04.08.2007 – Was der Fliegenpilz mit dem Weihnachtsmann zu tun hat

4. August 2007

Der Weihnachtsmann ist das Produkt einer Halluzination resultierend aus dem Genuss von aufgekochtem getrockneten Fliegenpilz. Muscimol heisst der Wirkstoff, der die Halluzinationen hervorruft.

Die sibirischen Ureinwohner „Korjaken“ genannt und speziell deren Schamanen nutzten diese ekstase-auslösende Eigenschaft des Fliegenpilzes um sich in Ekstase zu veretzen. Die Korjaken-Nomaden im Osten Sibiriens kochten bei ganz besonderen Anlässen getrocknete Fliegenpilze auf. Als ehemaliger Gefangener des Nomadenvolkes berichtete Philip von Strahlenberg im frühen 18. Jahrhundert als Erster von der Zubereitung solcher speziellen Gerichte.

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„Eine Kamtschadalische Winterhütte von innen“. Illustration aus Stellers Beschreibung von dem Lande Kamtschatka. (Quelle Wikipedia)

Wie der Weihnachtsmann durch den Kamin, betraten die sibirischen Ureinwohner ihre Hütten durch eine Öffnung in der Decke ihrer Hütten. Was die These des „Fliegens während einer Halluzination durch Einnahme von Fliegenpilz“ im Zusammenhang mit dem Weihnachtsmann bestärkt, ist die Tatsache, dass die Rentiere selbst verrückt nach getrockneten Fliegenpilz sind und diesen leidenschaftlich gerne fressen. Die Wirkung des enthaltenen Wirkstoffes Muscimol ist die selbe, wie beim Menschen: Die Rentiere halluzinieren und „fliegen“.

Eine weitere Parallele: Der Hut des Fliegenpilzes ist rot/weiss. Welche Bekleidung trägt der Weihnachtsmann? Übrigens: Warum heisst der Fliegenpilz eben genau „Fliegenpilz“? Diese Frage dürfte nun beantwortet sein.

Text zusammengefasst aus der Sendung „Horizonte: Vergiftet!“ Ein Film von Alfred Vendl und Steve Nicholls.

Ausführliche Dokumentation siehe Skript zur Sendung „Horizonte: Vergiftet!

Verweis auf Wikipedia „Fliegenpilz