16.11.2009 – Warum ich keine Gillette Rasierer kaufe

17. November 2009

Heute las ich folgende Meldung: „Migros macht eine empfohlene Preiserhöhung von Procter&Gamble nicht mit„. Was bitte soll da noch teuerer werden? Diese Mogelpackung „Turborasierer mit batteriebetriebenem Vibrator und neu 18 Klingen für die sanftere Rasur an den Problemstellen“ kaufe ich eh nicht. Warum? Weil es eben eine Mogelpackung a la Tinten-/Laserdrucker oder Nespresso-Drops-Espressomaschinen ist. Noch nicht kapiert? Das „Grundgerät“ ist „saubillig“ und die benötigten „Ersatzteile“ eben „sauteuer“. Warum?

Procter&Gamble bzw. „Gillette“ begründen die teueren „Ersatzteile“ so:

Der Marktführer Procter & Gamble begründe die jährlich steigenden Kosten seiner Produkte mit hohen Ausgaben für Werbekampagnen, Produktentwicklungen und Promotionen, die das Wachstum des Unternehmens sicherstellen sollen.

Werbekampagnen und Promotionen! Klar, wenn man im Abendprogramm zur besten Sendezeit mit den Top-Sportstars (Thierry Henry, Tiger Woods, Roger Federer) durch ein Einzelhandelsgeschäft deppert und alle möglichen Lebensmittel darin verteilt. Das ist wirklich teuer und muss refinanziert werden: Jetzt sollen 8 Ersatzklingen satte 50 Franken kosten! Und Coop macht da bei der Preiserhöhung jetzt auch nicht mehr mit.

Dabei fing alles so einfach an mit einer Erfindung von King Camp Gillette. Dieser entwickelte ein dünnes Plättchen aus gehärtetem Stahl irgendwann um 1890, welches an zwei Längsseiten extrem dünn geschliffen war. Die Älteren unter den Lesern kennen diese Rasiermesser zum Einlegen in einen „Rasierhobel“ noch. Bei den Klingen handelte es sich um „Wechselmesser“ – diese konnten sogar nach dem Wenden erneut verwendet werden!

Scheiben-Rasierklinge

Die Klingen nutzten wir damals bei technischen Zeichnungen, um die Tinte an nicht vorgesehenen Plätzen aus dem Papier zu schneiden. Das revolutionäre an King Camp Gillette’s Erfindung der Rasierklinge, war einen Wegwerfartikel zu erfinden; denn das alte Rasiermesser musste man vor jeder Benutzung mit einem Lederriemen nachschärfen. Also entwickelte er einen „Wegwerfartikel“! Und diese Wegwerfartikel kosteten damals fast gar nix! Der Hobel jedoch war verhältnismässig teuer!

Das selbe Prinzip, wie heute eigentlich. Nur eben umgekehrt: Das Grundgerät ist günstig – das Ersatzteil sauteuer! Schlau ausgedacht, aber (bei mir) die Wirkung verfehlt, da es sich meiner Meinung klar um eine Mogelpackung handelt.

Die Gillette Company gründete King Camp Gillette natürlich auch. Zu dieser Firma gehören die Marken „Oral-B“ (mit den pfiffigen Akkuzahnbürsten), „Braun“ (bekannt durch Trockenrasierer) und „Duracell“ (die mit dem pinkfarbenen Hasen, der immer kann). Die Gillette Company gehört dann eben noch Procter&Gamble.

„Braun“ lässt grad eine saudumme Werbung über den Bildschirm flimmern, in welcher Till Schweiger zum Streicheln der Falten von drei dunkel bekleideten Ladies in einen Kombi entführt wird. Der Traum eines jeden Mannes! Ja natürlich, so ein Krampf! Wer lässt sich sowas einfallen?  Und wer finanziert sowas? Ach klar: The Gillette Company. Deshalb müssen die Ersatzklingen ja teuerer werden. Und wer bezahlt es? Der glatte Mann mit dem Wunsch nach einem Baby-Popo im Gesicht!

Heute verwende ich die von King C. Gillette erfundenen Rasierklingen auch noch! Und es war gar nicht so einfach die Klingen zu bekommen. Die Dame im Laden sah mich gross an, schickte mich zuerst zum Ständer mit den Mogelpackungen und erst anschliessend zog sie ein kleines Schächtelchen aus dem untersten Fach im Regal. Ich brauche diese Rasierklingen ab und zu für den Scheibenreinigerstab für die Aquarien 🙂 Siehe Bild.

Ach übrigens: Die Verbraucherzentrale Hamburg veröffentlichte heute eine Liste mit über 50 Produkten (Mogelpackungen) nach dem Motto „Weniger drin – gleicher Preis“.


25.07.2009 – Projekte: „TerraCottaFishTank“ oder „Vom Pflanzkübel zum Aquarium“

26. Juli 2009

Die Idee eines schmucken Aussenbeckens auf unserer Terrasse schwebt mir schon seit dem Frühling vor dem geistigen Auge. Problem Nummer 1: Wo findet man einen passenden Behälter nach meinen Wünschen und Problem 2: Die Angelegenheit sollte natürlich bezahlbar sein.

Ursprünglich sollte ein grosser Pott unter den Regenwasserabflussrohren der Terrrassenüberdeckung stehen. Denn mir gefällt die geschotterte Drainage darunter überhaupt nicht. Zwar lassen wir derzeit Gras darum wachsen und wilde Pflanzen sprossen daraus, aber man weiss leider nie, ob es eben beim Regenwasser bleibt, das von oben kommt; denn die Nachbarn könnten ja mit Putzmitteln die Fliessen säubern und das täte dem Fischbesatz in einem eventuellen Fischbecken überhaupt nicht gut.

Somit hiess es „umplanen“: Wochenlang suchte ich ein passendes Gefäss. Mir schwebte ein glasierter grosser Tontopf mit mindestens 80 Zentimeter Durchmesser vor – möglichst mit Verzierungen. Aber weder die Baumärkte von Coop und Migros noch das Internet gab irgendeinen meinen Vorstellungen entsprechenden Pott her. Es hätte auch eine grosse Pflanzschale sein dürfen. Aber mit einer Höhe von mindestens 60 Zentimetern war nichts Passables zu finden – nirgends.

Doch dann fuhren Mike und ich irgendwann vor Wochen auf dem Weg nach Hause in der „Landi“ in Obfelden. Im Aussenbereich suchten wir uns dann kurz entschlossen einen einen grossen Terrakotta Pflanztopf als passenden Kompromiss aus. Bei der Gelegenheit nahmen wir auch gleich zwei Bürostühle mit, welche gerade im Angebot waren. Die letzten Wochenenden gestalteten sich arbeitsam und so stand der Topf „unbehandelt“ auf der Terrasse, bis heute Nachmittag.

So ein Pflanztopf besitzt ein Problem: Ein Loch im Boden. Und dieses ist natürlich sehr ungünstig, wenn man darin dauerhaft Fische und Pflanzen halten möchte. Somit musste ich mir etwas einfallen lassen, um dieses zuverlässig abzudichten. Terrakotta besitzt eine spröde Oberfläche, der Druck kommt von oben, die Verklebung muss am Terrakotta und an der Abdichtung halten. Im „Coop Bau und Hobby“ in Affoltern am Albis fand ich dann etwas passendes: Einen flachen weissen Türstopper. Dazu kaufte ich eine Tube Sanitärsilikon. Als ich durch die Gartenabteilung schlenderte, sah ich ein Werbeschild. Es wurden Seerosen zum halben Preis angeboten. So erstand ich zusätzlich drei Seerosen zu einem recht günstigen Preis.

Der TerraCottaFishTank würde mit Guppys als Fischbesatz bestückt. Diese befinden sich momentan im „Aussenbecken“. Da diesen Sommer die Temperaturen alles andere als gleichmässig sind, steckt dort momentan ein Heizstab im Becken. Die Guppys benötigen Wassertemperaturen oberhalb von 18 Grad. Letzte Nacht hatte es zum Beispiel nur 14 Grad. Wolldecken wären vollkommen unzweckmässig.

Da ich mir einerseits noch nicht schlüssig bin, wo ich das Terrakotta-Becken letztendlich auf der Terrasse hinstellen möchte, ein mit Wasser gefüllter Pflanztopf jedoch nicht mehr zu bewegen ist, das Terrakotta-Becken in der Sonne stehend eventuell veralgen könnte und die Nähe zur Aussensteckdose angesagt ist, bietet sich wie bei den anderen Becken bisher ein rollender Untersatz an.

Die dazu passenden bisher bereits bewährten Möbelhunde besorgte ich im „Coop Bau und Hobby“ im Einkaufszentrum in Steinhausen. Ein Möbelhund besitzt eine Tragkraft von 150 Kilogramm und würde mit dem Topf samt Wasserbefüllung locker fertig, ist aber für den Topfdurchmesser zu schmal. Somit würde der Topf nicht sicher stehen. Ergo besorgte ich zwei Stück, erhielt somit 300 Kilogramm Tragfähigkeit und stabilen Stand für den Pflanztopf.

Am letzten Mittwoch Abend fand ich Zeit den Terrakottatopf abzudichten. Vom Plastiktürstopper entfernte ich zuerst das Doppelklebeband indem ich dieses mit einem Haarfön erwärmte. So liess sich das Klebeband ohne Rückstände zu hinterlassen abziehen. Anschliessend entfettete ich die Unterseite mit Aceton. Dann entstaubte ich mit einem leicht feuchten Küchenpapier den Bereich um das Loch im Boden des Terrakottapflanzkübels und behandelte die Fläche ebenso mit Aceton. Dann steckte ich den „Rüssel“ auf die Silikontube und brachte die schwarze Masse auf dem Plastiktürstopper und um das Loch im Pflanzkübel auf. Anschliessend drückte ich den Plastiktürstopper mittig auf die Öffnung und verstrich die Wulst mit dem Finger, den ich vorher in Seifenwasser getaucht hatte. Da das Silikon zwei bis drei Tage zur Durchhärtung benötigt, wäre für das Wochenende soweit alles vorbereitet.

Heute Nachmittag begann ich dann mit der Feuertaufe. Zuerst half mir Mike den Topf auf die Möbelhunde zu heben. Da die Möbelhunde aus Holz bestehen und das Holz nicht behandelt ist, würde eine Undichtigkeit das Holz aufweichen und die Tragfähigkeit beeinflussen. Somit kam unter den Topf ein grosser runder Blumentopfuntersetzer. Dann rollte ich den noch leeren Pflanzkübel zum Befüllen via Wasserschlauch und drehte den Wasserhahn auf. Ich befüllte den Pflanztopf etwa 20 cm mit Wasser und liess ihn anschliessend etwa 30 Minuten stehen. Wenn der aufgeklebte Türstopper nicht dicht halten würde, so würde sich im Untersetzer Wasser zeigen.

Doch der silikonierte Türstopper hielt dicht. So holte ich die Seerosenpflanzen aus den Eimern, in welchen ich diese seit dem Kauf zwischengelagert hatte und setzte sie in ihr zukünftiges neues Biotop. Anschliessend hängte ich den Wasserschlauch wieder in den Topf und befüllte den Terrakottapflanzkübel bis etwa 5 cm unter den Rand. Dann rollte ich das frisch geborene Projekt „TerraKottaFishTank“ an seine derzeitige Endposition neben dem „Aussenbecken“. Da das Wasser noch recht trüb war, setzte ich den kleinen Innenfilter vom „Aussenbecken“, der dort in der Einlaufphase lief, um. Nun heisst es: Abwarten.

Alle Bilder vom „TerraCottaFishTank“


18.06.2008 „ThaiRiver Experimentalphase“ mit „Möbelhund“ und „Was ist bitte eine Fishloft“?

18. Juni 2008

Heute bekam ich via XING eine Nachricht. Ich sah nach und las den Text im Forum der „Aquaristik“. Dort fragte jemand, ob ein Forenmitglied schon mal etwas von Fishloft gehört hätte. Ich fragte mich: „Was ist das denn? Eine Dachwohnung mit Ausblick für Fische? Keine Ahnung.“ Ich klickte den Link an und sah mir verwundert die Bilder an.

Bei „Fishloft“ handelt es sich um ein durchsichtiges Plexirohr, das in einen Teich gestellt wird. Die obere Seite wird verschlossen. Dann pumpt man mit einer Vakuumpumpe – z.B. eine Schlauchbootpumpe – die Luft aus dem Plexiglasrohr. Der Wasserpegel steigt und füllt das Rohr bis zur Oberkante. Und nun? Was soll das? Die Fische im Teich können nun in das Rohr schwimmen und aufsteigen! So geniessen die Fische die Aussicht über den Teich ohne zu ersticken! Oder: Die Katzen können sich die nächste Mahlzeit direkt präsentieren lassen 🙂

Fishloft rund

Oben eine Variante mit einem Goldfischglas vom Blog „ParadisExpress„. Das Ganze sieht nicht nur genial aus, sondern ist eine ganz einfach umzusetzende geniale Idee. Sofort dachte ich daran, wie ich das nun bei uns zu Hause einsetzen kann. Zum einen im Garten: Dort kommt irgendwann ein Holztrog oder mittig durchgesägtes Barriquefass unter den Regenablauf der Terrasse. Oder in einem der Aquarien: Ja, mittlerweile habe ich drei gebrauchte kleinere Aquarien günstig erstanden. Also notierte ich „Plexiglasrohr suchen“ im Hinterkopf.

Nach der Arbeit fuhr ich zum Einkaufen ins „Letzi“. Ziel: Im „Jumbo“ nach Quarzsand für meine Aquarien zu kaufen. Nur wenige Kaufwillige befanden sich im Einkaufszentrum „um die Ecke“. Ich wanderte zum Baumarkt „Jumbo“ und schlenderte durch die Regale Richtung Gartenbedarf im Aussenbereich.

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In einem Regalgang stolperte ich förmlich über flache „Rollwagerl“. Eigentlich heissen die Dinger im Jumbo aber „Möbelhund“. Wie im Beitrag „Thairiver“ bereits beschrieben, stört mich an den gängigen Aquarieninstallationen, dass die Teile einmal aufgestellt einfach nicht mehr zu bewegen sind. Der „Möbelhund“ kam mir also gerade recht; denn die Tragfähigkeit liegt bei 500 kg! Grösse: 60×30 Zentimeter. Kostenpunkt: 37 Franken pro Stück. Ja, ich nahm gleich mal zwei mit, um die „Rollwagerl“ gleich zu Hause unter einem der kleineren Aquarien zu testen.

Dann ging ich hinaus in den Aussenbereich, suchte und fand „gewaschenen Quarzsand im Beutel zu 25 kg“ (7 CHF), wuchtete einen Sack in den Einkaufswagen und schlenderte zum Abschluss noch durch die Holzabteilung. Dort fand ich Styroporplatten als Unterlage für die Aquarien. Fertig! Dann ging ich zur Kasse und lud die Ware in den Boxster.

Da ich noch Zeit hatte (bis zum Anpfiff der EM-Fussballspiele), wanderte ich zurück ins Einkaufszentrum. Im „Pfister-Einrichtungshop“ stehen viele Artikel zum „Ausverkaufspreis“. Ich durchsuchte den Laden nach Brauchbarem für die „Waterworld-Projekte„. Glasvasen mit verschiedenen Grössen und Formen standen in den Regalen. Ich fand runde Behälter mit schräg abgeschliffenen Öffnungen. Die Preise entsprachen allerdings nicht meinen Vorstellungen. Kurz vor dem Ausgang kam ich dann an der Plexiglas-Deko-Abteilung vorbei. Und fand: Ein einseitig verschlossenes Plexiglasrohr!

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Eigentlich handelt es sich dabei um einen „Schirmständer“. Aber den Zweck als „Fishloft“ konnte es allemal erfüllen. Ich fotografierte den Schirmständer für mein externes Gedächtnis und speicherte den Preis, sowie die Bestellnummer ab.

Dann kaufte ich im Coop noch ein paar Lebensmittel ein und fuhr anschliessend nach Hause. Mike half mir beim Ausladen und ich erzählte ihm von den Fundstücken. Dann testete ich sofort einen der „Möbelhunde“ und stellte eines der Aquarien darauf. Die Masse passen ideal – das Aquarium besitzt ebenso die Grundfläche von 60×30 Zentimeter.

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Nun lässt sich das momentan nur mit etwas Wasser gefüllte und mit zwei Zyperngraspflanzen bestückte Aquarium ganz leicht bewegen. Gefällt mir das aktuelle „Ensemble“ vor dem grossen Süd-/Ostfenster nicht, so wird einfach umgestellt. Links unten steht übrigens „Waterworld I„, jedoch mit Garnelen ausgestattet. Auf dem Elefantenhocker tummeln sich rote Neon und das Kampffischmännchen in „Waterworld II„. Und rechts daneben auf dem „Möbelhund“ – das dient momentan als „ThaiRiver-Experimentalprojekt„. Im kleinen schlanken Glas teste ich momentan eine Artemiakultur.

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