02.02.2017 – Ärger im Solardorf Norderstedt: Rückladefähige E-Autos gibt es nicht

2. Februar 2017

Gestern in Extra-3 kam ein Beitrag zu einem preisgekrönten Umweltprojekt: Das Solardorf Norderstedt. Dort hat der Projektleiter eine Kleinigkeit übersehen; denn es gibt (noch) keine rückladefähige Elektroautos. Was das ist? Ein energieautarkes Haus besitzt Solarzellen und eine grosse Akkuanlage. Da es in Deutschland aber recht schwierig ist über Wochen hinweg (bei schlechten Wetter) das Haus alleine über eine Akkuanlage zu versorgen, gibt es die Idee, den Akku des Elektroautos zusätzlich zu nutzen. Nur leider funktioniert das nicht. Warum? Soetwas gibt es einfach noch nicht.

Bemerkenswert ist dazu: der Stadt ist bewusst, dass die im Projekt vorgesehenen Ladeboxen und Elektroautos auf dem deutschen Markt nicht käuflich zu erwerben sind. Desweiteren ist der Stadt auch bewusst, dass das Projekt nicht mehr umsetzbar und damit gescheitert ist. Das ist wirklich der reale Irrsinn.

Weitere Infos:


Aufgemerkt! Pelzig nicht nackt! Kein Transrapid in München!

29. März 2008

Erwin Pelzig verkündete in einem Streitgespräch mit Christine Haderthauer in seiner Sendung vom 14.12.2007, dass er sich für einen eigenen speziellen Kalender ausziehen und ablichten lassen würde, wenn der Transrapid in München gebaut werden würde. Das muss er nun nicht. Schade! Nein, ich meine: Schade, dass es keinen Kalender mit Nacktbildern von Erwin Pelzig geben wird.  🙂

Partei (CSU) und Wirtschaft bedauern gleichermassen das Scheitern des Projektes. Der Steuerzahler dürfte sich freuen; denn der Bund hätte 925 Mio. Euro beigesteuert. Das wären die Hälfte der Kosten gewesen, die 2004 im Rahmen eines „Expertengutachtens“ angenommen wurden und den ehem. Ministerpräsidenten Bayerns – Edmund Stoiber – zu einer Realisierungsvereinbarung mit dem Umsetzungskonsortiums bewegte. 40 km Transrapid für begutachtete 1,85 Mrd. Euro.

Interessant ist an diesem „Expertengutachten“ (aus dem Jahr 2004), dass die tatsächlichen Pläne von der Bahn erst im November 2007 an die Firma Hochtief (Bauträger) abgegeben wurden, damit Hochtief eine Kostenschätzung abgibt. Im Planfeststellungsverfahren sei es dann zu einer ganzen Reihe von Schwierigkeiten gekommen, welche den effektiven momentan kalkulierten Preis des Transrapid auf 3,2 bis 3,4 Mrd. Euro katapultieren liessen.

Und ich dachte immer, um eine Kalkulation oder ein Angebot zu erstellen benötigt man vorher einen Plan.

Und noch was: Bei der aktuell veranschlagten und ursächlich für das Scheitern verantwortlichen Summe von 3,2 bis 3,4 Mrd. Euro hätte jeder Millimeter (!) der 40 Kilometer langen Strecke vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen des Transrapid exakt 80 bzw. 85 Euro gekostet. Gut, einen Millimeter kann man sich vielleicht schlecht vorstellen. Rechnen wir um auf einen Zentimeter: 800 bzw. 850 Euro.

Update 29.03.2008: Welt online berichtet im Artikel „Industriepolitisches Fiasko“ gar von einer Finanzierungssumme von 3,8 Mrd. Euro!