Personen die einzigen Nicht-Thailänder unter etwa 400 Thais in der Discothek, die sonst als „Tabledance-Lokal“ genutzt wird.

Die Thai-Band hätte tolle Musik mit anscheinend ansprechenden und unter Thailändern bekannten Texten gespielt, denn es wurde lauthals mitgesungen. Nur Mike und Chris verstanden kein Wort – die Band sang eben in Thai. Die weiblichen Gäste flippten regelmässig bei irgendwelchen Textstellen aus und Mike musste sich die Ohren zuhalten, um vom schrillen Geschrei keinen Gehörsturz zu erleiden.

Mike und Chris hätten sich einen vom Gedränge sicheren Platz im hinteren Bereich an einem Tisch gesucht. Die Massagemädels, die ihnen bei der alltäglichen „Massass“ den Tipp mit der Veranstaltung gegeben hatten, konnten sie beide nicht entdecken. Ob die schlicht nicht gekommen oder andererseits in der Menschenmenge untergegangen waren, konnte später nicht eindeutig geklärt werden. Am Nebentisch im „Seed“ hätten die Mädels zum Kichern und Tuscheln angefangen und schliesslich sei eine der Ladies auf ihn zugekommen. Sie hätte versucht sich mit ihm auf Thai zu unterhalten. Er hätte aber logischerweise kein Wort verstanden.

Michael Wong2 Michael

Ausser irgendwas mit „Michel Wong“. Nachdem er die Lady aufgeklärt hätte, dass er kein Thai könnte, wäre das Gespräch auf bruchstückhaftem Englisch weiter geführt worden. Die Lady erklärte, dass sie Mike für den „famous Actor Michael Wong“ gehalten hätte, wegen der Ähnlichkeit. Ich hab mir auch grad erst das Bild von Michael Wong aus dem Web besorgt und eine gewisse Ähnlichkeit besteht tatsächlich. Nur die Augen sind bei Mike einfach blau-grün, was in der Dunkelheit des Clubs sicher nicht sofort aufgefallen ist.

Nach dem Ende des Konzerts legte ein DJ Tanzmusik auf und die Lady, die sich als Moe vorstellte, versuchte sich mit ihrem bruchstückhaften Englisch mit Mike zu unterhalten – und umgekehrt. Sie wehrte sich aber standhaft sich irgendeinen Drink ausgeben zu lassen. Stattdessen holte sie sich an der Theke Mineralwasser. Auch rauchte sie nicht, da das nach eigener Aussage schlecht für die Haut wäre. Mike blieb a) bei Singha-Beer b) rauchte und c) verliessen beide gemeinsam gegen 3 Uhr so ziemlich als letzte das „Seed“. Da in Lamai sämtliche Lokale unseres Vertrauens bereits geschlossen hatten, dachte Mike kurzfristig daran die Dame zu fragen, ob sie auf ein Wasser ins Hotel mitkommen wolle. Das lehnte sie rigoros ab, sie wollte sich keinesfalls mit einem Farang in einem Hotel sehen lassen, das gehöre sich nicht. Deshalb fuhr sie Mike mit der Honda Shadow dann schweren Herzens zu ihrer Urlaubsunterkunft, wo sie mit zwei weiteren Freundinnen aus Bangkok die Ferien verbrachte.

Als ich am Morgen gegen 9:30 Uhr zum Frühstücken ins Strandrestaurant ging, sah ich Chris und Mike vor dem Bungalow auf der Terrasse sitzen. Ich besorgte mir einen Teller mit allerlei Frühstücksutensilien und schnappte mir einen Kaffee. Dann setzte ich mich hinüber zu den zwei und Mike erzählte die oben genannte Geschichte immer noch fassungslos. Fassungslos deshalb, weil er sich schlicht nicht mehr dran erinnern konnte, wo er Lady Moe am Ende abgesetzt hatte. Nicht mal nach der Telefonnummer fragte er sie am Abend zuvor.

Und einen Treffpunkt oder etwas ähnliches hatte er vor lauter „Seidenblick“ auch nicht vereinbart. Er war vollkommen am Boden zerstört. Da lernt er das einzige (Sorry, „“nächste“, da Nanee, Sa, und die Mädels vom Massass-Salon auch vollkommen normal sind) normale Mädel in Lamai zufällig kennen und er hat gar nix von ihr, um ein Date auszumachen. Mike war vollkommen fertig. Dafür nahmen wir ihn gerne das ein oder andere Mal tröstend auf den Arm, was seine Stimmung nur noch verschlechterte. Am liebsten hätte er in das hölzerne Geländer der Veranda gebissen.

Chris konnte es auch nicht fassen. Er war schon eher vom „Seed“ nach Hause gefahren, direkt nach dem Konzert, da er merkte, dass sich die Lady in Mike verguckt hatte. Die beiden Freundinnen von Moe waren eher nicht nach Chris’s Geschmack. Daher zog er es vor die beiden allein zu lassen – die Vier versteht sich. Als ich das Frühstück beendete, verliessen wir den rauen Strand mit den „Strandliegen-Mietern“ und setzten uns auf unsere Chopper. Ich ging vorher noch im Hotel nebenan vorbei und hinterliess für ein Schweizer Pärchen, welches heute in Lamai ankommt eine kurze Nachricht mit meiner Telefonnummer.

Das erste Ziel steuerten wir den Motorradverleiher „Easy Rider“ an. Mike stellte des nächtens fest, dass das Abblendlicht defekt sein musste und nur das Aufblendlicht funktionierte. Jonathan schob die Mühle in den Verkaufsraum und wechselte mit handwerklich geschickten Händen und professionellem Werkzeug die Glühbirne in Rekordzeit aus.

Anschliessend starteten wir die röhrenden Chopper und donnerten die Strasse Richtung Chaweng Noi. Überraschenderweise klärte sich nämlich zusehends der wolkige Himmel auf und die Sonne brach immer mehr hindurch. Aus der Wetterrichtung erkannte man immer grossflächigere blaue Abschnitte, was uns nach einem Strandtag verlangen liess.

Wir parkten unsere Gefährte am Strassenrand und suchen uns sofort am ersten Restaurant die passenden Liegestühle aus. Wir hofften endlich etwas „Bräune“ auf die Haut zu bekommen.

Die Wellen brandeten an den flach auslaufenden Strand. Aber mit deutlich geringerer Höhe, als am Strand von Lamai. Auch die Wasserqualität schien wesentlich besser zu sein. Zuerst bestellten wir aber die Getränke, die sich aus fruchtigen Bestandteilen zusammen setzten. Mango-, Pineapple-Shake und für Chis Cola. Gut, letzteres wird aus immer noch streng geheimen eventuell pflanzlichen Bestandteilen gemixt. Im Gegensatz zu Fruchtshakes, deren Inhalt so frisch vom Baum fällt, wie nirgends sonst. Nach einem kühlen Schluck aus dem Glas rückte ich mir den Liegestuhl Richtung Sonne, setzte eine Baseball-Cap auf, die ich sonst hasse, und liess mich von der Vorderseite rösten, bis die Haut langsam zu qualmen begann. Wenn schon Mal die Sonne scheint, so muss das ausgenutzt werden. Akklimatisiert und angebräunt waren wir ja bereits. So schloss sich die Gefahr eines Sonnenbrandes nahezu aus. Und ich bekam auch keinen.

Chris und Mike testeten währenddessen das lauwarme Meer und planschten in den leichten Wellen. Als meine Körpertemperatur bedrohlich nahe an die 45 Grad-Grenze kam, verlangte meine Haut nach Abkühlung. Es zischte leicht, als ich meine Zehen in das kühle 25 Grad warme Meer tauchte. Chris holte einen kleinen blauen Ball aus dem Rucksack und wir warfen uns diesen spasseshalber gegenseitig zu. Als der Strandrestaurant-Betreiber das sah, winkte er und zeigte auf einen Volleyball. Mike holte diesen und wir spielten zuerst im bauchtiefen Wasser. Das Hechten fiel uns allerding etwas schwer. Somit verlagerten wir das Spielgeschehen in den feinen Sandstrandbereich. Das Spiel entwickelte sich zu einer Mischung aus diversesten Ballsportarten ohne jegliche Regeln und Spielfeldmarkierungen. Wir und der Restauranthund hatten auf jeden Fall unseren Spass.

Dann bemerkte Mike, dass ein dunkler Honda am Strassenrand stand und jemand uns zuwinkte. Ich sah genauer hin und entdeckte, dass es sich um Nanee handelte. Wir unterhielten uns kurz, aber ich konnte sie nicht zu einem Fruchtshake überreden. Sie wäre auf dem Weg zum Restaurant und müsse gleich weiter, wollte aber kurz „Hello“ sagen.

Nach dem Ganzkörper-Ballspiel nahmen wir ein kurzes Erfrischungsbad und Mike und Chris sanken sofort vollkommen erschöpft aber glücklich in die Liegestühle. Chris grinste über beide Ohren, da endlich fast durchgängig die Sonne schien. So hätte es schon länger sein sollen.

Der Strand „Chaweng Noi“ ist wirklich empfehlenswert. Er zieht sich feinsandig sichelförmig und lang gestreckt Palmengesäumt dahin. Kinder können unbedenklich hier spielen; denn das Strand verläuft sehr flach ins Meer hinein und die Liegen sind zahlreich vorhanden. Es wäre falsch sich lediglich vor dem Resort aufzuhalten. Getränke und gutes Essen gibt es an jedem Strandabschnitt und die Leute sind ausnahmslos freundlich. Auch Abends ist der Strand „Chaweng Noi“ empfehlenswert, da er nicht so überlaufen ist, wie in Chaweng selbst. In Lamai selbst ist der Strand breiter und die Möglichkeiten dort etwas brauchbares für ein gemütliches Dinner zu finden eher gering.

Ich schnappte mir meine Digicam und wanderte am Strand entlang. Immer auf der Suche nach einem Motiv. Und davon gab es reichlich.

Als ich zurück kam, lag Mike neben der Strandliege auf einem Handtuch auf dem Bauch. Er sah plötzlich, wie aus einem winzigen Loch neben ihm eine noch winzigere Krabbe kurz heraus schaute und dann wieder verschwand, als sich Mike bewegte. Ich gab ihm meine Digicam und er legte sich auf die Lauer.

Schliesslich zeigte sich die Minikrabbe erneut und Mike drückte auf den Auslöser. Gotcha!

Eine anderes Beispiel aus der Reihe „Expedition ins Tierreich“ entdeckte ich auf dem Weg ins Meerwasser. Eine Welle umspülte den Sand vor mir und ich dachte zuerst, dass ein Stein im Sand verschwindet. Dann überlegte ich kurz und grub den kleinen Kiesel aus. Ich hielt allerdings eine etwa Fingernagel grosse Muschel in der Hand. Die hatte sich selbst eingegraben? Das musste ich noch einmal sehen. Ich legte die Muschel flach auf den Sand im dem Bereich des Strandes, in dem die Wellen grade noch hinkommen und flach auslaufen.

Als die nächste Welle die Muschel umspülte, grub sich diese wieder senkrecht in den Sand ein und verschwand. Nur nicht für lange; denn das wollte ich fotografisch festhalten. Muschel ausgegraben, im Meerwasser in der Hand vom Sand befreit, Digitalcamera auf Serienschuss eingestellt, Muschel in den Sand legen und Warten. Es dauerte nicht lang und die nächste Welle kam, und die Muschel grub sich erneut ohne zur Hilfenahme von nicht vorhandenen Händen in den Sand ein.

Als die Sonne gegen 18 Uhr langsam hinter den Bergen im Westen verschwand, wachten die Restauranthunde langsam auf und nahmen ein Bad im Meer. Wir packten unsere Sachen zusammen und sattelten die Chopper.

Wir fuhren wieder einmal zum „TESCO“ nach Chaweng. Dort kaufte Chris noch ein paar Klamotten. Mike fragte bei seinem „local Mobile Phone Dealer“ nach, ob nun endlich das iPhone angekommen sei. Leider erhielt er erneut eine Absage „Come tomorrow“. Etwas grantig zog er von dannen. Wir verluden unsere Einkäufe in die Taschen und Rücksäcke und tuckerten durch den relativ dichten Abendverkehr zurück nach Lamai; denn wir hatten noch ein „Date“ mit zwei Schweizern am Abend abgemacht.

Als wir die Wäsche in der Lamai Beach Road bei unserem bevorzugten Waschhaus abholten, winkten uns die Mädels von der „Massass“. Wir begrüssten diese und verneinten allerdings diesmal ihre Knetkünste in Anspruch zu nehmen. Dafür pflegte „Oh“ mit dem Saft eines frischen Stückes Aloe Vera die Brandwunde von Mikes rechten Unterschenkel. Er bekam noch ein weiteres Stück von „Oh“ mit, damit er es am Abend vor dem Zubettgehen selbst auftragen kann. Nach einer Tasse Kaffee bei den Mädels gingen wir zurück zum Hotel. Schnell duschen; denn um 20 Uhr stand das „schwiizer Date“ an.

Gegen 20 Uhr trafen wir uns in der Hotellobby und gingen gemeinsam zum „Samui Boutique Resort“ hinüber. Dort trafen wir uns mit Kirsten und Werner aus Basel im Restaurant „Patio“.

Kirsten und Werner kamen am Vormittag in Samui an. Wie wir uns kennen lernten? Über das Samui-Tagebuch in diesem Blog. Kirsten suchte im Internet nach „Wetter Koh Samui“ und als eines der Suchergebnisse fand sie die „PeterPan“ Seite. Sie klickte darauf und las einen der Beiträge. Dann sah sie sich die Bilder an und informierte Werner darüber. Zusammen verbrachten Sie etliche Stunden beim Lesen des Reisetagebuches. Dann motivierte Kirsten ihren Werner doch einen Kommentar zu schreiben. Darin stand, dass sie ab Montag den 10.03.2008 ebenfalls in Lamai im „Samui Boutique Resort“ residieren würden – in einem Hotel im Norden der Lamai Beach.

Das konnte nicht so weit weg von unserem Resort sein, dachte ich. Und durchsuchte das Web nach dem Internetauftritt des „Samui Boutique Resort“. Und: Das Resort liegt direkt neben unserem! Von unserem Balkon sehen wir direkt auf die Anlage. Nur wusste ich das nicht! Am Eingang des Hotels steht „Patio“ und in Thai-Schrift irgendetwas darunter. Das hiess offensichtlich „Samui Boutique Resort“.

Wir trafen die beiden im Restaurant „Patio“ und begrüssten uns. Dann erzahlten beide, dass die Reise sehr angenehm gewesen sei. Nur das Wetter sei nicht so, wie vom Prospekt versprochen. Der Bungalow sei grosszügig, hätte einen eigenen kleinen Spa, es fehle jedoch ein Schrank für die Bekleidung. Kirsten hätte zwar versucht sich an meinen Tipp im Beitrag zu halten, möglichst wenig mitzunehmen. Jedoch hätte der grosse Koffer gerade ausgereicht.

Beide luden uns auf den von uns so geschätzten Mango-Shake ein und wir plauderten ausgiebig. Werner hätte sich meinen gesamten bisher geschriebenen Reisebericht ausgedruckt. Ursprünglich wollte er die Texte kopieren, aber das Blogscript liesse das nicht zu. Nun hätte er über 50 Seiten Informationsmaterial bei der Hand und beide würden die Texte mit Begeisterung lesen. Das freute mich ungemein. Und noch mehr: Dass man auf diesem Wege so nette Leut kennenlernt.

Interessehalber fragten wir beide, ob wir ihren Bungalow mal ansehen dürften und Werner zeigte uns diesen. Chris meinte, dass diese Art von Hotel aber hier in Lamai am falschen Platz sei. Es fehle einfach der ruhige gemütliche Strand. Aber dafür gäbe es einen grossen Pool. Nur wir vermuteten, dass auch hier allmorgendlich der Kampf um die Liegen ausbricht. Wir gaben beiden den Tipp sich in ein Sammeltaxi zu setzen und den ein oder anderen Strand in der Umgebung anzusehen. Dort gäbe es bessere Wasserqualität, ruhigere Strände und genug Liegen, sowie ausreichend gutes Essen inklusive nettester Bedienung. Siehe „Chaweng Noi“ oder „Mae Nam“.

Da Chris, Mike und ich noch nichts gegessen hatten und wir den beiden Schweizern gleich mal etwas anderes als das Hotel zeigen wollten, beschlossen wir in das Restaurant von „Sa“ zu gehen. Auf dem Weg dorthin zeigten wir den beiden unsere „local Laundry“, stellten ihnen die Mädels von der „Massass“ vor, ebenso den „personal Schneider“ und natürlich Sa vom „Sri Nuan“, die uns gleich einen Tisch auf dem Gesteig gab; denn nur hier Draussen darf man bei „Sri Nuan“ rauchen.

Wir bestellten, „red“- und „yellow“-Curry und Mike nahm eine gekochte Gemüseplatte. Kirsten liess ich die heissen Bananen in Cocos-Sauce probieren. Und es schmeckte nicht nur ihr gut. Auch die Speisen durften probiert reihum probiert werden.

Plötzlich kam aus dem Nichts ein grosser Reisebus die Lamai Beach Road entlang. Mike meinte „Das sind bestimmt Chinesen!“; denn das Reiseverhalten kannten wir bereits aus der Schweiz. Und es schauten uns tatsächlich verschlafene Chinesengesichter aus den Busfenstern in die Teller. Tja, vorgestern Rom, gestern noch in Paris und Luzern, Abends dann auf’s Matterhorn und über Nacht im Flugzeug nach Koh Samui. Das ist Urlaub 🙂

Gegen 23 Uhr verabschiedeten wir uns von Kirsten und Werner; denn die beiden hatten noch etwas Schlaf von der Anreise nachzuholen und wir wollten noch dringend in das Nachtleben in Chaweng eintauchen. Somit bestiegen wir die Böcke und brausten durch Lamai über den Pass nach Chaweng. Dort stellten wir die Kisten direkt vor der „Solo Bar“ an der gegenüberliegenden Seite in freie Parkplätze und betraten die unüberhörbare Bar.

Wir bestellten uns je ein Singha-Bier, lauschten der guten House-Music und beobachteten lächelnd und scherzend das rege Treiben um uns herum. Dann bemerkte ich, dass auf meinem Natel eine SMS-Nachricht angekommen war. Nanee sei auch in Chaweng. Ich fragte, ob sie auch in die „Solo Bar“ käme, aber sie meinte „Eher nicht“. Ob es mir möglich wäre zum Club „Sweet Soul“ gegenüber des „Green Mango“ zu kommen. Etwas verwundet aber freudig überrascht informierte ich Chris und Mike. Ich vereinbarte mit ihnen hinüber zu gehen und sie gegebenenfalls abzuholen. Ich wusste nicht, ob das nun Absicht oder so Sitte war. Es ist doch so manches „anders“ in den Umgangsformen in Thailand – positiv gesehen.

Also machte ich mich auf den Weg die wenigen Querstrassen durch die belebte Chaweng Beach Road zum „Club Sweet Soul“. Ich wehrte die freundlichen Versuche ab, mir irgendwelche Flyer von anderen Clubs auf dem Weg dorthin in die Hand zu drücken und erreichte den Club nach wenigen Minuten zu Fuss. Der Club war gut, aber dennoch locker gefüllt. Nur Nanee konnte ich nicht entdecken. Dann entdeckte ich Nanee auf der linken Seite stehend mir zuwinken. Ich betrat den Club und ging ihr nach in den hinteren Bereich an eine der Theken.

Dort sass sie dann mit einem „Baileys on the Rocks“ und grinste mich an. Warum sie nicht in die „Solo Bar“ gekommen sei, fragte ich. Sie meinte, dass sie dorthin nicht allein gehen wolle. Und ausserdem hätte sie nicht viel Zeit und müsse am nächsten Tag wieder früh aufstehen, um für das Restaurant einzukaufen. Ich informierte Chris und Mike und wir plauderten ein wenig, was die Lautstärke nur bedingt zuliess und verliessen den „Club Sweet Soul“ nach etwa einer Stunde gegen 1 Uhr.

Ich begleitete Sie noch zum Auto, welches direkt hinter dem „Club Green Mango“ auf einem Parkplatz stand. Dabei stellte ich fest, dass eben das „Green Mango“ heute vollkommen gut gefüllt war. Im Gegensatz zu den letzten Besuchen, bei denen sich nur wenige Gäste auf den beiden grossen Dance-Areas verliefen. Das musste ich mir näher ansehen. Und ich war begeistert. Wir bahnten uns den Weg durch die wabernden Menschenmassen und ich schoss noch das ein oder andere Beweisfoto.

Wir kamen auf der anderen Seite des „Club Green Mango“ wieder heraus und gingen das kurze Stück gemeinsam zum Auto. Dort fragte mich Nanee, wo ich mein Motorrad geparkt hätte und ob sie mich dorthin fahren könnte. Ich schaute etwas verwundert, denn a) ist es für sie ein Umweg nochmals in die Chaweng Beach Road zu fahren und b) müsste ich nur den gleichen kurzen Weg zurück gehen. Allerdings gefiel mir die Idee bei Nanee im klimatisierten Auto zu sitzen auf Anhieb besser.

Scheinbar wollte sie wirklich nicht, dass ich nochmals ins „Green Mango“ gehe (Ich könnte ja auf „Abwege“ kommen.); denn sie fragte mich, ob ich dann ins Hotel fahren würde. Ich antwortete, dass ich das noch nicht wisse, denn Chris und Mike hätten sich noch nicht gemeldet. Vor meinem Chopper fuhr Nanee an den Strassenrand und wir verabschiedeten uns. Nicht ohne vorher zu vereinbaren, dass ich am nächsten Tag auf einen Kaffee bei ihr im Restaurant vorbei schauen würde.

Ich stieg aus und winkte ihr beim Abfahren nach. Dann drehte ich mich um, und stellte fest, dass eine Lady auf meinem Motorrad sass und sich meinen linken Rückspiegel beim Lippenstift-Nachziehen zu Hilfe nahm. „Gut!“ dachte ich „dann rauche ich halt erst einmal eine!“, zückte meine Zigarettenschachtel aus der hinteren Hosentasche der Jeans, fummelte nach dem Feuerzeug, zündete mir eine an und ging auf die gegenüberliegende Strassenseite. Dort lehnte ich mich an die Hausmauer und zog das Mobile Phone aus der Tasche. Wo sind nur Mike und Chris abgeblieben. Keine Nachricht, kein Anruf. Nichts!

Als die junge Thai nach der Korrektur der Lippenfarbe immer noch auf dem Sitz meines Töffs lümmelte, beschloss ich die wenigen Meter zur „Solo Bar“ zu gehen, um nachzusehen, ob Chris und Mike sich noch darin aufhielten. Dies war nicht der Fall und ich konnte das auch einfach erkennen. Die „Solo Bar“ war nämlich mittlerweile fast menschenleer. Kein Wunder; denn um 2 Uhr macht der Schuppen, wie alle anderen auch, nämlich dicht. Ergo, waren beide einfach abgehauen, ohne mir etwas mitzuteilen. Feine Brüder die Brüder.

Somit verliess ich den traurigen Ort und wanderte zurück zum Motorrad, welches mittlerweile „Lady-Frei“ war. Das Mädel hatte sich mittlerweile getrollt, dachte ich. Als ich mich auf den Sitz schwang, seitlich den Schlüssel steckte und umdrehte, erblickte ich links von mir zwei lange Beine, die in silberfarbenen hochhackigen Pumps steckten.

Ich hörte eine laszive aber für eine Lady zu dunkle und aufgesetzte Stimme sagen „Nice Bike! May i drive with you?“ Moment mal, lange Beine, Pumps, Minirock und dunkle Stimme? Ich sah an der Lady hoch und erkannte ein etwas kantigeres aber nettes Gesicht. „Ein hübsches Mädel der Bua!“ dachte ich und verneinte lächelnd die Frage. „I have to go home now“, drückte auf den Anlasser und schob die Mühle in Rekordzeit aus der Parklücke. Dann trat ich den ersten Gang krachend ins Getriebe und liess den Hinterreifen rauchen. Nix wie weg hier!

Unterwegs stellte ich mir vor, sie äh er hätte den Mund nicht aufgemacht und ich hätte sie äh ihn jetzt auf der Sissibar. Na, Mahlzeit. Als Techniker überlegte ich mir auf der Fahrt zurück nach Lamai, wie man einen Schleudersitz für diese Gelegenheiten in einen Chopper konstruieren und montieren könnte. Mit einem roten Auslöseknopf mit durchsichtigem Klapp-Deckel am Lenker als Zusatzausstattung, wie in den guten alten James-Bond-Filmen. Ich grinste, als ich mir wie in einem Comic vorstellte, wie sie/er dann zuerst vom Töff nach hinten weggeschleudert und dann schimpfend und mit zerzausten Haaren auf dem Asphalt sitzen mir nachschimpfte. Beinhart! Das lass ich mir zum Patent anmelden – auf Lebenszeit.

Eine Wonne mit etwa 60 bis 70 Stundenkilometern im höchsten Gang den Motor tieftourig knatternd wie in einer lauen Sommernacht bei Temperaturen um die 25 Grad mit einem Chopper ohne Helm alleine über menschenleere Strassen zu cruisen. Ich hätte ewig so weiter fahren können. Und es wäre überhaupt kein Problem gewesen; denn ich befinde mich auf einer Rundstrasse um die Insel mit einer Länge von etwa 50 Kilometern. Nach einer Stunde wäre ich wieder hier gewesen. Man hätte die Rundenzeiten stoppen können. Diese wären aber extrem unregelmässig und langsam. Es geht ja diesmal wirklich nicht ums Rennenfahren, sondern ums gemütliche Cruisen.

Ich bog aber dann trotzdem in Lamai beim gut sichtbaren „McDonald“-Warnschild links ab und rollte beim Hotel aus. Das Töff von Chris stand neben mir, nur die Kiste von Mike fehlte. „Wo der sich wieder rumtreibt!“ dachte ich und ging in die Hotellobby. Keine Menschenseele hinter dem Tresen. Ich blickte ins Büro und sah den Nachtportier gemütlich auf zwei zusammen geschobenen Sesseln vor sich hin Ratzen. Pfeiffen und vorsichtiges Rufen half ihn nicht zu wecken. Schliesslich wollte ich ja auch nicht, dass er vor Schreck von den Sesseln auf den harten Steinboden fiel und dann noch sein Gesicht verliert.

Also schwang ich mich leise über den Tresen und suchte meinen Schlüssel aus der bereits geöffneten Schublade. Mike war tatsächlich noch nicht da. Ich nahm den Schlüssel und schwang mich zurück. Dann schlenderte ich immer noch grinsend über den „Lady“-Vorfall in Chaweng am Pool entlang und erklomm die Treppen zu unserer Etage. Dann sperrte ich auf und liess mich ins Bett fallen, zog mich aus und schnappte mir den Laptop. Schliesslich wollte ich noch schnell die Bilder ins Web laden. Am Text schreiben wollte ich heute bitte nicht mehr.

Als die Bilder fast online auf dem Server lagen, klopfte es gegen 3 Uhr an meiner Tür. „Das wird Mike sein“ dachte ich und legte den Laptop zur Seite, stand vom Bett auf. Ich sperrte die Tür au, drehte mich um und meinte „Hi Mike, wo warst denn so lang“. Und bekam eine Antwort von Chris: „Der hat mich jetzt doch glatt aus meinem Bungalow geworfen!“.

Verwundert drehte ich mich um und Chris stapfte mit müden Augen ins Schlafzimmer, setzte sich auf den Sessel im Eck und zündete sich eine Zigarette an. Dann fing er an die Ereignisse der letzen Minuten zusammen zu fassen. Es hätte gegen 2:45 Uhr bei ihm geklopft. Er hätte die Tür geöffnet und Mike sei mit „seidigem Gesicht“ vor ihm gestanden, hinter dem sprachlosen Mike hätte sich Moe versteckt. Ich fragte, wo er sie denn nun getroffen hätte. Chris erzählte, sie seien von der „Solo Bar“ direkt nach Lamai gefahren. Dann in Lamai am Hotel vorbei in die Lamai Beach Road hinein. In der Nähe des Restaurants von Nanee wären dann vier Mädels auf dem Gehsteig gelaufen, von denen eine nach Mike gerufen hätte, der sofort angehalten hätte.

Die Rufende sei Moe vom Vorabend im „Seed“ gewesen und wäre nach kurzer Begrüssung auf den Sozius gestiegen, hätte die anderen drei Mädels – ihre Freundinnen – einfach stehen gelassen. Mike hätte ihm dann angedeutet, dass er noch eine Runde fährt. Worauf Chris ins Hotel und dann in seinen Bungalow zum Schlafen gegangen wäre. Gerade als er so schön eingeschlafen war, klopfte es eben an der Tür und Mike stand mit Moe da. Daraufhin hätte sich Chris etwas übergezogen und sei zu mir herauf gekommen.

Zuerst grinste ich mir einen und dann lachte ich zusammen mit Chris. „Des gibts ja ned!“ war unser häufigster Satz. Dann schnappten wir uns eine Dose Bier aus dem Kühlschrank und ratschten über die letzten Vorkommnisse. Chris kugelte sich vor Lachen über die Geschichte mit der Lippenschminkerin (der Lippenschminker) in Chaweng. Als wir das Bier ausgetrunken und noch die ein oder andere Zigarette vernichtet hatten, knallten wir uns auf die Betten und schliefen ein. Das kann ja morgen noch heiter werden. „Wie kum jetz i zu meim Zeich!“ war der letzte Satz von Chris in dieser Nacht. Dann wurde es ruhig. Nur die Klimaanlagengeneratoren der Nachbaranlage waren noch zu hören.

PeterPan’s Restaurant-Tipp für Lamai:

Live Oyster & Seafood
Strand „Chaweng Noi“
Das erste Strandrestaurant auf der Seeseite, wenn man von Lamai kommend über den Pass „The Cliff“ fährt.

Sri Nuan – Thai Food & Sea Food
Lamai Beach Road 139/40
Lamai

PeterPan’s Ausgangs-Tipp für Chaweng:

Sweet Soul Café
gegenüber vom „Green Mango“
Chaweng

Green Mango Club
9/34 Chaweng Beach Rd.,
Bo-phut, Koh Samui,
Suratthani 84320 THAILAND.
Tel. 66(0)-77-422661 Fax. 66(0)77-422662
http://www.greenmangogroup.com/1club.htm

Solo Bar
nicht zu überhören direkt an der Chaweng Beach Road
Wo? In Chaweng!

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

<— Zurück zu „Urlaub auf Koh Samui 09.03.2008 – Easy Riders driving to Mae nam – Go to the Beach?

Vor nach –> Urlaub Koh Samui 11.03.2008 – Mit Nanee in Nathon und „Darf es noch ein Glaserl Wein sein?“


Urlaub Koh Samui 09.03.2008 – Easy Riders driving to Mae Nam – Go to the Beach?

10. März 2008

Während ich so auf meiner „eroberten“ Strandliege lag und den Beitrag vom „Sonnenaufgang auf Lamai“ tippte, kamen gegen 9:30 Uhr Mike und Chris mit bereits gepackten Strandrücksäcken bei mir vorbei. Kurz vorher hatte ich den „Chefe“ gebeten mir einen Capuccino zu bringen. Als sie den Beitrag nebst Bildern sahen, lachten beide über beide Ohren (also vier). Sie setzten sich und Chris meinte, dass es zu windig sei an diesem Strand. Ich fragte nach der Tagesplanung.

Chris wollte auf keinen Fall mehr Scooter fahren. Er hätte an der Rezeption die anderen Motorräder auf einem Schild am Tresen gesehen. Er würde gerne einen Chopper ausprobieren. Kein Problem. So eine Kiste schwebte mir von Anfang an vor. Nur der manchmal holprigen Strassen wegen und weil wir in den ersten Tagen im „Dschungel“ unterwegs waren, dachte ich eher an eine Geländemaschine.

Aber vorher stand für die beiden das Frühstück an. Erst punkt 10 Uhr räumten die Restaurantmitarbeiter das Buffet ab. Also packte ich meinen Laptop ein und Chris und Mike schnappten sich noch etwas zu Frühstücken – keinen Red Snapper, sondern Spiegelei samt Schwarzbrot, Butter und Marmelade und natürlich Kaffee. Ich zählte meine Tassen eigentlich schon gar nicht mehr. Irgendwo bei vier Tassen Kaffee musste ich den aufmerksamen Nachschenkern Einhalt gebieten. Ich sattelte auf Fruchtsaft um – der Vitamine wegen.

Im Anschluss an das schnelle Frühstück gingen Mike und Chris an die Rezeption, während ich den Laptop auf das Zimmer brachte und meine Badeklamotten einpackte. Als ich gerade die Tasche verschloss, kam Mike ins Zimmer und meinte, dass einer der Hotelmitarbeiter uns zu einem Motorradverleih des Vertrauens fahren würde. Ich zog meine Turnschuhe an und schnappte mir die Tasche, verschloss das Zimmer und wir beeilten uns zur Hotellobby zu laufen.

Der Hotelmanager hatte mit dem Verleihpartner für Roller und Motorräder telefoniert und nachgefragt, ob die gewünschten Chopper vorrätig wären. Auch ein „guter Preis“ wäre bereits vereinbart worden. („special price for Hotelguests!!!“). So bestiegen wir den Hotelkleinbus und einer der Mitarbeiter fuhr uns die Lamai Beach Road an unserem, Stamm-Wäschereiniger, Stamm-Thai-Restaurant, Stamm-Massagesalon vorbei und bog dann an der Hauptstrasse rechts ab. Nach etwa 500 Metern hielt er auf der linken Seite vor einem Verleiher und dort standen bereits unsere neuen Untersätze fahrbereit und warteten auf uns. Der Laden hiess „Easy Rider Motorbikes Sales&Rental, Spare Parts & Repair Service“ und machte seinem Namen alle Ehre. Auf der Parkfläche zwischen Strasse und Geschäft stand neben vielen weiteren Motorädern eine Chopper, deren Tank mit der Amerikanischen Flagge lackiert war, wie aus dem gleichnamigen Film mit Henry Fonda.

Wir bedankten uns für den Transfer – welchen wir auch zu Fuss geschafft hätten, aber eben nicht klimatisiert – und stiegen aus. Draussen empfing uns eine kleine, schlanke Thai-Lady mit langem schwarzem Haar und stellte sich als „Lee“ vor. Ich meinte „Lee, so wie Bruce?“ und die Lady lachte breit. Dann führte sie uns in den offenen Laden, welcher mit gepflegt aussehenden Motorrädern verschiedenster Art und Grösse gut gefüllt war. Welche Motorräder wir gerne hätten und für wie lange.

Chris sagte sofort „für 4 Tage“ und hatte sich bereits ein Gefährt ausgesucht: Eine 200er Honda Shadow. Er setzte sich darauf und gab diese nicht mehr her. Mike entschied sich zuerst für eine violette 600er Honda Shadow mit kurzer Sitzbank und schlankem Vorderrad. Bis er die gleiche Kiste in schwarz/weiss, Sissybar und breiterem Vorderrad erspähte. Gut, dann schnappe ich mir halt die violette Shadow. Eigentlich dürfte die Farbe nur schwarz sein, denn wie der Name, so die Farbe „Shadow“ eben.

Die Dame telefonierte kurz mit ihrem „Chef“, während wir mit ihr den Preis verhandelten. Drei Motorräder a vier Tage. Schliesslich bezahlte Chris 500 Baht pro Tag und Mike und ich 700 Baht. Passt! Einschlagen! Unterschreiben! Wir hinterlegten die Passe als Deposit und Lee zeigte uns die Funktionen des Motorrads. Wie geht der Tankdeckel auf (anders rum als bei uns) und was (91er Sprit) und wo steckt der Schlüssel (links natürlich und zwar unter dem Sitz). Wir lächelten und liessen uns von Lee alles ganz genau erklären. Sie machte das auch so nett. Schliesslich durften wir uns Halbschalenhelme aussuchen. Diese zeugten auch von einem sehr guten Verständnis für die Materie und für Kunden. Teils nagelneue Helme lagen in den Regalen, fein säuberlich nach Grössen sortiert.

Dann liess zuerst Chris die Mühle an und wir staunten, was aus 200 Kubikzentimeter für Dezibel heraus kommen können. Dann teste Mike den Anlassen und wir starrten auf die Auspuffrohre! Wo bitte ist der Schalldämpfer? Die Kiste ist ja nur noch laut! Geil! Natürlich hört sich das noch heftiger an, wenn drei Mühlen leise vor sich hin „blubbern“. Aber wehe, wenn man den Gasgriff dreht, erkennt man, dass Benzin plus Sauerstoff plus Zündfunke zu dauerhaften Gehörschäden führen kann. Speziell, für die hinterher fahrenden.

Wir setzten brav die Helme auf und „tuckerten“ über die Hauptstrasse. Zuerst stand eine „Gewöhnungsrunde“ an. Chris grinste über beide Ohren. Wenn da nicht die Ohren wären, hätte es seine obere Kopfhälfte samt Helm nach hinten geklappt. Er fuhr voraus, Mike hinterher und ich legte als erster die Füsse auf die nach vorne verlegten Fussraster, schaltete sauber mit Zwischengas und sortierte mich mit hohem Gang aber niedriger Drehzahl langsam in den Strassenverkehr ein. Erstes Etappenziel: Der Strand bei Chaweng Noi. Wir fuhren über den Pass beim „Cliff“. Wenn man den Gashahn nur wenig aufdrehte, dann schepperte es aus den beiden Auspuffrohren, dass es nur so krachte. Bergab entfachte das erst im Auspuff verbrennende Gemisch ein wahres Knallgewitter.

Besser gesagt: Eigentlich ging die erste Etappe nur bis zum Seitenstreifen der Strasse beim Strand Chaweng Noi. Chris stieg ab und kramte sofort nach den Zigaretten. „Warum ned gleich so?“ Mike und ich lachten nur. Ob wir hier bleiben wollten, fragte Chris. Wir schüttelten den Kopf „Fahr mal schön weiter!“ Chris kichernd: „Wollt ich eh! Was haltet ihr von Mae Nam?“. „Von mir aus bis nach Nathon!“ war meine Antwort und Mike lachte. Somit starteten wir die brüllenden Motoren erneut und tuckerten auf der Hauptstrasse durch Chaweng und Bo Puth.

An einer Ampel bog Chris rechts ab und wir fuhren in eine Sackgasse hinein, die von kleinen Läden, Bars und Restaurants gesäumt war. Wir hielten vor einem hölzernen Tempel am Ende der Strasse und stellten unsere „Eay Rider“ ab. Bei Tempeln ist es immer üblich, dass man die Schuhe auszieht, wenn man diese betreten möchte. Auch bei den Tempeln, die eigentlich mehr nach einer „Bushaltestelle“ oder einem „Unterstand“ bei Regen am Strand aussehen.

Wir wählten von den beiden Restaurants, welches eines auf der linken und eines auf der rechten Seite des hölzernen Tempel platziert war, spontan einfach das linke aus und setzten uns auf die Terrasse. Vor dem Restaurant befand sich ein kleines „Reisebüro“, in welchem man Tauchfahrten oder Überfahrten zur Insel Koh Phangan für kleines Geld buchen konnte. Auf der Terrasse des offenen Restaurants standen Stühle und Tische aus Bambus. Sofort reichte uns eine Bedienung die Speisekarte. Aber zuerst benötigten wir etwas für den Durst. Ich war ganz froh, dass ich einen Helm mit herab klappbarem Visier genommen hatte. Einmal bekam ich so den Wind und zweitens den „Feinstaub“ nicht direkt in die Augen. Chris und Mike zwinkerten im ersten Moment etwas mehr. Wir bestellten uns je ein Coke; denn Kaffee hatte ich genug intus. Koffein gibt es ja noch in anderer Form.

Dann bezahlten wir die Rechnung von 90 Baht und sahen uns den Strand näher an. Siehe Bilder: Keine Menschenseele weit und breit. Ein feiner Sandstrand zog sich so weit das Auge reicht in einem schmalen Band dahin. Auf der einen Seite begrenzt durch das sehr ruhige und glatte Meer – nur wenige flache Wellen trafen auf den Strand. Auf der anderen Seite zahllose Palmen, Farne und Bananenpflanzen. Herrlich! Mike und Chris zogen sich schneller als ich fotografieren konnte aus und testeten das Meerwasser.

Im ersten Moment noch erfrischend, aber angenehm warm. Sorry, wenn ich das schreibe: Gefühlte 25 Grad Wassertemperatur, und wir haben uns schon lange akklimatisiert. Den Strand schützte die Halbinsel von Bo Phut vor dem Wetter. Einmal kam der Wind nicht durch und ebenso regneten die Wolken davor ab. Auf der gegenüberliegenden Seite zog einmal mehr eine Regenwolke zwischen uns und Koh Phangan durch und liess durch einen dunklen Schleier nur die Umrisse der Insel vermuten. Hier regnete es nicht.

Dann testete ich das erfrischende Nass und blieb relativ lange darin. Wie in einem überdimensionalen Pool fühlte ich mich. Anschliessend legten wir uns in den Schatten der Palmen und „natzten“ (kurzer Schlaf auf bayerisch) eine ganze Weile.

Als gegen 16 Uhr dann doch dunkle Wolken von süd-ost auf uns zu kamen, packten wir unsere Handtücher ein und flüchteten bei einsetzendem Regen in das Restaurant vom Beginn unseres Besuchs am Strand von Mae Nam.

Wir bestellten, Säfte und Wasser und sahen uns die Speisenkarte an. Den kurzen Regen nutzten wir, um uns etwas Leckeres zum Essen zu genehmigen. Chris bestellte sich einen Thunfischsalat – Mike und ich einen „Cesar-Salat“. Und was wir für riesen Portionen serviert bekamen!

Nach dem üppigen Mahl freundete sich Mike mit der Tierwelt an. Der Mae Nam Strandhund liess sich bereitwillig den Kopf kraulen und legte sich anschliessend auf den kühlen Fliesenboden, um ein Nickerchen zu machen. Ich schoss das kuriose Foto einer (Meer-)Katze im Netz über uns, welche sich sofort nachdem die Wolken sich verzogen dort zum Sonnen hinauf legte.

Dann verliessen wir Mae Nam und fuhren zurück zum Schoppen in den bereits vorher erwähnten Grossdiscounter „TESCO“. Chris deckte sich mit Hemden und T-Shirts ein. Natürlich konnten Mike und ich dem Angebot nicht standhalten und griffen ebenso erneut zu. Dann zeigten mir Mike und Chris noch die anderen Läden in der Shopping-Mall.

Und ich schoss noch das ein oder andere kuriose Foto. Der „Kindergarten“ oder „Aufbewahrungsort für die lieben Kleinen, während Mama ungestört sein möchte – beim Frisör z.B.“ besteht nicht etwa aus Schaukel und Rutschbahn, sondern aus einem ohrenbetäubendem Gemisch aus dem Sound diversester Spielkonsolen und sogar die Minielektroroller spielen Musik während der Fahrt. Und: Als Beweis, dass es wirklich ALLES gibt, ein Bild des „Swatch-Watch“-Ladens im „TESCO“. Sogar auf die Uhr kann man beim Packen verzichten und sich hier eine neue besorgen.

Nur das iPhone von Mike war noch nicht eingetroffen. Der Mitarbeiter im Mobile Phone Shop vertröstete Mike erneut. „Dann wart ich halt bis er anruft“ meinte Mike kurzzeitig etwas missmutig. Anschliessend sattelten wir die „Easy Rider“ und tuckerten zurück nach Lamai.

Während ich mich mit Nanee in ihrem Restaurant „Sharaira“auf meinen x-ten Kaffee heute traf, nahmen Mike und Chris die Massagekünste von den Mädels aus ihrem Stammsalon „Sabei Sabei“ in Anspruch. Schliesslich verlangte die nun sonnenverwöhnte Haut der beiden nach einer Aloe Vera Massage. Beide entspannten sich dabei ohne Ende, schleppten sich nach einer Stunde „Massass“ ins Hotel, duschten und ruhten für wenige Stunden. Ich vereinbarte Nanee gegen 22 Uhr zu beim Restaurant zu treffen und fuhr zurück zum Hotel. Dort duschte ich und fiel müde ins Bett, nicht ohne mir den Wecker zu stellen.

Mike und Chris bekamen bei den Massage-Mädels einen Ausgangstipp: Heute soll nämlich noch ein echter Geheimtipp in Lamai sein. Wie die Thai-Band heisst, weiss ich nicht. Und wenn dann könnte ich den Namen nicht richtig aussprechen. Auf jeden Fall erzählten die Massagemädels, dass sie heute eher den Laden schliessen, weil sie sich noch so richtig fein herrichten müssen. Die Band sei sehr beliebt und würde nur einen Auftritt auf der Insel eben in Lamai haben. Im „Club Seed“ würde eben die genannte Thai-Band auftreten. Chris und Mike wollten dann auch dorthin. Und vereinbarten die Massage-Mädels um 23 Uhr zu treffen – im „Club Seed“.

Vom Abend gibt es leider keine Bilder, da Mike seinen Fotoapparat vergass und so den Auftritt der Thai-Band im „Seed“ nicht ablichtete und ich sass mit Nanee bis gegen Mitternacht auf der Terrasse ihres Restaurants und ratschte mit ihr über Gott und die Welt und das Leben auf Koh Samui. Das Wetter Abends ist übrigens, wie eine laue Sommernacht bei uns. Jedoch viel angenehmer und: Es ist (fast) jeden Tag so schön warm und angenehm auf Koh Samui.

Es ist immer wieder interessant, was für Dinge so vor einem Restaurant auf der Lamai Beach Road ablaufen. Es ist schöner, wie Fernsehen. Reality-TV. Ab und zu rollte mal ein Roller vorbei. Nur mit einer Person besetzt. Nach einer Stunde kam der Roller von rechts nach links. Mit zwei Personen besetzt. Nanee und ich genehmigten uns, während wir auf der überdachten Terrasse und das Reality-Theater beobachteten und plauderten, den ein oder anderen Drink. Interessant ist, dass es tatsächlich eine Schwäche in der Aussprache des „R“ bei Thai gibt. Und zwar äussert sich das je mehr, je höher mehr sich die Alkohol-Blut-Konzentration Richtung „Alkohol“ verlagert. Und Nanee verträgt wirklich nicht viel. Zwei „Bacardi Breezer“ und ein „Bailey“ reichten über eine Zeitspanne von 3 Stunden aus, um das mir bisher noch nicht allzu bekannte „R/L“-Sprach Phänomen an Nanee immer deutlicher werden zu lassen.

Gegen 2 Uhr morgens schloss Nanee das Lokal endgültig ab. Das Licht auf der Terrasse brannte schon seit 23 Uhr nicht mehr. Nur die Mosquitos kamen, egal ob das Licht an oder aus war, hauptsächlich bei mir zum Durststillen vorbei. Ich hatte nämlich vergessen meine frei zugänglichen Extremitäten mit „Autan“ zu besprühen. Hauptsächlich meine Unterarme schienen den Blutsaugern zu gefallen. Wir verräumten die Auflagen unserer Sessel im Lokalinneren an der Bar und Nanee sperrte die Tür ab. Dann holte sie das Auto, welches auf dem Platz hinter dem Lokal abgestellt war und holte mich vor dem Ausgang ab.

Sie wollte offenbar nicht, dass ich die paar Meter zum Hotel zu Fuss gehe. Oder, und das war sicherlich der eigentliche Grund, das ich anschliessend noch „wo anders“ hingehe – auf den „Roten Platz“ – zum Beispiel. Deshalb fuhr sie mich persönlich um Lamai herum (einmal im Kreis), wegen der Einbahnstrassen und setzte mich vor unserem Hotel ab. Natürlich nicht ohne sich vorher von mir zu verabschieden *seufz*. Ich stieg aus dem Auto aus und Nanee drehte den Wagen um. Dann winkte ich ihr noch nach und schlenderte die Treppen zur Hotellobby hinauf. Müde fiel ich ins Bett und freute mich auf den nächsten Tag.   

PeterPan’s Massagetipp für Lamai:

Sabei Sabei Massage
136/16 M.4 Lamai Beach Maret
Koh Samui, Suratthani Thailand 84130

PeterPan’s Tipp für Motorradverleih für Lamai:

Easy Rider
Motorbike Sales&Rental, Spare Parts&Repair Service
Jonathan&Lee
127/16 Moo 4, T. Marat, Lamai Beach
Koh Samui, Suratthani 84310
Tel: +66 (0) 77 418098
easyrider@samuinet.com

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

<— Zurück zu „Urlaub auf Koh Samui 09.03.2008 – Sonnenaufgang am Strand von Lamai – nur etwas für Frühaufsteher mit Glück

Vor nach –> „Urlaub Koh Samui 10.03.2008 – Strandtag am Chaweng Noi und „Wie das Leben so spielt


Urlaub Koh Samui 09.03.2008 – Sonnenaufgang am Strand von Lamai – nur etwas für Frühaufsteher mit Glück

9. März 2008

Tja, man muss entweder früh aufstehen oder erst gleich gar nicht schlafen, dann hat man derzeit eine geringe Chance den Sonnenaufgang mitzuerleben – mit wenig Wolken ein Wunder. Als ich den letzten Beitrag von gestern fertig online stellte, war es bereits 6 Uhr morgens. Ich erkannte durch das Terrassenfenster, dass sich am Himmel fast keine Wolken befanden. Also schnappte ich mir die Digitalkamera und den Laptop und zog mich an. Anschliessend schlenderte ich durch das scheinbar komplett schlafende Bungalow-Dorf.

Irrtum! Ich war nicht der erste am Strandrestaurant. Nein, abgesehen von den Mitarbeitern des Restaurants, die das Frühstück herrichteten, befanden sich gleich noch zwei weitere Urlaubsgäste am Strand. Presenile Bettflucht in den Ferien oder „Handtuchwerfer“? Ich konnte es nicht fassen, auf etwa 10 Liegen befanden sich bereits Handtücher. Bewachten die beiden etwa die Liegen zusätzlich? Egal, ich platzierte den Laptop auf einem Tisch im Strandrestaurant. Dann ging ich mit der Digicam im Anschlag zum Strand hinunter.

Als sich langsam das rund der Sonne am Horizont zeigte ging ich in Stellung und stellte die Kamera auf Serienschuss ein. Dann blieb ich auf dem Auslöser bis der Speicherchip zu kokeln begann. Hier also eine winzige Auswahl der über 200 Fotos vom Sonnenaufgang auf Koh Samui – Strandabschnitt Lamai Nordseite.

Der Wellengang ist heftig. Eigentlich ungewöhnlich für diese Jahreszeit. Die Gewitterwolken auf dem letzten Bild scheinen die Sonne so richtig umschlingen zu wollen. Die Wolken sind übrigens nun um 10:30 Uhr wieder verschwunden. Nur noch wenige Wölkchen ziehen verhältnismässig schnell vorbei. Der Wind weht stetig von Süd-Ost – eigentlich ideal für Windsufer. Auf den etwa 2 Meter hohen Wellen könnte man saubere Sprünge ansetzen – muss aber nicht 🙂

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

<— Zurück zu „Urlaub auf Koh Samui 08.03.2008 – „Samui Monkey Theater“ oder „Aprilwetter im März

Vor nach –> „Urlaub auf Koh Samui 09.03.2008 – Easy Riders driving to Mae Nam – Go to the Beach?


Urlaub Koh Samui 08.03.2008 – „Samui Monkey Theater“ oder „Aprilwetter im März“

9. März 2008

Morgens um 11 Uhr: Es regnet und das Haar sitzt nicht. Mein Kopf fühlt sich an, wie eine weiche Masse. Ich brauch eine Aspirin. Welches der drei Bier gestern war schlecht? Und: Aus was brauen die das Singha Beer eigentlich? Hab ich einen Putzlumpen verschluckt? Durst! Mike liegt im Bett neben mir und rüsselt. Ich wuchte meinen Körper schwerfällig aus den Federn. Wenn ich meinen Kopf drehe, kommen nach etwas Delay Time meine Augen nach. Kaffee! Nein, zuerst schleppe ich mich zum Stehtisch in der Ecke, greife eine der drei dort stehenden Wasserflaschen, bringe den dämlichen verschweissten Verschluss nicht auf, auch Draufbeissen hilft nix. Mit dem Schweizer Sackmesser hantiere ich jetzt besser nicht. Die Feinmotorik ist noch im Bootzustand. Dann sehe ich, dass eine der drei Flaschen halb leer auf dem Tischchen steht. „Nimm doch die offene Flasche, Du Idiot!“ meldet sich das bereits im eingepegelten Level befindliche Kleinhirn und ich nehme einen tiefen Schluck aus der Wasserflasche.Dann wanke ich auf Halbautomatik geschaltet in die „Nasszelle“, lege meine Uhr ab, gehe in die Dusche und drehe das Wasser auf. Langsam aber spürbar kommen die restlichen Körperfunktionen in Wallung. Ich greife das Handtuch und sehe ein verzaustes Gesicht mit verquollenen Augen vor mir. „Grüssen brauchst Du ihn nicht, wenn Du ihn nicht kennst“ grüble ich und nehme die Zahnbürste aus dem Waschtasche. Beim ersten Versuch fällt die Zahnpasta von der Bürste. „Gaaaanz langsam!“ sage ich zu mir und beim zweiten Versuch bleibt die nach Zitrone schmeckende Paste haften. Anschliessend suche ich die Aspirinschachtel im Waschtäschchen. Finde diese aber nicht.

Ich verlasse das Badezimmer und schlendere zurück ins Schlafzimmer. „Oscar Madison“, wie ich Brüderchen Mike in manchen Situationen nenne, hat die Aspirin auf dem Nachttisch liegen. Hatte wohl bereits früh morgens Verlangen nach einer Tablette verspürt. Ich drücke eine Aspirin aus dem Blister und spüle diese mit dem Rest aus der Wasserflasche hinunter. Dann stecke ich den Wasserkocher ein. Mike erwacht und sieht etwas bedröppelt drein. Er rollt sich auf die von der Terrassentür abgewandte Seite des Bettes und zündet sich eine Zigarette an. „Hast Du auch Kopfweh?“ fragt er mit der Zigarette im Mund, während er sich das Feuerzeug sucht. Ich nicke nur und frage: „Es waren doch nur drei Bier!“. Mike antwortet: „Und ein Campari mit Nanee!“ Ich nicke und meine Erinnerungsfetzen sortieren sich langsam wie bei einem „Memory-Spiel“.

Wir setzen uns auf den Balkon. Während ich vorher ins Bad ging, regnete es noch. Nun ist es nur noch bewölkt und windig. Ab und zu spitzt die Sonne durch. Perfektes Aprilwetter im März. Eigentlich ist doch Sommer? Wir sehen über die Häuser des „Samui Boutique Resort“ zum Meer hinüber. Wellen branden hörbar an den Strand. Wir trinken eine heisse Tasse Kaffee. Nach der zweiten holt Mike das Mobile Phone und schickt eine SMS an Christian. Kurze Zeit kommt die Antwort. Chris ist im Bungalow. Wir verabreden uns im Strandrestaurant.

Ich ziehe mich an und packe meinen Laptop samt Netzteil ein. Wenn das Wetter so bleibt, kann ich den gestrigen Reisebericht vorne im Strandrestaurant schreiben. Erstens ist dort die WLAN-Verbindung um Längen besser als im Hotelzimmer, und zweitens hat es dort seit gestern annehmbaren Capuccino. Auch Fruchtshakes könnten meinen Flüssigkeits- und Vitaminhaushalt aufbessern. Mike würde noch duschen und dann nachkommen. Ich schliesse die Tür und wandere die Treppe hinab.

Vom Hoteldach fallen die letzten Wassertropfen. Aus der Wetterrichtung – Osten! – ist blauer Himmel mit nur wenigen Wolken zu sehen. „Etwas wechselhaft heute“ denke ich. Ich grüsse die Gäste lächeln, von denen einige unter dem Palmdächern der Bungalows sitzen, beim Vorbeigehen. Ich mache mir seit Beginn des Urlaubs einen Spass darauf; denn das sind die „Dütschen“ und „Österreicher“ nicht gewöhnt. Schon gar nicht, wenn es allmorgendlich bereits um den Kampf um die Strandliegen geht, der an mir abprallt, wie eine warme Semmel. Territoriales Denken – grad dass die Herrschaften nicht noch Sandburgen bauen und mit Kokosnusswürfen Eindringlinge verscheuchen.

Beim Durchschreiten des Strandrestaurants bestelle ich beim „Chefe“, wie wir ihn nennen, einen Capuccino. Hoppla! Da sind ja noch einige der Strandliegen um diese Zeit unbesetzt. Da kann ich mich ja draussen in der Sonne hinlegen und tippen! Ich gehe durch das Strandrestaurant zu einer der ersten Liegen mit Regen-/Sonnenschirm. Als ich meine Tasche mit dem Laptop abstelle und mir gerade die Schuhe ausziehen möchte, kommt doch eine dieser „Handtuchwerferinnen“ hinzu. „Diese Liege ist besetzt!“. Ich schaue die Liege an. Kein Handtuch. Sie zieht im nächsten Moment ein blaues Handtuch unter dem Kopfteil der Matte hervor. Ich grinse in mich hinein und nehme lächelnd eine der nächsten Liegen. Nun schaue ich sogar nach, ob unter dem Kopfteil ein Handtuch liegt oder oben drauf eine Strandsandale. Ein weitere beliebte Reservierungsmarkierung. Hunde würden drauf pinkeln und Kleinkinder lecken die Matte ab? Was Darwin so alles möglich macht innerhalb der Evolution.

Ganz einfaches Erkennungszeichen einer freien Liege: Die Matte ist nass! Ich suche mir eine im Schatten der Palmen aus und breite mein Handtuch aus. Dann packe ich den Laptop aus und schalte ihn ein. Während ich mir die Schuhe ausziehe und mich hinlege, kommt „Chefe“ und bringt mir zwei Capuccino. Mike hatte den zweiten bestellt und er hatte Chris im Schlepptau. Beide setzten sich und wir rauchten erst einmal eine.

Chris sah gen Osten und auf Grund der Aussicht auf kurzzeitiges schönes Wetter, schlug er vor gleich wieder nach Chaweng Noi zu fahren. „Hier kannst ja nicht mal ins Wasser!“ war sein schlagendes Argument betreffend der Wasserqualität. „Womit?“ war meine Frage. Mike wollte die Super-Moto-Mühlen von Wat ausleihen. Aber ich meinte, ob sich das rentiert. Wer weiss, wie das Wetter in einer Stunde ist. Nach wenigen Minuten packte ich somit meine Sachen wieder unverrichteter Dinge ein und wir gingen zur Hotellobby. Dort liehen wir uns nach kurzer Diskussion, der Zeit und des unbeständigen Wetters wegen, je einen der „schwulen“ Roller aus.

Apropos „schwul“: Die Massagemädels und auch Nanee gestern hatten zuerst unabhängig voneinander angenommen, dass wir Chris, Mike und ich, vom „anderen Ufer“ wären, weil man uns nie im Schlepptau eines Thai-Mädchens gesehen hätte. Das heisst erstens, dass man hier schnell bei den Mädels im Gespräch ist, zweitens spricht das für eine stark ausbaufähige Kombinationsgabe und drittens scheint es eher ungewöhnlich, dass zwei Brüder mit einem seit Kinderzeiten gemeinsam aufgewachsenen Freund gemeinsam, aber jeweils ohne weibliche Begleitung irgendeiner Hautfarbe oder Rasse auch noch solo in Thailand Urlaub machen. Und noch dazu nix von den Thai-Mädchen z.B. vom „Roten Platz“ oder aus sonst einem zwielichtigen Schuppen anfangen wollen. Als wir das hörten, scherzten wir, dass wir uns ein Alibi-Mädel suchen würden und damit mal kurz auf dem Roller eine Runde durch Lamai fahren. Anheuern, aufsteigen lassen, Runde drehen, absteigen lassen. Wir fantasierten, was wir als Taxifahrer wohl verlangen könnten? Oder sollten wir uns weibliche „Bodygards“ organisieren? So als Alibi? Dann hätten wir auf jeden Fall Ruhe 🙂 Ich flackste, dass es sicherlich an Mike’s Ohrring und an seiner Vorliebe für „schwule“ pinkfarbene oder pinkgestreifte Hemden liegen muss. Chris trägt auch ein Ohrringerl. Hmm. Und ich war vollkommen perplex. Ich hätte doch meine Cowboystiefel und meine Lederjacke mitnehmen und anziehen sollen. Zusammen mit der Peitsche und den Sporen wäre das sicher gut gekommen. Aber seit dem es eine Film über schwule Cowboys gibt, bin ich da auch desillusioniert und nichts ist mehr so wie es einst bei John Wayne war. So mit „harten Männern, die mit Gitarre, Tabak-kauend und Whiskey-trinkend um das Lagerfeuer sitzen“. Lucky Luke darf ja schliesslich auch während des Schiessens auf die Daltons nicht mehr rauchen und kaut auf irgendwelchen Strohhalmen rum. Nur der Hund Rantanplan ist noch genauso dämlich.

Die Benzinanzeigen der Roller von mir und der von Mike stand natürlich im roten Bereich auf Reserve. Was machen die Thai’s bloss? Liegt da bei jeder Rückgabe des Rollers einer unter dem Tank und saugt das Benzin raus? Oder brauen die „Singha-Beer“ daraus. Damit erklären sich auch meine Kopfschmerzen von heute morgen. Es war aber keine Zeit mehr, um an die Tankstelle zu fahren. Chris fuhr voraus und er wollte so schnell als möglich zum „Chaweng Noi“ – seinem Lieblingsstrand. Während der rasanten Fahrt über das „Cliff“ und den Pass befürchtete ich, dass jeden Moment mein Roller wegen Benzinleere verreckt und ich hielt Ausschau nach einem der „Petrol Stations“ die am Strassenrand Sprit in Literflaschen verkaufen.

Aber wir kamen auf den letzten Tropfen an. Mike meinte beim Absteigen „Ich glaub mein Rollerdings fährt bereits auf Kohlen!“. Gegenüber unseres Parkplatzes entdeckte ich eine dieser Sprit-Flaschen-Verkaufsstellen sogar mit einer der Steinzeit-Schauglas-Güllepumpen. Somit war die Rückfahrt gesichert. Wir schritten den kurzen Weg zum Strand hinunter und: Die Sonne war weg! Irgendwer muss eine grosse Wolke davor geschoben haben, just in dem Moment, als wir den Strand betraten. Ich wollte schon umdrehen und ausprobieren, ob es umgekehrt geht, wie beim Öffnen eines Kühlschranks. Da geht das Licht an. Vielleicht kommt die Sonne wieder raus, wenn ich zur Strasse gehe? Blödsinn! Muss eine Nebenwirkung des gestrigen Abends sein.

Etwas frustriert ob des aprilmässigen Wetterwechsels knallten wir uns in die Liegestühle des ersten Strandrestaurants. Die Wellen kamen in kurzer Frequenz an den Strand. Eigentlich hängen immer rote Fahnen an den Stränden, was soviel bedeutet, wie „Don’t go into the Water – Dangerous“ – also Baden auf eigene Gefahr. Aber momentan war wohl nix mit „Sonnenbaden“ und „Strandfreuden“. Langsam dürfte sich das Wetter mal kurz an die Statistik erinnern, welche besagt, dass der März der Sommeranfang mit den geringsten Niederschlägen ist.

Ich blickte gen Himmel und versuchte die Zugrichtung der Wolken zu interpretieren. Die höheren Wolken kamen aus Nord-Ost und die unteren, schnelleren Wolken aus Osten. Schön, deshalb ist es so wechselanfällig. Aus Nord-Osten kam eine Wolkenlücke von und versprach in den nächsten Minuten etwas Sonne. Ich stand auf und zog meine Hose und das T-Shirt aus. Dann ging ich unter den verdaddert dreinblickenden Augen von Mike und Chris auf eine Kokosnuss zu, welche das Meer angeschwemmt hatte, nahm Anlauf und zog mit dem Rechten Bein voll durch.

Nein, natürlich nahm ich die Nuss nicht voll Volley. Ich tat nur so. Mein Fuss wäre gesplittert und der Urlaub beendet. Mike und Chris kugelten sich vor Lachen. Endlich kam die Sonne heraus und ich testete das Meerwasser an. Angenehm warm und natürlich nass und salzig. Ich ging nur soweit ins Meer hinaus, bis die Wellen meinen Hals erreichten im Höhepunkt. Das reichte mir. Die Dünung war heftig. Und man verliert leicht den Grund unter den Füssen.

Wie schmerzhaft das sein kann, bekam im Anschluss Mike zu spüren. Es hat nämlich nicht überall Sand, sondern auch Steine und noch blöder: Muscheln! Nett, wenn man darauf landet und sich die Haxn aufschneidet. Mike erwischte es aber Gott sei Dank nur ganz leicht. Er hatte dann aber auch die Nase voll und verstand, wieso ein anderer Schwimmer mit Turnschuhen ins Wasser ging.

Wie schnell das Wetter derzeit in Koh Samui – zumindest in unserer Gegend – umschlägt, merkten wir wenig später. Ich sah die dunkle Regenfront schon einige Zeit von Westen auf uns zurollen. Als der Wind stärker wurde und die Sonne verschwand fanden wir gerade noch Zeit unser Sachen einzusammeln und uns auf die überdachte Terrasse des Strandrestaurants zu flüchten. Dann ging auch sofort der Monsunregen los. Die beiden Restauranthunde flüchteten mit mir zusammen schlagartig ins Trockene.

Wir bestellten je einen Kaffee (Chris ein Cola) und Chris schüttelte verständnislos den Kopf. „Das muss doch irgendwann mal besser werden!“ grummelte er in sich hinein. Sein Lieblingssatz derzeit „Des gibt’s doch gar ned! Des kon doch ned sei!“. Sellerie! Egal. Was soll’s! Ned ärgern. Des wird scho wieder. In Zürich und Regensburg frieren’s. Mir ham 25 Grad und ab und zu einen warmen Monsunregen. No problem! Alles trösten half vorerst nichts. Chris war grantig!

Die Laune von Chris besserte sich erst, als die Sonne erneut durch die Wolken kam. Wir wechselten die Position zwei Strandrestaurants weiter. Dort hörte wir endlich mal etwas Chillout-Music aus den mit Plastiksäcken geschützten Lautsprechern der PA-Anlage. Mike bestellte einen Strawberry-Shake, ich einen Mango-Shake und Chris spülte seinen leichten Frust mit einer Pina Colada hinunter.

Aber die „fahrende Strandverkäuferin“ hatte trotzdem kein Glück und Chris wehrte sich lächelnd gegen sämtliche Überzeugungsversuche doch die ein oder andere Perlenkette oder einen Muschelanhänger aus hauseigener Fertigung „Made in China“ zu erwerben.
Übrigens: Die Strandverkäufer sind keineswegs so aufdringlich, wie die „Heuschrecken“ auf Bali. Einfach freundlich Lächelnd den Kopf schütteln und die Herrschaften ziehen weiter. Nach dem zweiten Mal merken sich die Strandkrimskramsverkäufer offensichtlich die Gesichter und halten gar nicht mal mehr an. In Zukunft bleibt man freundlich unbehelligt. Angenehm, wie wir finden.

Während wir so gemütlich in unseren Liegestühlen sassen und das Meer und die Wolken genossen, gesellte sich langsam die einheimische Tierwelt zu uns. Mücken hatten keine Chance bei dem unregelmässigen Wind auf unseren Extremitäten zu landen. Aber eine Starenart suchte sich im noch feuchten Sand die vom Regen aus der Luft gewaschenen Insekten heraus und eine etwas ältere Hundedame versuchte die Flöhe durch Wälzen im Sand und durch Kratzen loszuwerden. Ausserdem sah er müde aus. Er gähnte regelmässig leise vor sich hin. Seinen feuchten, roten Augen zufolge, musste er in der Nacht zuvor gekokst haben.

Der Star oder Fink oder was auch immer hoppelte davon. Die Hundedame liess sich direkt vor mir im Sand nieder und diente als willkommenes Fotomotiv.

Im Hintergrund eine vorbeiziehende Starkregenfront. Wir vermuteten, dass die Insel auf welche der Regen hernieder fiel, jeden Moment ob der Wasserlast untergehen müsste – ein zweites Atlantis sozusagen.

Nachdem ein einziger verlorener Surfer sein Glück mit den Wellen versuchte, verliessen wir den schönen, aber für heute leider nur teilweise gastlichen Ort und bestiegen die Roller, um nach Lamai zurück zu fahren. Wir hielten an der „Tankstelle“ gegenüber, uns rief man allerdings aus dem Laden zu: „Fuel is finish!“. Ist mir doch egal, woher der Sprit stammt, ob aus der Sahara, Texas oder aus Finnland! Nur her damit! Nein, der Tank der Güllepumpe war einfach leer, klaro! Ergo: Tuckerten wir zurück, immer vermutend, dass im nächsten Moment der Motor nur noch Luft saugt.

Während ich auf dem letzten Tropfen die örtliche Grosstankstelle in Lamai erreichte, erlitt Mike das befürchtete Schicksal. Direkt bei der letzten Kurve nach dem Pass verreckte sein Motor auf Grund von Benzinversagen. Glücklicherweise reichte sein Schwung und die abfällige Strasse, um genau vor der nächsten Literflaschen-Verkaufsstelle anzukommen. Er liess sich zwei Liter „einschenken“. An der Flaschentanke kostet ein Liter übrigens 55 Baht im Gegensatz zur Grosstankstelle (31,5 Baht). Der Sprit wird in Thailand staatlich subventioniert. Sonst käme die Wirtschaft zum Erliegen. Der Tourismus sowieso, weil sämtliche Dienstleistungen nicht mehr mobil wären.

„Kupplung ziehen“ gibt es bei den dämlichen Automatik-Rollern übrigens nicht. Wer es unterbewusst, wie sonst gewohnt versucht – also den linken Handhebel zieht – der könnte in eine brenzlige Situation gelangen. Besonders in engen Kurven neigt ein plötzlich durch die Handbremse blockierendes Vorderrad dazu, den Fahrer abzuwerfen. Einfach nicht ausprobieren! Es könnte zudem Sand in der Kurve liegen. Hinlegen macht dann keinen Spass. Sand und offene Wunden vertragen sich nämlich gesundheitlich nicht besonders.

Ich traf Mike bei der Rückfahrt zum Hotel gerade vom Bock absteigend, als er die Wäsche bei unserer Hauswäscherei in der Lamai Beach Road abholen ging. Es gibt tatsächlich Leute in unserer Bungalow-Anlage, die selbst waschen. Aufgehängte Wäsche auf der Terrasse des Bungalows zeugen davon. Sorry, aber 1 Kilogramm kostet ganze 30 Baht. Gewaschen, gebügelt und zusammengelegt – am nächsten Tag abholbereit.

Wir tranken noch je einen Kaffee bei den Masseurinnen-Damen und fuhren dann zum Hotel. Dort duschten wir, zogen uns um und während sich Chris vom Strandstress in seinem Bungalow erholte tuckerten wir direkt im Anschluss gegen 16 Uhr weiter, um einen Cesar-Salat bei Nanee im Restaurant zu essen. Das Frühstück fiel heute morgen wegen Kopfweh, wie erwähnt bereits aus. Nanee kam kurze Zeit später zum Restaurant, um nach dem Rechten zu schauen. Sie plauderte etwas mit uns, dann tranken wir noch einen Kaffee. Wir verabredeten uns eventuell am Abend zu treffen. Nachdem wir die Rechnung beglichen, überquerten wir die Strasse und besuchten die gegenüberliegende Apotheke (Pharmacia).

Mike wollte sich eine Aloe Vera Salbe für seine Brandverletzung von der Bergtour besorgen. Es gibt in der Pharmacia wirklich alles was die Pharma-Industrie hergibt. Ob es Plagiate sind, weiss ich nicht. Aber auf jeden Fall deutlich billiger. Während wir die Regale nach Verbandsmaterial und der erwähnten Salbe durchstöberten, hörten wir eine ältere Dame in männlicher Begleitung mit der Verkäuferin auf englisch diskutieren. Beim Vorbeigehen sah ich, wie die Verkäuferin bläuliche viereckige Tabletten abzählte. Die Engländerin wiederholte, dass sie „hundred not for me, but for friends in England“ kaufen möchte. Sie zählte ein paar Tausend Baht auf die Theke und liess die kleinen bläulichen Pillen einpacken. Mike und ich flüsterten gleichzeitig „Viagra! Not for me! For my friends in England!“ und grinsten. Wir kauften neben der Aloe Vera Salbe, Mullbinden, Fenestil-Gel Novartis (76 Baht), Voltaren-Emulgel Norvartis (176 Baht), Sandoz Calcium 1000 (89 Baht) – also für Bruchteile der Preise in D und CH.

Anschliessend fuhren wir zurück zum Hotel. Ich schnappte mir erneut den Laptop und ging durch die Bungalows hinunter zum Strandrestaurant. Es war mittlerweile dunkel geworden um 18:30 Uhr. Ich setzte mich an einen Tisch mit direktem Stromanschluss. Die Seitenmarkisen schützten die wenigen Gäste vor dem Wind vom Meer her. Das Meer bzw. die Wellen hörte man deutlicher als sonst rauschen. Ich bestellte beim „Chefe“ einen Capuccino und startete den Laptop. Dann lud ich die Bilder von gestern und vom bisherigen heutigen Tag von der Speicherkarte auf den Rechner und sortierte die unscharfen oder „schiefen“ heraus und löschte diese. Dann ging es ans Nachbearbeiten. Während des Hochladens auf den Server, beantwortete ich ein paar Mails und trank den Capuccino.

Zum Berichteschreiben kam es aber nicht. Mike und Chris standen gegen 20 Uhr vor mir und erzählten mir, dass sie nach Chaweng fahren möchten. Sie wollten im „Poppies“ zum Essen gehen. Das „Poppies“ kannten wir bereits aus Bali. Es ist einer der verhältnismässig teueren Lokale (und Resorts) auf Bali und auf Koh Samui. Alles klar! Dann wollen wir mal. Ich klappte den Laptop zusammen und trug ihn zum Zimmer hinauf. Dann trafen wir uns in der Hotellobby und hielten ein Sammeltaxi an. Wir durchfuhren die lebhafte Lamai Beach Road, verliessen in rasanter Fahrt Lamai, überquerten den Pass und hielten vor dem „Poppies“ an.

Wir bezahlten das Sammeltaxi (100 Baht pro Person) und betraten den geschmackvoll eingerichteten Lobbybereich. Eine Treppe führte entlang eines künstlichen Bachlaufs in die Bungalowzone, welche als tropischer Park mit viel wucherndem Grün und einigen Teichen angelegt war. Eine Brücke führte in den eigentlichen Restaurationsbereich. Es gab einen Aussenbereich mit Pavillons, welche zum Meer und zum Strand ausgerichtet sind und einen mit Holz vertäfelten Gastraum, der auf zwei Seiten offen war. Zwei in traditionelle Gewänder gehüllte Damen empfingen uns und liessen uns einen Tisch aussuchen. Wir bevorzugten einen windgeschützten Tisch im Aussenbereich mit Blick auf den Pool und die halb darauf und halb dahinter platzierte Bühne.

Auf der Bühne führten Thailänder eine Art Volkstanz vor begleitet von Xylofonen und anderen Schlaginstrumenten. Man verzeihe mir, dass ich nun die genauen Namen nicht recherchiere. Die Musik ähnelte stark derer, welcher wir bereits auf Bali bei einer „Touri-Show“ beiwohnen durften. Man reichte uns die Getränkekarten und bestellte einen Pina Colada, Chris ein Wasser (Brand von gestern?) und Mike nahm einen „Singapore-Sling“ – was sonst. Anschliessend wählten wir aus dem umfangreichen Portfolio an unterschiedlichsten Speisen.

Es kamen drei Mal „Flühlingslolle“ und als Hauptgang rotes Rindcurry (Chris), gelbes Schweinefleisch-Curry (Mike) und ich nahm Chicken süss-sauer. Eigentlich hätte ich gerne Gemüsereis ohne Ei dazu bestellt. Aber die Dame erklärte uns, dass dies nicht möglich wäre, weil es nicht auf der Karte steht. Chris diagnostizierte „Sternabzug wegen mangelndem Kundenbewusstsein“. Kaum bestellt, brachte eine der Damen die Getränke. Wir wandten uns der weiteren Vorführung auf der Bühne zu. Dann brachte man uns die „Flühlingslollen“. An den Gesichtern von Mike und Chris erkennt man, dass da irgendwas nicht stimmen konnte. Und es stimmte auch etwas nicht. Die Rollen waren klein, verkocht (frittiert) und trieften vor Öl. Geschmacksnote negativ. Ich liess die Hälfte stehen.

Und dann kam der Hauptgang. Zwar nett und zuvorkommend serviert, aber lieblos angerichtet. Ich hatte bisher noch nirgends erlebt, dass in einem Restaurant dieser Klasse, der gekochte Reis einem aus einer grossen Schüssel mit der Kelle auf den Teller geklatscht wurde. Entweder hat sich der Chefkoch bei dem Wetter frei genommen, einfach einen schlechten Tag oder wir waren im falschen Film. Es fehlten auch die sonst üblichen Schälchen zum selbst Nachwürzen (scharfe Sossen). Zu den Speisen erspare ich mir den Kommentar. Soviel nur: Geschmack und Präsentation verhalten sich inkongruent zur Preisklasse. Gut, man zahlt nicht übermässig viel (2877 Baht für 3 Personen), in Koh Samui liegt das Lokal aber im oberen Viertel der Preisskala. Aber für diese Präsentation und bei dem Namen hätten wir deutlich mehr erwartet.
Ergo: „Poppies“ kann man haben, muss man aber nicht. Keine Empfehlung von mir. Letzter Platz in der Restaurantliste mit Abstand und deutlichem Punktabzug weit hinter sämtlichen bisherigen Aspiranten.

Wir verliessen diskutierend das „Poppies“ und wehrten vor dem Eingang die Taxifahrer ab. Nach dem Essen tat etwas Bewegung ganz gut. Uns störte auch die Temperatur von 25 Grad und die erhöhte Luftfeuchtigkeit nicht. Etwa 15 Minuten mussten wir durch die Chaweng Beach Road gelaufen sein, bis wir die Kreuzung erreichten, zu der wir abbiegen mussten, um zum „Green Mango“ von gestern zu gelangen. Hammermässig, was hier zumindest lautstärkemässig abgeht. Auch so fühlt man sich auf einem anderen Planeten. Links und rechts die Strasse entlang dicht an dicht irgendwelche Pubs, Restaurants und Tanzschuppen. Alle zur Strasse hin offen und einer übertrumpft den anderen mit unterschiedlicher Musik aus unterschiedlichen Lautsprecherboxen. Nur irgendwie dachten wir, dass am Samstag Abend etwas mehr Publikum unterwegs wäre!?!

Chris und Mike setzten sich erst einmal auf eine Stufe vor das „Green Mango“. Ein Blick hinein genügte: Es verliefen sich ein paar Touris zusammen mit ein paar mehr Thai-Mädels in der grossen offenen Arena. Gegenüber vom „Green Mango“ ist ein anderer „Tanzschuppen“. Aus den Verstärkern wummert „R&B“-Musik aus den Charts. Irgendwie die gleiche Reihenfolge von gestern von den Titeln her. Das kann ja „eiter“ werden. Was wahrscheinlich die wenigsten Kunden überhaupt bemerken. Neben dem „Green Mango“ steht ein beleuchteter buddhistischer Schrein. Irgendwie schizophren nach meiner Auffassung. Fundamentaler traditioneller ruhiger Glaube und moderner lärmender Pfuhl so nah beieinander?

Wie dem auch sei. Wir beschlossen in die lärmende Unterwelt einzutauchen und die immer wieder hochkommenden „Flühlingslollen“ vom „Poppies“ in einer Flasche „Singha-Bier“ zu ertränken. Wir betraten den „R&B“-Tempel und stellten uns an die Theke auf der gegenüberliegenden Seite, bestellten je ein Bier und beobachteten untypisch schweigend das Treiben um uns herum. Nein, das war heute nicht unser Abend. Sei es die Müdigkeit, das Wetterpech oder das schwere Abendessen. Auf jeden Fall verliessen wir nach dem Bier den Club und wanderten weiter zur „Solo Bar“. Dort stimmte zumindest die Musik.

Beste „House-Music“ schalte aus den JBL-Boxen in den offenen zwei-etagigen Saal. Wir stiegen die Treppe hinauf. Auch hier fast nichts los. Enttäuschend für Samstag Abend. Mike und Chris knallten sich auf eine flache Lederliege und liessen alle Viere gerade sein. Ich organisierte an der Bar die Getränke und setzte mich dazu. Auf den Grossleinwänden und LCD-Bildschirmen lief Fussball live aus England. Manchester United knallte Everton 3 Tore in der ersten Halbzeit ins Netz und Roonie kassierte für grobes Foul eine gelbe Karte. Wurde dann vorzeitig vom Trainer ausgewechselt. Hatte wohl auch einen schlechten Tag.

Platt, leicht frustriert und enttäuscht und mit immer wieder aufstossenden „Flühlingslollen“ bestiegen wir eines der Sammeltaxis noch vor halb zwei Uhr und liessen uns über die Strassen zurück nach Lamai schaukeln. Es reichte uns für heute. Vielleicht kommt doch morgen mal zuverlässig die Sonne hinter den Wolken hervor. Aprilwetter im März während des Sommers in Koh Samui hatten wir bisher zu genüge. Es wird langsam Zeit. Und vom Nachtleben in Chaweng hab ich für meinen Geschmack auch genug gesehen. Das hier heute werte ich als „Samui Monkey Theater“.

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

<— Zurück zu „Urlaub Koh Samui 07.03.2008 – Zum Essen in der Shark Bar mit Nanee und Ausgang in Chaweng’s Vergnügungsmeile

Vor nach —> „Urlaub Koh Samui 09.03.2008 – Sonnenaufgang am Strand von Lamai – nur etwas für Frühaufsteher mit Glück


Urlaub Koh Samui 07.03.2008 – Zum Essen in der Shark Bar mit Nanee und Ausgang in Chaweng’s Vergnügungsmeile

7. März 2008

Heute machte das Aufstehen überhaupt keinen Spass: Ursache ganz einfach erklärt: Seit der Nacht regnete es wie aus Eimern. Nur kurz auf dem Weg zum Frühstücken und wieder zurück, hatte der Wettergott ein kurzes Einsehen. Es hörte auf etwas weniger stark zu regnen. Ergo blieben wir recht lange im Strandrestaurant sitzen und harrten der Dinge. Sämtliche Planungen betreffend Strand und Sonnen fielen flach.

Gegen 14 Uhr machte ich mich Ausgangsfertig. Schliesslich vereinbarte ich gestern mit Nanee, dass ich Sie als kleines Dankeschön gegen 14:30 Uhr zum Essen ausführen würde. Ich verabschiedete mich von Chris und Mike in der Hotellobby. Die beiden planten zum „TESCO“ nach Chaweng zu fahren, ums sich etwas im Einkaufszentrum umzusehen. Was wäre eine bessere Idee, als in einem überdachten Einkaufszentrum das Sauwetter zu vergessen.

Das eigentliche Ziel – ein Restaurant beim Cliff mit schöner Aussicht über das Meer (bei schönem Wetter) – fällt somit erst einmal aus. Ich lieh mir von Christian einen Regenschirm, der in seinem Bungalow für die Fälle aller Fälle bereit stand. Dann ging ich durch den in einen Wasserfall ausartenden Monsunregen die Lamai Beach Road entlang zum Restaurant von Nanee. Sie selbst war noch nicht anwesend. Offensichtlich hielt sie die Verkehrsbehinderungen durch den starken Regenfall auf der Fahrt von Bo Phut nach Lamai etwas auf.

Ich bestellte mir einen Kaffee und wartete. Nach wenigen Minuten fuhr Nanee vor das Restaurant und ihre Mitarbeiter luden den Einkauf aus dem Kofferaum des Honda. Dann winkte sie mir und ich in den gut klimatisierten Wagen stieg ein. Sie fragte, wohin es gehen sollte und ich antwortete, dass mein eigentliches Ziel wohl heute nicht ganz so attraktiv sei. Es würde uns wahrscheinlich aus dem Restaurant wehen bzw. schwemmen – je nachdem. Sie lachte und schlug ihrerseits ein Restaurant vor. Dann ging es im strömenden Regen zuerst durch die Lamai Beach Road und anschliessend weiter zur Hauptstrasse.

Bei einem Teilstück des Weges zum Restaurant überzog eine grosse Pfütze die Strasse. Eigentlich sah es eher aus, wie ein See. Das Wasser floss vom Hang her über die Strasse und sammelte sich dort. Die durchfahrenden Autos und Transporter produzierten grosse braune Fontänen und es spritzte nur so. Schliesslich kamen wir beim Restaurant „Shark Bar“ im „Fisherman’s Village“ an. Es gehört zu einer Bungalow-Anlage und sieht für mich aus, als ob es im „englischen Stil“ erbaut wurde mit viel Holz und Stein. Zwischen den beiden Haupthäusern befindet sich ein grosser Pool, der zum Meer hin mit Palmen eingerahmt ist. Der Blick über das Meer wäre herrlich – bei Sonnenschein. Endlich klarte der Himmel auf und es nieselte nur noch leicht. Gemeinsam gingen wir unter meinem Regenschirm das kurze Stück zum Restaurant.

Das Lokal war fast leer. An einem Billardtisch spielten zwei Engländer mittleren Alters und vertrieben sich so die Zeit. Eine Bedienung fragte Nanee etwas auf Thai und führte uns zu einem Tisch mit Meerblick. Als der Wind nachliess und es gänzlich zu regnen aufhörte, öffnete die Bedienung die Klappladenelemente. Ein schönes Plätzchen. Wir plauderten etwas und bekamen die Speisekarten gereicht. Nanee ist reine Vegetarierin und da ich auch etwas an meinem „Speckgürtel“ arbeiten möchte, bestellten wir gekochtes Gemüse schön scharf gewürzt. Dazu gab es „steamed Rice“. Da ich eine Fischsuppe in der Karte entdeckte, nahm ich diese als Vorspeise.

Ich erfuhr von Nanee, dass sie vor genau 10 Jahren aus Nordthailand hierher gezogen war, um ihr Glück zu machen. Sie erzählte, dass sie aus einem kleinen Dorf in den Bergen käme. Dort gäbe es heute noch kein elektrisches Licht, Strassen ebenso wenig, man lebe vom Reisanbau, Ackerbau und Viehzucht. Sie fahre aber oft und gerne dorthin, um wieder Abstand zu gewinnen vom verrückten Leben hier auf Koh Samui. Als sie vor 10 Jahren hier ankam, gab es überall nur Palmen und keine Strassen in dieser Gegend. Alles hätte sich stark verändert und würde dies sicherlich weiter tun. Sie hätte zuerst in einem Restaurant zu arbeiten angefangen. Langsam hätte sie englisch gelernt und sich hoch gearbeitet. Nun besässe sie ein eigenes Restaurant seit zwei Jahren und ein Häuschen mit zwei Hunden in Bo Phut etwas abseits vom Trouble. Dort findet Sie die Ruhe von der alltäglichen Arbeit im Restaurant.


Die eigentlich als Vorspeise vorgesehene Fischsuppe entpuppte sich als anständiger Hauptgang und wurde auf einem Stövchen in einer Pfanne serviert inklusive Suppenlöffel. Gleichzeitig brachte die Bedienung das gekochte Gemüse und den Reis. Ich fragte, ob man als Vegetarier Fisch essen dürfte, sie verneinte und widmete sich ihrem Essen. Dabei plauderten wir lebhaft über die letzten Reisen von Chris, Mike und mir. Auch von Regensburg und Zürich redeten wir. Ob es da „Sommer“ gäbe. Sie würde hier schon frieren, wenn es mal weniger wie 25 Grad hätte. Es war ein gemütliches Essen mit einer ganz netten Lady.

In einem kleinen Hafen dümpelten einige der typischen bunten Langboote. Da wir noch etwas Zeit hatten, gingen wir hinunter und ich schoss ein paar Bilder vom Szenario. Die Sonne ging langsam unter und so fuhren wir zurück nach Lamai zum Restaurant. Wir verabredeten uns für 23 Uhr, um mit Chris und Mike gemeinsam nach Chaweng zu fahren.

Mike und Chris traf ich dann im Strandrestaurant wieder. Mike hatte sich ein paar T-Shirts gekauft. Nachdem die WLAN-Verbindung wieder funktionierte, konnte ich die ganzen Mails vom Server holen und beantworten. Mike holte ebenso seinen Laptop und setzte sich zu mir. Chris kam dann von seinem Bungalow herüber und Mike ging mit ihm zur „Massaaaaa“ (Massage auf Thai). Ich tippelte die letzten beiden Tage und stellte diese online.

Gegen 22 Uhr duschten wir und machten uns Ausgangsfertig. Chris trafen wir in der Hotellobby. Dann wanderten wir bei lauen Temperaturen die Lamai Beach Road hinauf zum Restaurant von Nanee, die gerade dabei war den Laden zu schliessen. Wir stiegen in ihr Auto und sie fuhr uns nach Chaweng. Ich meinte, dass ich eigentlich auf der richtigen Seite sitzen würde, nur das Lenkrad würde fehlen. Nanee kannte die Strecke, wie ihre eigene Westentasche und parkte das Auto an einem Parkplatz, den wir nie gefunden hätten. Beschilderungen fehlen nämlich gänzlich.

Wir kamen am „Green Mango“ vorbei. Wir kannten den Club nicht. Nur der Sound wummerte auf die Strasse. Eher R&B-mässig. Wir folgten Nanee und erreichten den Eingang. Kein Eintrittsgeld nötig. Wir durchschritten die beiden aufgeteilten Bereiche und fühlten uns ziemlich alleine in dem Laden. So verliessen wir den nach fast allen Seiten offenen Club zur Strasse hin. Ich fragte Nanee, wo denn die Leute am Freitag Abend hingehen würden, wenn nicht hier. Und sie zeigte auf einen Club genau gegenüber. Dort war auch deutlich mehr los. Nur leider wieder R&B-Music. Egal, wir betraten den Schuppen und gingen durch die Tanzenden zur Theke. Dort fragte ich, was sie gerne trinken möchte. Sie zeigte auf die Karte und ich lass „Baileys“. Na gut, dann nahm ich einen Campari auf Eis. Mike und Chris gönnten sich ein „Singha Beer“ und wippten mit der Musik. Chris grinste über beide Ohren. Ihm schien die Aussicht zu gefallen.

Nach je einem weiteren Singha Beer (bis auf Nanee, sie bestellte sich einen Bacardi Breezer und bestand darauf selbst zu zahlen) zogen wir eine Station weiter. Doch Nanee verabschiedete sich, weil sie noch fahren müsste und morgen wieder einkaufen gehen für das Restaurant. So gingen Mike, Chris und ich dann alleine in die „Solo Bar“. Dort gab es zumindest anständige House-Music. Nur die Bar war recht locker gefüllt. Trotzdem blieben wir bis Badeschluss, gegen 2 Uhr morgens.


Wir enterten ein Sammeltaxi und wurden zurück nach Lamai geschunkelt. Der Fahrer schien es recht eilig zu haben und so gingen wir ziemlich an der Deckenstange während der Fahrt. In Rekordzeit erreichten wir Lamai und das Hotel. Mike und ich besorgte noch einen Schlummertrunk im „Seven-Eleven“ und trafen auf Chris, der es sich bereits am Pool auf einer Liege gemütlich gemacht hatte.

Ich öffnete die Flaschen mit dem „17er-Schlüssel“ und wir genossen den Abend am Pool ausklingen lassen zu können. Nur ein laues Lüftchen regte sich. Die Wolken waren verschwunden und gaben den Blick auf die Sterne frei. Ob das ein gutes Zeichen ist? Eventuell klappt es ja doch noch mit dem Badetag morgen. Wir lassen uns immer gerne positiv überraschen. So wie mit Nanee.

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

<— Zurück zu „Urlaub Koh Samui 06.03.2008 – „Immer nur lächelnd im Land des Lächelns“ und „Ertappt! Die früh-morgendliche Liegenschlacht live aus Koh Samui“

Vor nach –> „Urlaub auf Koh Samui 08.03.2008 – „Samui Monkey Theater“ oder „Aprilwetter im März


Urlaub Koh Samui 06.03.2008 – „Immer nur lächelnd im Land des Lächelns“ und „Ertappt! Die früh-morgendliche Liegenschlacht live aus Koh Samui!“

7. März 2008

An diesem Morgen erwachte ich bereits um 6:30 Uhr. Und ich konnte nicht mehr einschlafen. Mike schnarchte neben mir, wie ein Sägewerk. Ausserdem pfiffen die Vögel für meine Ohren etwas zu laut. Und zu diesen beiden Klängen kam noch das Brummen der Klimaanlagenmotoren auf dem Dach des Hotels gegenüber. Wohl gemerkt schlafen wir der Mücken und sonstigen fliegenden Weggenossen bei geschlossener Terrassentür. Meine „beweglichen Rippen“ auf der rechten Seite tat mir weh. Ich vermutete, dass die Masseurin die Aloe Vera Massage gestern etwas zu heftig ausgeführte. Von Verbiegen stand nichts im Massagelexikon.

Zuerst holte ich den Laptop hervor und probierte den WLAN Internetzugang aus. Der funktionierte nämlich seit gestern Abend nicht mehr. Der Bildschirm zeigte folgende Meldung des Internetdienstes mit dem überaus überzogenen Namen „MAX Premium Ltd.“: „ERROR Radius Server Not Found!“. Ich tippte die Logindaten ein und es tat sich erst einmal wie gestern gar nichts. Dann folgte die oben genannte Fehlermeldung. Ergo konnte ich den Reisebericht von gestern vorerst nicht in den Blog laden. Auch der E-Mailzugang funktionierte somit nicht. Mist!

Nach kurzer Zeit in Koh Samui gewöhnte ich mir an in solchen Situationen immer zu lächeln; denn im „Land des Lächelns“ lächelt man bei jeder Situation. Ob man gut oder schlecht gelaunt ist. Ob man „Nein!“, „Vielleicht“ oder „Ja!“ sagt. Lächle! Dann geht alles viel leichter. Mal sehen, wie lange ich das durchhalte. Das freundliche äussere Lächeln im innerlich sauren Zustand ob des schon wieder nicht funktionierenden Internetzugangs erprobte ich, nachdem ich mich wusch und anzog, gleich beim Nachtportier.

Ich stapfte lächelnd aus dem Zimmer mit dem Laptop unter dem Arm. Stieg lächelnd die Treppe hinab. Umrundete breit grinsend den Pool und erreichte fast lachend die Rezeption. Der total verschlafene Nachtportier lächelte nicht mehr. Mit halb geöffneten Augen hörte er sich mein freundliches „Good Morning! Would you please help me. The Internet Connection is not working!“ an. Irgendwas musste falsch gelaufen sein. Er griff nach den Ordnern mit den Zugangskuverts hinter sich und fragte im original Thai-Englisch: „Which Account do you want – how long?“

Lächelnd hielt ich ihm mein bereits seit 2 Tagen geöffnetes und Kuvert mit meinen Zugangsdaten hin und erklärte ihm lächelnd, dass ich bereits ein „Ticket“ für eine Woche gelöst hatte. Er nahm das Kuvert und blickte auf meinen Bildschirm. Dann verschwand er im Büro der Rezeption. Ich zündete mir lächelnd eine Zigarette an. Er kam zurück und meinte, dass in einer Stunde alles O.K. sei. Daraufhin bedankte ich mich lächelnd und zog breit grinsend von dannen.

Kurz vor 7 Uhr erreichte ich das Strandrestaurant. Nein, ich war nicht der erste Frühstückende. Zwei Herren Ende des mittleren Alters sassen jeweils an einem eigenen Tisch. Beim Vorbeigehen grüsste ich beide mit einem Lächeln und „Morning“. Beinahe hätte ich noch gesagt „What a wonderful day!“ – verkniff mir das aber. Noch kam die Sonne durch die Wolken nicht durch. Den Laptop legte ich an einem Tisch ab, bei dem ich aufs Meer blicken konnte.


Dann organisierte ich mir ein Spiegelei mit Speck für meinen Cholesterinspiegel und etwas Schwarzbrot (ja, das gibt es hier auch), sowie Butter und Marmelade. Das Spiegelei fand ich nur leicht angebraten, dafür überwiegend flüssig auf meinem Teller wieder. Nach ein paar Bissen liess ich es stehen – man(n) weiss ja nie – und holte mir dafür ein hart gekochtes Ei.

Während ich mein Frühstück lächelnd zu mir nahm und die Sonne langsam hinter den Wolken hervor kroch, bemerkte ich eher unterbewusst, dass bereits um 7:20 Uhr die ersten Handtücher auf den Sonnenliegen befanden. „Komisch“ dachte ich „die Dauercamper aus Österreich reisten doch gestern ab?“. Egal, ich lächelte in mich hinein. Dann kam eine Dame mit rotem T-Shirt und hochgestecktem Haar mit zwei Handtüchern von links zwischen den Liegen in mein Blickfeld. Schnell die Gabel weggelegt und die Digitalkamera aus der Tasche gezogen, durchgeladen, auf „manuell“, „Serienschuss“ einstellen. Die Dame zog drei Handtücher hervor und breitete diese zuerst auf die linke, dann auf die rechte Holzliege aus. Dann zog sie woher auch immer Strandkleid hervor und reservierte so die dritte Liege.

Ich fand kaum Zeit die Bilder von der Speicherkarte auf den Rechner zu laden, schon betrat der nächste der deutschen „Rentner-Gang“ den Schauplatz. Eine Dame mit dunkelrotem Kleid und gleichfarbenen Top kam von rechts mit Handtüchern unter dem Arm in meinen „Fernseher“ gelaufen. Schnell die Speicherkarte in die Digitalkamera und durchladen. Auch diese Dame erwischte ich voll beim morgendlichen Reservierungsritual. Es machte gar keinen Sinn die Speicherkarte heraus zu nehmen. Schon enterten ein Deutsches Pärchen und eine ältere Dame die nächsten Liegen. Letztere zog gleich drei Handtücher sorgsam zusammengefaltet aus einer Plastiktüte. Aber ihr gefiel bei zweiter Betrachtung offensichtlich der Platz nicht. So nahm sie die Handtücher wieder weg und zog um auf drei andere Liegen.

Immer im Anschluss an das „Handtuchwerfen“ gingen die Herrschaften zum Frühstücken. Plötzlich bewegte sich etwas rechts von mir auf der Terrasse. Aus einem Loch neben einem Palmenstamm krabbelten zwei schwarze Katzen hervor. Zuerst streckten sie sich, dann räkelten sie sich auf dem Boden. Anschliessend ging es an die Katzenwäsche und danach wurde hinterm Ohr gekratzt. Als Chris auftauchte, wunderte er sich zuerst, dass ich bereits wach war. Auch er sah die Katzen und brachte ihnen etwas Schinken zum Frühstücken mit. Nun wecken wir Mike und ich checkte noch mal den Internet Zugang. Aber der funktionierte immer noch nicht.

Mike kam wenig später kurz vor 10 Uhr noch etwas verschlafen ins das Strandrestaurant. Er besorgte sich etwas zum Frühstücken vom Buffet und setzte sich zu uns. Dann diskutierten wir die Tagesplanung. Chris wollte am Hausstrand in Lamai nicht ins Wasser. Erst recht nicht, seit dem er weiss, dass etwa 300 Meter von unserem Strand ein Abflussrohr ins Meer mündete. Er empfahl Roller beim Hotel auszuleihen und damit zum Strand Chaweng Noi zu fahren. Mike beendete sein Frühstück und wir starteten die Vorbereitungen zum Badeausflug.

Auf dem Weg durch die Bungalows entdeckte Mike eine kleine Miezekatze auf der Terrasse eines der Häuschen. Dann erreichten wir unser Zimmer und packten für den Strand die nötigen Dinge ein. Unten an der Hotelrezeption buchten wir je einen Roller und düsten dann bei schönstem Sonnenschein los. Mittlerweile gewöhnten wir uns an das „auf der verkehrten Seite fahren“. Der Pass zwischen Lamai und Chaweng war bald überwunden und gleich danach stoppten wir unsere „schwulen“ Roller gegen Mittag beim Strand „Chaweng Noi“und parkten diese auf dem Seitenstreifen der Strasse.

Der Weg zur sichelförmigen Bucht ist sehr kurz. Der Sand selbst ganz fein und das Meer sauber und in der Sonne so blau, wie man sich das vorstellt.

Gleich beim ersten Strandlokal schnappten wir uns je eine Liege. Die Liegen umspülten die Wellen. Deshalb sicherten wir unsere Taschen auf den Tischen direkt dahinter. Mike und Chris wollten sich sonnen, ich bevorzugte eher das schattige Plätzchen unter einem Sonnenschirm. Wir rückten noch ein Plastiktischchen zurecht; denn irgendwo muss ja der Aschenbecher nebst den frischen gekühlten Drinks stehen.

Wir knallten uns in die Liegen und liessen die Füsse vom Meerwasser kühlen. Dann orderten wir je einen Mango-Shake und rauchten zuerst einmal eine. Chris genoss den Sonnenschein sichtlich. Mike grinste über beide Backen. Und ich fotografierte, was die Speicherkarte hergab.

Aber wir wollten das Meer testen. Deshalb standen wir auf und begaben uns in das feuchte, „kühle“ Nass. „Kühl“ ist etwas übertrieben; denn die Meerestemperatur liegt ungefähr bei 25 Grad. Der Strand verläuft sehr flach und noch nach 50 Metern standen wir immer noch auf festem Untergrund. Chris holte einen kleinen Ball und wir scheuchten uns gegenseitig durch das Wasser beim fangen oder eben beim hinterher Schwimmen.

Ich legte mich dann auf die Liege und schlummerte für kurze Zeit ein. Ein wenig war ich noch angeschlagen von der letzten Nacht. Die Stärke des letzten Kaffee’s liess mich scheinbar nicht lange schlafen; denn ich erwachte bereits nach 40 Minuten. Die Liegen rechts und links von wir standen leer. Mike und Chris sassen im Restaurant hinter mir leicht erhöht und überblickten den gesamten Strandabschnitt.


Chris hatte bereits eine Kleinigkeit gegessen und beide sassen entspannt bei einem Kaffee auf Stühlen, welche aus Bambusrohren gebaut waren. Beide riefen mir zu „Kaffee?“ und grinsten breit. Ich setzte mich dazu und genoss die Aussicht über den schönen Strand.

Dann entdeckte ich vor der Bar einen schlafenden weissen Hund auf dem Rücken liegen. Offensichtlich hielt er gerade Siesta. Er fläzte rücklings auf dem kühlenden Betonboden und streckte alle Viere nach oben. Eine Bedienung kam hinzu und meinte, dass er die ganz Nacht unterwegs war. Er war offensichtlich im wahrsten Sinne des Wortes „hundemüde“. Sie nahm seine Vorderpfoten und versuchte ihn hoch zu heben. Doch das gutmütige Tier liess sich nicht wecken. Schlafende Hunde soll man eben nicht wecken.

Gegen 14 Uhr brachen Mike und ich auf. Am Abend zuvor lernten wir beim Abendessen die Geschäftsinhaberin Nanee des Restaurants „Sharaira“ kennen, welche uns im Gespräch anbot, dass sie uns zum Shop der thailändischen Holzschnitzerei fahren würde. Als Termin vereinbarten wir 15 Uhr. Also sollten wir langsam in die Gänge kommen. Während Chris sich in den Bungalow zurück zog, gingen Mike und ich die wenigen Meter zum Restaurant „Sharaira“. Nur Nanee fehlte noch. Wir bestellten etwas zu trinken und warteten.

Während wir warteten, schoss ich ein paar Bilder von der Elektroinstallation, welche das Strassenbild prägen. Auf dem Bild links fragte mich Mike, was denn da alles falsch sei. Ich antwortete „Nichts, ausser der fehlenden Beschriftung“ 🙂 Besonders gefallen hat uns die „Traversenkonstruktion“, welche aus zwei Stangen der Aussenbeleuchtung besteht. Als Kabelbinder verwendet man einfach blanken Draht. Zugentlastung? Zu was denn das?

Ausserdem fotografierte ich die mehr oder wenigen kuriosen Gefährte, die einmal mehr einmal weniger mehr lärmend durch die Strasse fuhren. Sogar den Pizza-Service und den Briefträger erwischte ich in digital.

Nach 40 Minuten Wartezeit erschien „Nanee“ mit einem dunklen nagelneuen Auto Marke Honda. Wir bezahlten unsere Drinks und setzten uns ins Auto. Mit rasanter Fahrt immer „auf der falschen Seite“ ging es durch den Strassenverkehr, der durch Roller, Taxis und Transporter geprägt war. Wir fuhren nach Chaweng und dort an der Lagune vorbei. Nach wenigen Minuten hielt Nanee vor einer Lagerhalle, vor der drei Thai sassen und mit unterschiedlichsten Werkzeugen Holzkunstwerke bearbeiteten. In der Lagerhalle eröffnete sich ein Thai-Kunst-Schlaraffenland vor unseren Augen. Wie in einem Supermarkt standen und hingen die verschiedenen Schnitzereien. Wir suchten grosse Wandtafeln, welche in Thailand eigentlich als Deckentäfelung Verwendung finden. Aber uns hätte fast alles gefallen.

Wir fanden in einem anderen Gang die gesuchten kunstvoll geschnitzten Wandtafeln. Wir erkundigten uns nach dem Preis und überlegten, wie wir die Tafeln mitnehmen könnten. Für das Handgepäck sind 3 Tafeln a 150 x 30 cm einfach zu gross. So erkundigten wir uns mit Hilfe der nun für uns übersetzenden Nanee nach einer anderen Möglichkeit. Der Chef selbst schlug „Shipping“ vor und holte die Preisliste.

Die kleinste Grösse an Box, die man verschiffen könnte, wäre 1 Kubikmeter und das für einen annehmbaren Preis. Wir hätten mit der Wandtafel etwa 0,2 Kubikmeter belegt. Da passt ja noch mehr rein. Mike und ich berieten uns kurz und entschlossen uns bei der Gelegenheit gleich „etwas mehr“ einzukaufen. Weil gefallen hätte uns eh mehr von den Schnitzereien. Nun hätten wir eigentlich einen grossen Einkaufswagen benötigt. Aber es ging auch so: Wir suchten aus, Nanee übersetzte und der Chef schrieb alles auf einen Beleg.

Am Ende rechnete er die Summe zusammen, zog noch etwas Mengenrabatt ab und wir erledigten das Finanzielle. Der Chef meinte, dass er einige jeden Montag die Kontainer zum Flughafen bringt. Es wären diesmal um die 6 Kubikmeter Material. Wenn alles klappt, sollte unsere Box 5 bis 7 Tage bis zum Bestimmungsort brauchen. Das ganze wird per Luft-Cargo abgewickelt. Na dann wären unsere Einkäufe bereits vor unserer Heimkehr angekommen.

Nach drei Stunden „Einkauftour“ fuhr uns Nanee wieder zum Hotel zurück. Sie musste ja langsam im Restaurant zu arbeiten beginnen. Nicht dass ihre Angestellten noch auf dumme Gedanken kommen, meinte sie lachend. Wir verabredeten uns vorher noch für den späten Abend. Schliesslich gehört es sich in angemessener Form „Danke“ für drei Stunden enorm freundlichen Kundenservice zu sagen. Wir gingen auf unsere Zimmer und erfuhren, dass Christian vorhatte nach Chaweng zu fahren. Während ich mich duschte, knallte sich Mike aufs Bett. Er schaltete vorher noch seinen Laptop ein, schlief dann aber sofort.

Somit weckte ich ihn nicht, sondern ging vorerst alleine zu Nanee gegen 22:30 Uhr, um mich in ihrem Restaurant mit ihr zu treffen. Sie sass zusammen mit zwei Freunden auf der Terrasse zur Strassenseite. Wir stellten uns gegenseitig vor und ich bestellte erst einmal ein Singha-Beer. Dann schloss Nanee das Restaurant ab und wir zogen weiter zum „Sham Rock Irish Pub“. Dort waren wir gestern schon einmal mit Mike und Chris. Wir setzten uns in eine der ersten Reihen, was sich sofort als Fehler herausstellte. Die Liveband hörte man hier vorne besonders gut und an Unterhaltung war nicht zu denken.

Nanee deutete hinter sich und wer sass da an der Theke? Mike und Chris! Mike muss sofort wach geworden sein, als ich die Tür schloss und Chris hatte es nicht unbedingt in Chaweng lange ausgehalten. Beide beobachteten neben der Band, was Nanee und ich trieben. Aber da konnten die beiden nicht viel sehen. Nach kurzer Zeit zogen wir vom Tisch in der vorderen Reihe nach einem im hinteren Teil der Terrasse um. Dort konnte man besser auf den Lehnstühlen sitzen und was wichtiger war: Auch unterhalten, was wir dann auch lange und ausgiebig taten.

Allerdings liess sich Nanee nicht einen Drink spendieren, was ich ja als Dankeschön für das Begleiten zum Holz-Kunst-Shop eigentlich tun wollte. Ganz im Gegenteil, sie bezahlte auch noch einen Teil meiner Drinks. Deshalb schlug ich gegen Ende des Abends vor, dass ich sie am nächsten Tag zum Mittagessen einladen möchte. Denn das es war schon extrem nett und unerwartet, dass sie uns zum Kunsthändler fährt und drei Stunden übersetzt und wartet und bei den Formalitäten behilflich ist.

Bis die Band gegen 1 Uhr zu spielen aufhörte, hatte sich die Terrasse zusehends geleert. Mike und Chris verabschiedeten sich. Nanee und ich, sowie die zwei Kollegen zogen noch auf einen abschliessenden Drink ein Haus weiter. Dann fuhr Nanee nach Hause. Sie wohnt in einem eigenen Haus mit zwei Hunden bei Bo Phut. Die beiden Kollegen fuhren mit dem Roller nach Hause und ich schlenderte gemütlich zurück zum Hotel. Mike war noch wach und hörte Musik vom Laptop. Wir plauderten noch etwa für 10 Minuten. Dann legte ich mich hin und schlief sofort ein.

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

<— Zurück zu „Urlaub Koh Samui 05.03.2008 – Urlaubseinpacktipp, ein Waran, zwei Strände, vom Shopping, der Cross Champion, Aloe Vera Massage und Abrocken im Sham Rock

Vor nach —> „Urlaub Koh Samui 07.03.2008 – Zum Essen in der Shark Bar mit Nanee und Ausgang in Chaweng’s Vergnügungsmeile


Urlaub Koh Samui 05.03.2008 – Urlaubseinpacktipp, ein Waran, zwei Strände, vom Shopping, der Cross Champion, Aloe Vera Massage und Abrocken im Sham Rock

5. März 2008

Das WLAN des Hotels funktionierte 2 volle Tage nicht. Nun wechselte der Techniker den Server und die Bits und Bytes fliessen sogar erheblich schneller über die unsichtbare Welle zu unseren Laptops. Wir sitzen bei Kerzenschein an einem Tisch im Strandrestaurant. Eigentlich ganz gemütlich. Sogar die Mücken belästigen uns noch nicht. Gefühlte Temperatur 26 Grad. Die Wellen kommen hörbar heftiger. Es regnete heute (07.03.2008) heftig und fast durchgängig. Aber das Wetter hier ist immer noch um Längen besser, also in Regensburg. Dort steht das Thermometer aktuell bei 1,6 Grad – Vorhersage -1 bis 9 Grad. Für Zürich sind in der nach sogar -6 Grad und am Tag höchstens 6 Grad prognostiziert. Wir schicken auf diesem Weg ein paar Grade hinüber. Nun also zum Bericht von vorgestern:

Tag 11: Die grosse Frage, die man sich vor Antritt der Urlaubsreise immer stellt, ist folgende: „Was zum Teufel soll man einpacken?“ Diese Frage lässt sich zumindest für Koh Samui einfach beantworten: „Gar nichts!!!“ Ganz im Gegenteil: „Räumen Sie vor der Abreise Ihren Kleiderschrank aus und werfen Sie alles weg, was Sie nicht mehr sehen können!!“ Nein, Peterle dreht jetzt nicht komplett durch. Natürlich sollte man nicht nackt zum Flughafen fahren. Erstens kommt man vielleicht dann nicht an und verbringt seine Ferien oder länger in Einzelhaft und zweitens wäre das nun auch wieder zu extrem, aber mein Tipp: „Nehmen Sie einen leeren Koffer mit!“ Und selbst den braucht es nicht, ausser den Reisedokumenten und die Kleidung, welche Sie anhaben. Zumindest auf dem Hinflug. Wie ich darauf komme? Erklärung folgt sofort:

Rechnen Sie im folgenden grob um: 50 Baht = 1 Euro, 500 Baht = 10 Euro usw. Also „Baht“ multipliziert mit 2 und ergibt Euro-Cent (geteilt durch 100 ergibt glatte Euro).

Wir fuhren heute zum Einkaufen. In eines der grossen Shoppingcenter in Chaweng direkt an der Hauptstrasse. Der gigantische Supermarkt heisst „TESCO Lotus“ und liegt direkt von der Hauptdurchgangsstrasse nach Bo Phut bzw. Richtung Flughafen auf der linken Seite. Das „TESCO Lotus“ ist ein Wholeseller, also ein Allesverkäufer. Von der Digitalkamera bis zur Socke und über Früchte bis zum White Snapper gibt es dort ALLES! Auch Koffer! Zuerst sahen wir uns natürlich in der Elektro- und in der Unterhaltungselektronik-Abteilung um.

Wer also einen Speicherchip für Seine Kamera von 2 GB Grösse braucht, bekommt diese Karte für sage und schreibe 549 Baht, was in etwa 11 Euro entspricht. Wer seine Digitalkamera vergessen hat, kauft diese und den Speicherchip für zwischen 6.000  (120 Euro für Kompakt-Digital Olympus mit 7,2 M-Pixel) und 25.900 Baht (510 Euro Spiegelreflex Canon EOS 400D mit Objektiv). Das sind noch relativ „normale“ Preise. Aber jetzt geht’s los:

Weitere Beispiele: Waschzeug – Zahnpasta grosse Packung hält mindestens 2 Jahre lang 49 Baht, Zahnbürste Dr. Best 59 Baht, Palmolive „Aroma Therapy“ Showergel 250 mL 50 Baht, Head&Shoulders Haarshampoo „Ocean Fresh“ 400 mL 151 Baht.

Badehose 190 Baht, Handtuch gross 175 Baht, T-Shirt 1-farbig 69 Baht, T-Shirt gemustert oder bedruckt 99 bis 199 Baht, Hemd einfach Kurzarm bedruckt oder benäht 199 Baht, Hemd Business Kurzarm 299 Baht. Jeanshose kurz 350 Baht. Socken 19 bis 32 Baht. Strandschuhe mit Klettriemen 380 Baht, Turnschuhe Marke Adidas 2.190 Baht. Wer möchte, kann sich noch Krawatten kaufen: 160 Baht (was 3,20 Euro entspricht)

Es gibt alles vom Shivas Regal 12 Jahre alt für 895 Baht bis zur Bärenmarke Kondensmilch (Bear Mark). Von Toblerone Schokolade bis Ricola liegt was das Herz begehrt in den Regalen. Mike hätte zum Beispiel auch den löslichen Kaffee von Nescafe nicht mitnehmen brauchen (175 Baht). Also warum dann irgendetwas einpacken, was es hier auch und zwar viel günstiger gibt? Lassen Sie Ihren Koffer zu Hause. Den gibt es hier in Hartschale in allen Farben und allen nur denkbaren Grössen und Formen für die Rückreise.

Der Vorteil des Einkaufs im Urlaubsland – hier in Koh Samui – ist, dass sie dann erstens von der Warterei auf den Koffer am Flughafen vollkommen befreit sind, Sie schleppen keine grossen Koffer durch die Gegend und am Ende der Reise nehmen Sie nagelneue Kleidungsstücke mit, die sicher kein anderer in Ihrem Heimatstädtchen hat, weil es diese nicht im H&M oder C&A oder sonst wo zu kaufen gibt. Nicht mal bei Hugo Boss oder einem anderen Edelladen bekommen Sie eine exklusivere Ware; denn einmal fertigen die Firmen eh in Asien und zweitens ist die Kollektion eigentlich für das Zielpublikum des Reiselandes konzipiert und entworfen.

Allerdings folgt für grosse Menschen in Asien ein Konfektionsgrössen-Problem. XL ist nicht nach europäischen Grössen geschneidert 🙂 Probieren hilft! Und die Ladies unter unserem Publikum müssen leider einsehen, dass Grösse 36 auf thailändisch etwas kleiner ist 🙂 Aber der Hauptvorteil der ganzen Massnahme: Es kostet erheblich weniger sich hier neu einzukleiden! Und: Sie dürfen Klamotten bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 20 Kilogramm einkaufen. Falls Sie den Kofferkauf nicht am Ende vergessen.

Aber nun zum heutigen Tagesablauf: Chris weckte uns gegen 9 Uhr. Nach dem Duschen liefen wir zum Frühstücken. In der Nacht hatte es noch geregnet, nun schaute die Sonne ab und zu durch die Wolken. Tagesplanung: Wir sahen auf dem Rückweg von Nathon vor ein paar Tagen am Strassenrand mehrere Läden, die Rattan- und Dedon-Faser-Möbel auf der Strasse oder im Geschäft selbst ausstellten. Da ich von einer Reportage her wusste, dass Dedon die Möbel in Asien selbst herstellen lässt, könnte man ja beim Erzeuger selbst einmal die Preise abfragen. Speziell interessierten mich die geflochtenen Terrassen-Liegen (Beach Bed). Aber auch die grossen Holzschnitzereien und Möbel, die wir im Mr. Samui vor Tagen sahen, wären interessant.

Daher trafen wir uns nach dem Frühstück gegen 11 Uhr in der Hotelhalle. Auf dem Weg dorthin sah ich ein aus Österreich stammendes Paar, das vom Pool aus auf die Lagune blickte und rege diskutierte. Die beiden hatten einen Leguan oder Waran entdeckt, der in der Lagune schwamm. Dann starteten wir unsere Fahrt mit den Motorrädern Richtung Nathon. Immer Ausschau haltend nach einem speziellen „Beach Bed“, dass ich auf der letzten Rückfahrt am Strassenrand sah. Der Verkehr lief locker dahin und so landeten wir nach etwa 40 Minuten hinter Mae Nam. Aber so weit konnte der Laden nicht hinter Chaweng gewesen sein. Ich erinnerte mich, dass er zwischen Bo Phut und Chaweng sein musste. Somit hielten wir an der nächsten Rastmöglichkeit mit der Option etwas zu trinken am Strassenrand an. Wir stellten die Motorräder ab und setzten uns vor das thailändische Restaurant. Es handelte sich dabei um ein sehr einfaches Lokal. Eine Dame kochte direkt im Wirtsraum und die Bestuhlung bestand aus Plastikstühlen. Hier verpflegten sich die Koh Samuianer – von Touristen keine Spur. Sehr gut!

Wir bestellten drei Mal Cola und die Köchin brachte die Flaschen mit Strohhalm an unseren Tisch. Wir plauderten über die Fahrt und die vorbeifahrenden teils kuriosen Vehikel. Mike besuchte die einfache Toilette und kam grinsend und darüber berichtend zurück. Im Gebäude nebenan schraubten zwei Thai an einem Roller herum. Auf diesem Landstrich schlug man sich noch nicht gross mit dem Massentourismus herum. Zumindest spürten wir davon nichts. Mike bezahlte die Drinks (90 Baht) und wir wendeten die Motorräder und fuhren die Strecke gemütlich zurück. Wir mussten den Laden übersehen haben.

Bei Bo Phut bogen wir links ab, weil Chris sich den Strand dort ansehen wollte. Wir fuhren in eine Sackgasse hinein, die direkt am Strand mit einem Holzpavillon endete. Dort stellten wir die Motorräder ab und gingen zwischen einem Restaurant und dem Pavillon hinunter zum Strand. „Schöner feiner Sand“ meinte ich und das Meer überzogen nur wenige flache Wellen. Ich schoss ein paar Fotos und Chris meinte „Gesehen! Fahren wir wieder!“. So setzen wir gleich wieder unsere Suche nach dem Laden mit der geflochtenen Strandliege fort.

Chris fuhr voraus; denn er konnte sich ebenso an das Geschäft erinnern. Nach wenigen Kilometern sahen wir vor einem neuen Geschäftshauskomplex zwei Liegen stehen. Wir parkten die Motorräder und ich betrat das Geschäft „Beautiful World – Furnitures and Interiors“. Eine blonde junge Nordmännin sass hinter einem Computer. Im Geschäft selbst standen ein typisches Holzbett, eine schöne tiefe Sitzgarnitur und weitere thailändische Möbel. Die ungefähr 25-jährige Blondine stellte sich als „Silka“ (aus Schweden stammend) vor und fragte freundlich nach, was ich suchen würde. Ich antwortete, dass ich vor zwei Tagen auf dieser Strasse unterwegs war und ein Beach Bett in Form eines Blattes (Leaf) gesehen hätte. Ob ich hier richtig wäre. Sie meinte, ob es sich um das Bett draussen handeln würde. Leider nein; denn das aus meiner Erinnerung wäre aus brauner Faser geflochten. Sie bat mich meine Kontaktdaten aufzuschreiben, dann würde sie mir die Kollektion per Mail zusenden. Ausserdem bestände die Möglichkeit ein Angebot zu erstellen inklusive „Shipping“ in das Herkunftsland. Ich schrieb meine E-Mailadresse auf ein Blatt Papier und bedankte mich für die Hilfe.

Mike und Chris rauchten draussen und sahen sich die Liegen an. Ausserdem lachten sie über ein Elektrogeschäft auf der anderen Seite, das den unmöglichen Namen „Wattanaporn Electric“ in grossen goldenen Lettern über dem Eingangsportal trug. Dann bestiegen wir erneut die Motorräder und setzten unsere Fahrt Richtung Chaweng fort. Chris hielt dann bei einem Geschäft, vor dem er das „Beach Bed Leaf“ in braun entdeckte. Es hiess „Seaside Decor“ und führte Möbel aus synthetischem Rattangeflecht. Die Faser selbst stammt von der Firma Rehau, wie wir auf original Plakaten lesen konnten. Wir stellten die Motorräder ab und gingen hinein. Wir wurden von einer netten Thailänderin empfangen, die uns sofort die Liege zeigte. Aus dem Katalog entnahm sie den Preis (24.000 Baht entspricht 480 Euro). Ich bat um ein Angebot inkl. Shipping und übergab meine E-Mail-Adresse. Dann sahen wir uns im Katalog noch die weitere Kollektion 2008 an. Vor der Pharmacia gegenüber stand ein schöner alter VW-Käfer mit Weisswandreifen, der sofort abgelichtet werden musste.

Anschliessend fuhren wir zu oben bereits ausführlich beschriebenen Supermarkt „TESCO Lotus“ und während Chris in einem Lokal wartete, kauften Mike und ich Bekleidung, Säfte und Duschgel ein. Wir verluden die Einkäufe in die Taschen und in das Staufach des Rollers und fuhren zurück nach Lamai. Als wir vor dem Hotel parkten, kam uns der Cross-Champion nach. Wegen Motorräder-Check sollten wir die Fahrzeuge zu ihm bringen, was wir natürlich sofort taten. Vor seinem Geschäft angekommen setzten wir uns und er erzählte, dass er zwar die örtliche Polizei in Lamai „belohnt“ hätte, er aber gehört hätte, dass in Chaweng in den nächsten Tagen eine Verkehrskontrolle durchgeführt werde. Wir wunderten uns eh schon, dass wir ohne Fahrzeugkennzeichen fahren durften. Er meinte zwar, dass dies in Ordnung ginge und er monatlich zahlt, aber wir glaubten nicht, dass das Geld an die Versicherung ginge.

Er gab uns das Kompliment, dass er selten so gute Kunden hätte, die so auf die Motorräder aufpassen würden. Andere Kunden würden mit Wheelies durch die Strassen fahren und die Cross-Motorräder aufs Äusserste belasten. Er hätte uns immer sehr gemütlich am Laden vorbei fahren gesehen und das spreche für einen gelassenen Fahrstil. Wir bezahlten die restlichen Tage des Verleihs (500 Baht pro Tag und Töff) und er bot uns an, in den nächsten Tagen die Motorräder wieder abzuholen. Wir bedankten uns und ich schoss noch ein Foto von „Wat“, wie er sich nannte vor seinen vielen Pokalen.

Wir liefen das kurze Stück zurück zum Hotel und kamen dabei an unserem Stamm-Massagesalon vorbei. Den Ladies versprachen wir, dass wir nach dem Strandbesuch noch zum Kneten vorbeikommen. Im Hotel angekommen, schnappten wir uns das vom Hotel immer bereitgelegte blaue Handtuch und schlenderten hinunter zum Strand. Chris kam uns nach und wir suchten uns drei Liegen aus, die noch von der hinter dem Berg verschwindenden Sonne beschienen wurden.

Während Chris langsam die Müdigkeit überkam und Mike mit seinem I-Pod im Ohr beschallt wurde, zog ich mich aus und sprang kurz ins Meer. Anschliessend entspannte legte ich mich zu den anderen beiden zum Entspannen.

Nachdem die Sonne gänzlich gegen 18 Uhr verschwand, beschlossen wir uns auf das Zimmer zurück zu ziehen. Mike liess sich aufs Bett fallen und schlief sofort ein. Ich duschte zuerst und schaltete den Laptop ein, um die Bilder auf den Server zu laden. Die Verbindung zum WLAN-Netz gestaltete sich schwierig, was den Upload deutlich verzögerte. Dann schlief auch ich ein. Bis um 20 Uhr Chris an der Tür klopfte. Mike erwachte und öffnete verschlafen die Tür. Er duschte und zog sich an.

Wir gingen im Anschluss zum Massagesalon und liessen uns von den Mädels bei einer einstündigen Aloe Vera Behandlung verwöhnen (400 Baht). Danach bekamen wir einen Kaffee spendiert und setzten uns vor den Salon. Eine der Masseurinnen naschte die typischen Leckereien. Irgendwelche frittierte Käfer und genauso zubereitete Heuschrecken. Lecker!

Nachdem wir ein wenig mit den Damen geplaudert und gelacht hatten, verabschiedeten wir uns und schlenderten zum Restaurant „Sri Nuan“. Doch die Bedienung teilte uns mit, dass sie gerade schliessen möchten. Es war ja schliesslich schon 22:30 Uhr. Aber das machte uns nichts aus „See you tomorrow“ Und wir kehrten um.

Die Vorstellung im McDonald essen zu müssen, liess uns erschaudern. Irgendein Restaurant muss doch in Lamai noch geöffnet haben. So zogen wir gemütlichen Schrittes die Lamai Beach Road entlang und landeten schliesslich bei einem noch geöffneten Restaurant. Das Restaurant heisst „J. Jing Jai“ und bietet hauptsächlich vegetarische Speisen an. Aber auch typisch thailändische Gerichte. Wir durften uns den Tisch aussuchen und erhielten die Speisekarten. Chris nahm ein Wasser und Red Chicken Curry. Mike und ich je einen Mango-Saft (was sonst) und frittierte Chickenstücke und Gemüse – dazu Reis. Eine Thai, die sich später als Geschäftsführerin mit dem Namen „Nana“ vorstellte, brachte die Speisen nach kurzer Zeit. Wir liessen es uns schmecken und nahmen im Anschluss noch einen Kaffee zur Zigarette. Dabei plauderten wir mit Nana über den heutigen Ausflug und thailändische Möbel. Sie erzählte uns, dass sie schon seit 10 Jahren Ich fragte, woher die Schnitzereien und Möbel im Restaurant stammen würden und sie bot uns an, uns an einem der nächsten Tage nach Bo Phut zu ihrem Hauslieferanten zu fahren. Wir nahmen das Angebot gerne an und bezahlten kurz darauf die Rechnung; denn wir waren mittlerweile die letzten Gäste. Nana hatte sich ebenso zurecht gemacht, um das Restaurant zu schliessen und wir verabschiedeten uns.

Chris und Mike liessen sich gestern Abend ja ohne mich massieren und besuchten im Anschluss daran eine Lokal, in dem bis um 1 Uhr eine Rockband spielte. Dorthin wollten wir noch gehen. So passierten wir den „roten Platz“ mit den vielen Animierpavillons und hörten nach wenigen Metern die Rockmusik. Die Rock-Kneipe „Samui Sham Rock“ befindet sich noch vor dem „Bauhaus“ auf der rechten Seite. Wir betraten den offenen Sitzplatzbereich, stellten uns dann aber in geeigneter Entfernung an die Bartheke. Mike bestellte ein „Erdinger“ – Chris und ich ein Singha-Beer. Die Live-Band bestand aus 5 Musikern. Drei davon waren Mädels. Eine spielte Leadgitarre, die andere Bassgitarre und die dritte liess Schlaginstrumente erklingen. Ab und zu gingen Gastmusiker auf die Bühne. Der eine setzte sich bei einem von Judas Priest (Breakin‘ the Law) ans Schlagzeug. Ein anderer übernahm die Leadgitarre bei einem Stück von Jimmy Hendrix und AC/DC (TNT). Von Tina Turner bis Bon Jovi reichte das Repertoire der Band und die thailändische Rockband heizte den Gästen gehörig ein.

Als die Band gegen 1 Uhr zu spielen aufhörte, verliessen wir das „Samui Sham Rock“ und schlenderten durch fast leere Strassen zurück zum Hotel. Unterwegs trafen wir eine der Masseurinnen aus unserem Stamm-Salon, die ebenfalls auf dem nach Hause Weg war. Wir begleiteten Sie bis zu unserem Hotel und verabschiedeten uns dann. Morgen möchten wir einen Sonnentag einlegen, falls das Wetter es zulässt. Falls nicht, dann fahren wir mit „Nana“ vom „J. Jing Jai“ zu ihrem thailändischen Hoflieferanten nach Bo Phut. Langweilig wird es uns auf jeden Fall nicht.

PeterPan’s Shopping-Tipp:

TESCO Lotus
Samui Ring Road, Chaweng North
1/7, Moo 6, Tambon Bo Phut
84320 Koh Samui, Suratthani, Thailand
Tel: 0 7724 5400-24
Fax: 0 7724 5426
Website: http://www.tescolotus.com

PeterPan’s Restaurant-Tipp für Lamai:

J. Jing Jai – Sharaira Restaurant
Lamai Beach Road
Tel: +66 77 233271 or +66 8 1719 4939
P.O.Box, 101 Chaweng, Koh Samu, Suratthani, Thailand 84320

The Samui Sham Rock Irish Pub & Restaurant
124 / 144 Lamai Beach Road, Tambon Maret,
Koh Samui, 84310, Thailand
Tel: +66 (0)81597 8572
Email: info@thesamuishamrock.com
web: http://www.thesamuishamrock.com

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

<— Zurück zu „Urlaub Koh Samui 04.03.2008 – Am Tag als der grosse Monsunregen kam

Vor nach —> „Urlaub auf Koh Samui 06.03.2008 – „Immer nur lächelnd im Land des Lächelns“ und „Ertappt! Die früh-morgendliche Liegenschlacht live aus Koh Samui!“


Urlaub Koh Samui 04.03.2008 – Am Tag als der grosse Monsunregen kam

4. März 2008

Tag 10 – die erste Hälfte unseres Urlaubs auf Koh Samui ist fast rum. Wir standen spät auf und verzichteten auf das Frühstück. Mike ortete die Wetterlage. Es war zwar bedeckt, aber die Sonne kam immer wieder durch die Wolken hindurch. Gefühlte Temperatur: 26 Grad im Schatten. Ich setzte heisses Wasser auf. Auf unserem Zimmer steht im Eck neben der Stehlampe ein Tischchen. Darauf ein Wasserkocher und zwei Tassen. Den löslichen Kaffee und Süssstoff brachte Mike aus Zürich mit. Zucker wäre unpraktisch gewesen; denn wir kannten die Vorliebe von Ameisen und Kakerlaken für das Süsszeug noch aus Teneriffa.

Mike sass auf dem Balkon und genoss die Aussicht auf das Hotel „Patio“ gegenüber. Sogar „Meersicht“ ist von unserem Balkon aus im Sitzen möglich. Das Meer war sehr ruhig. Ich brachte zwei Tassen Kaffee mit nach draussen und setzte mich auf den Plastikstuhl. Dann legte ich die Füsse hoch und steckte mir eine Zigarette an. „Wir sollten zum Strand gehen“, meinte ich. Mike nickte nur lächelnd. Er wollte offensichtlich momentan einfach nur „chillen“ – da sitzen und das Ambiente wirken lassen.

Nach der Tasse Kaffee packten wir unsere Sachen. Ich ging zuerst zur Rezeption, da mein Internet-Access nicht funktionieren wollte. Trotz neuen Zugangsdaten liess mich das WLAN heute morgen nicht einwählen. Die Dame an der Rezeption nahm den Zettel mit den Zugangsdaten und telefonierte kurz mit dem Mobile Phone nach Bangkok. Hört sich blöd an, ist aber so und hier eine eine Kleinigkeit. Die Dame schien das öfter zu machen. Sie diskutiert kurz mit der Hotline, gab die Kennung durch und meine ich solle es noch einmal probieren. Es klappte auf Anhieb. Mit dem Laptop unter dem Arm und der Tasche übe der Schulter wanderte ich zwischen den Bungalows zum Strand.

Die Liegen waren nur locker belegt. Mike war schon vorgegangen. Chris sahen wir nirgends und so suchten wir uns zwei nebeneinander stehende Liegen aus. Etwas Sonne tat gut. Wenn sie durchkam, dann wurde es schön warm auf der Haut. Nach einer beidseitigen Besonnung kühlte ich mich im Meer kurz ab. Dann legte ich mich zum Abtrocknen wieder auf die liege. Es wehte nur ein leichter Wind vom Meer – von Osten – her. Ich sah einen Surfer, der sich im schwachen Wind mit der Dünung abquälte. So gut könnte ich es auch. Vielleicht probiere ich es wieder in den nächsten Tagen bei Gelegenheit. Das letzte Mal stand ich auf Kreta auf dem Brett. Das ist schon ewig her.

Dann gegen 16 Uhr kamen von Meer her dunkle Wolken und der Wind frischte auf. Wir entschlossen uns im Strandrestaurant Stellung zu nehmen und einen Mango-Saft zu geniessen. Die Laptops bauten wir vor uns auf und ich checkte die Mails. Mike schimpfte über die schlechte Verbindung. Er bekam fast keine Website angezeigt. Ob es am WLAN oder an seinem Laptop lag, wissen wir noch nicht. Das checken wir Morgen. Bei ihm ging fast gar nichts mit Internet.

Der Wind blies immer böiger und wir warteten gespannt, ob die „Handtuchwerfer“ in den ersten beiden Reihen wieder schlagartig die Flucht ergriffen. Und bei den ersten Regentropfen war es dann soweit. Hurtig packten die Herrschaften ihre Habseligkeiten und flüchteten in ihre Bungalows. Kurz darauf begann es zu regnen. Es war fast so, als würde Petrus an einem riesigen Wasserhahn drehen und diesen immer mehr aufdrehen. Nach einer halben Stunde regnete es so stark, dass man unter einem Wasserfall trockener geblieben wäre.

Wir entschlossen uns den Tisch zu wechseln. Etwas weiter hinten blieben wir von der Gischt des Regens besser verschont. Mike bestellte sich einen Chefsalat, während Chris von seinem Ausflug nach Chaweng Noi – dem Hausstrand in Chaweng. Er schaffte es noch einigermassen trocken zu uns zu gelangen.

Plötzlich tropfte es von der Decke des Strandrestaurants direkt auf die Tastatur und den Bildschirm von Mike’s Laptop. Er hob das Teil an, drehte es um und liess das Wasser wieder ablaufen. Das Dach schien den Wassermassen nicht ganz gewachsen zu sein. Wir wechselten erneut den Sitzplatz. Chris sprintete hinüber zu seinem Bungalow und setzte sich auf seine Terrasse.

Immer wenn man meinte es geht kann eigentlich jetzt nicht mehr stärker regnen, drehte Petrus den grossen Wasserhahn etwas mehr auf. So als ob er beweisen wollte, dass es noch viel heftiger geht.

Trotzdem kam ein Pärchen mit Schirmen geschützt den Weg zwischen den Bungalows entlang und setzte sich an die Strandbar. „Buck“ sass schon eine ganze Weile etwas gelangweilt hinter seiner Theke und freute sich, dass er doch noch etwas zu tun bekam.

Wir sassen hinter den Laptops und genossen auch diesen Regen ohne Ende. Nach der Erfahrung von Chris vom letzten Urlaub regnete es vor zwei Jahren auch immer so gegen 16 Uhr. Also sollten wir unseren Tag umstellen und ich die Schreiberei von der Nacht auf die späten Nachmittagsstunden verlegen.

Trotz des Regens gingen ab und zu Pärchen im strömenden Monsunregen am Strand entlang. Der Regen war ja nicht kalt, aber ich könnte mir etwas romantischeres vorstellen. Vielleicht handelte es sich um „All-inkl.“-Touristen, die ganz dringend zum Abendessen mussten. Ab und zu lief auch ein Jogger vorbei. Wir scherzten, dass er wenigstens nicht schwitzt und sicher seine Duschseife in der Tasche hat. So kann er bei dem Regen sofort im Anschluss etwas für Frische und Sauberkeit am Strand sorgen und verschwendet kein kostbares Trinkwasser 🙂

Gegen 18 Uhr regnete es immer noch unvermindert. Allerdings zeigte die Akkus unserer Laptops an, dass dies sich im kritischen Zustand befanden. Also bezahlten wir die Rechnung und gingen mit unseren Handtüchern über dem Kopf gehalten zurück ins Zimmer.

Dann duschte ich und knallte mich aufs Bett. Ich schlief etwas, bis Chris um 20 Uhr an der Tür klopfte. Er hatte einen kleinen Plastiksack dabei. Mit einem Erdbeerjogurt darin. Somit war klar, wohin wir heute zum Essen gingen: Sri Nuan – Thai Food & Sea Food. Wir schlenderten die noch nasse Strasse entlang. Beim Massagesalon empfing man uns mit einem Lächeln. Wir lehnten vorerst ab; denn zuerst ging es um das leibliche Wohl. Anschliessend planten wir noch eine Aloa Vera Massage zu nehmen. Chris erzählte unterwegs, er hätte erfahren, dass sich sein Bruder Mario einen Bänderriss zugezogen hätte. Gute Besserung von unserer Seite an dieser Stelle!

Die nette Bedienung im „Sri Nuan“ empfing uns Freudestrahlend und liess uns einen Tisch wählen. Wir setzten uns in die erste Reihe mit Blick auf die wenig belebte Strasse. Neben uns befanden sich nur noch zwei weitere Pärchen im Restaurant. Die beiden von uns bevorzugten Tische draussen besetzten ein weiteres Pärchen und eine Dreiergruppe hörbar aus Deutschland – dialektmässig Schwaben zuzuordnen. Chris plante die Fischtheke zu besuchen und stand auf. Ich folgte ihm. Er wählte einen White Snapper aus. Die nette Bedienung fragte „Frittiert und mit Knoblauch?“ Chris überlegte kurz und nickte dann. Ich kannte eigentlich lediglich die rote Variante des Fisches und bestellte ebenso diesen Fisch mit dem wohl formulierten englischen Satz „Same Same!“.

Mike legte wieder einen Gemüsetag ein und bestellte frittiertes Gemüse und Reis. Wir setzten uns und tranken den zuvor gebrachten Mango-Saft. Chris hatte den Beutel mit dem Erdbeerjogurt vorerst noch versteckt. Wenig später verliess das Pärchen den einen Tisch auf dem Gehsteig vor dem Restaurant. Wir setzten uns blitzartig um und nahmen unsere Getränke mit. Sofort zückten Mike und Chris die Zigarettenschachtel und steckten sich eine an. Wie bereits vermeldet, ist das Rauchen im Restaurant selbst untersagt. Daher spekulieren wir immer auf einen der beiden Tische im Aussenbereich.

Zuerst brachte eine der Bedienungen den Reis und das frittierte Gemüse von Mike. Wenig später brachte die Lieblingsbedienung von Chris unsere beiden Fische mit Knoblauch darauf. „Na dann hat sich das mit dem Küssen für heute“ scherzte ich. Chris entgegnete: „Keine Sorge! Ich hab Kaugummi dabei!“ und lachte. Der „weisse Schnapper“ lag sehr schön angerichtet auf Salat. Nur der gekochte Reis erschien uns etwas zu trocken. So bestellten wir noch eine weitere Portion Gemüse, welches nach wenigen Minuten ebenso serviert wurde.

Wir liessen es uns schmecken. Der Fisch schmeckte schön knusprig und das weisse Fleisch liess sich leicht von den grossen Gräten trennen. Kleinere Gräten besitzt dieser Fisch offensichtlich nicht. Sehr schmackhaft. Und doch „leicht im Rauch“, wie der Feinschmecker es ausdrückt. *lach* Sicher nicht. Für die gesamte Mahlzeit für drei Personen inkl. Getränke bezahlten wir 760 Baht (entspricht 15 Euro). Nachdem wir die Rechnung beglichen, legte Chris noch etwas Trinkgeld auf die Rechnung – und den Erdbeerjogurt. Dann standen wir auf und verabschiedeten uns. Schliesslich wollten wir ja noch zur Massage gehen.

Doch leider schlossen die Mädels den Laden gerade. Sie hatten heute bei dem schlechten Wetter fast kein Geschäft gemacht und nun würde auch keiner mehr kommen. Sie planten ins benachbarte Restaurant zu gehen und ein Thai BBQ zu essen. Schön scharf, erzählten sie uns. Deshalb überlegten sich Chris und Mike eine Ausweichalternative: Sie nehmen einen anderen Massagesalon stadteinwärts. Ich war eh schon den ganzen Tag durch die ausführliche Schreiberei in der letzten Nacht zu wenig Schlaf gekommen. Deshalb zog ich es vor lieber gleich ins Bett zu gehen.

Übrigens: Während ich den letzten Absatz schreibe, zieht ein Gewitter über Lamai hinweg. Es regnet wieder heftig mit Blitz und Donner. Bin mal gespannt, ob die beiden trockenen Fusses den Massagesalon erreicht haben. Davon erfahrt ihr morgen mehr.

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

<— Zurück zu „Urlaub auf Koh Samui 03.03.2008 – „On the way to Big Buddha“ Ab in den Dschungel oder der Weg ist das Ziel

Vor nach „Urlaub auf Koh Samui – 04.03.2008 – Urlaubeinpacktipps, ein Waran, zwei Strände, vom Shopping, der Cross Champion, Aloe Vera Massage und Abrocken im Sham Rock“ —>


Urlaub Koh Samui 03.03.2008 – „On the way to Big Buddha“ Ab in den Dschungel oder der Weg ist das Ziel

3. März 2008

Das Wetter und die „Abendveranstaltung“ gestern liess uns wie beschrieben a) spät aufstehen und b) die Motorräder nicht bewegen. Ergo: Wenn die Sonne scheint, musst Du aufstehen. Sagte ich bereits, dass angeblich im März der Sommer auf Koh Samui anfängt? Die Trockenzeit steht am Höhepunkt. Und: Tatsächlich! Als ich gegen 8:30 Uhr das erste Mal bewusst erwachte und aus dem Fenster blickte, sah ich die Sonne und blauen Himmel. Nur aufstehen konnte ich irgendwie nicht.

Erst als es gegen 9 Uhr an der Tür klopfte, rappelte ich mich hoch. Das muss Christian sein. Er stand vor der Tür. Frühstücken stand auf dem Plan und dann ab in die Berge. Ich duschte und zog meine Klamotten an. Mike rüsselte immer noch. Somit weckte ich ihn gegen 9:30 Uhr und verschwand zum Frühstücken. Mike kam wenig später noch etwas verschlafen nach. Wir sassen auf der überdachten Terrasse des Strandrestaurants und fühlten ein erhöhtes Flüssigkeitsdefizit. Auf deutsch: Wir verspürten deutlich einen „Brand“. Die erste Zigarette schmeckte scheusslich. Für Nichtraucher eh unverständlich, da eine Zigarette für diese Personengruppe eh grässlich riecht. Auch bei Rauchern gibt es solche Tage.

Die Liegen vor dem Restaurant belegten wieder die selben „Dauercamper“, wie Chris die Handtuchwerfer nannte. Mike kam langsam zu sich; denn er sinnierte darüber nach „Wie man nur 3 Wochen mit seiner Freundin/Frau am Strand liegen könnte, jeden Tag! Grässlich! Langweilig!“ Kein Wunder, dass wir schon den ein oder anderen Herren beim Vorbegehen an einer Bar auf dem „Roten Platz in Lamai“ oder auf dem Roller mit netter thailändischem Copiloten gesehen hatten – ohne Freundin/Frau. Aber ich sag nix 🙂 Das bleibt unter uns.

Gegen 10:30 Uhr trafen wir uns dann nach dem Packen des üblichen Überlebenspäckchens (Handtuch, Sonnenöl, Sonnenbrille, Digicam, Wasserflasche) die Supermoto-Teile (Chris den Roller) und starteten durch. Unser Reiseführer Chris schlug bereits Tags zuvor die Route „Lamai – Mountain View – Mae Nam“ vor. Somit bogen wir an der Hauptstrasse nach der scharfen Linkskurve rechts auf eine betonierte Landstrasse ab. Recht schnell wechselte die Aussicht von „besiedeltem Gebiet“ in „Palmenheine“, je weiter wir fuhren. Plötzlich war die betonierte Strasse zu Ende. Nun hiess es langsamer fahren, denn der Untergrund war weder eben noch trocken noch gleichmässig. Da es gestern sehr stark geregnet hatte, standen ab und zu grosse – und wie wir später feststellen mussten auch tiefere braune – Wasserpfützen quer zur Strasse. Manche erinnerten stark an eine Gebirgsbachdurchfahrt. Allerdings ist Gebirgswasser deutlich klarer.

Nach etwa 20-minütiger Schleichfahrt im 1. oder 2. Gang, welche dem Fahrer äusserste Aufmerksamkeit in Bezug auf die Strassenbeschaffenheit abverlangte,  kamen wir an einer Kreuzung an. Wo geht es nun hin? Kein Schild, kein Hinweis, gar nichts, rechts führte eine Strasse in den Urwald. Und rechts sah es genauso aus. Hier stellten wir dann fest, dass weder der PTA Chris, noch ich eine Touristenkarte vom Hotel eingesteckt hatten. Ok, Chris entschied: „Wir fahren links!“ Bei einer 50:50 Chance kann ja nur eine Möglichkeit die falsche sein. Und wir wählten schlecht; denn nach 20 Minuten Fahrt fanden wir uns vor der Hauptverkehrsstrasse in Lamai wieder.

Also: Wenden und zurück zum Ausgangspunkt. Den Weg kannten wir ja schon. Dann kam wieder eine Abzweigung. Diesmal führte die Strasse entweder geradeaus oder nach links. Wir diskutierten gerade, als wir einen Suzuki-Jeep hörten. Dieser stoppte und ein netter Engländer stieg mit eben dieser Touristenkarte aus. Er und seine Frau wollten zum „Woodland Park View“. Gut, dass ist einfach. Hinter uns stand ausnahmsweise ein grösseres Schild. Auf diesem Stand der Name des Restaurants und die Kilometerangabe, nämlich auf den ersten Blick kurz erscheinende 5 Kilometer. Chris meinte, dass man über diesen Weg auch nach Mae Nam fahren könnte. Also nahmen wir die linke Abzweigung und fuhren den Sandweg entlang bergauf.

Dass die Infrastruktur in Koh Samui enormen Nachholbedarf besitzt und das Tourismusaufkommen und die Bautätigkeit bei Immobilien schneller wächst, als das Strassennetz darf an dieser Stelle genannt werden. Sei es die Elektrifizierung, oder das Abwassernetz. Das eine funkt und britzelt und sorgt für regelmässige Ausfälle – und das andere stinkt an manchen Orten (z.B. in Chaweng und Lamai) zum Himmel. Zur Strasse: Es hatte schlicht keine. Sand wechselte sich mit Geröll ab. Wie ein ausgewaschenes Flussbett die Steigungen. Wir waren zwar schneller, als der Suzuki-Jeep der beiden Engländer, aber uns kamen die 5 Kilometer wie eine halbe Ewigkeit vor.




Mir rutschte an einer morastigen Steigung die Kiste langsam und sanft unter dem Hinter weg. Mensch und Maschine passiert gar nix. Mike fiel im wahrsten Sinne des Wortes in eine der oben genannten tiefen Wasserpfützen. Dabei rutschte die Innenseite des rechten Unterschenkels an der Auspuffabdeckung (wohlgemerkt!) vorbei. Zum Sonnenbrand auf den Unterarmen kam somit noch eine leichte Verbrennung des Unterschenkels dazu. Er hob die in der Pfütze „abgesoffene“ Honda wieder senkrecht und prüfte seine Verletzung. Er winkte ab, stieg wieder auf und es ging weiter.

Dann balancierten wir unsere Maschinen teils stehend auf den Fussrastern über eine Steigung, deren Untergrund eher an ein ausgewaschenes Flüsschen erinnerte und erreichten eine Anhöhe. Dort fuhren wir direkt in einen hölzernen Unterstand. Bei klarem Wetter könnte man den gesamten Urwald bis hinunter nach Chaweng besichtigen. Leider sorgte der Dunst in der Luft nur für wenig gute Aussicht. Ich griff als erstes zur Wasserflasche und als zweites zur Zigarette. Erst einmal tief durchatmen. 5 Kilometer können doch nicht so weit sein! Während wir dastanden und über das Streckenteilstück diskutierten, holten die das Paar aus England uns ein. Sie blieben stehen und wir feixten etwas über den Unterschied zwischen 2 und 4 Räder. Der Engländer erzählte dann, dass er den Vierradantrieb nur mit Mühe aktivieren konnte. Und den hätte es dringend gebraucht.

Dann bestiegen wir drei wieder die Böcke und tuckelten das letzte Stück zum 1. Etappenziel: Das „Woodland Park View – Restaurant & Chalet“ gegen 12:30 Uhr und stellten die Motorräder auf dem Parkplatz ab. Wir schienen die ersten Gäste zu sein – neben dem Pärchen aus England. Die beiden sassen bereits auf der Veranda in Plastikstühlen und bestellten sich zur Seelenberuhigung je ein Singha-Beer. Wir setzten uns auch nach draussen und bestellten je eine Flasche Wasser. Mike wollte dringend einen Kokosshake probieren. Schliesslich kamen wir an tausenden Kokospalmen vorbei. „Kokos is finish!“ meinte die Bedienung. Wir schüttelten nur den Kopf. Dann kam die Bedienung mit den drei Wasserflaschen und meinte „Kokos ready!“. Mike grinste und ich meinte „Die haben grad welche vom Baum geholt!“ 🙂

Wir kamen mit den beiden Engländern ins Gespräch. Dabei erwähnte ich, dass Mike einen leichten Schaden vom Exhaust erlitten hatte. Die Dame kramte in ihrem Handtäschchen und holte eine Packung verschweisste Erfrischungstücher heraus. Diese bot sie Mike an, um die Wunde zu kühlen. Ich bastelte nach bester McGyver-Manier zusammen mit meinen irgendwann mal erworbenen 1. Hilfe-Kenntnissen einen schicken Verband, den Mike dann um die Wade gebunden bekam. Diesen überschüttete er vorerst zur Kühlung mit reinem Trinkwasser aus der Flasche. Es ist so schön, wenn der Schmerz nachlässt.

Wir bezahlten für die Getränke glatte 160 Baht und verabschiedeten uns von dem Pärchen aus England. Dann sattelten wir Pferde mit integriertem Verbrennungsmotor und es ging an den Abstieg – dachten wir; denn es ging zwar schön bergab, aber dir Strecke war nicht nur nicht besser als die des Aufstiegs, sondern auch noch die falsche. Zwei Kokosgrossagrarier am Palmenrainrand machten uns auf unseren Irrtum aufmerksam. Wir wendeten flugs und es ging zurück zur Kreuzung nach dem netten Bergrestaurant. Leider ging es dort dann erst einmal wieder mal weniger steil, mal wieder etwas mehr steil, den Berg hinauf! Wir wollten endlich mal etwas bergab – und wir sehnten uns nach der holprigen Betonstrasse in Lamai/Chaweng. Das Bild oben zeigt übrigens eine Kautschuk-Plantage nebst Sammelbecher an den Bäumen und Häuschen zum Verweilen. Allerdings war an „Gummi-Geben“ bei der Vorbeifahrt nicht zu denken.

Als uns dann endlich die kurvige von Abflussrinnen durchzogene Strasse kurz bergab zu führen schien, ging es danach gleich mal im Winkel von ca. 40 Grad wieder bergauf. Zuerst probierte es Chris mit seinem Roller mit Vollgas und Anlauf. Er schaffte das Stück zu unserer Überraschung. Mike mit seiner Supermoto inkl. Strassenbereifung besass den Vorteil, dass er einmal eine niedrigere Sitzposition und zweitens längere Beine hat, wie ich. „Nur nicht stehenbleiben“ dachte ich und „nur nicht in eine Spurrinne kommen. Mit beidem hatte ich Pech. Auf halbem Weg soff mir die Kiste ruckartig ab – die Stollen der Hinterräder zogen einen feinen Strich hinter mir in das lose Geröll. Ich konnte die Kiste abfangen, aber bei dem Gefälle nicht absteigen. Glücklicherweise erschien dann Mike und er schredderte die Kiste die letzten Meter bis zu einem flacheren Stück. Ich stieg zu Fuss das steile Stück hinauf, was so schon schwierig war, trotz festem Schuhwerk.

Biesen beiden Bildern sieht man leider das Gefälle der Steigung nicht, aber die netten Abflussrinnen erkennt man deutlich. Wir hatten Glück, dass es während wir unterwegs waren nicht zu regnen begann. Dann wären wir verratzt gewesen. Ich möchte mir diese Wege im nassen zustand nicht unbedingt vorstellen, geschweige denn mit Geländekisten (Chris mit Roller) befahren.

Als wir die Anhöhe erklommen und die „Bergstrasse“ besiegt hatten, musste eine Pause her. Die Anhöhe heisst übrigens „Koh Samui Everest View“ – nicht umsonst wie wir meinen. Nur die Jaks fehlten. Bei der Pause schlossen wir sofort Freundschaft mit dem jungen Hofhund des Aussichtsrestaurants und beschnupperten uns gegenseitig. Nur: Wer zum Henker fährt hier rauf? Wir!

Von nun an ging es bergab. Die Strassenbeschaffenheit änderte sich nur leider nicht. Mit Motorbremse im 1. Gang Slalom-Fahren war angesagt. Steile Streckenstücke mit teils quer laufenden Abflussrinnen wechselten sich mit verpfützten Senken ab. Wir sehnten uns nach der Betonstrasse und hielten dann an, als wir diese endlich erreichten. Fasst wären wir abgestiegen und hätten diese geküsst. Die zivilisierte Welt hatte uns fast wieder.

Als wir durch die ersten Häuserzeilen fuhren mit Werkstätten und Geschäften freuten wir uns ohne Ende. Nur wo waren wir gelandet? Wie heisst bitte der Ort? Wir fuhren im üblichen Verkehr hinter irgendwelchen Taxis und Lastern her. Als ich eine Pharmacia sah, hielt ich kurz darauf an. Mike konnte sich dort die nötigen Utensilien für seine Auspuff-Verbrennung besorgen. Wir stellten die Kisten ab und während Mike sich im laden versorgen liess, erkundigten Chris und ich die nähere Umgebung. Gegenüber befand sich ein Hafensteg oder ein Fährsteg. Wir warteten auf Mike und gingen dann hinüber in der Annahme, dass dort auch ein Restaurant sei. Es stellte sich aber heraus, dass dort nur Fährtickets verkauft werden. So setzte sich Mike auf eine flache Mauer und verpflegte seine Brandwunde.

Dann entdeckte ich eine Leuchtschrift, welche am Hafenquai angebracht war – spiegelverkehrt stand dort „Nathon 2007“. Wieso „2007“? Egal, wir sind also vom Dschungel in der Inselhauptstadt Nathon ausgespuckt worden. Nathon liegt im Westen der Insel. Mae Nam – unser eigentliches Ziel – befindet sich hingegen an der Nordküste von Koh Samui. Also mussten wir mindestens einmal zuviel links oder zuwenig rechts abgebogen sein. Kein Wunder, dass wir etwas anders gefahren sind. Bei der Beschilderung! Es gab nämlich keine.

Nach der Wundversorgung setzten wir somit sofort unsere Fahrt – diesmal auf betonierten befestigten Strassen – fort. Wir peilten aber diesmal nicht Mae Nam an, sondern gingen gleich zum nächsten Tagesordnungspunkt unseres PTA Chris über: Besichtigung des „Big Buddha“ in Bo Phut – dem Wahrzeichen von Koh Samui.


Die Anlage des „Big Buddha“ erreicht man über eine Landbrücke, die über und über mit Schlaglöchern bedeckt ist. Da wir das Gefühl schon kannten, machte es uns nichts mehr aus. Aber ein bisschen Teer könnte hier Wunder bewirken. Wir stellten unsere Mühlen ab und während Chris sich in das Restaurant direkt neben dem Tempeleingang begab, erkundeten Mike und ich die Tempelanlage. Wir bestiegen die lange Treppe, welche rechts und links eine sich windende Schlange bewachte. Diese beiden Schlangen besitzen je sieben über und über mit grünen und roten Mosaikspiegeln verzierte Köpfe. (siebenköpfige Riesenkobra (Naga), die Mucilinda hiess. Sie schützte Buddha nach seiner Erleuchtung, während des Monsunregens.).

Am unteren Fuss räkelte sich eine Schildpattgezeichnete Katze im Schatten auf einem Stein. Oben betete ein von Touristen lebhaft fotografierter Mönch vor der grossen Buddhastatue.


Rechst und links, sowie dahinter tragen mit Goldornamenten verzierte quadratische Säulen eine art Kreuzgang. Jeweils in der Mitte eines jeden Rasters hängen verschieden grosse Glocken von der Decke. Der Ausblick ist herrlich und man sieht weit über das Meer und die nahen Inseln.


Nach unserer Besichtigungstour suchten wir Christian im benachbarten Restaurant. Er sass im hinteren Bereich des Restaurants an einem Tisch direkt am grossen Fenster mit bester Aussicht auf das Meer und den nahen Strand. Das Restaurant ist wirklich empfehlenswert. Das Ambiente ist mit viel Liebe ausgeschmückt mit vielen Dingen und Kunstgegenständen. Sehr ausgefallen ist der zu einem Aquarium umgebaute Fernseher Marke „Singer“. Ich wusste bis Anhin nicht, dass „Singer“ Fernseher herstellte. Auch die Preise sind für Speisen und Getränke sind ausgesprochen angemessen für einen Ort dieser Popularität. Ein absoluter Geheimtipp für ein romantisches Abendessen zu Zweit (oder für 3 Jungs die so richtig „chillen“ wollen)! Also nicht weiter sagen!

Der Wirt scheint offensichtlich extremer Country- and Western-Music Fan zu sein. Aber die Musik passt zum Ambiente, zur Aussicht und zur Stimmung. Kurzzeitig holte der Wirt sogar seine Gitarre heraus und spielte darauf. Wir sassen mittlerweile gemeinsam am Fenster und genossen die Aussicht bei dem einen oder anderen frisch gepressten Mango-Saft. Uns steckte die Abenteuer-Dschungel-Fahrt extrem in den Gliedern und das Sitzfleisch meldete sich irgendwann zu Wort – konnte aber lange Zeit nichts gegen die Aussicht und das Ambiente ausrichten. Er nachdem wir den zweiten Mangosaft intus hatten, rafften wir uns auf und bezahlten die Rechnung (130 Baht). Ein frisch gepresster Mangosaft kostet somit 30 Baht (60 Cent oder 90 Rappen). Dafür bekommt man nicht mal die Mangos in Deutschland/Schweiz im Laden. Geschweige denn im Glas serviert mit viel Liebe ausgepresst und mit Crushed Ice gekühlt.

Aber es gibt durchaus Unterschiede, die ich nicht unbedingt vermisse. Als wir das Lokal verliessen, stand einer dieser fahrenden Köchen auf klapprigen Rädern auf dem kleinen Platz vor der Buddha-Anlage. Endlich konnte ich die vorbereiteten und bei so manchem Thai beliebten „Köstlichkeiten“ für Zwischendurch zum Naschen bei Tageslicht ablichten. Es handelt sich dabei um frittierte Heuschrecken, Maden und Schaben in unterschiedlichen Grössen und „Geschmacksrichtungen“. Chitin enthält viel Eiweiss und ist daher bei kalorienbewussten Menschen sehr beliebt. Wer es mag, der ist bestimmt glücklich. Die Heuschrecken sollen angeblich wie Kartoffelchips schmecken. Probiert haben wir es (noch) nicht.

Auf dem Weg zurück über Chaweng nach Lamai fand ich endlich den absolut unwiderlegbaren Beweis, dass es auf der Insel keine gesetzliche regelmässige Fahrzeugprüfung geben kann. Man sehe sich den zusammengeflickten Lieferwagen nur von hinten an. Der Heckdeckel besteht aus einer wilden Holzkonstruktion. Leider hört man auf Bildern nichts von dem Krach den der nicht vorhandene Auspuff erzeugte. Trotzdem fuhr der Thai wie der Henker durch die Strassen.

PS: „Verkehrsunfälle auf Koh Samui“
Wir sahen während des heutigen Ausflugs zwei Frontal-Unfälle, die offensichtlich durch Unachtsamkeit beim Abbiegen nach rechts (also zum Gegenverkehr hin) verursacht wurden. Man sollte eher defensiv fahren und für die anderen Verkehrsteilnehmer „mitdenken“. Wer es im Urlaub zudem eilig hat, sollte besser zu Hause bleiben. ToiToiToi! Dreimal über die Schulter gespuckt! Uns ist bisher nichts passiert. Hoffentlich bleibt das so. „Links fahren und rechts schauen!“ Lieber einmal mehr als zu wenig.

Irgendwann gegen 17:30 Uhr kamen wir wieder in unserem Hotel an. Mike und Chris holten unterwegs noch bei unserer Stammwäscherei die frisch gebügelten und zusammengelegten Bekleidungsstücke ab (Preis bei uns 80 Baht). Während Chris sofort im Bungalow verschwand, widmeten sich Mike und ich unserem allabendlichen Ritual. Vorher verabredeten wir uns noch zum Abendessen um 20 Uhr. Mike und ich setzten uns in erster Reihe mit bestem Blick auf den Strand und das Meer in unser Strandrestaurant. Vor uns lagen immer noch die „Handtuchwerfer“ in der selben Reihenfolge, wie am Morgen und am Tag zuvor. Wir bestellten einen Kaffee und liessen das ruhige Meer und die untergehende Sonne auf uns wirken. Einfach schön. Mike’s Wade geht es übrigens mittlerweile schon wieder besser – einige rötliche Regionen werfen zwar schon Blasen, aber es ist ja so schön, wenn der Schmerz nachlässt.

Nach je zwei Kaffee schlenderten Mike und ich zurück ins Haupthaus und erklommen mühsam die Treppe hinauf zu unserem Flur. Mike sperrte auf. Ich benötigte dringend etwas Wasser auf meiner Haut, um mir den Strassenstaub abzuwaschen. Mike knallte sich derweil aufs Bett und startete den Laptop. Dann wechselten wir und lud ich die Bilder der letzten beiden Tage von der DigiCam, bearbeite diese nach und lud die Auswahl des jeweiligen Tages auf den Bilderserver bei Picasa. Und schon zeigten die Zeiger der auf Koh Samui umgestellten Uhr kurz vor 20 Uhr an. Schnell die frisch gewaschene Jeans und das gebügelte T-Shirt angezogen und schon klopfte es an der Tür.

Chris holte uns wie üblich pünktlich um 20 Uhr am Zimmer ab. Wir alle verspürten bereits im Restaurant bei „Big Buddha“ ein gewisses Loch im Magen, aber wir wollten ein spezielles Lokal besuchen. Chris entdeckte es schon vor einigen Tagen auf dem Weg zur Wäscherei. Es ist nur wenige 100 Meter von unserem Hotel entfernt. Schräg gegenüber von unseren Stammmasseurinnen, dem Motocross Champion und unserer Wäscherei. Alles in bester Nähe und Erreichbarkeit.

Das thailändische Lokal heisst „Sri Nuan – Thai Food & Sea Food“, ist ein typischer Familienbetrieb und liegt auf der Lamai Beach Road 139/40 wenn ich mich nicht bei der Nummer irre. Auf jeden Fall sieht man es erst auf den zweiten Blick und die meisten Touris fahren daran vorbei auf dem Weg in das belebte Zentrum von Lamai. Wenn in einem Lokal wenig Touris und viele Einheimische sitzen, dann ist das immer ein starkes Signal für ein gutes Lokal für uns. Dann muss es getestet werden!

Die Auswahl an frischen Fischgerichten ist riesig. Aber uns haben es die thaitypisch scharf gewürzten Curry-Gerichte angetan. Und Chris speziell die nette Bedienung. 🙂 Welche, wird nicht verraten. Heute bestellte ich als Vorspeise für uns „Frühlingsrollen vegetarisch“ (weil ich ja laut Mam nie Gemüse esse, gell!) und „Red Curry Chicken“. Mike nahm zum frittierten Gemüsereis scharfes Gemüse! Und Chris schlug mit gelbem Curry mit Schweinefleisch zu. Dazu gab es frisch gepressten Mangosaft – logisch. Es schmeckte wieder extrem lecker. Da man im Lokal selbst nicht rauchen darf (was in Thailand demnächst noch ausgedehnter verboten wird, als in Europa), setzten wir uns hierfür an einen frei gewordenen Tisch vor dem Restaurant. Dort nahmen wir noch eine Tasse Kaffee zu uns und gingen unserer Lieblingsbeschäftigung nach „Beobachten und Kommentieren“. Man stelle sich uns drei einfach wie „Statler und Waldorf“ aus der Muppet-Show vor – nur ohne Balkon.

Zum Beispiel kam eine Grossfamilie vorbei – 3 Pärchen, 4 Kinder, 1 Kinderwagen und die Oma. Diese gingen zuerst am Lokal vorbei. Kamen wieder zurück. Zwei Männer mit herunterhängender Lade inspizierten die Karte und anschliessend die Fischauslage. Dann wurde kompliziert diskutiert, ob man überhaupt hineinginge zum Essen. Anschliessend an der Fischauslage der Preis nachgefragt (z.B. 500 Baht pro Kilo Tintenfisch). Dann lautstark abgewägt, ob gegrillt oder frittiert die bessere Wahl wäre. Währenddessen belebten die lieben Kleinen den Innenraum des Restaurants. Der eine Teil erschreckte die Fische im Aquarium und der andere Teil grabschte sich die Spielsachen der Kinder der Ladeninhaberin in einer Ecke des Restaurants.

Gut, dass wir gegessen hatten und draussen sassen. Die Bekleidung der „Flodders im Urlaub„, wie wir die Grossfamilie nannten, gab weiteren Anlass für Kommentare unsererseits. Ich wollte so manchen Touri schon immer einmal fragen, ob er so auch Zuhause herumläuft. Weisse Turnschuhe, weisse Tennissocken, speckige kurze Sporthose, Ripp-T-Shirt. Die „Ladies“ mögen mir verzeihen, aber ob Radlerhosen die richtige Wahl für den Urlaub sind, wenn auch senkrecht gestreift, aber in Leuchtfarben oder in lila, bezweifeln wir stark.

Während wir so da sassen und lachend philosophierten, staubte Chris des fehlenden Aschenbechers wegen in einen auf dem Tisch stehenden Jogurtbecher – in der Annahme, dass dieser leer war. Als die von Chris favorisierte nette Bedienung nachsah, ob unsere Tassen leer sind und wir eventuell einen weiteren Kaffee möchten, sieht sie das. Sie schlägt die Hände lachend vor das Gesicht und meint, dass dies ihr Jogurt gewesen wäre. Chris ist voll perplex – noch dazu als ich erzähle, dass sah, dass sie in den Laden gegenüber gegangen war, um sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eben diesen Jogurt zu holen. Er beschloss sofort einen – nein besser gleich zwei – von den Erdbeerjogurts zu kaufen, stand auf und wir beobachteten ihn durch die Fensterscheibe des Ladens.

Nach wenigen Minuten kam er grinsend zurück mit den beiden Jogurts in einer kleinen Plastiktüte. Er ging an uns vorbei und gab die Tüte der netten Bedienung. Diese bedankte sich lächelnd und Chris kam wieder zu uns zurück. Mike und ich hatten zwischenzeitlich beschlossen, vor dem nächsten Essen in diesem Restaurant Erdbeerjogurt zu kaufen. Chris hörte dies und lachte. Er stimmte zu. So machen wir drei das aber das nächste Mal.

Eigentlich planten Mike und Chris sich noch massieren zu lassen. Aber die Anstrengung der Dschungel-Kreuz-und-Querfahrt, sowie das gute Essen im „Sri Nuan – Thai Food & Sea Food“ verlangte nach einer liegenden Position. So verabschiedeten wir uns und gingen auf unsere Ruhestätten zu. Morgen ist auch noch ein Tag.

PeterPan’s Reise-Tipp für Koh Samui:
Besorgen Sie sich eine anständige Landkarte oder Strassenkarte vor der Reise.

  • Koh Samui Travelmap bei Amazon.de
    (Wir wissen noch nicht, ob es eine örtliche aktuelle Strassenkarte in einem der grossen Supermärkte in Chaweng an der Hauptdurchgangsstrasse gibt. Die in den Hotels ausliegenden kostenlosen Karten sind Schrott und nur mit Werbung vollgepflastert. Klar, irgendwer muss die ja finanzieren.)

PeterPan’s Link-Tipps für Koh Samui:

PeterPan’s Restaurant-Tipp:

Sri Nuan – Thai Food & Sea Food
Lamai Beach Road 139/40
Lamai
(von Chaweng kommend das McDonald’s-Schild beachten und abbiegen auf die Lamai Beach Road. Nach der Kreuzung mit dem gelben Blinklicht anhalten und dann gleich das erste Lokal rechts)

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

<– Zurück zu „Urlaub auf Koh Samui 02.03.2008 – Merke: Wenn der grosse Regen kommt, sorge für leiblich Wohl und gesunden Körper

Vor nach –> „Urlaub auf Koh Samui 04.03.2008 – Am Tag als der grosse Monsunregen kam