09.07.2008 – „ThaiRiver – Ein etwas anderes Aquarium“ – Die erst Bepflanzung

10. Juli 2008

Nachdem am Montag das „Grossprojekt Thairiver“ mit der Montage der Möbelhunde auf die Grundplatte und anschliessend der Befüllung mit gewaschenem Sand und Wasser begann, besorgte ich heute auf dem Weg nach Hause ein paar Wasserpflanzen. Die Zielsetzung bestand dabei möglichst thailändische Wasserpflanzen zu besorgen. Somit steuerte ich auf dem Rückweg von Heiden das „Glattzentrum“ an.

Von Heiden aus wäre es ein Leichtes gewesen kurz im Liechtensteinischen vorbei zu fahren. Dort befindet sich die „Aquaristik-Oase.ch„. Allerdings teilte mir der Gegenpart am Telefon mit, dass er keine Pflanzen lagermässig hätte, sondern die via Online-Shop bestellten direkt vom Importeur zu den Endkunden schicken lässt. Auch nach St. Margrethen wäre der Weg sehr kurz gewesen. Nur hatte ich mir den Namen des dortigen Aquaristik-Ladens nicht gemerkt.

Somit blieben mir um diese Uhrzeit (18:30 Uhr) zwei Alternativen: Der Qualipet im Glattzentrum oder der IKEA in Spreitenbach. „Bei IKEA kann man Wasserpflanzen für’s Aquarium kaufen?“ Ja, man kann! Schon Anfang Mai „stolperte“ ich in der Zimmerpflanzenabteilung im IKEA über in durchsichtigen Bechern gefüllte Wasserpflanzen und nahm damals welche für die „Waterworld“-Projekte mit. Professionelle Aquarianer werden beim Anblick der „Projekte“ sicherlich aufschreien. Aber mir gefallen die „Fische im Glas“ und: Damit brach der Aquarium-Virus, mit welchem mich dereinst mein Vater in der Jugend/Schulzeit ansteckte, erst wieder aus; denn bei den Pflanzen vom IKEA kam die Idee mit den Fischen! Und nun ziehen diese bald um.

Gegen 19:30 Uhr betrat ich den Qualipet. Ich sah mir zuerst die Fischbecken an und sondierte, welche Fischarten aus Asien bzw. noch besser direkt aus Thailand kommen. „Fadenfische“ und „Guramies“, sowie „Kampffische“ kannte ich bereits und gefielen mir. Dann ging ich zur Kasse und sprach die Bedienung mit den langen blonden Haar an. Nein, nicht wegen der Reize 🙂 die Dame beriet mich bereits einige Male recht kompetent beim Kauf der letzten Fische – sie heisst übrigens „Sarah“.

Wir gingen zum grossen Pflanzenbecken und ich erklärte mein „Problem“: Pflanzen aus Thailand. Bei einigen wusste sie sofort Bescheid – für die restlichen konsultierte sie ein „Dennerle“ Buch. So erfuhr ich, dass sämtliche Pflanzen eine „Dennerle-Nummer“ besitzen zur eindeutigen Identifikation. Sie bot mir sogar an, dass ich Pflanzen, die nicht vorrätig wären für mich bestellen würde – auch in Kleinmengen.

Bei den Fischbecken stehen zwei grosse Aquarien. Darin befindet sich jeweils eine recht grosse Pflanze, deren Blätter teils aus dem Becken ragen – und: Die Pflanze treibt ein paar Ableger! Ich fragte, ob ich davon ein paar Ableger haben dürfte „zum Ausprobieren“; denn genau so stellte ich mir die Bepflanzung zumindest teilweise vor: Pflanzen, die aus dem Becken wachsen und/oder sogar blühen. Bereitwillig schnitt die nette Bedienung mir zwei Ableger ab und packte mir diese vorsichtig zu den anderen, die wir gemeinsam ausgesucht hatten. Von den deutschen Namen kannte ich nur zwei Arten: „Wasserfreund“ und „Tigerlotus“. Ich kaufte zwei verschiedene Bodendecker, eine Grasart mit langen Blättern und eine, die Lilien-ähnlich Blätter besitzt und blüht (?). Die Pflänzchen kosteten übrigens 6,90 pro Töpfchen. Die Ableger bekam ich dankenswerter Weise gratis dazu.

Zuhause angekommen machte ich mich sofort daran das Aquarium zu bepflanzen. Vorsichtig schnitt ich die beiden Beutel auf und entleerte den Inhalt ins Becken. Die beiden Bodendecker, welche sicherlich ein gutes Stück arbeit vor sich haben, entfernte ich aus den Töpfchen und entfernte noch vorsichtiger das Substrat, um die Wurzeln möglichst nicht zu beschädigen. Die restlichten Pflänzchen stellte ich mit den Töpfchen in den Sand, weil ich nicht weiss, ob es besser ist das Töpfchen zu entfernen.

Aus meinem kleinen „Aussenbecken“ auf der Terrasse holte ich die Muschelblume, die Wasserhyazinte und etwas, das nach Wasserfarn aussieht. Die drei Schwimmpflanzenarten kaufte ich letzte Woche bei meinem Besuch beim „Hauenstein Gartencenter“ erstand. Dort arbeitet Olivia – meine persönliche Thailand-Pflanzen-Fachfrau. Ausserdem positionierte ich noch einige von den Pflänzchen, die mir Jonas dankenswerter Weise überlassen hatte, als ich die Luftpumpe und die beiden Luftheber bei ihm abholte. Das Material treibt meinen selbst gebastelten Mattenfilter (rechts vorne im Bild) an, welcher nun schon für merkliche Wasserklärung sorgt.

Nun dachte ich noch daran „Thairiver“ mit etwas Wasser samt Wasserflöhe und Schnecken aus meinem „Aussenbecken“ zu impfen. Allerdings ist es heute schon recht spät und ich möchte keine der Mückenlarven und schon gar keine der übrig gebliebenen Garnelen in das Becken einbringen. Die Mücken eh nicht und die Zwerg-Garnelen entwickeln sich in dem techniklosen Aussenbecken (fast) ohne jegliche Pflege bereits jetzt ausgezeichnet.

Als Nächstes plane ich einige grössere Kieselsteine o.Ä. unterwegs aufzusammeln, um das „Grunddesign“ etwas nach meinem Gusto zu verbessern. Ausserdem suche ich noch eine grössere Wurzel; denn so löst sich folgendes Problem: Die Efeutute pflanze (binde) ich auf die Wurzel. So können die Pflanzenwurzeln das Wasser erreichen, Giftstoffe entfernen, und die Blätter bleiben oberhalb der Wasseroberfläche.

So, wenn alles klappt, dann kann der Kampffisch am Wochenende umziehen. Hoffentlich lebt er noch so lange im kleinen „Waterworld 1“. Ich weiss nicht, ob es besser ist ihn sofort umziehen zu lassen. Er hängt nämlich recht gerne an der Oberfläche.

PS: „ThaiRiver“ heisst das Projekt einmal in Anlehnung an die Inspiration durch das Kunstprojekt „Local River“ und zum Zweiten, aus der Idee ein thailändisches Aquarium einzurichten („Thai – River“). Mit einem „Fluss“ oder einem „Flussaquarium“ hat das Projekt eigentlich nichts zu tun, da es ja im Endstadion komplett ohne Technik laufen soll. Aber auf der anderen Seite „fliesst“ das Projekt „ThaiRiver“ seit der ersten Idee mit allen bisherigen Lösungen, die sich nun ergeben haben, „vor sich hin“ in Anlehnung an den Aphorismus „panta rhei“, was übersetzt „alles fliesst“ bedeutet.

Auch erinnere ich mich an ein Zitat, welches lautet :“Nur wer gegen den Strom schwimmt, kommt zur Quelle“. Und „gegen den Strom schwimmen“ heisst für mich „die Sache anders machen, als gewohnt oder üblich“ bzw. „ausgetretene Pfade zu verlassen“; denn nur so kommt man auf neue Erkenntnisse oder Probleme, die wieder neue Ergebnisse bringen. Somit finde ich den Namen für das „etwas andere Aquarium“ ganz passend. Ob das Experiment klappt, wird sich zeigen; denn „der Weg ist das Ziel“. Aber ich bin nicht Heraklid und bleibe lieber in der Realität, als im Philosophischen.

Links zum Thema:


07.07.2008 – „Thairiver – Ein etwas andere Aquarium“ – Die Story beginnt

8. Juli 2008

Ein rollendes Aquarium? Mit Pflanzen und Fischen mit thailändischen Wurzeln? Komplett ohne Technik? Geht das? Ein Experiment! Hier die Fotos, im Blog und im Forum von Aquarium.ch die Geschichte dazu. Projektname „Thairiver“.

Heute ging es los. Im Vorfeld kaufte ich ein passendes Aquarium mit den gewünschten Massen (Länge 120cm, Höhe 60cm, Tiefe 70cm), welches zufällig auch noch in der direkten Umgebung zu haben war. Im Jumbo Baumarkt besorgte ich zwei Säcke mit gewaschenen Sand, was sich als Fehlkauf herausstellte; denn ich musste feststellen, dass der Sand zwar „feucht“ war, aber trotzdem noch mehrmals zusätzlich gewaschen werden musste.

Mir gefällt der Gedanke eben nicht, dass ein Aquarium einmal aufgestellt, sich dann nicht mehr bewegen lässt. Auch die Aquarien-Standardkombination (Unterschrank, darin die Filtertechnik, darauf das Aquarium, oben drauf die Beleuchtung) empfand ich als hinderlich und unflexibel. Deshalb besorgte ich im Jumbo Baumarkt so genannte „Möbelhunde“ mit jeweils 500 Kilogramm Belastbarkeit. Ausserdem liess ich mir eine Holzplatte mit den entsprechenden Grundmassen zuschneiden und nahm noch dünne Styroporplatten mit.

Heute schraubten Mike und ich vier Möbelhunde auf die Holzgrundplatte und befestigten die Styroporplatten darauf. Dann platzierten wir das Aquarium und machten den ersten „Rolltest“. Alles in Ordnung. Dann ging ich auf die Terrasse und wusch den Sand in einer Wanne aus. Der Sand schüttete ich dann in das Aquarium. Damit ich nicht so weit gehen musste, rollte ich das Aquarium zur geöffneten Terrassentür. Klappt ja ganz leicht mit den Rollen darunter.

Gestern – Sonntag – regnete es wie aus Eimern und ich sammelte den Regen eben in solchen auf der Terrasse. Somit bestand ein Teil der Grundbefüllung neben dem frisch gewaschenen Sand nun aus dem gesammelten Regenwasser. Es passt einiges in die „Glasbadewanne“. Nur etwa 10 Zentimeter Regenwasser und Sand befanden sich nun im Aquarium. Somit rollte ich das Aquarium zur anderen Terrassentür; denn dort ums Eck steht der Schlauchwagen. Nun hiess es: Schlauch ein wenig ausgerollt und den Hahn aufgedreht.

Somit lief nun Leitungswasser bis zur gewünschten Befüllungshöhe in das Glasbecken. Ich füllte das Becken bis etwa 10 Zentimeter unter den Rand. Die hoffentlich bald einziehenden Pflanzen sollen aus dem Becken wachsen nach meiner Planung. Nun steht das Aquarium vor der Terrassentür und ein kleiner Innenfilter (Marke Eigenbau: Eine zusammengerollte dicke Filtermatte und zwei Luftheber) bringt hoffentlich die letzte Trübung in den nächsten Tagen aus dem Wasser. Wenn das Aquarium „biologisch eingelaufen“ ist, kommt der Filter wieder raus.

Soweit der aktuelle Stand. Jetzt benötige ich als nächstes „Pflanzen mit thailändischen Wurzeln“.

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