30.06.2009 – Koh Samui: Nur halb so viel Urlauber im ersten Halbjahr wie letztes Jahr

30. Juni 2009

Die Bangkok Post veröffentlichte heute einen Artikel in welchem die Koh Samui Tourism Promotion Association den Rückgang der Urlauberzahlen auf Koh Samui beziffert: 40 bis 50 Prozent der überwiegend ausländischen Touristen blieben der thailändischen Paradiesinsel dieses Jahr fern.

Die Ursachen des Besucherrückganges sei in den politischen Unruhen im letzten Dezember, welche die Sperrung des Internationalen Flughafen Suvarnabhumi zur Folge hatte, die anhaltende schlechte wirtschaftliche Situation und zu guter Letzt die Schweinegrippe zu suchen. Die TAT hätte aber bereits mit Hotelier- und Restaurantbetreiber eine Aktion mit dem Namen „Amazing Grand Sale“-Kampagne mit Spezialangeboten vereinbart, um die Besucherzahlen im zweiten Halbjahr anzukurbeln.

Originalartikel aus der Bangkok Post


28.11.2008 – Thailand/Bangkok: Anarchie, Barrikaden, Proteste, festsitzende Touristen vs. Schweizer Gelassenheit

28. November 2008

Für beide Seiten ein echter Albtraum: Für den Tourismus, der eine wichtige Einnahmequelle für Thailand ist und für die Urlauber; denn 90 000 Touristen sitzen in Bangkok oder den Tourismuszentren fest und Tausende Touristen können ihren Urlaub durch die abgesagten Flüge nicht antreten. Über zwei Flughäfen verhängte die Regierung den Ausnahmezustand. Auf der einen Seite bauen die Demonstranten Barrikaden und auf der anderen Seite sammeln sich die Sicherheitskräfte mit Schlagstock und Schild. Der Polizeichef wurde gefeuert, weil er nicht rigoros genug gegen die Demonstranten vorgegangen ist. Währenddessen versuchen Fluggesellschaften wie LTU und Thai Airways auf noch geöffnete Flughäfen auszuweichen. Schlimm trifft es aber auch Urlauber der angrenzenden Länder in ihren Feriendomizile. Bangkok ist ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für Flugbewegungen in Asien.

Der Imageschaden für Thailand muss enorm sein; denn es ereignen sich in fast regelmässigen Abständen entweder politische oder Naturkatastrophen. Die uns am meisten in Erinnerung gebliebene Naturkatastrophe ist wohl der Tsunami vom zweiten Weihnachtsfeiertag 2004. Durch ein Seebeben im Indischen Ozean vor der Insel Sumatra, das eine Magnitude um 9,3 auf der Richterskala hat – das drittstärkste je gemessene Beben –, ereignet sich eine der bisher schlimmsten Tsunamikatastrophen der Geschichte. Mindestens 231.000 Menschen (Stand: Dezember 2005) in 8 asiatischen Ländern werden getötet. Die Flutwelle dringt auch mehrere tausend Kilometer bis nach Ost- und Südostafrika vor.

Am 19. September 2006 kam es zu einem unblutigen Putsch. Polizei und Militärkräfte besetzten Bangkok und erklärten die Amtszeit Thaksin Shinawatras, der sich zu diesem Zeitpunkt bei der UN-Generalversammlung in New York City aufhielt, für beendet. Panzer rückten in das Stadtzentrum ein und umstellten Regierungsgebäude. Soldaten besetzten mehrere Fernsehsender.Am 31. Dezember 2006 explodierten in Bangkok mehrere Bomben und forderten einige Todesopfer und Verletzte. Die Hintergründe sind unklar. Die thailändische Regierung hat die Sicherheitsmassnahmen vor allem in den Touristenzentren und in Bangkok erhöht. In Bangkok finden seit Ende August 2008 grössere politische Demonstrationen statt. Dabei ist es wiederholt zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen, vor allem in der Umgebung von Regierungsgebäuden. Der Grenzkonflikt um den Tempel Preah Vihear im Osten des Landes im Grenzgebiet zu Kambodscha hat sich zugespitzt. Thailändische und kambodschanische Truppen stehen sich beim Tempel gegenüber. Am 15. Oktober 2008 kam es zu einem Schusswechsel.

Thailand wird – falls die Proteste irgendwann demnächst aufhören – einige Monate brauchen, um sich von diesem Imageschaden zu erholen. Die Vogelgrippe (Pandemie) habe ich noch gar nicht erwähnt.

Das Interessante dabei ist die gewohnte Gelassenheit der Schweizer Ministerien und der Schweizer Urlauber. Hier aus dem aktuellen Artikel in der NZZ-Online:

Die Schweizer Reiseveranstalter melden übereinstimmend, die Zuspitzung der Situation in Thailand habe bisher keinen Einfluss auf die Buchungen gehabt. Vorläufig seien keine Annullationen oder Umbuchungen auf andere Destinationen vorgenommen worden. Im Gegenteil würden noch immer Badeferien gebucht. Peter Brun von Kuoni führt das darauf zurück, dass es sich bei den Kunden vielfach um erfahrene Thailand-Reisende handle. Sie könnten die Lage einschätzen und wüssten, dass Ferien an den Stränden im Süden Thailands problemlos seien.

Dieser Ansicht ist weiterhin auch das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Zwar bleibe die Lage gespannt und Demonstrationen seien zu meiden, heisst es bei den Reisehinweisen für Thailand. Von einer Reise rät das EDA aber nicht ab.

Dem letzten Absatz widersprechen allerdings die aktuellen Informationen der EDA für Thailand:

Am 25. November 2008 kam es im und um den internationalen Flughafen von Bangkok (Suvarnabhumi) zu Demonstrationen. Seither kommt es zu Behinderungen, und der Flughafenbetrieb auf beiden internationalen Flughäfen in Bangkok (Suvarnabhumi und Don Mueang) bleibt bis auf weiteres eingestellt. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Reiseveranstalter oder Ihrer Fluggesellschaft und meiden Sie Demonstrationen und grössere Menschenansammlungen jeder Art.
Die weitere Entwicklung der Lage bleibt ungewiss. Es wird geraten, geplante Reisen nach Bangkok bis auf weiteres zu verschieben.

Momentan würden lediglich 120 Schweizer in Thailand festsitzen – allerdings sind diese in Hotels in Bangkok untergebracht. Die verschiedenen Reiseveranstalter kümmern sich um alles Weitere.

Tja, ich nehme es ebenso gelassen – man gewöhnt sich daran; denn mein Flug geht erst in 37 Tagen. Aber ich würde am liebsten heute schon fliegen.