19.09.2010 – Die Schweizer Macher – Das Musical in der Maag Music Hall Zürich


Kurz nachdem ich Wind davon bekam, dass nach „Ewige Liabi“ der erfolgreichste Schweizer Film „Die Schweizermacher“ als Musical auf die Bühne kommt, hatte ich schon Tickets besorgt. Der Film „Die Schweizermacher“ gehört bei uns zum Standardprogramm, wenn grad mal wieder nichts Gescheites im Fernsehen kommt. Auch „Handyman“ und „Grounding“ gehören dazu.

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So fuhren Mike und ich am Nachmittag in die Innenstadt von Zürich, was nicht unbedingt so einfach ist, da die Stadt mit Baustellen nur so bespickt ist. Aber wir fanden einen Parkplatz in der Nähe und betraten die Maag Music Hall direkt neben dem Neubau des Primetowers. Nach dem „Abstempeln“ besorgten wir uns im Restaurant stilecht „Älplermakronen“ und Rivella. Gut, die Teigware war schon etwas länger im Topf, schmeckte aber tadellos.

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Der Film „Die Schweizermacher“ aus dem Jahr 1982 mit Emil Steinberger, Walo Lüönd und Wolfgang Stendar nimmt die Schweizer Einbürgerungspraxis mächtig aufs Korn.  „Schweizer! Das musst Du wissen“ – Das Buch gehört zum Stück genauso wie zum Film. Ein Exemplar steht bei mir im Regal, nachdem ich das feuerrote Buch im Film „Die Schweizermacher“ entdeckte. Aber „Mann“ beeile sich mit der Wissensbildung, denn das Buch wird seit 1959 nicht mehr nachgedruckt. Und diese Fragen zur Einbürgerung sind zu beantworten: „Wenn Tell heute leben würde, wen würde er erschiessen?“ Und: „Wieviele Pfeile hätte dieser Tell im Köcher? Und warum?“

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Zum Stück: Schon vor der Vorstellung stimmen Werbespots aus den 80er-Jahren das Publikum auf einen Zeitsprung ein. Es wäre unfair irgendjemanden aus dem Ensemble mehr hervor zu heben. Man merkt von der ersten Sekunde an, dass es dem Team Spass macht und der Funke springt sofort auf das Publikum über. Es sind fast alle Szenen aus dem Film vertreten. Nur die Taubenabschuss-Szene und die abschliessende Szene mit Bill Ramsey fehlt.

Hingegen ist die „Nacktszene“ mit Moritz Fischer (Rolf Sommer) und Milena Vakulic (Iréna Flury) in einer jedoch frei fahrenden Badewanne enthalten. Auch die Fondue-Szene mit dem Ärzte-Ehepaar Starcke ist als fester Bestandteil dabei. Man erinnere sich: Der Wein gehört neben das Fondue – nicht hinein. Der äusserst kritische  Ausländerpolizist und Bünzli-Büffel Max Bodmer wird grandios von Andrea Zogg verkörpert. Maja Stolle als Abwartsfrau Galli ist der Knüller. Die Inszenierung ist sehr aufwändig gestaltet mit einem überraschend durchdachten flexiblen Bühnenbild. So läuft der Film – nein, das Musical – während kurzweiligen drei Stunden von einem Höhepunkt zum nächsten. Mir ist im Film gar nicht aufgefallen, dass der Italiano Grimolli in einer Schwarzwälder-Kirschtorten-Firma arbeitet. Aber als wir am Ende dann kleine Pröbchen davon erhielten war es mir klar.

Die Musik kommt von einer fast unsichtbaren fünfköpfigen Band, die in das Bühnenbild (Regale und Schubladen) eingebaut ist. Wer noch nicht dort war, muss es sich ansehen und anhören! Das Thema ist aktueller, denn je und es macht Spass zu sehen, wie sich die Schweizer dann doch einmal herzlich selbst auf’s Korn nehmen können. Ein Klassiker! Schade finde ich, dass das Musical „Die Schweizermacher“ nur bis 02. Januar 2011 angesetzt ist. Also hurtig auf zu den „Choge Cheibe“!

www.dieschweizermacher.ch

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